Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod (Taschenbuch) / Bastian Sick Testbericht

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Erfahrungsbericht von Theophanu

Sick's Kampf gegen das schlechte Deutsch

Pro:

Humorvolle Kolumnen, witzig und wirksam belehrend

Kontra:

Manchmal relativ kurze Abhandlungen

Empfehlung:

Ja

"Die deutsche Sprache kennt zwar nur vier Fälle, dafür aber über tausend Zweifelsfälle. Heißt es Pizzas oder Pizzen? Gewinkt oder gewunken? Wann schreibt man Storys und wann Stories? Hat der Genitiv noch eine Chance - trotz des Dativs und dem Dativ zum Trotz?"

So wird kurz das Buch "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" von Bastian Sick im Einband beschrieben. Ein schönes Buch, wie es besser wahrscheinlich nicht sein kann. Ich kam zu diesem Buch durch einen Auszug in unserem Deutschbuch.


Titel:
*****
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache


Autor:
******
Bastian Sick


Seitenanzahl:
***********
230


Verlag:
******
erschienen im KiWi-Verlag


ISBN:
*****
3-462-03448-0


Preis:
*****
8,90€


Kurzbiographie des Autor:
**********************
Bastian Sick, geboren 1965, studierte Geschichtswissenschaft und Romanistik und nahm eine Tätigkeit als Lektor und Übersetzer an. Von 1995 bis 1998 war er Dokumentationsjournalist beim SPIEGEL-Verlag und seit dem Januar 1999 Mitarbeiter der Redaktion von SPIEGEL ONLINE, wo auch seit dem Mai 2003 der Autor der Kolumne "Zwiebelfisch".


Das Buch:
*********

***Inhaltsverzeichnis mit dem Kurzinhalt***
*Ein paar Worte vorweg* (Prolog)
*Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod* (Die Verdrängung des Genitivs durch den Dativ)
*Krieg der Geschlechter* (Welche Artikel Markenprodukte haben)
*Die reinste Puromanie* (Die sprunghafte Zunahme des Wörtchens "pur")
*Abschied von Lila-Grün* (Politik und ihre Farben)
*Deutschland, deine Apostroph's* (Ab wann sollte man einen Apostroph setzen)
*Wir bitten um Ihr Verständnis* (Das nervige um Verständnis betteln)
*Die traurige Geschichte von drei englischen Ladys* (Schreibt man Hobbys oder Hobbies?)
*Licht am Ende des sturmverhangenen Horizonts* (Die Vermischung von Redewendungen)
*Brutalsmöglichste gesteigerter Superlativissimus* (Die Steigerung von unsteigerbaren Wörtern)
*Stop making sense!* (Die falsche Phrase "Das macht Sinn")
*Visas - die Mehrzahl gönn ich mir* (Die Pluralformen von ausländischen Wörtern)
*Eine vitale Rolle* (Übersetzungsfehler aus dem Amerikanischen)
*Phrasenarlamstufe Gelb* (Die regelmäßige Benutzung abgedroschener Phrasen)
*Babylonische Namensverwirrung* (Die Verwirrung über die Ländernamen)
*Der älteste Mann der Welt lebt!* (Paradoxen im deutschen Journalismus)
*Das Elend mit dem Binde-Strich* (Die vermehrte Verwendung des Bindestrichs)
*Die Sucht nach Synonymen* (Die endlose Suche nach Platzhaltern im Journalismus)
*Leichensäcke aus dem Supermarkt* (Anglizismen in falscher Übersetzung im Deutschen)
*Im Bann des Silbenbarbaren* (Die übermäßige Verwendung der Suffixe -bar und -fähig)
*Die Übermacht der -ierungen* (Die unverständliche Politiksprache der Substantivierungen)
*Das Verflixte dieses Jahres* (Heißt es diesen Jahres oder dieses Jahres - Genitiv gegen Dativ)
*Italienisch für Anfänger* (Das Problem mit den ausländischen Sprachen)
*Bratskartoffeln und Spiegelsei* (Die Verwendung des Fugen-s)
*Das kuriose Arsenal des Krieges* (Übersetzungsfehler)
*Schrittweise Zunahme der Adjektivierungen* (Die oft falsche Verwendung der Adjektivierungen)
*Streit und kein Ende* (Über die falsche Verwendung von Präpositionen)
*Die unvorhandene Mehrzahl* (Was alles pluralisiert wird)
*Einfach Haar sträubend!* (Falsche Getrenntschreibung)
*Die Ruderregatta* (Wieder über schlecht gewählte Phrasen und Bildersprache)
*Deutsch als Amtssprache der USA* (Welche Wörter sich im amerikanischen eingebürgert haben)
*Unglück mit Toten, schwere Verwüstungen* (Stilistische Entgleisungen mit Katastrophen)
*Trügerischer Anschein des Scheinbaren* (Der Unterschied zwischen 'scheinbar' und 'anscheinend')
*Wie das alte Europa von einem Erdloch verschluckt wurde* (Über Saddams 'Erdloch')
*Er designs, sie hat recycled, und alle sind chatting* (Englische Verben im deutschen)
*Man trifft sich im Abendbereich* (Die Einteilung in Bereiche)
*Kampf um den Titel der First Lady* (Wer ist die 'First Lady' bei uns in Deutschland?)
*Ich erinnere das nicht* (Syntaxveränderung in Sätzen durch das amerikanische)
*Von Protestlern, Widerständlern und Abweichlern* (Von dem Suffix -ler)
*Sind rosane T-Shirts und lilane Leggins erlaubt?* (Deklination von Farben)
*Liebe Gläubiginnen und Gläubige* (Über die Geschlechterrollen und Emanzipation)
*In Massen geniessen* (Das Entfernen unseres 'ß')
*Das Ultra-Perfekt* (Die Vergangenheit der Vergangenheit)
*Cäsars Kampf gegen die starken Verbier* (Über die richtige Konjugation der starken Verben)
*Sind "schmeißen" und "kriegen" tabu?* (Der Unterschied zwischen guten und Vulgärdeutsch)
*Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?* (Wie heißen die Einwohner von einzelnen Städten?)
*Durch und durch alles hindurch* (Die falsche Benutzung der Präposition 'durch')
*Schöner als wie im Märchen* (Der Unterschied zwischen Positiv und Komperativ)
*Das kleine ABC des Zwiebelfischs* (Eine Auflistungen aller wichtigen Dinge, die im Buch vorkamen)


*******************
***Meine Meinung***
*******************
Was bringt jemanden wie Bastian Sick dazu, solch ein Buch zu schreiben? Natürlich die chronische Verwirrung über die deutsche Sprache! Heißt es die oder das Nutella, wo ist der Apostroph sinnvoll und wo nicht und heißt die Mehrzahl von Visum nun Visa oder Visen - oder doch ganz anders? Auf solche Fragen und noch mehr gibt Bastain Sick in seinem 230-seitigem Buch Antwort, doch nicht, wie man es so oft von akribischen und auf Exaktheit achtenden Deutschwissenschaftlern gewohnt ist, sondern auf eine völlig andere Art.
"Da die Rolle des grimmigen Erbsenzählers und desillusionierten Sprachzynikers, der den Untergang des Abendlandes für unausweichlich hält, bereits von zahlreichen anderen Autoren besetzt ist, versuchte ich es als ironischer Geschichtenerzähler.", berichtet Bastian Sick in "Ein paar Worte vorweg". Und er hat sich wirklich prima als "ironischer Geschichtenerzähler" durchgeschlagen! Ich finde, besser konnte er uns keinen Spiegel vorhalten. Wie viele Fehler machen wir denn schon im Alltag, stilistische Fehler und grammatikalische Fehltritte, ohne es zu merken? Wir würden wahrscheinlich es nie sehen, wenn es nicht Menschen wie Bastian Sick gäbe, die mit ihren lustigen und witzigen Beiträgen einen immer wieder zum Nachdenken anregen. Wenn ich überlege, wir haben alles doch richtig in der Schule gelernt, aber im Alltag werden wir immer wieder mit dem falschen Deutsch bombardiert, sei es in den Medien oder durch Mitmenschen, sodaß wir unsere Fehler nicht mehr bemerken. Wie oft hört man zum Beispiel (aus dem Kapitel "Unglück mit Toten, schwere Verwüstungen"), das aufgrund eines Feuers die Bewohner eines Dorfes evakuiert werden mussten? Na, fällt euch der Fehler auf? Evakuieren ist lateinisch und heißt auspumpen oder leeren. Nun sag mir einer, wie sie das geschafft haben...
Oder kennt einer von euch den Unterschied zwischen den Wörtern "scheinbar" und "anscheinend" und ganz besonders, wann man es benutzt?
Manchmal ist es einfach nur die Suche nach dem berühmten Balken im Heuhaufen, wie Sick als markantes Beispiel im Kapitel "Licht am sturmverhangenen Horizont" anführt.
Bastian Sick strotzt nur so vor kreativen Ideen, was man schon so oft an seinen witzigen Überschriften und gipfelt in den prächtigen Kolumnen. Siehe man bei Cäsars Problemen mit den starken Verben (natürlich ist die Geschichte nur erfunden) oder der Grimm'schen Adaption von "Schneewittchen und die sieben Zwerge", um uns die Unterschiede zwischen dem Positiv und dem Komperativ nahezubrinegn.
Wer jetzt Lust bekommen hat, sich mal darüber zu informieren, wie viele und vorallem WELCHE, ofmals auch kuriosen, Fehler und Fehltritte von uns und den Medien gemacht werden, dem kann ich nur empfehlen, sich dieses Buch zur Hand zu nehmen oder auch mal bei seinem Zwiebelfisch im Internet vorbeizuschauen (www.spiegel.de/zwiebelfisch) und seine wöchentlich erscheinenden Kolumnen zu lesen und vorallem zu LERNEN!


Viel Spaß wünscht euch eure

Theophanu

21 Bewertungen, 11 Kommentare

  • anonym

    28.11.2006, 23:42 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Django006

    22.10.2006, 23:51 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :o))))

  • Fantomiss

    03.10.2006, 15:33 Uhr von Fantomiss
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich bin auch erschrocken, wie viele fehler ich mache, ohne es zu merken. ich hätte mir das buch nur etwas witziger vorgestellt, teilweise wars mir immernoch zu trocken...

  • barbu

    27.09.2006, 16:10 Uhr von barbu
    Bewertung: sehr hilfreich

    wirklich sehr schöner bericht. würde mich freun wenn du dir auch meine anderen berichte ansiehst und bewertest. PS: schreibe auch unter ciao,dooyoo, mymeinung und q-test! LG BARBU

  • HEIDIZ

    25.09.2006, 17:38 Uhr von HEIDIZ
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe grad heut auch über dieses Buch einen Bericht geschrieben, deiner gefällt mir bald noch besser, hast das wirklich toll gemacht. GLG HEIDI

  • anonym

    25.09.2006, 13:49 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht dafür ein SH,LG Bernd

  • dadolger

    25.09.2006, 12:26 Uhr von dadolger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh LG Mark

  • JoergTh

    25.09.2006, 12:15 Uhr von JoergTh
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, liebe Grüße, Jörg

  • Gemeinwesen

    25.09.2006, 11:26 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ergänzend zur Überschrift "Sick's Kampf" empfehle ich Kapitel 6 des Buches. Beste Grüße vom Gemeinwesen.

  • anundka_ki

    25.09.2006, 11:22 Uhr von anundka_ki
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie bist du denn auf dem Thema gekommen ?

  • willibald-1

    25.09.2006, 11:20 Uhr von willibald-1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hat er auch die Sache mit dem Apostroph behandelt? Oder ist das im Deutschen etwa inzwischen so erlaubt, wie Du es in der Überschrift stehen hast?