Siemens C45 Testbericht

Siemens-c45-mit-vertrag
ab 55,87
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Summe aller Bewertungen
  • Design:  gut
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Ausstattung:  gut

Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Alter Pharao fummelt nicht gern

Pro:

Kann eigentlich alles, was ich benötige, kompakt, Akkulaufzeit

Kontra:

Diese grausamen Tasten!, Die Siemens'sche Menüführung machte ich noch nie so doll ;-)

Empfehlung:

Ja

Was braucht auch der olle Pharao zum Telefonieren? Na Klar, ein durchlauchtigstes, mobiles Kommunikationsgerät, welches ihn dazu befähigt seinem herrscherlichen Ärger über was-und-wen-auch-immer Luft zu machen oder ganz einfach Smalltalk zu halten und erreichbar zu sein, wenn’s in seinem Reich mal brennen sollte. Schon viele dieser neumodischen Dinger hat Merkwürden in den zurückliegenden Jahren verschlissen und neulich segnete auch sein altes C35i das Zeitliche - Also musste mehr oder weniger dringend Ersatz her. Eher durch Zufall geriet ihm dabei das Nachfolgemodell C45 gebraucht und überaus günstig in die raffgierigen Krallen, denn für ein Brandneues hat Merkwürden, der - wie schon so oft erwähnt - zum verarmten Adel gehört, keine gesteigerte Lust horrende, überhöhte Preise auszugeben. Es grenzt schon an Wegelagerei von mittelalterlichen Raubrittern, was heutzutage für ein bisschen mit Plastik verkleidetem Silizium verlangt wird, zudem wenn es auch noch eine verkaufsfördernde „Special Edition / Nordic Silver“ handelt, kennt die Frechheit der Preisspirale kaum eine obere Grenze. Doch nichts ist so alt, wie ein Handy vom letzten Quartal, derzeit fallen die Preise für dieses Gerät ohne SIM-Karte auf 100 - 130 Euro, dennoch liegt Euer Hochwohlgeboren mit seinen bezahlten 50 Euro-Dublonen da immer noch weit darunter. Wohlan, wackere Leser! Fühlen wir dem silbernen Quasselknochen mal ein wenig auf den Zahn...

Oh Osiris, Oh Ra...FeatureBlaBla
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Im Lieferumfang befindet sich neben dem Gerät selbst natürlich auch noch ein Steckerladegerät zum Aufladen des Akkus - wie üblich muss dieser vor der ersten Inbetriebnahme gründlich (zwischen 4 und 5 Stunden) aufgeladen werden. Handies, die lächerlicherweise nur in Deutschland mit seinem Verenglischungswahn so geschimpft werden, wenn auch überall sonst in der Welt (vor allem in der englischsprachigen) von einem „Cellular“ oder „Mobile“ die Rede ist, dürften jedem in ihren Grundfunktionen bekannt sein, daher mache ich es kurz und schmerzlos und werde mich nicht in sinnlos-akribischen Betrachtungen verlieren, wie welche Funktion - Donnerstags um halb Neun MEZ, aber nur wenn\'s nicht regnet - angewählt wird. Dafür ist das aufschlussreiche,mitgelieferte Handbüchlein da - doch ganz ohne Eckdaten kommt aber ein Handy Bericht nicht aus...und hier sind sie auch schon, die unvermeidlichen technischen (Hersteller-)Daten:

Typ: WAP fähiges Dual-Band (GSM 900/ 1800)
Sendeleistung: 4 Watt (GSM 900), 2 Watt (GSM 1800)
Abmasse: 109 x 46 x 23 mm
Gewicht: 105 Gramm
Akku: 500 mAh Nickel Metall Hydrid (NiMH)
Standby: zwischen 60 und 200 Stunden
SIM-Karte: 3,0 Volt

Als Dual-Band kann man dort natürlich SIM-Karten der üblichen, europäischen Netzbetreiber reinstopfen, sei es D-Netz (GSM 900) oder E-Netz (GSM1800), zu beachten ist lediglich, dass „alte“ SIMs eventuell den Dienst verweigern, zwingend erforderlich sind nämlich Karten der (neueren) 3 Volt-Familie. Die restlichen Features des C45 sind mittlerweile fast überall Usus, als Vertreter der vorhergehenden Mobile-Generation unterstützt es jedoch kein MMS, keine polyphonen Klingeltöne und auch Spielefreaks, die der teuren Sucht des „Load-A-Game“ verfallen sind, gucken in die Röhre. Mit an Bord sind aber: BattleMail Kung-Fu (eMail Prügelspielchen), Stack Attack (ein Tetris-Clone) und Balloon Shooter (ein simpel gestricktes Ballerspiel). Um ins Netz zu kommen, ist das C45 mit WAP ausgerüstet und benutzt dafür einen RSA-zertifizierten OpenWave Browser. Die Displaybeleuchtung ist in Rot gehalten, das Display selbst ist ein monochromes (sprich: einfarbiges) Dot-Matrix LCD, welches Bildchen und natürlich auch WAP-Seiten grafisch darstellen kann. Durch die Menüs führen wahlweise eine grafisch animierte Ente oder ein Gespann aus Katze und Fisch. Bildmitteilungen, Bildschirmschoner und Klingeltöne kann man meist kostenpflichtig auf einschlägigen Sites oder bei Telefonanbietern erhalten - müssig zu erwähnen, dass das Format natürlich NICHT mit dem von Nokia-Geräten kompatibel ist. Wem das Cover zu öde geworden ist, kann sich mittels dem ohne Werkzeug auswechselbaren CLIPit Gehäuse mit wenigen Handgriffen ein neues Outfit zulegen. Da mir Silber bekanntermassen aber absolut zusagt, wird das wohl erst geschehen, wenn die Hölle zufriert ;-)

Zu den immer mehr um sich greifenden Epidemien gehört das Versenden von SMS-Nachrichten an alle möglichen Gestalten: Die Oma, Den Lover, Den Weihnachtsmann, Osiris, Apis, Anubis und natürlich auch Horus nicht zu vergessen. Nokia bietet eine nette Funktion, mit der das Siemens leider nicht aufwarten kann: Das Absenden von Messages mit mehr als den normalen 165 Zeichen, wobei daraus dann mehrere Nachrichten generiert werden, die dann „in queue“ hintereinander abgeschickt werden. Theoretisch ist das auch mit dem C45 (und jedem beliebigen Handy) möglich, jedoch nur umständlich per Netz-Befehl (auf diversen Handy-Sites steht, wie man das bei diesen Modellen macht *g*). Dafür bietet das C45 jedoch auch die Annehmlichkeiten eines lernfähigen T9-Wörterbuchs, einen Editor für vorgefertigte Text-Phrasen und die Möglichkeit Bildchen in SMS einzubinden und auch einzeln zu versenden - allerdings mit der oben schon erwähnten Einschränkung, dass dies wegen eines fehlenden Standards der Hersteller untereinander nur von Siemens zu Siemens funzt. Grafische Spielereien sind auch die individuell zusammenstellbaren Caller-Faces oder Calling-Symbols , wo man anhand des selbstgebastelten Gesichts- oder Anrufersymbols erkennen kann, welche Nervensäge sich grade anschickt zu stören. Das ist aber wirklich Spielerei, denn das funktioniert nur, wenn das Gegenüber seine Caller-ID nicht auf Incognito (sprich: unterdrückt) gestellt hat. Für gewöhnlich wird ja eh der Name angezeigt, sofern er im Telefonbuch steht und unbekannte Anrufer kann man sowieso - wenn - nur an der Nummer erkennen. Ich brauche solchen SchnickSchnack nicht, wesentlich sinnvoller ist da schon die Möglichkeit Gruppen erstellen zu können, die man quasi als Rundschreiben mit einem Schlag alle zusammen mit einer SMS beglücken kann - das ist bei beispielsweise Verabredungen, kollektive Neujahrsgrüsse etc. einer ganzen Clique sehr praktisch.

Design & Handling
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Positiv zunächst anzumerken sind die kompakten Abmasse und das relativ geringe Gewicht, dadurch kann man das Telefon auch mal bequem in der Hosen- oder Jackentasche verstauen ohne auf eine von diesen meist ober-hässlichen Gürteltaschen zurückgreifen zu müssen. Zusätzlich ist das Gehäuse sehr rundlich und hat auch - wie die meisten Handies heute - keinerlei externe und nervige Antenne mehr, diese ist im Gerät untergebracht. Durch die glatte Oberfläche gepaart mit der rundlichen Form des Handys liegt es...hmmm...sagen wir mal: „flutschig“ in der Hand, es ist keine Seltenheit, dass mir das Ding beinahe versehentlich aus den Griffeln segelt – eine echte Herausforderung an die Reaktionsschnelligkeit und die Hand/Auge-Koordination *g*. Die rote (Puff-)Beleuchtung ist Geschmackssache, dafür aber ausreichend hell und auch das Matrix-Display ist gut ablesbar. Schön finde ich den Standard Bildschirmschoner, der die aktuelle Uhrzeit in Form einer Analog-Uhr anzeigt - das hat Stil! (und finde ich wesentlich besser als diese vielen ultra-kitschigen Logos, mit denen gerade Nokia-Nutzer ihre oftmals schräge Gesinnung allein durch ihr Handy-Display offenbaren – Zeig mir Dein Logo...und ich sag Dir, wer Du bist! *g*). Die Akkulaufzeit ist angenehm lang - im Falle von reinem StandBy-Betrieb, gelegentlicher Calls oder mal ne SMS zwischendurch hält eine Ladung bei mir durchaus schon mal eine komplette Woche - dazu muss man sagen, dass ich auch ein ziemlicher Telefonmuffel bzw. Wenigtelefonierer bin, der das Telefon nicht exzessiv benutzt und dadurch Gott-und-der Welt zu den unmöglichsten Tages- und Nachtzeiten auf den Wecker fällt, indem er tonnenweise SMS oder Anrufe über seinem Opfer auskübelt.

Aber kehren wir nochmal zurück zu den geringen Abmessungen, die haben nämlich auch ihre gravierenden Nachteile, so fällt das Tastenfeld sehr klein und beengt aus, das alleine wäre nicht so besonders schlimm, da ich nicht grade grobschlächtige und ungeschickte Wurstfinger habe - Nee wirklich nicht! *g* - doch leider ist der Druckpunkt der rutschigen Tasten sehr hoch. Das zusammen mit der Engständigkeit der Tasten lässt manchmal das Tippen von SMS (im Speziellen) zu einer derben Nervenübung werden, denn die dussligen Knöppe reagieren nicht nur träge, sondern auch nicht immer so, wie sie sollen. Vor allem die fummeligen „Softkeys“ sind in meinen Augen eine komplette Fehlkonstruktion, die unter Strafe gestellt gehört. Diese sind als Wippe ausgeführt und je nach Menüpunkt verschieden belegt, dummerweise sind gerade die „Auf“ und „Ab“ Funktion zu allem Überfluss extrem eng in der Mitte nebeneinander und ganz nah an der „Annehmen“-Taste angeordnet, so gleicht ein Navigieren durch das Telefonbuch oder einem SMS-Text oftmals einem Lotteriespiel - dafür muss man schon mit extrem spitzen und haftenden (Spiderman-)Fingern gesegnet sein (Das obige Produktbild zeigt das drohende Fiasko sehr deutlich...). Es kam aber auch schon mehrmals vor, dass ich mitten beim Verfassen eines Textes statt „Optionen“ die „Auflegen“-Taste versehentlich erwischt habe und damit ist der ganze bereits mühsam erstellte Text natürlich futsch - eine „Notspeicherung“ gibbet bei Siemens nämlich nicht. In solchen Momenten könnte ich das Teil ganz dezent Mir-Nichts-Dir-Nichts vor die nächste erreichbare Wand klatschen ;-)

Die Menüstruktur ist Siemens-typisch und erforderte für mich kaum Umgewöhnung von meinem alten C35i - trotzdem fand ich Nokia immer vergleichsweise übersichtlicher (von den Finnen hab ich auch bereits 2 Telefone vor den Quast gehauen, ich hab mit denen einfach kein Glück...Schade *g*). Siemens hat beim C45 im Gegensatz zum C35i geringfügige Änderungen in der Tasten-Belegung und der Software vorgenommen, das äussert sich primär darin, dass komplette Systemabstürze oder willkürliches Selbstausschalten des Telefons bislang in drei Monaten der Nutzung nicht vorgekommen sind - beim 35er war so ein Unfug an der Tagesordnung. Die geänderte Belegung einiger Sonderfunktionen hat man schnell raus und sollten niemanden vor grössere Probleme stellen, der ein anderes Gerät gewohnt ist. Der integrierte Terminplaner/Wecker ist ab und zu ganz nützlich, um sich Geburtstage zu merken oder sich eben halt wecken zu lassen - den gabs aber auch schon beim C35i und wird von mir auch gelegentlich genutzt. Bildchen, alternative Bildschirmschoner und fertige Klingeltöne kann man ebenfalls aufs Handy laden, für eigene Klingeltöne stehen 3 freie Slots zur Verfügung. Bei den älteren Siemens-Modellen musste man noch selbst umständlich komponieren (das war aber immerhin kostenlos), doch das ist jetzt vorbei: jetzt kann man sich auch mit einem Siemens fix und fertige Sounds schicken lassen und einbinden. Wie bereits weiter oben erwähnt, sind weder Bilder noch Klingeltöne kompatibel zu Geräten anderer Hersteller. Das C45 besitzt übrigens keine IR-Schnittstelle, wer also mit dem Rechner auf das Telefon zugreifen will, um Töne, Bilder etc. aufzuspielen, benötigt ein extra Datenkabel.

WAP beherrscht der Silberknochen ebenfalls, doch für mich als PrePaid Nutzer werden dafür horrende Gebühren fällig und ich seh auch nicht unbedingt den Sinn darin ausgerechnet mit einem Handy zu surfen, da ist mir ein PC wesentlich lieber (und billiger). Es mag vielleicht aus beruflichen Gründen für manche Zeitgenossen wichtig und richtig sein, dass sie WAPpen können, doch mir graust es alleine schon bei dem Gedanken mit den bescheuerten Tasten durchs Netz zu humpeln oder gar eine ganze eMail zu verfassen *öööörks!*...Neee...lass ma! *g*. Nette aber eigentlich überflüssige Zusatzfeatures sind die kleinen Spielchen, wenngleich ich ein Handy nicht zum Zocken habe, sondern zum Telefonieren, riskier ich bei Langeweile schon mal ein Match (etwa wenn ich auf meine Ablösung auf Nachtschicht warten muss). Hervorzuheben ist hier der recht originelle Tetris-Clone „Stack Attack“, der macht sogar Spass...wären nur die Tasten nicht so fisselig und träge. Die anderen beiden Games sind nur mässig unterhaltsam, der „Balloon Shooter“ ist ein ödes Fadenkreuz-Ballerspiel mit geringen Schwierigkeitsgrad und noch geringerem Sinn - lediglich „BattleMail Kung-Fu“ kann eventuell noch ganz lustig werden, wenn man es per Dienstanbieter gegen einen eMail-Gegner zockt, im Trainingsmodus gegen den Computergegner auf dem Telefon herrscht jedoch nach dem ersten Schmunzeln gähnende Langeweile. Bislang hab ich aber darauf verzichtet mich dafür online zu registrieren, sofern ich richtig informiert bin ist es auch kostenpflichtig...umsonst ist bekanntlich nicht mal der Tod - der kostet das Leben ;-)

Fazit
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Insgesamt entpuppt sich das C45 als zuverlässiger Allrounder, auch wenn ihm so einige Features modernere Handies abgehen - doch mal Hand aufs Herz: Wer braucht den ganzen Load-A-Game, Foto-MMS und polyphonen-was-weiss-ich-noch-alles Krempel wirklich? Antwort: Die gleichen Leute, die uns vor 2 Jahren erzählen wollten, dass wir ohne UMTS demnächst nicht mal mehr aufs Klo gehen wollen - Die Handyhersteller nämlich, alles merkantiler Mumpitz, wenn ihr mich fragt (tut wieder keiner, ich weiss *g*). Ich persönlich brauche schon WAP, Klingeltöne und Logos nicht für mein oberstes Seelenheil und schon gar nicht um erreichbar zu sein. Für mich zählt in erster Linie die Sprachqualität, Akkulaufzeit und gutes Handling. Leider steht es bei letzterem Punkt nicht allzu rosig aus beim C45, entweder hab ich DOCH Wurstfinger oder das Teil ist für grundsätzlich schlankere Frauenhände konzipiert worden, denn das Tastenfeld ist der reine Fummel-Horror. Für diese These spricht die knubbelige Form des Telefons, denn angeblich kauft die holde Weiblichkeit ja laut Marketing-Fachleuten (Genau, DIE Typen die uns auch UMTS aufschwätzen wollen *g*) auch lieber rundliche Autos...ööhm...ja...verlassen wir diese höchst tiefenpsychologische Betrachtung des menschlichen Kaufverhaltens. Die Bewertung fällt mir nicht leicht, einerseits bin ich schon froh wenn die Software nicht abstürzt und der Akku lange hält, auch die kompakte Form an sich finde ich ansprechend, von der erstklassigen Sprachqualität mal ganz zu schweigen. Wäre da nicht diese gar grausame, schwerfällige Winz-Tastatur, die mich schon mehr als einmal beinahe in den Wahnsinn getrieben hätte. Zähle ich die manchmal etwas seltsam anmutende Siemens-Menüstruktur hinzu, kommt am Ende das goldene...pardon!...silberne Mittelmass für des C45 heraus: Bedingte Empfehlung für Puristen und 3 bitterböse SMS-Nachrichten an die Designabteilung ;-)

SoLong

Der Kommunikations-Pharao

Warnhinweis:
Schnellklicker sollen alle livinghandy.de Berichte auswendig lernen und öffentlich, nackt im TV aufsagen müssen...Da schaltet sogar Merkwürden mal RTL 2 ein!

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