Silvercrest 16-1 USB Cardreader Testbericht

Silvercrest-16-1-usb-cardreader
Leider kein Preis
verfügbar
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Erfahrungsbericht von froes

Gebt her eure Karten!

Pro:

Design, Funktionsvielfalt, Preis

Kontra:

W2K nur mit Treiber-CD, ungenügende Schutzhülle

Empfehlung:

Ja

1. Intention

Eine Vielzahl elektronischer Geräte benutzt elektronische Speicherkarten. Dafür haben verschiedene Hersteller Standards etabliert. Aber das Schöne an Standards ist doch immer, dass es so viele davon gibt.
Ich habe bisher immer versucht, Geräte anzuschaffen, die den gleichen Standard verwenden, wie die Geräte, di ich schon habe. Leider ist das nicht immer möglich, da es für bestimmte Gerätetypen nur einen Hersteller gibt, der sich auf einen bestimmten Standard festgelegt hat.
Nicht alle Geräte, die solche Speicherkarten verwenden unterstützen auch die Möglichkeit, über einen USB- oder FireWire-Anschluss darauf zuzugreifen. So wird ein Gerät erforderlich, mit dem man von einem Computer aus auf die Speicherkarten zugreifen kann, um ggf. Daten mit dem die Speicherkarte benutzenden Gerät auszutauschen. So besitzt der GBS Movie Player eine Multi-Media-Erweiterung für den Gameboy Advance (siehe auch meinen betreffenden Bericht) keine eigene Möglichkeit, Dateien auf die durch ihn benutzte Speicherkarte zu bringen.
Mein erster Versuch, meinen Rechner mit der Fähigkeit auszustatten, Speicherkarten lesen und schreiben zu können, schlug leider fehl. Er vertrug sich nicht mit dem FireWire- und USB-Hub mit integriertem Cardreader, den ich installiert hatte um übermäßige Kabellage zu vermeiden. Also doch ein externer Cardreader! Der wäre dann auch an andere Rechner ansteckbar und könnte bei Bedarf zusammen mit einer Speicherkarte die Funktion einer portablen Festplatte oder eines USB-Memory-Sticks übernehmen.


2. Auswahl und Beschaffung

Mein erster Cardreader war eher ein Gelegenheitskauf. Bei Aldi gab es einen 8-1 Cardreader von Tevion für 7,99 EUs. ( http://www.traveler-service.de/front_content.php?&idart=110 )
Ich hatte das Gerät kaum ausgepackt, da erfuhr ich vom Angebot bei Lidl eine Woche später. Der Tevion-Cardreader wirkte irgendwie billig verarbeitet und es fehlen ein Kartentyp. Unterstützt wurden
· Compact Flash Cards Type 1 und 2
· Microdrives
· Smart Media Cards
· Secure Digital (SD)
· Multimedia cards (MMC)
· Memory Stick
· Memory Stick Pro

Der bei Lidl verkaufte 16-1 Cardreader von SilverCrest unterstützte ebenfalls die bei obigem Gerät vermissten xD-Karten und sah nebenbei etwas besser aus. Das Gerät sollte doch etwas Zukunftssicher sein. Was hätte es mir genützt wenn mir künftig z.B. xD gefehlt hätte?
Das war mir die 5 EUs Preisdifferenz wert und ich kaufte den SilverCrest. Vergleichbare Geräte waren im WEB nur wesentlich teurer zu finden.


3. Auspacken

Der Cardreader wird in einer durchbrochenen Pappschachtel geliefert, in der sich ein duchsichtiges Plasteformteil befindet, das den Cardreader von außen sichtbar macht und alle mitgelieferten Teile hält, die da sind
· Cardreader
· USB-Kabel (USB auf mini USB)
· Treiber CD
· Installationsanleitung
· Schutzhülle.
Das Gehäuse des Cardreaders besteht aus silberfarbiger Plaste und besitzt einen langgezogenen Querschnitt mit abgerundeten Seitenkanten. An der Frontseite befinden sich vier zum Teil etwas unregelmäßig geformte Schlitze für jeweils einen Hauptkartentyp.
Auf der Oberseite ist ein Verzierungselement in Form eines „X“ aus schwarzer Plaste mit Gitterstruktur angebracht. Die obere und untere Aushöhlung des „X“ sind mit durchsichtiger Plaste verkleidet. In der rechten unteren Ecke der Oberseite befinden sich zwei LEDs und auf der Rückseite die Mini-USB-Buchse. Das Gerät sieht durch die Verzierungen recht gefällig aus.
Lediglich kleine Füße aus Gummi, Silikon oder weicher Plaste auf der Unterseite habe ich vermisst. Da wird sich wohl irgendwann das Gehäuse abschleifen und die Grundfarbe des Gehäusematerials sichtbar werden!


4. Inbetriebnahme

Zur Inbetriebnahme unter Windows XP (und auch Windows ME) gibt es nicht viel zu schreiben. Wird der Cardreader bei laufendem System an den USB (2.0 oder 1.1) angesteckt, erkennt ihn Windows automatisch und installiert die eigenen Treiber. Eine zusätzliche Stromversorgung ist nicht erforderlich.
Daraufhin werden vom Explorer vier neue Laufwerke angezeigt.
Unter älteren Windows-Versionen, zu meinem Erstaunen auch Windows 2000, müssen Treiber installiert werden. So hatte ich mir das eigentlich nicht gedacht. Windows 2000 gehört zu meinen möglichen Zielsystemen und nun müsste ich die Treiber-CD mit mir herum tragen!
Zum Glück (in diesem einen Fall) habe ich für meinen Firmen-Rechner auch XP verordnet bekommen. So kann ich damit in den meisten Fällen auskommen.
Einen Vorteil bietet die Installation der Treiber. Es werden für die vier neuen Laufwerke eigene Icons angezeigt und nicht die für Standard-Wechsel-Medien.
So kann auch die Installation auch für XP und ME durchgeführt werden, um diese Icon angezeigt zu bekommen. Wenn man das braucht?


5. Betrieb

Ich habe den Cardreader nicht ständig mit meinem Rechner verbunden, sondern stecke ihn nur bei Bedarf an das freie herumliegende Kabel mit Mini-USB-Stecker an, welches in anderen Fällen von Video-Kamera oder Fotoapparat benutzt wird. Zuvor beschicke ich den Cardreader mit der betreffenden Speicherkarte. Das macht sich so bequemer.
Nach dem Anstecken werden unter Windows die vier Laufwerke angezeigt und eine der beiden LEDs auf der Oberseite leuchtet rot. Jetzt sollte man wissen welches Laufwerk für welchen Kartentyp steht oder die zusätzlichen Icons installiert haben. Bei Auswahl eines falschen Laufwerkes wird man aufgefordert, ein Speichermedium einzulegen. Das ist zwar lästig, aber nicht weiter dramatisch. Ich habe inzwischen gelernt, dass der von mir am häufigsten verwendete Kartentyp im zuerst angezeigten Laufwerk angesprochen wird.
Wozu braucht man eigentlich vier angezeigte Laufwerke? Der Cardreader verfügt über vier Slots, kann also vier verschiedene; die Betonung liegt auf verschiedene; Karten aufnehmen und auf alle gleichzeitig zugreifen. Soll nun zwischen einzelnen Karten hin- und herkopiert werden, kann dies direkt geschehen und es muss kein Zwischenspeicher wie z.B. die Festplatte verwendet werden. So könnte ich direkt von meiner CF-Karte auf meine SD-Karte kopieren.
Die Zugriffe auf beide von mir verwendeten Kartentypen funktionieren problemlos. Da ich bei beiden Typen keine besonderen Ansprüche an die Geschwindigkeit gestellt habe und nur Standard-Typen verwende, sind die Zugriffsgeschwindigkeiten der Speicherkarten selbst geschwindigkeitsbestimmend und liegen weit unter der mit USB 2.0 möglichen Geschwindigkeit.
Während des Zugriffs auf Dateien blinkt die zweite LED auf der Oberseite des Cardreaders.
Speicherkarten sollte man nicht ziehen solange auf Dateien zugegriffen wird. Am sichersten ist es, gleich das ganze USB-Gerät abzumelden. Hat man mehrere USB-Geräte ist der Cardreader leicht zu finden, weil gleich vier Laufwerke auf einmal angezeigt werden. Das Abmelden wird unter Windows empfohlen und ist schnell mit dem Icon im System-Tray möglich. Meldet man das Gerät nicht ab und entfernt es, beschwert sich Windows darüber. Sollte noch irgend ein Zugriff erfolgen meldet Windows das Gerät gar nicht erst ab. So werden Beschädigungen an Dateien vermieden. Nach dem erfolgreichen Abmelden erlöschen alle LEDs auf der Oberseite des Cardreaders und dieser kann vom USB-Kabel getrennt werden.

Für den Transport besitzt der Cardreader eine kleine Hülle aus einer Art Kunstleder. Dort passt aber nur der Cardreader selbst und nicht das Kabel hinein. Eine etwas größere Hülle, besser noch ein Etui wäre angebrachter, wenn man den Cardreader auch unterwegs benutzen möchte und keinen anderen festen Platz für USB-Kabel hat.
Zusammen mit einer Speicherkarte wäre der Cardreader auch als übergroßer USB-Memory-Stick einsetzbar. Dabei könnte man sich das Speichermedium des Kartentyps aussuchen, der am günstigsten erhältlich ist.

6. Handbuch

Von einem Handbuch kann man bei dem mitgelieferten Heftchen nicht reden. Es gibt lediglich eine je zweiseitige Installationsanleitung in elf Sprachen.
Technische Details oder Nutzungshinweise fehlen.


7. Der Hersteller

Der Hersteller oder besser Marken-Inhaber, SilverCrest, hat es sich auf die Fahne, oder besser auf die WEB-Seite, geschrieben, eine neue LIDL Qualitätsmarke zu sein.
Er ist unter www.mysilvercrest.de zu finden und vertreibt vorwiegend Computerzubehör und -peripherie.


8. Zusammenfassung und Allgemeines

Mit dem SilverCrest Cardreader erhält man recht preiswert ein Gerät mit großer Anzahl unterstützter Typen und einem ansprechenden Design.
Als einzige aber mich nicht wirklich störende Mängel würde ich die Transporthülle und die fehlende Gummifüße sehen.
Ich spreche dem Gerät hiermit meine Empfehlung aus.


© 2005 by froes

Ich danke allen, die es bis hierher geschafft haben und bitte um eine wohlwollende Bewertung.

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