Sim City 4 (Management PC Spiel) Testbericht

Sim-city-4-management-pc-spiel
ab 34,46
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Erfahrungsbericht von Patrick0162

SM4

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Inhalt

Sind Sie auch unzufrieden mit der Regierung? Zu hohe Steuern, zu

wenig Lebensqualität? In „Sim City 4\" haben Sie endlich Gelegenheit zu zeigen, dass Sie es viel besser können. Sie haben natürlich auch die ebenfalls einmalige Möglichkeit zu merken, was Regieren manchmal für ein mieser Job ist. Sie müssen es allen Recht machen, dürfen nicht zu viel Geld

ausgeben. Und: Egal, was Sie entscheiden, alle nörgeln. Morgens steht der Polizeichef da und will mehr Leute, mittags klagt der Feuerwehrhauptmann, er habe zu wenig Wagen, und abends dreht der Boss vom E-Werk den Strom ab, um die Turbinen zu schonen.

Wenn Sie schon frühere Versionen von Sim City gespielt haben, dürfte Ihnen vieles bekannt vorkommen. Sie starten in einer leeren Landschaft und müssen dort eine funktionierende Stadt errichten. Wie Sie das anstellen, bleibt Ihnen überlassen. Da aber ohne Strom in
einer modernen Stadt nicht viel geht, fängt der kluge Stadtpianer mit einem Kraftwerk an. Sie können wählen zwischen einem kleineren und die Umwelt schonen-deren Gaskraftwerk oder einem rußenden Kohle-Schlot, der dafür aber mächtig Strom raushaut. Dann gilt es, ein Straßenraster zu errichten und die passenden Gebiete festzulegen: Industrie, Gewerbe und Wohnen. Wie jeder gute Stadtplaner muss auch der PC-Bürgermeister darauf achten, die Wohngebiete nicht zu dicht an den Industrie-Schornsteinen anzusiedeln. Neben einer stinkenden Fabrik will wie im wirklichen Leben auch in der Sim-Stadt niemand gerne wohnen, und solche Viertel bleiben daher auch unterentwickelt.
Mussten Bürgermeister in früheren Versionen des „Plan-Spiels\" noch darauf achten, über jede Straße eine Stromleitung zu legen, da das betreffende Gebiet sonst nicht versorgt war, besteht nun nicht mehr die Gefährlich in Oberleitungen zu verheddern. Angrenzende Gebiete stehen automatisch unter Strom, der unsichtbar unterirdisch fließt. Leitungen werden von alleine verlegt. Haben Sie die ersten Flächen zur Besiede-lung freigegeben, dauert es auch nicht mehr lange, bis die ersten „Sims\", wie die Bit-Bürger genannt werden, eintrudeln. Fabriken werden gebaut, Tankstellen, Pizza-Läden, kleine Bürogebäude und Wohnhäuser. Wo welche Läden entstehen, steuern Sie über die Art der Gebietsfestlegung: Es gibt schwach, normal und stark bebaute Gewerbegebiete. Kleine Läden beispielsweise bauen die Sims in den schwach bebauten

Gebieten. Zu Beginn der Besiede-lung ist alles noch eher beschaulich, die Stadt wächst in die Breite, denn Platz auf dem Spielfeld ist ja erstmal genug vorhanden.
Doch es dauert nicht lange, und das Gemaule der Sims geht los. Entsprechende Nachrichten erscheinen in einem kleinen Fenster am unteren Bildschirmrand. Positive Botschaften sind in beruhigendem Grün gehalten, neutrale erscheinen schwarz und negative in Alarmrot. Gibt es ein besonders dringendes Problem zu lösen, blinkt der Nachrichten-Text hektisch auf.
Und was wollen die Sims von Ihnen? Eine Polizeistation, eine Feuerwehr, medizinische Versorgung, Schulen und vor allem breitere Straßen. Als weises Stadtoberhaupt, das die Wünsche der Bevölkerung nicht ignorieren will, nehmen Sie sich die Forderungen zu Herzen und statten die Stadt mit den gewünschten Einrichtungen aus. Die Anschaffungskosten sind größtenteils erfreulich niedrig, und Sie haben zu Beginn in der Stadtkasse ja auch satte 100 000 Sim-Taler vorgefunden, die erstmal ausgegeben sein wollen. Der Geld-Schock kommt dann, wenn die Stadtkämmerin mit einem nervösen Zucken des Kopfes Ihnen die ersten Monatsabrechnungen vorlegt. Da merken Sie,dass die laufenden Kosten Ihrer Wohltaten schnell die Einnahmen durch Steuern übersteigen. Ein Ausbluten der Stadtkasse ist dann nur noch eine Frage der Zeit.
Um die Finanzsituation zu verbessern, legen Sie weitere Gebiete fest, in denen sich noch mehr Steuerzahler ansiedeln können. Gleichzeitig drehen Sie an der Steuerschraube, um die Einnahmesituation zu verbessern. Aber wenn mehr Bürger in der Stadt wohnen, müssen auch die Kapazitäten der öffentlichen Einrichtungen der steigenden Bevölkerungszahl ange-passt werden. Das entwickelt sich schnell zum Teufelskreis, gerade wenn Sie auch noch Kredite aufnehmen, die natürlich auch monatlich abgezahlt sein wollen.
Und die Bürger haben weitere Forderungen an Sie: eine funktionierende Versorgung mit Trinkwasser, die Müllbeseitigung, Bibliotheken, ein Stadion, öffentliche Verkehrsmittel, weiterführende Schulen, Hochschulen -die Liste ließe sich lange fortsetzen. Und mit jeder Neuanschaffung wachsen die monatlich zu entrichtenden Kosten weiter an. Viele Planer werden von der ständigen Finanznot erst in die Verzweiflung und dann in zweifelhafte Gesellschaft getrieben. Stecken Sie mitten in den roten Zahlen, bietet die Armee Ihnen nämlich „großzügig\" an, Ihnen monatlich Geld zuzuschießen. Natürlich nur, wenn Sie dafür Ihre Zustimmung zur Errichtung eines Raketentestgeländes und eines Stützpunktes erteilen.Beide Einrichtungen sind Ihren Sims sprichwörtlich „so beliebt wie Fußpilz\". Schnell fangen die elektronischen Stadtbewohner an, Demonstrationen vor den Toren der Armee-Objekte zu organisie-ren.Die Armee bringt zwar Geld in die Kasse, aber auch jede Menge schlechte Stimmung in die Stadt.
Läuft in Ihrer Metropole irgendwann alles halbwegs rund, kündigt sich erst per schwarzer und dann per rot-blinkender Nachricht weiteres Unheil an: Ihr

fast nagelneues, erst vor 50 Jahren erbautes Kraftwerk wird schwächer und droht bald den Geist aufzugeben. Eines ist klar: Das kostet wieder. Auch andere Einrichtungen sind irgendwann verschlissen und müssen teuer ersetzt werden.
In der ganzen Zeit können Sie beobachten, wie Ihre Stadt gleichmäßig wächst - wenn Sie alles richtig machen.Wer Sim City kennt, wird sich an dem stetigen Bevölkerungswachstum erfreut haben, weil es Geld in die Kassen spülte. Bei „Sim City 4\" sind die Bürger aber viel wählerischer geworden, und verlassen bei zu hohen Steuern fluchtartig Ihr mühsam errichtetes Gemeinwesen. So „zersetzendes\" Verhalten reißt natürlich wieder tiefe Löcher in die Stadtkasse.
Um Ihren Bürgern noch genauer in die Seelen zu schauen, können Sie jetzt auch eigene, mit Namen und Mini-Persönlichkeit ausgestattete Sims erzeugen und in die Stadt einziehen lassen. Diese Neu-Bürger halten Sie regelmäßig und detailliert über Stimmungen, Ereignisse und Probleme auf dem Laufenden. Und sollten Sie gar das Spiel „Die Sims\" haben, können Sie dort erschaffene Figuren in Ihre neue Stadt einziehen lassen. Das heißt: Sie müssen die „Die Sims\" installiert haben, dann sucht Sim City 4 nach diesen von Ihnen erstellten Sims und siedelt sie automatisch in der Stadt an. Dort verhalten sich diese Zuzügler genauso wie die direkt in Sim City 4 erschaffenen Bewohner - und lassen sich eingehend nach Wünschen, Problemen und Bedürfnissen befra-

gen. So wird Ihnen, dem Bürgermeister, beispielsweise mitgeteilt, wenn in der Nachbarschaft eine Schule fehlt. Sie können bis zu fünf „eigene\" Sims in Ihrer Stadt wohnen lassen - das bringt endlich richtig viel Leben ins Spiel.
Die Planung einer Stadt ist in Sim City 4 ein ständiger Balanceakt zwischen Reichtum und Ruin. Selbst kleine Fehlentscheidungen können am Ende katastrophale Folgen haben. Und es bleiben auch bei halbwegs erfolgreichen Stadtplanern meistens bohrende Fragen: Warum brennt es immer dort, wo keine Feuerwache ist? Warum fallen Wassertürme gerade dann aus, wenn das Wasser knapp ist? Und warum werden auf freien Grundstücken partout keine Häuser gebaut?
Wer möchte, kann nicht nur in die Rolle des Bürgermeisters, sondern sogar die eines „Stadtgottes\" schlüpfen. Das fängt bei der Gestaltung der Stadtlandschaft an. Da lassen sich Berge auftürmen und tiefe Schluchten ausheben -ganz, wie es Ihnen passt. Aber Vorsicht: Je komplizierter ein Gelände angelegt ist, desto schwieriger gestaltet sich meist auch die erfolgreiche Planung der Stadt.
Fertige Städte können Sie von himmlischen Plagen wie Wirbelstürmen oder Meteorschauern heimsuchen lassen. Als Stadtgott sind Sie in der Lage, Ihr Werk völlig von der Landkarte zu tilgen.
Neben der völlig freien Neuanlage von Städten lassen sich auch Regionen mit realen Vorbildern wie Berlin, London, New York oder San Francisco nach eigenen Ideen fortentwickeln. Und wer über einen Zugang zum Internet verfügt, kann Städte mit anderen Sim-City-Bürgermeistern tauschen.

Bedienung

Sie planen und bebauen Ihre komplette Stadt per Mausklicks. Die Menüs sind, auch im Vergleich zum Vorgänger-Spiel, aufgeräumt und sehr logisch. Auf viele Elemente, die etwas anzeigen, können Sie klicken und das Angezeigte beeinflussen. Klicken Sie beispielsweise auf die Berechnung der Steuereinnahmen, kommen Sie in ein Menü, in dem Sie die Steuern erhöhen oder senken können.

Urteil

Mit Sim City 4 ist dem Hersteller eine hochkomplexe Stadtsimulation gelungen. Die Optik ist stellenweise sehr realistisch,die Städte werden sehr groß. Der Aufbau und die Planung einer Metropole ist von einer Fülle von Faktoren abhängig. Das stellt auch versierte PC-Bürgermeister vor schwierige Aufgaben und wird eigentlich nie langweilig. Aber: Das Spiel ist absolut amerikanisch gestrickt. Wer einmal mit dem Flugzeug in den USA gelandet ist, weiß, dass Sim-Städte tatsächlich so ausse-

hen wie US-Metropolen aus der Luft. Schachbrettartig angeordnet, viele flache Gebäude rings um die Wolkenkratzer im Stadtzentrum. Und amerikanisch ist beispielsweise auch der öffentliche Nahverkehr, denn die Sims brauchen ihn anscheinend nicht. Der einzige Bus, in den ein Sim einsteigt, ist der Schulbus. Sobald der Sim älter ist, setzt er sich hinters eigene Steuer und lässt die Haltestelle links liegen.Spieler,die ein dichtes Netz an Nahverkehrsmitteln stricken, werden vom Spiel belehrt, dass die Haltestellen nicht genutzt werden. Andere Verkehrsmittel, wie U-Bahnen, können auch gebaut werden,
verlangen nicht danach. * Nervig wird Sim City 4 manchmal, wenn es dem Spieler etwas mitteilen will. Reichen die Nachrichten nicht aus, greift das Spiel auch zu drastischeren Mitteln. Haben Sie beispielsweise in einem Stadtteil keine Feuerwache, brennt es dort plötzlich alle paar Minuten. Mit Realismus hat das leider nichts mehr zu tun, denn natürlich wird die Brandgefahr nicht allein deshalb größer, weil es keine Feuerwachen gibt. Bauen Sie schnell eine, hören die Zündeleien an Ihren Häusern auf.
In anderen Dimensionen ha
ben die Programmierer offen
sichtlich auch in Sachen Hard
ware gedacht. Bei größeren Städ
ten geraten selbst nagelneue urTd
sehr leistungsfähige Computer so
ins Stottern, dass ein halbwegs
flüssiges Spielen nur noch bei
stark herunter gesetzten Grafik-
Details möglich ist. Wie die Min
destanforderung „P3/500-Mega-
hertz-Prozessor\" den Weg
auf die Spiele-Packung gefunden
hat, ist der Redaktion ein Rätsel.
Damit lassen sich höchstens Dör-
fer bauen, aber dann müssteesja
„Sim Kuhkaff\' heißen. Fazit: Wer
über leistungsfähige Hardware
und Geduld verfügt, kann sich mit
einem faszinierenden, optisch
hochklassigen Spiel vergnügen.
Das treibt einen schon mal in die
Verzweiflung, aber ebenso
schnell wieder an den PC, um es
noch einmal zu versuchen. Das
Spiel ist einfach„gut\".

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