Sim City 4 (Management PC Spiel) Testbericht

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ab 34,46
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Erfahrungsbericht von Holgiwood

Besuchen sie Holgiwood!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Keine Frage... passend zu meinem Nickname gibt es natürlich auch immer den Ort dazu – wenn auch nur virtuell. Denn Holgiwood existiert natürlich nicht in echt sondern nur in der Miniwelt von SimCity. Das war schon bei den Teilen mit den schlagkräftigen Titeln SimCity 2000 und SimCity 3000 so, ergo musste ich auch versuchen besagten Ort bei SimCity 4 zu erschaffen. Doch vor der Freude steht erst mal die Arbeit an. Also Spiel kaufen und installieren. Wie das kaufen geht muß ich jetzt ja hoffentlich nicht erklären. Und die Installation erledigt sich auch fast von alleine. Die heutigen Programmieren denken schliesslich daran das auch Leute wie ich potentielle Käufer sind und versuchen daher mache Dinge möglichst einfach zu gestalten (es wissen immerhin ja auch ganz viele Leute nicht was beispielsweise Strg auf der Tastatur bedeutet... aber egal).

Nachdem ich das Spiel (2 CD´s) auf die Festplatte gebracht habe (benötigt knapp 990 MB davon!) kann es eigentlich auch schon losgehen. Benötigt werden übrigens ein PC mit Win 98 oder höher, 8fach CD-ROM-Laufwerk, 16 MB Grafikkarte, 3D Beschleuniger Direct 3D, DirectX 7.0 und passende Soundkarte, Tastatur und Maus. Man benötigt natürlich auch einen Prozessor und Speicher, aber dazu später mehr.

Nach dem Start kann ich (wie ich feststellen durfte) sofort meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Gott spielen! Hach macht das Spaß..... endlich mal wieder Land erschaffen, Gebirge plattbügeln..... einfach toll sowas. Aber auch nicht Abendfüllend. Ich entscheide mich natürlich wieder für die klinisch platte Ebene Marke Amiland. Das passt nun mal am besten zu diesen Linealgezogenen Strassenzügen von SimCity. Denn im Gegensatz zur Realität gibt es keine Häuser in spitzen Strassenwinkeln. Auch sind Gebäude immer schön flach an den Boden gekuschelt, nie erhebt sich mal eine Villa an einem Hügel. Alles halt sehr hübsch und aufgeräumt..... geradezu klinisch!

Nachdem ich meine Landschaft gestaltet habe kommt man zum eigentlichen Spiel. Wobei es sich hier um kein Spiel im normalen Sinn handelt. Es gibt kein konkretes Ziel. Man baut drauflos soviel und solange man mag. Nun sitze ich also vor meinem Rechner und schaue auf meine platte Rasenfläche (übrigens kann man jetzt selber Nachbarstädte bebauen. Die Gebiete sind in Rechtecke drei verschiedener Grössen gegliedert. Anfänger sollten erst mal das Tutorial nutzen und sich dann auf ein kleines Rechteck zum üben beschränken), auf welcher sich noch nichts befindet. Das muß ich natürlich ändern. Schnell kaufe ich für die notwendige Energie ein Kraftwerk welches ich am Gebietsrand platziere und dazu noch eine Wasserpumpe mit dazugehörenden Leitungen. Ein kleines Stückchen neben dem Kraftwerk entsteht eine Mülldeponie, somit ist das wichtigste erst mal vom Tisch. Nun kann ich mich auf die Gebiete stürzen. Hier wählt man zwischen Industrie, Gewerbe und Wohnflächen. Die Preise schwanken je nach gewünschter Bebauungsdichte. Im Gegensatz zu den Vorgängern werden Anliegerstrassen automatisch erstellt. Nachdem ich auch das erledigt habe kommt erst mal der Moment des Wartens. Nach und nach ziehen mehr Leute nach Holgiwood.... Es entstehen kleine Häuser, Büros und Fabriken. Dann geht es los... Die Leute wollen Schulen, weil sie sich dumm fühlen.... Na ok, baue ich doch.... oh, was wird gewünscht? Feuerwehr? Kein Problem! Hier noch ein Park....... und schon........ bin ich Pleite!

Das war ein geradezu schockierender Moment für mich! Also fing ich noch mal von vorne an, immerhin kannte ich ja die Vorgängerspiel..... und ging wieder baden. Dann halt noch mal, und noch einmal..... und irgendwann lief es auch besser. Ab und an bekommt man bei schlechter Finanzlage Hilfe geboten. Beispielsweise möchte ein Raketentestgelände in den Ort ziehen. Sowas bringt gutes Geld, aber oft auch Gefahren. Aber die Kohle zählt mehr. Nach und nach wächst Holgiwood (man kann den Orten natürlich eigene Namen geben. Ganz nach Wunsch!) immer weiter heran. 5000 Einwohner, Tendenz steigend! Da freut sich natürlich das Spielerherz. Doch diese Freude ist nicht unbedingt für die Ewigkeit. Und hier komme ich nun auch zum Thema Prozessor und Speicher. Laut Packung benötigt man mindestens einen P III mit 500 Mhz und 128 MB RAM Speicher. Ob die Hersteller das Spiel mit dieser Minimalkonfiguration getestet haben möchte ich mal wirklich bezweifeln. Denn damit werden die vermutlich nicht einmal bis zum Start gekommen sein. Mein Rechner hat 1000 Mhz und 256 MB RAM, und was soll ich sagen... je mehr Einwohner mein Städtchen bekommt desto lahmer wird alles. Leute mit maximal 800 Mhz brauchen gar nicht groß daran denken 30000 Einwohner zu haben. Vorher sind sie vermutlich am Rechner verstorben. Dieses ganze Spiel ist entgegen den Packungsangaben so Rechenintensiv das man manchmal vor Frust das Spiel aus dem Fenster schmeissen möchte. Bisher waren die Anforderungen für Wirtschaftssimulationen ja eher genügsam. Die Grafik ist zwar nett, aber Anno 1503 hat auch eine schöne Grafik ohne das man gleich einen P4 mit mindestens 2 Ghz dafür benötigen würde. Einen solchen Hardwarehunger kennt man sonst eher nur aus dem Actionbereich.

Die Grafik selbst ist wie gesagt nett. Man kann diesmal auch wechselnde Tageszeiten anwählen, dann leuchten Nachts Strassenlaternen und einige Fenster. Wichtiger Faktor ist aber eher die Infrastruktur der Stadt. Probleme wie Staus und Luftverschmutzung, Bildungsnotstand und Verbrechen gilt es zu beseitigen. Wichtigste Einnahmequelle sind die Steuern. Aber bei zu extremen Steuersätzen fliehen die Einwohner aus dem Städtchen. Halt alles so ein wenig wie in echt. Die Gebäude sehen allerdings eher amerikanisch aus. Schöne Altstadtbereiche wie man sie in Deutschland findet (sowas wie Goslar, Nürnberg etc.) sucht man hier vergebens. Es gibt keine netten verwinkelten Innenstädte mit Fußgängerzonen. Schade eigentlich, denn das wäre eine optische Bereicherung gewesen. Ab und zu gibt es allerdings für bestimmte Zwischenziele (Einwohnerzahl in Höhe xxxx usw.) kleine „Belohnungen“, manche gratis und andere für viel Bares! Auch Sehenswürdigkeiten wie das Empire State Building kann man für sehr viel Geld erwerben. Das sollte man sich dann vorher sehr genau überlegen. Denn solche Dinge wie auch Kraftwerke, Schulen etc. kosten nämlich laufenden Unterhalt. Und so gerät man schneller als man es bemerkt in der Pleitenfalle!

Soviel mal allgemein (aus meiner Sicht) zum Spiel.
Ich persönlich finde SimCity 4 durchaus gelungen, aber......
Tja, nicht alle haben den dafür passenden Superrechner daheim stehen. Und extra für ein Spiel bin ich auch nicht bereit (oder in der Lage) mal so locker 1000 bis 1500 Euro aus dem Ärmel zu schütteln um den passenden PC zu erwerben. Man kauft ja auch kein Auto für 50 Cent um dann zu merken das die Reifen 30000 Euro kosten. Da hätte Maxis (der Spieleentwickler) ruhig ein wenig harmloser zu Werk gehen können. Denn gerade Wirtschaftssimulationen werden ja auch sehr gerne von Gelegenheitsspielern gekauft, welche mal zwischen Word und Email mal eine Runde daddeln möchten. Und das können in dem Fall viele vermutlich vergessen. Die Spielidee selbst ist natürlich nicht neu, immerhin ist es ja bereits der vierte Aufguss. Eine nette Idee ist es das der Spieler eigene Musik als MP3 in ein Verzeichnis kopieren kann um sie währen des Spiels zu hören. Aber auch hier Vorsicht bei zu geringen Prozessor und Speicher! Das Spiel kostet so 45 bis 50 Euro. Was gänzlich fehlt ist sowohl ein Editor um eigene Dinge zu erstellen (Gebäude etc.) als auch Szenarios.

Es gibt also nur die Möglichkeit freies Spiel ohne Ziel für Leute mit einem sehr neuen Computer welche die vierte Auflage eines alten Spielsystems haben wollen. Aus dieser Sicht betrachtet finde ich den Preis dann allerdings ziemlich happig!
Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten, des hohen Hardwarehungers und des teils extremen Schwierigkeitsgrades für ein quasi nur Runderneuertes Spielemodel kann ich allerdings nur eine durchschnittliche Bewertung geben. Sorry Maxis, aber das hättet ihr besser machen können.

PS: Diesmal wurde Holgiwood leider nur eine kleinere Stadt!

PPS: Empfehlenswert würde ich sagen Jain, ich klicke hier aber wegen fehlender Möglichkeit mal Ja an. In diesem Fall allerdings halt Ja mit Einschränkungen!

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