Belladonna (Taschenbuch) / Karin Slaughter Testbericht

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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983

+++ Er machte seine Opfer mit Belladonna gefügig... +++

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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Allgemeines
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Bis vor kurzem war mir der Name der Newcomerin Karin Slaughter vollkommen unbekannt. Meine Wunschliste zu Weihnachten war eigentlich schon zusammengestellt, als mir meine Mutter ein Prospekt der Buchladenkette „Buchhabel“ in die Hand drückte. Ich solle doch noch ein bisschen stöbern. Eben nicht im Laden, sondern im Prospekt. Die meisten Bücher kannte ich entweder schon, da sie sich entweder auf meine Liste oder bereits in meinem Bücherregal befanden – oder sie sagten mir schlechtweg nicht zu. Dann entdeckte ich „Vergiss mein nicht“ von Karin Slaughter. Da ich mir die gebundenen Ausgaben nicht immer leisten kann, beschloss ich nach kurzer Inspektion des Inhalts das Buch auch noch auf meine Liste zu setzen. Eigentlich dachte ich, es würde sich um ihren ersten Roman handeln. Doch dann nahm die Autorin in „Vergiss mein nicht“ Bezug auf vergangene Ereignisse und schon war mir klar, dass eine Reihe nicht so anfangen konnte. Es musste also noch mehr Lesefutter von ihr erhältlich sein. Also informiere ich mich über das Internet und stieß auf „Belladonna“. So bald wie möglich wollte ich es mir zulegen. Am Fastnachtsdienstag las ich „Vergiss mein nicht aus“ und wollte mich direkt im Anschluss dem Vorgänger widmen. Doch die Bahnhofsbuchläden in Darmstadt führten das Buch nicht – und alle anderen Geschäfte waren an diesem Tag geschlossen. Also musste ich mich etwas gedulden. Als ich dann von Gips und Erkältung wieder befreit, vergangene Woche endlich wieder an der Uni war, entdeckte ich den Thriller in dem dortigen Buchladen. Die vergangenen drei Tage habe ich mit Lesen verbracht und habe das Buch vorhin beendet – mit ganz frischen Erinnerungen präsentiere ich euch also meinen Bericht…

Ob ich mit „Belladonna“ genauso viel Glück hatte wie mit „Vergiss mein nicht“ erfahrt ihr dann weiter unten. Zunächst bekommt ihr von mir eine Kurzübersicht über den Inhalt des Buches, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt ein wenig näher über diesen sowie die einzelnen Charaktere informieren könnt. Ich hoffe jedenfalls, dass euch mein Bericht gefällt und freue mich über eure Bewertungen sowie Kommentare. Und natürlich freue ich mich immer wieder hören, wie euch eventuell dieses Buch gefallen hat. Scheut euch also nicht vor Rückmeldungen.



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Kurzinhalt
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Sibyl Adams wird ermordet auf der Behindertentoilette gefunden. Ihr wurde ein Kreuz in den Bauch geschlitzt und anschließend wurde sie brutal vergewaltigt. Von dem Täter fehlt jede Spur, doch dann verschwindet ein weiteres Mädchen. Sucht ein Serienmörder Grant County heim?



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Inhalt
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Dr. Sara Linton, Kinderärztin und zudem Leichenbeschauerin in Grant County, wollte gemütlich mit ihrer Schwester Tessa in einem Bistro zu Mittag essen. Zwischendurch begibt sich Sara kurz auf die Toilette. Da sie mit dem hygienischen Zustand der übrigen Toilettenkabinen nicht zufrieden ist, möchte sie ausnahmsweise die Behindertentoilette benutzen. Dort findet sie die sterbende Sibyl Adams. Sibyl ist seit einem Unfall in ihrer Kindheit blind, schaffte es aber, sich ein eigenes Leben mit ihrer Lebensgefährtin Nan Thomas aufzubauen und unterrichtete am College. Jemand hat ihr ein Kreuz in den Unterleib geritzt und sie anschließend brutal vergewaltigt. Saras Rettungsversuche kommen zu spät. Sibyl stirbt kurze Zeit später in ihren Armen.

Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann, dem Polizeichef Jeffrey Tolliver, nimmt Sara geringe Zeit später eine erste Begutachtung der Leiche und des Tatortes vor. Von dem Täter fehlt jede Spur. Keiner der Gäste hat etwas gesehen. Nun wird es aber Zeit, Lena Adams, die grausame Wahrheit über ihre Schwester beizubringen. Lena, die Mitglied von Tollivers Polizeitruppe ist, ist fest entschlossen, den Mörder ihrer Schwester hinter Gittern zu bekommen. Während sie noch ein paar Untersuchungen an dem College, an dem Sibyl lehrte, anstellen, erfahren sie, dass eine Studentin verschwunden ist. Es scheint, als ob ein Serienmörder Grant County heimsucht. Kurze Zeit später taucht die verschwundene Studentin auf dem BMW von Sara auf, als diese wegen eines Notfalls im Krankenhaus ist. Sie ist schwer verletzt und steht unter Einfluss von Belladonna. Ein Gift, das man auch bei Sibyl fand. Der Mörder scheint Sara seine Opfer präsentieren zu wollen. Vor zwölf Jahren geschah etwas sehr Schreckliches in ihrem Leben. Sollen die gegenwärtigen Ereignisse etwa im Zusammenhang mit den Morden stehen?



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Meine Meinung
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Ich brauchte seltsamerweise drei Tage für das Buch – was aber bestimmt nicht daran lag, dass es nicht spannend war. Das Gegenteil ist eher der Fall. Aber ich hatte leider zuviel zu tun und war abends dann oft noch zu müde, um die Augen offen zu halten. Ich wollte in diesem Zustand die Seiten ja auch nicht überfliegen, sondern das Buch vielmehr in vollen Zügen genießen. Und das sollte man besser in richtig wachem Zustand tun. Die ersten zweihundert Seiten dreht sich das Geschehen ausschließlich um die ermordete Professorin Sibyl Adams und die Auswirkungen des Todes auf ihre Familie, nahe Angehörige und überhaupt die gesamte Stadt. Es werden Ermittlungen angestellt, dutzende Befragungen durchgeführt und letztendlich findet man doch keinen Verdächtigen. Neben dem Mord hört sich das eigentlch langweilig an? Die Schilderung vielleicht, aber nicht das, was Karin Slaughter daraus machte. Der Klappentext versprach dem Leser einen Serienmörder und von daher kann man die drohenden Ereignisse ahnen. Aber wirklich nur erahnen, denn die Grausamkeit, die hinter den Morden steckt, übersteigt doch alles Denkbare. Aber nun zunächst zurück an den Anfang des Romans. Der Roman wird schließlich nach den genannten zweihundert Seiten zu einer wahren Achterbahnfahrt des Schreckens. Wer Bücher von Tess Gerritsen und Mo Hayder gelesen hat, kann sich ausmalen, was ihn erwarten wird. Empfindliche Personen sollten von diesem Buch aber Abstand nehmen. Sehr nah gingen mir auch die Schilderungen der Kreuzigung und des Missbrauchs der Opfer. Sehr detailreich beschreibt Karin Slaughter auch diese Stellen, so wie bereits erwähnt die Kreuzung oder auch die Vorgehensweise von Sara bei medizinischen Untersuchungen. Und dabei geht es meistens sehr blutig ab. Wer damit also nicht umgehen kann, sollte sich eher für eine andere Art der Lektüre entscheiden.

Ich war zudem in der Position, bereits das zweite Buch gelesen zu haben. Das geschah eher irrtümlich, da ich wie bereits oben geschrieben, eine Anzeige davon sah. Und irrtümlich ging ich davon aus, dass es Karin Slaughter erster Roman sei. Der Irrtum stellt sich aber schon alsbald bei der Lektüre heraus. Oft genug bezieht sie sich auf den ersten Roman und dies im Hinblick vor allem auf die Figur der Lena Adams, die mit ihrem Trauma zu kämpfen hat. Geschickt macht die Autorin damit auch gewissermaßen Werbung für ihr erstes Buch. Genauso geschickt versteht sie es aber nicht zuviel von der Geschichte vorwegzunehmen. Und vor allem den Namen des Mörders nicht zu erwähnen. Dieser ist übrigens die große Überraschung gegen Ende von „Belladonna“. Man bekam nie wirklich einen Verdächtigen präsentiert, sondern alles konzentrierte sich auf die beiden ersten Opfern und die verschwundene Lena Adams sowie das Trauma aus Sara Lintons Vergangenheit. Etwa vierzig Seiten vor Ende ist dem Leser schlagartig klar, wer hinter den Entführungen, Schändungen und Morden steckt. Kein spannendes Rätselraten? Doch, das ist durchaus vorhanden. Zumal Karin Slaughter den Leser kaum zu Atem kommen lässt. Kaum ist man zu der Überzeugung gelangt, nun könnte man das Buch aus der Hand legen, geschieht wieder etwas Spannendes und vor allem Unvorhergesehenes. Ich las das Buch heute auf der Hin- und Rückfahrt nach Mainz zu Ende. Ich musste mich bei meiner Ankunft in Mainz dann wirklich zwingen, mich auf meinen Kurs zu konzentrieren und nicht etwa heimlich unter der Bank zu lesen. Aber wer eine fleißige Juristin ist, widersteht der Versuchung ;-).

Man könnte sich aber fragen, warum Karin Slaughter soviel von der Vergangenheit Saras präsentiert. Ich kann nur sagen, dass es dafür einen vernünftigen Grund gibt. Und der liegt keinesfalls nur darin, dass die Hauptfigur für den Leser interessanter erscheinen soll, sondern auch in der Lösung des Falles. Diesbezüglich müsst ihr euch aber überraschen lassen. Von mir dürft ihr keine weitergehenden Informationen im Hinblick auf das Ende des Romans erwarten. Wer zu dem Roman greifen wird, sollte sich überraschen lassen. Er soll schließlich auch der Spannung ausgesetzt werden. Das Hauptaugenmerk des Romans liegt neben den schrecklichen Verbrechen sicherlich auf der Romanfigur der Dr. Sara Linton. Neben ihr spielen noch Polizeichef Jeffrey Tolliver, mit dem sie sechs Jahre verheiratet wer, und Detective Lena Adams die größte Rolle in dem Roman. Aber auch die anderen Figuren werden mit genug Hintergrundinformationen ausgestattet, so dass sie nicht wie blutleere Marionetten durch die Gegend laufen.

Ich bin von Karin Slaughters Debütroman also über alle Maßen begeistert und kann ihn euch nur ans Herz legen. Es steht bereits jetzt fest, dass ich mir den dritten Roman in der Reihe sofort nach seinem Erscheinen zulegen werde. Und auch dann wird es heißen: „Lasst mich am besten in Ruhe, denn ich will einfach nur lesen!“. Ein kleiner Tipp am Rande – findet die Lektüre nachts statt, wäre man gut damit beraten, das Licht brennen zu lassen. Slaughter ist wirklich ein neuer Star der Thriller-Szene und kann es durchaus mit Mo Hayder und Tess Gerritsen aufnehmen. Fünf Sterne aus diesen Gründen von meiner Seite.



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Das Buch
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"Belladonna" erschien im Taschenbuchformat zum ersten Mal im September 2004 beim Rowohlt Taschenbuch Verlag. Der Roman umfasst 414 Seiten und ist unter der ISBN 3-499-23230-8 für 8,90 Euro im Handel erhältlich. Im Original erschien das Buch bereits 2001 unter dem Titel "Blindsighted". Übersetzt ins Deutsche wurde das Ganze von Teja Schwaner.



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Die Autorin
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Die Autorin Karin Slaughter wuchs in einer Kleinstadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta.
(Quelle: Autorinneninfo in „Vergiss mein nicht“)



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Mehr von Karin Slaughter
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1. Belladonna
2. Vergiss mein nicht
3. Das Armband (Kurzgeschichten, gemeinsame Veröffentlichung mit weiteren Autoren)
4. Dreh dich nicht um (angekündigt für März 2005)




(copyright by Laura Thoma, Februar 2005)

30 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    22.02.2005, 18:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht!Hab das eine od andere Buch schon auf meine nächste Bucheinkaufaktion gesetzt - lg!!!