Belladonna (Taschenbuch) / Karin Slaughter Testbericht

ab 6,37
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Erfahrungsbericht von nikosternchen

Belladonna = Schöne Frau

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wie üblich in derartigen Romanen beginnt die Geschichte natürlich mit einer bestialisch hinterlassenen Leiche. Sybil Adams ist das Opfer, die blinde Professorin der nahegelegenen Universität wird in von Sara Linton der ansässigen Kinderärztin gefunden. Sybil sitzt breitbeinig auf einer Toilette einer Kneipe. Noch atmet sie als Sara sie entdeckt. Aber ihr grausam zugerichtete Körper verspricht nichts Gutes. Der Täter hat sie regelrecht aufgeschlitzt, zwei Schnitte bilden ein Kreuz auf ihrem Körper.

Sara ( unsere Protagonistin) ist ende dreißig und geschiedene Frau des hiesigen Polizeichefs Jeffrey Tulliver. Er hat sie betrogen und deswegen versucht Sara ihm aus dem Weg zu gehen, aber genau dieser Fall führt die beiden wieder zusammen, da Sara neben ihrer Kinderarzt - Praxis noch in der Gerichtsmedizin tätig ist.

Eine weiter wichtige Person ist Lena, die Zwillingsschwester des Opfers. Sie ist Anfang dreißig und Polizistin. Demzufolge will sie es sich nicht nehmen lassen bei der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester mitzuhelfen.
Lena und Sybil haben eine schlimme Kindheit hinter sich. Nachdem die Eltern sehr früh verstorben sind, wuchsen sie bei ihrem Onkel Hank auf, der aber mehr an Alkohol und Drogen interessiert war als an den Mädchen. Und so kam es irgendwann zu diesem folgenschweren Unfall bei dem Sybil ihr Augenlicht verlor.

Die Ermittlungen im Fall gehen äußerst schleppend voran, bis ein paar Tage nach dem ersten Mord ein weiteres Opfer gefunden wird. Auch Julia lebt als man sie auf Saras Motorhaube findet. Die Arme nach rechts und links gestreckt und splitterfasernackt.

Nun wird die Sache kompliziert, denn scheinbar steckt ein Geheimnis aus Saras
Vergangenheit dahinter.....



Die Geschichte beginnt ziemlich fulminant, sprich, man wird in den ersten Seiten geradezu von Geschehnissen überrumpelt und muss diese nun erst mal in die richtige Reihenfolge bringen. Das bewirkt aber auch das man natürlich eine ziemliche Erwartungshaltung gegenüber des kompletten Romans hat. Daher empfindet man das darauffolgende Drittel des Buch als sehr schleppend. Die Zeit vom ersten bis zum zweiten Opfer wird etwas langatmig mit Ermittlungsarbeiten ausgedehnt um den Leser wahrscheinlich auf falsche Spuren zu locken. Nach dem zweiten Opfer bekommt die Geschichte dann aber ihren Schwung zurück und entschuldigt damit die leichte Trägheit.

Wichtig bei dieser Art Thriller ist es das ich bis knapp vor Ende nicht Wissen möchte wer der Mörder ist, nachher aber sagen kann : Ja Mensch, ist doch eigentlich logisch. Die und die und die Dinge hätten mir auffallen müssen. Hier weiß ich ehrlich gesagt nicht ob es gewollt ist das der Leser schon auf Seite 200 und ein paar zerquetschte den Tatsächlichen Mörder im Verdacht, oder vielmehr für sich selber schon enttarnt hat. Bis ziemlich zum Ende hin wird ein großes Geheimnis daraus gemacht, und noch als er das letzte Opfer entführt SOLL der Leser dem wohl noch nicht auf die Schliche gekommen sein. Dann wiederum geht alles ganz schnell und von einer Sekunde zur nächsten wird er dann als Mörder dargestellt.
Natürlich kennt man das aus diversen anderen Romanen auch, bei den GUTEN komme ich aber auch erst gegen Ende auf des Rätsels Lösung. Wie gesagt, mir ist es etwas schleierhaft ob das gewollt oder versehen war.

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt ist natürlich der stereotype Ablauf und die Personen. Die Geschichte wirkt etwas nach Schema F geschrieben, und könnte jetzt auf einen Schlag glaube ich 5 Bücher aufzählen wo die Geschichte erstaunlich ähnlich verläuft. Natürlich immer mit anderen Personen, an anderen Orten und das Verbrechen variiert je nach Einfallsreichtum des Autors.
Und auch die Personen sind irgendwie immer gleich. Diesmal recherchiert mal wieder eine Ärztin ( Gerichtsmedizinerin ) die natürlich geschieden ist, und natürlich von einem Polizisten. Und natürlich bedarf dies eine Sonderplatz in diesem Roman, so bekommt der Leser hautnah die Wiederzusammenführung der beiden mit. Für mich haben diese Gefühlsduseleien einen erhöhten Nervfaktor und es fällt besonders auf das AutorINNEN immer diesen hang für Dramatik in ihren Büchern meinen wiedergeben zu müssen. Vielleicht ist das auch einfach Geschmackssache ;o)




FAKTEN

KARIN SLAUGHTER/ BELLADONNA
Taschenbuch
Erschienen im Rowohlt Verlag Reinbek
September 2003
ISBN: 3-499-23230-8
8,90 €




Natürlich hat der Roman nicht nur Kritikpunkte, ganz und gar nicht. Insgesamt hab ich gerne und gebannt gelesen. Denn obwohl alles recht vorhersehbar ist hat er einen sehr guten Unterhaltungswert. Das mag an der fesselnden Schreibweise liegen, aber natürlich auch daran das man die Personen sympathisch und nett findet und aufgrund dessen schon eher zum mitfiebern geneigt ist. Unterhaltsam ist wohl der insgesamt richtige Ausdruck, denn wirkliche Höhen weist er sicherlich nicht auf. Ein Roman zum Abspannen, ein Roman für Zwischendurch. Dennoch empfehle ich ihn mit kleinen oben erwähnten Einschränkungen.



Lesende Grüße Nikolina

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