Vergiss mein nicht (gebundene Ausgabe) / Karin Slaughter Testbericht

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ab 20,34
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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983

+++ Der zweite Fall für Sara und Jeffrey +++

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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Allgemeines
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Eigentlich hatte ich meine Buchwunschliste für Weihnachen im vergangenen Jahr schon vervollständigt. Zudem war ich auch der Überzeugung, dass ich meiner Verwandtschaft nicht mehr zumuten könnte. Doch dann drückte mir meine Mutter noch eine Zeitungsbeilage des Buchhhabels in die Hand. Bei den ersten Seiten konnte ich (glücklicherweise) sagen: „Habe ich schon“, „Spricht mich nicht an.“ usw. Doch dann fiel mein Blick auf Karin Slaughter und die Präsentation ihres Buch „Vergiss mein nicht“. Wie so oft: Autorin völlig unbekannt, aber eine sehr spannende Story. Hätte ich mir das Buch selbst kaufen müssen, hätte ich vielleicht einen Moment länger gezögert, denn immerhin ist der Roman zurzeit nur in gebundener Form erhältlich. Die große Geldmenge, die man dafür hinblättern darf, stellt bei unbekannten Autoren natürlich ein Risiko dar. So aber setzte ich es – nachdem ich einen Blick ins Internet warf und mich von diversen Rezensionen endgültig überzeugen ließ – noch auf meine Wunschliste. So war es auch keine große Überraschung, dieses Buch unter dem Weihnachtsbaum zu finden. Es dauerte dann aber doch noch ein bisschen, bis ich Zeit fand, es zu lesen. Ich wusste durch die Ruhigstellung meines Armes und eine fiese Erkältung erst einmal total gehandicapt sein, bis ich zu „Vergiss mein nicht“ greifen konnte. Am Abend des Rosenmontags – Fastnacht fiel für mich ja auch flach – fing ich abends mit der Lektüre nach und schaffte etwa 50 Seiten, doch am nächsten Tag las ich es an einem Nachmittag fertig.

An erster Stelle bekommt ihr von mir eine stark zusammengeraffte Version des Inhalts präsentiert, die euch einen ersten Überblick verschaffen soll. Vielleicht werdet ihr dadurch ja neugierig und lest euch in dem darauf folgenden Punkt die etwas ausführlichere Wiedergabe durch. Anschließend werde ich euch meine Meinung zu dem Roman von Karin Slaughter präsentieren. Ich hoffe jedenfalls, dass euch meine Rezension gefällt und danke euch bereits zu Beginn fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichtes! :)



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Kurzinhalt
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Der Abend sollte für Pathologin und Kinderärztin Sara und den Polizisten Jeffrey ganz anders verlaufen. Schließlich erschießt eine Dreizehnjährige einen Mitschüler. Die Obduktion des Mädchens bringt ein schreckliches Geheimnis ans Licht. Auf der Toilette der nahe gelegenen Rollschuhbahn findet man ein Neugeborenes.



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Inhalt
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Nach sechs Jahren war die Ehe der Kinderärztin und Pathologin von Grant Country Sara Linton und Polizeichef Jeffrey Tolliver dank eines Seitensprunges seinerseits am Ende. Lange Zeit gingen sie sich aus dem Weg, doch langsam nähern sie sich einander wieder. Die Verabredung auf der Rollschuhbahn ist einer der ersten. Doch ihre Berufe machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Schon kurz nachdem Jeffrey die Rollschuhbahn erreichte, piepst sein Pager. Er geht nach draußen, um von einer Telefonzelle einen Anruf zu tätigen. Es geht nur um einen Einbruch, den er auf einen der Kollegen abwälzen könnte. Doch dann wird er auf Lärm in der Nähe der Telefonzelle aufmerksam. Er beschließt nachzusehen, was sich dahinter verbirgt. Er traut seinen Augen kaum. Die dreizehnjährige Jenny, auch eine Patientin von Sara, bedroht ihren sechszehnjährigen Mitschüler Mark mit der Waffe. Zunächst vermutet jeder ein Liebesdrama, da Mark als Herzensbrecher bekannt ist. Jenny will erst ihn und anschließend sich töten. Jeffrey sieht, nachdem Jenny die Waffe entsicherte, keine andere Wahl mehr und erschießt das Mädchen. Mark steht zunächst erst einmal unter Schock und macht zu der ganzen Gelegenheit keine Aussage. Die Dramatik des Geschehens steigert sich noch, als man die Ursache für die Blutflecke an Jenny findet. Auf der Damentoilette der Rollschuhbahn wurde ein Neugeborenes getötet.

Da Sara auch Coronerin von Grant County ist, muss sie die Obduktion an ihrer verstorbenen Patientin vornehmen. Dabei kommt ans Licht, dass Jenny gar nicht die Mutter sein kann. Der Grund liegt in einer grausamen Beschneidung, wie sie aus Afrika bekannt ist. Doch wer brachte das Kind zu Welt? Jeffrey Tolliver, seine Kollegin Lena Adams und Sara Linton ermitteln in verschiedene Richtungen, doch mit dieser grausamen Wahrheit, die sie entdecken, hätten sie nie gerechnet…



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Meine Meinung
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Ihr könnt vielleicht schon daran erkennen, dass ich das Buch quasi in einem Stück durchgelesen habe. An dem Abend zuvor schaffte ich „nur“ etwa 50 Seiten, dies lag aber an der vorherigen Lektüre von Greg Iles’ „Ewiger Schlaf“, die mich an dem Tag beschäftigte. Dementsprechend war ich irgendwann einfach nur noch müde. Als ich mit „Vergiss mein nicht“ begann, war ich im Übrigen der Überzeugung, dass dies das erste Werk der Autorin sei. Doch schon kurz nach Lesebeginn musste ich feststellen, dass sie des Öfteren Bezug auf vergangene Ereignisse nahm. Wie ich nun herausfand, wurden diese in dem Erstlingswerk „Belladonna“ dargestellt. Es ist jedoch nicht so, dass man „Vergiss mein nicht“ zwingend als zweites lesen sollte. Habe ich schließlich auch nicht gemacht – die Autorin verrät auch keineswegs zuviel über die Ereignisse in dem ersten Roman. Sicherlich, man erfährt was mit Sybil und Lena Adams geschehen ist. Den grausamen Mord an Sybil an man aber bereits durch die Inhaltsangabe des Erstlings erfahren, so dass man keine unnötigen Geheimnisse aufgebrummt bekommt. Ich habe nun gerade etwa die Hälfte des ersten vor mir – das einzige, das vielleicht etwas die Spannung mindert, ist, dass ich weiß, dass Lena Adams überleben wird. Das war es dann aber auch schon. Vielleicht ist es natürlich sinnvoller, „Vergiss mein nicht“ hinten anzustellen, zwingend ist die vorgegebene Reihenfolge durch die Veröffentlichungsdaten jedoch überhaupt nicht.

Nun möchte ich aber zu der Handlung des zweiten Romans an sich kommen. Von der ersten Minute an, schafft es Karin Slaughter, den Leser mit den Ereignissen nahe der Rollschuhbahn an ihr Buch zu fesseln. Immer wieder streut sie neue Kleinigkeiten ein – so die Babyleiche, die Beschneidung von Jenny, Aussagen von Mark und seiner Schwester, das Verhalten von Jennys Mutter usw. usf. – welche die Geschichte zudem vorantreiben. Für die etwas sensibleren Gemüter ist „Vergiss mein nicht“ jedoch überhaupt nicht geeignet. Je weiter man mit dem Lesen fortschreitet, umso mehr wird man in den Strudel von Hass und Gewalt hineingezogen. Der Stil von Karin Slaughter ist dabei eher als neutral, wenn nicht sogar als nüchtern zu bezeichnen. Er faszinierte mich zugleich, ließ aber die Ereignisse in dem Roman in einem noch brutaleren Licht erscheinen. Ich konnte mich dennoch nicht mehr von dem Buch losreißen, ich war einfach in seinem Bann. Nachdem ich es beendet hatte, musste ich erst einmal tief schlucken. „Vergiss mein nicht“ entwickelte sich zu dem härtesten Buch, das ich bisher gelesen habe. Das Ausmaß des Todes von Jenny lässt sich zu Beginn noch nicht vorhersehen, wird aber von Karin Slaughter nach und nach offenbart. Jedenfalls lässt Karin Slaughter zum Beispiel Tess Gerritsen oder Mo Hayder an manchen Stellen noch harmlos aussehen. Das hat nichts damit zu tun, dass sie – was auch nur bedingt der Fall ist – Brutalitäten darstellt, sondern es liegt einfach an ihrer Art die Ereignisse zu beschreiben. Aber zudem auch an dem gewählten Thema, das ich nun nicht verraten werde, um Lesern des Berichtes, die vielleicht noch zu dem Roman greifen, nicht die Spannung zu verderben. Immerhin kommt das eigentliche Thema, mit dem sich das Buch befasst und auf das sich auch der Mordversuch an bezieht, erst nach einiger Zeit ans Licht. Mark Liest man das Buch zu später Stunde, wenn man alleine daheim ist, sollte man schließlich am besten das Licht brennen lassen. Die Auflösung der Ereignisse ist nämlich noch einmal extrem spannend, da zumindest ich sie nur zum Teil erahnte. Vielleicht ist dies auch die Absicht der Autorin. Wie ich zudem nun weiß, stellte sie mit „Vergiss mein nicht“ schon die Weichen für den nächsten Roman, der in Kürze erscheinen wird. Für mich ist es zumindest keine Frage, dass ich mir auch diesen zulegen werde.

Der nüchterne Stil wirkt sich jedoch nicht auf ihre Romanfiguren aus. Dort geht sie mit mehr Liebe ins Detail und man merkt ihrem Schreibstil auch etwas mehr Wärme an. So ist da zum Beispiel die immer aufkeimende Liebe zwischen Sara und Jeffrey, die auch einen Part des Romans darstellt, oder die Schwangerschaft von Tessa – Saras Schwester. Letztere birgt insbesondere daher ein Problem, da Sara selbst nicht in der Lage ist, ein Kind zu bekommen. Was an anderer Stelle so hart wirkt, wird hier eher weich gezeichnet. Es kommt also auf die Stelle an, an der man sich gerade im Buch befindet. Es ist auch die Personen, die dem Leser bereits in „Belladonna“ begegnet sind und auch in dem nächsten Roman „Dreh dich nicht“ um eine tragende Rolle spielen werden. Man freut sich gewissermaßen, wenn man diese alten „Bekannten“ entdeckt. Es ist weniger mühselig, als sich permanent in neue Charaktere hineinversetzen zu müssen. Außerdem erlangen sie so im Laufe der Zeit noch mehr an Tiefe.

Wer also keine Probleme hat, sich schockieren zu lassen, sollte zu „Vergiss mein nicht“ greifen und sich ein paar spannende Stunden gönnen. Ich jedenfalls vergebe fünf Sterne an dieses Buch.



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Das Buch
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"Vergiss mein nicht" erschien zum ersten Mal in der gebundenen Form im September 2004 bei Wunderlich. Der Roman umfasst 507 Seiten und ist unter der ISBN 3-805-20731-X für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Im Original erschien das Buch bereits 2002 unter dem Titel "Kisscut" bei HarperCollins in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Ganze von Teja Schwaner.



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Die Autorin
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Die Autorin Karin Slaughter wuchs in einer Kleinstadt in Georgia auf und lebt heute in Atlanta.
(Quelle: Autorinneninfo in „Vergiss mein nicht“)



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Mehr von
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1. Belladonna
2. Vergiss mein nicht
3. Das Armband (Kurzgeschichten, gemeinsame Veröffentlichung mit weiteren Autoren)
4. Dreh dich nicht um (angekündigt für März 2005)




(copyright by Laura Thoma, Februar 2005)

33 Bewertungen, 2 Kommentare

  • nileman

    27.03.2005, 13:43 Uhr von nileman
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner, ausführlicher Bericht ....

  • Mundi

    21.02.2005, 12:31 Uhr von Mundi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Was ist "Buchhhabel"? lg mundi