Schuldlos schuldig (Taschenbuch) / Susan Sloan Testbericht

ab 7,51 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa
DU bist schuld!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Schuldlos schuldig
*Schuldlos schuldig* von Susan Sloan wurde mir bei Ciao empfohlen. Ich ersteigerte es mir kostengünstig bei eBay, wobei der eigentliche Kaufpreis 8.90 EUR beträgt. Ich besitze die Sonderausgabe von 2000, das 656 Seiten hat und im Knaur-Verlag (ISBN 3-426-61800-1) erschienen ist. Das Layout des Umschlages (Ausgabe 2000) ist einfach, aber effektiv gestaltet. Knall-Pink leuchtet einem die Titelseite entgegen. So fällt einem auch der Buchrücken sicherlich in jedem Buchregal sofort auf. Wer Interesse an dem Buch hat: Bei Amazon wird die 1996er Ausgabe unter der ISBN 3-426-60313-6 angeboten.
Inhalt
+++++
Karen Kern ist eine junge Frau als sie 1962 auf einer Party den charmanten Havard-Studenten Bob kennenlernt. Sie ist von ihm, den eine steile Karriere als Anwalt erwartet, sehr angetan. Aber mehr ein ein netter, harmloser Flirt kommt für Karen nicht in Frage. Sie ist in festen Händen und mit ihrem Freund Peter so gut wie verlobt. Als die Party zu Ende geht, bietet Bob der hübschen, jungen Frau sein Geleit an und überredet sie, eine Abkürzung durch den Stadtpark zu nehmen. Es kommt, wie es kommen musste. Bob hat Karens Offenheit und ihr angeblich gewagtes Outfit falsch verstanden und macht sie massiv an. Als sie sich zur Wehr setzt, fackelt der brutale Mann nicht lange und schlägt sie nieder. Er vergewaltigt sie mehrmals und verprügelt sie.
Mehr tot als lebendig wird sie gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sie überlebt und hofft, dass der Täter bestraft wird. Doch schnell wird sie auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Sie lebt im konservativen Amerika der 60er Jahre. Ihre Eltern sind angesehene Bürger und scheuen das Aufsehen, dass die Vergewaltigung machen könnte. Ein angesehener Havard-Student, der ihre Tochter vergewaltigt haben soll? Nein, so etwas gibt es nicht. Ihre Tochter wird ihn schon zu seiner Tat animiert haben...
Karen beginnt zu zweifeln. Im Laufe der Zeit redet sie sich selbst ein, dass sie Schuld an diesem *Unfall* hat. Ein Unfall, nichts anderes war es, so wird ihr eingeredet. Ein schrecklicher Unfall, den mal am besten vergessen soll, wenn es nach ihren Eltern geht. Ihr Freund Peter verlässt sie, als er erfährt, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann und so nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand, das geprägt ist von Albträumen und Bindungsängsten.
29 Jahre später hat sie ihr Leben im Griff. Inzwischen verheiratet und Stiefmutter dreier wundervoller Kinder interessiert sie sich nur wenig fürs politischen Geschehen. Als sie beiläufig die Nachrichten im Fernsehen verfolgt, hört sie eine Stimme, die ihr bekannt vorkommt. Sie mustert das Gesicht des Präsidenten-Kandidaten und erstarrt. Diese Augen kennt sie. Diese Gesten. Diese Stimme. Es ist der Mann, der sie vor fast 30 Jahren im Stadtpark von New York so grausam zugerichtet hat...
Mehr möchte ich euch nicht verraten, schließlich sollt ihr auch noch etwas von der Story haben, falls ihr den Roman in die Finger kriegen solltet.
Aufbau/Schreibstil
++++++++++++++
Ein angenehmer Schreibstil mit klaren und verständlichen Sätzen. Keine komplizierten Wörter, keine Fachbegriffe stören den Aufbau der Geschichte. Karen wird auf ihrem Lebensweg begleitet. Die Antikriegshaltung der Peace-Generation, leichte Drogen, der Wandel von Kommune und Wohngemeinschaft zum Penthouse eines Hightech-Hochhauses. Ein wenig amerikanische Lebensgeschichte wird dem Leser in diesem Roman vorgestellt, was mir sehr gut gefallen hat. Ich war nicht nur von der eigentlichen Story gefesselt, sondern auch von den Lebensbeschreibungen drumrum. Karen durchlebt dieses Amerika der 60er, 70er und 80er Jahre und bleibt trotzdem eine Randfigur. Sie wird vom Autor eher als Beobachterin dargestellt, die objektiv das Weltgeschehen beobachtet. So wird dem Leser keine Meinung aufgedrängt, sondern der Autor stellt ihm frei, seine eigenen Ansichten zu entwickeln.
Dem Autor ist es besonders gut gelungen, Themen, die dem Leser fremd sind, näher zu bringen. So erklärt er innerhalb der eigentlichen Geschichte das Wahlsystem, den Aufbau der amerikanischen Senatsbezirke, die politischen Intrigen und Machenschaften von Politikern und Werbestrategen sowie den Einfluss der Medien auf die amerikanischen Wahlergebnisse. Dabei zwingt er den Leser aber nicht zu einer Meinung, sondern lässt ihm offen, ob er die dubiosen Machenschaften glaubt oder nicht.
Die Hauptstory, die sich einerseits mit Karen beschäftigt, andererseits aber auch das Leben Bobbys nicht aus den Augen lässt, ist fesselnd geschrieben. Ich kämpfte mich oftmals nachts von Kapitel zu Kapitel vor, bis ich schließlich doch aufgeben musste und mit brennenden Augen einschlief. Viele Freunde begleiten sie Karen auf dem Weg, die der Autor genau beschreibt. Trotzdem lenken sie von der Geschichte nicht ab - im Gegenteil, sie untermalen sie. Die einzelnen Figuren sind anschaulich beschrieben und auch wenn ich mir nicht immer gleich den Namen der Person merken konnte, verlor ich beim Lesen nie den Überblick.
Karen stellt das Gute der Menscheit dar. Sie ist die Hauptperson in diesem Roman und das Opfer, die Gedemütigte. Das Böse wird natürlich durch Bob dargestellt, der Vergewaltiger, der Egoist, der Sexbesessene, der korrupte Senator. Karens Freunde sind natürlich die Hilfsbereiten, die Unterstützenden, die Haltgebenden. Bob’s Freunde und Kollegen sind die Skrupelosen, die Selbstbewussten, aber auch die Hinters-Licht-Geführten und Ahnunglosen, die Bobs *wahres Ich* nicht sehen oder sehen wollen. Wenn man das so liest, glaubt man, es handelt sich um einen kitschigen Unterhaltungsroman. Unterhaltung ja, Kitsch nein. Durch die genauen Beschreibungen des *Drumherums* wird dieses Buch zu einem interessantem und lesenswerten Unterhaltungsroman. Absolut empfehlenswert!
Fazit
++++
Eigentlich habe ich das Fazit schon vorne weg genommen. Ein absolut empfehlenswertes Buch, dass spannend und unterhaltsam geschrieben ist. Ich wollte es meist nicht mehr aus der Hand legen und freute mich schon auf die nächste Lesestunde. Eignet sich sowohl als Alltags-, Abend- und Urlaubslektüre. Da man auch leicht in die Geschichte zurück findet, kann man jederzeit unterbrechen und evtl. eine längere Lesepause einlegen. Aber ich glaube, dass schafft keiner, weil man gespannt ist, wie es mit Karen Kern weitergeht. Frauenroman? Mmmh? Ja, überwiegend handelt es sich hierbei um ein Buch für Frauen, da es sich schließlich mit der vergewaltigten und geschundenen Frau auseinander setzt. Doch auch Männer, die nicht nur Kriminal- und Science-Fiction-Romane lesen, sind von der Geschichte und das schon erwähne *Drumherum* sicherlich sehr angetan.
Vier Sterne für dieses Buch, wobei ich den einen Stern nicht abziehe, weil es etwas auszusetzen gibt, sondern weil ich eine gewisse Abstufung machen muss. Da für *Jesus Video* kein 5+ geben konnte, und dieses Buch noch immer mein absolutes Highlight ist, gebe ich für alle sehr guten Bücher *nur* vier Sterne.
*Schuldlos schuldig* von Susan Sloan wurde mir bei Ciao empfohlen. Ich ersteigerte es mir kostengünstig bei eBay, wobei der eigentliche Kaufpreis 8.90 EUR beträgt. Ich besitze die Sonderausgabe von 2000, das 656 Seiten hat und im Knaur-Verlag (ISBN 3-426-61800-1) erschienen ist. Das Layout des Umschlages (Ausgabe 2000) ist einfach, aber effektiv gestaltet. Knall-Pink leuchtet einem die Titelseite entgegen. So fällt einem auch der Buchrücken sicherlich in jedem Buchregal sofort auf. Wer Interesse an dem Buch hat: Bei Amazon wird die 1996er Ausgabe unter der ISBN 3-426-60313-6 angeboten.
Inhalt
+++++
Karen Kern ist eine junge Frau als sie 1962 auf einer Party den charmanten Havard-Studenten Bob kennenlernt. Sie ist von ihm, den eine steile Karriere als Anwalt erwartet, sehr angetan. Aber mehr ein ein netter, harmloser Flirt kommt für Karen nicht in Frage. Sie ist in festen Händen und mit ihrem Freund Peter so gut wie verlobt. Als die Party zu Ende geht, bietet Bob der hübschen, jungen Frau sein Geleit an und überredet sie, eine Abkürzung durch den Stadtpark zu nehmen. Es kommt, wie es kommen musste. Bob hat Karens Offenheit und ihr angeblich gewagtes Outfit falsch verstanden und macht sie massiv an. Als sie sich zur Wehr setzt, fackelt der brutale Mann nicht lange und schlägt sie nieder. Er vergewaltigt sie mehrmals und verprügelt sie.
Mehr tot als lebendig wird sie gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sie überlebt und hofft, dass der Täter bestraft wird. Doch schnell wird sie auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Sie lebt im konservativen Amerika der 60er Jahre. Ihre Eltern sind angesehene Bürger und scheuen das Aufsehen, dass die Vergewaltigung machen könnte. Ein angesehener Havard-Student, der ihre Tochter vergewaltigt haben soll? Nein, so etwas gibt es nicht. Ihre Tochter wird ihn schon zu seiner Tat animiert haben...
Karen beginnt zu zweifeln. Im Laufe der Zeit redet sie sich selbst ein, dass sie Schuld an diesem *Unfall* hat. Ein Unfall, nichts anderes war es, so wird ihr eingeredet. Ein schrecklicher Unfall, den mal am besten vergessen soll, wenn es nach ihren Eltern geht. Ihr Freund Peter verlässt sie, als er erfährt, dass sie keine Kinder mehr bekommen kann und so nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand, das geprägt ist von Albträumen und Bindungsängsten.
29 Jahre später hat sie ihr Leben im Griff. Inzwischen verheiratet und Stiefmutter dreier wundervoller Kinder interessiert sie sich nur wenig fürs politischen Geschehen. Als sie beiläufig die Nachrichten im Fernsehen verfolgt, hört sie eine Stimme, die ihr bekannt vorkommt. Sie mustert das Gesicht des Präsidenten-Kandidaten und erstarrt. Diese Augen kennt sie. Diese Gesten. Diese Stimme. Es ist der Mann, der sie vor fast 30 Jahren im Stadtpark von New York so grausam zugerichtet hat...
Mehr möchte ich euch nicht verraten, schließlich sollt ihr auch noch etwas von der Story haben, falls ihr den Roman in die Finger kriegen solltet.
Aufbau/Schreibstil
++++++++++++++
Ein angenehmer Schreibstil mit klaren und verständlichen Sätzen. Keine komplizierten Wörter, keine Fachbegriffe stören den Aufbau der Geschichte. Karen wird auf ihrem Lebensweg begleitet. Die Antikriegshaltung der Peace-Generation, leichte Drogen, der Wandel von Kommune und Wohngemeinschaft zum Penthouse eines Hightech-Hochhauses. Ein wenig amerikanische Lebensgeschichte wird dem Leser in diesem Roman vorgestellt, was mir sehr gut gefallen hat. Ich war nicht nur von der eigentlichen Story gefesselt, sondern auch von den Lebensbeschreibungen drumrum. Karen durchlebt dieses Amerika der 60er, 70er und 80er Jahre und bleibt trotzdem eine Randfigur. Sie wird vom Autor eher als Beobachterin dargestellt, die objektiv das Weltgeschehen beobachtet. So wird dem Leser keine Meinung aufgedrängt, sondern der Autor stellt ihm frei, seine eigenen Ansichten zu entwickeln.
Dem Autor ist es besonders gut gelungen, Themen, die dem Leser fremd sind, näher zu bringen. So erklärt er innerhalb der eigentlichen Geschichte das Wahlsystem, den Aufbau der amerikanischen Senatsbezirke, die politischen Intrigen und Machenschaften von Politikern und Werbestrategen sowie den Einfluss der Medien auf die amerikanischen Wahlergebnisse. Dabei zwingt er den Leser aber nicht zu einer Meinung, sondern lässt ihm offen, ob er die dubiosen Machenschaften glaubt oder nicht.
Die Hauptstory, die sich einerseits mit Karen beschäftigt, andererseits aber auch das Leben Bobbys nicht aus den Augen lässt, ist fesselnd geschrieben. Ich kämpfte mich oftmals nachts von Kapitel zu Kapitel vor, bis ich schließlich doch aufgeben musste und mit brennenden Augen einschlief. Viele Freunde begleiten sie Karen auf dem Weg, die der Autor genau beschreibt. Trotzdem lenken sie von der Geschichte nicht ab - im Gegenteil, sie untermalen sie. Die einzelnen Figuren sind anschaulich beschrieben und auch wenn ich mir nicht immer gleich den Namen der Person merken konnte, verlor ich beim Lesen nie den Überblick.
Karen stellt das Gute der Menscheit dar. Sie ist die Hauptperson in diesem Roman und das Opfer, die Gedemütigte. Das Böse wird natürlich durch Bob dargestellt, der Vergewaltiger, der Egoist, der Sexbesessene, der korrupte Senator. Karens Freunde sind natürlich die Hilfsbereiten, die Unterstützenden, die Haltgebenden. Bob’s Freunde und Kollegen sind die Skrupelosen, die Selbstbewussten, aber auch die Hinters-Licht-Geführten und Ahnunglosen, die Bobs *wahres Ich* nicht sehen oder sehen wollen. Wenn man das so liest, glaubt man, es handelt sich um einen kitschigen Unterhaltungsroman. Unterhaltung ja, Kitsch nein. Durch die genauen Beschreibungen des *Drumherums* wird dieses Buch zu einem interessantem und lesenswerten Unterhaltungsroman. Absolut empfehlenswert!
Fazit
++++
Eigentlich habe ich das Fazit schon vorne weg genommen. Ein absolut empfehlenswertes Buch, dass spannend und unterhaltsam geschrieben ist. Ich wollte es meist nicht mehr aus der Hand legen und freute mich schon auf die nächste Lesestunde. Eignet sich sowohl als Alltags-, Abend- und Urlaubslektüre. Da man auch leicht in die Geschichte zurück findet, kann man jederzeit unterbrechen und evtl. eine längere Lesepause einlegen. Aber ich glaube, dass schafft keiner, weil man gespannt ist, wie es mit Karen Kern weitergeht. Frauenroman? Mmmh? Ja, überwiegend handelt es sich hierbei um ein Buch für Frauen, da es sich schließlich mit der vergewaltigten und geschundenen Frau auseinander setzt. Doch auch Männer, die nicht nur Kriminal- und Science-Fiction-Romane lesen, sind von der Geschichte und das schon erwähne *Drumherum* sicherlich sehr angetan.
Vier Sterne für dieses Buch, wobei ich den einen Stern nicht abziehe, weil es etwas auszusetzen gibt, sondern weil ich eine gewisse Abstufung machen muss. Da für *Jesus Video* kein 5+ geben konnte, und dieses Buch noch immer mein absolutes Highlight ist, gebe ich für alle sehr guten Bücher *nur* vier Sterne.
Bewerten / Kommentar schreiben