Schweden: Småland Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Rena50
Im Reich der Glaskunst!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Schweden ist nicht nur ein Königreich. Nein, ein Teil des Landes innerhalb von Småland wird auch das Glasreich, auf schwedisch „Glasriket“ genannt. Hier zwischen Kalmar und Växjö gelegen findet man eine große Anzahl Glasbläsereien, auch Glashütten genannt. Bevor ich auf einzelne Glashütten eingehe, möchte ich etwas über die Geschichte des Glasreiches berichten.
GESCHICHTE:
Als im Jahre 1889 ein sehr kalter Winter anbrach und sich die Äcker weiß färbten, sprach man von einem schneereichen Winter. Aber für viele war dies kein Anlass zur Freude. Vielen reichten die Einkünfte aus den Höfen nicht mehr zum Leben aus. Einige wenige hatten Glück und konnten noch in den weiten Wäldern arbeiten. Dann brach aber auch noch die Zeit an, in der eine Eisenhütte nach der anderen geschlossen wurde. So begann einerseits die Flucht nach Amerika, andererseits kamen aber auch Glasbläser, überwiegend aus Deutschland und umliegenden Ländern nach Schweden und bauten in Småland und anderen Gebieten Glashütten auf. So begann im Jahre 1889 eine Wende.
Es wurden jetzt viele Arbeiter gebraucht, Heizer, Reinträger, Formenhalter, Einbläser und Hüttenjungen. Andere arbeiteten in Schmieden die zu den Glashütten gehörten, um Pfeifen, Trennscheren und anderes Werkzeug zu fertigen. In den großen Wäldern konnte genug Brennholz geschlagen werden, um die Öfen anzuheizen und durch die vielen Bäche, war auch die Wasserkraft für die Schleifereien vorhanden.
Tausende Schweden bekamen Arbeit. Es entstanden insgesamt 77 Glashütten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, davon über die Hälfte in Småland. So entstand das Glasreich. Als im Jahre 1925 die Weltausstellung in Paris war, erlebte das schwedische Glas dort den großen internationalen Durchbruch. Es wurde Apothekengla, Töpfe und Flaschen hergestellt. Aber mit der Zeit verlor dieses an Bedeutung und immer öfter wurden Haushaltsgegenstände, wie Kuchenteller und Zuckerschalen aus Glas hergestellt.
Dann kam ein Einbruch im 20. Jahrhundert. Durch die Kriege und Rezessionen entstand ein harter Kampf. Heute bestehen nur noch 16 Glashütten, davon liegen 15 im Glasreich. Natürlich haben neue Ideen Einzug gehalten. In den verschiedensten Formen und Farben entstehen heute kunstvolle Gegenstände. Diese Glashütten sind heutzutage weltweit bekannt.
Aber jetzt möchte ich ein paar dieser Glashütten vorstellen. Da ich auf meinen Reisen nicht alle gesehen habe, werde ich hier auch nicht über alle berichten.
GLASHÜTTEN:
Orrefors
Sie liegt etwa 20 km nordwestlich von Nybro. Orrefors ist für seine Glasgravuren bekannt, außerdem wird mit den verschiedensten Farben gearbeitet. Ganzjährig kann man an Führungen teilnehmen und im Fabrik-Laden einkaufen.
Orrefors i Hovmansstorp:
Diese Glashütte liegt ungefähr 20 km südwestlich von Växjö an der Straße 30. Dort wird überwiegend Tafelglas hergestellt, also Weingläser usw., aber auch Vasen.
Mats Johansson, Målerås:
Målerås liegt cirka 10 km von Orrefors und 30 km nordwestlich von Nybro entfernt. Alle Einwohner des kleinen Ortes haben irgendwie mit der Glasverarbeitung zu tun. Mats Johannsson arbeitet in der 3. Generation. Die Hütte gehört aber den Arbeitern gemeinsam. Hier werden vor allem besondere Skulpturen aus Kristallblöcken geschaffen, die immer wieder zum Staunen Anlass bieten. Diese Hütte ist ganzjährig geöffnet.
Kosta:
Kosta zählt wohl zu den größten Glashütten überhaupt. Sie liegt 45 km westlich von Nybro. Hier gibt es eine vielfältige Auswahl an Tischglas und Kunstgegenständen Hier kann man an Führungen teilnehmen, die mehrsprachig angeboten werden. Ein Restaurant und ein Hotel mit Campingplatz ist auch vorhanden. In den dazugehörigen Läden kann man außer Glasartikeln noch andere Souvenirs kaufen.
Boda:
15 km westlich von Nybro und 30 km von Kosta entfernt liegt Boda. In Boda werden vor allem besondere Kunstgegenstände in verschiedenen Farben hergestellt, die oft auch einen etwas verspielten Eindruck machen. Auch diese Glashütte kann man ganzjährig besuchen.
Hinweisen möchte ich noch auf die anderen Glashütten, die ich hier nicht im einzelnen vorstellen kann. Dabei handelt es sich um die Glashütten vonAfors, Lindshammar, Nybro, Skruf, Älghult, Sea, Pukeberg, Bergdala und Johansfors.
ERFAHRUNGEN UND TIPPS:
Das Glasreich liegt in einer reizvollen Landschaft inmitten von Wäldern. Hier kann man außer dem Besichtigen der Glashütten auch noch so richtig die Natur genießen.
Das Glasblasen und -schleifen fasziniert mich, wie viele andere auch sehr. Es ist schon faszinierend, wie aus einem großen Tropfen flüssigen Glases die Gegenstände entstehen. Die Glasbläser sind wirklich Künstler auf ihrem Gebiet.
Für den Einkauf von Glas kann ich auch gut Zweite-Wahl-Artikel empfehlen. Oftmals ist für den Laien, der Unterschied zu den Erste-Wahl-Artikeln nicht zu erkennen. Außerdem kosten diese Gegenstände erheblich weniger. Wer gerne Lose an Losbuden kauft, kann dies auch an einem großen Teil dieser Glashütten tun. Man kann schöne Glasgegenstände gewinnen. Ich selbst habe, obwohl ich nur wenige Lose gekauft habe, allein 3 Gewinne gezogen. Meine Preise waren ein hochwertiges Weinglas und zwei sehr schöne Glaswindlichter.
Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn man an einem Hyttsill teilnimmt. Dies sind Feste in den Glasbläsereien. Es gibt zum Essen Hering, knusprig gebratenen Speck, Griebenwurst, Kartoffeln, Preiselbeeren und Brot. Der Hering wird in den Öfen der Glasbläsereien gebacken. Die Öfen, die vom Tage noch aufgewärmt sind, geben die richtige Temperatur für das Fischegaren. Der Hyttsill ist aus einem Brauch der Landstreicher und Dorfbevölkerung entstanden. Musik gehört selbstverständlich auch dazu.
Jedes Jahr gibt es große Musikfestspiele. Es sind die verschiedensten Musikstile vertreten, von Jazz bis Pop über Klassik bis zur Folklore. Wenn man Gelegenheit hat eines zu besuchen, wird man bestimmt nicht enttäuscht.
Wer gerne noch weitere Informationen haben möchte, sollte sich einmal www.glasriket.se anschauen.
Diesen Bericht habe ich geschrieben, um allen die einmal Schweden besuchen, einen kleinen aber besonderen Teil dieses Landes vorzustellen. Vielleicht bekommt ihr ja Lust, einen Urlaub in Schweden zu verbringen. Für mich ist Schweden eines der schönsten Länder der Erde.
Renate50
GESCHICHTE:
Als im Jahre 1889 ein sehr kalter Winter anbrach und sich die Äcker weiß färbten, sprach man von einem schneereichen Winter. Aber für viele war dies kein Anlass zur Freude. Vielen reichten die Einkünfte aus den Höfen nicht mehr zum Leben aus. Einige wenige hatten Glück und konnten noch in den weiten Wäldern arbeiten. Dann brach aber auch noch die Zeit an, in der eine Eisenhütte nach der anderen geschlossen wurde. So begann einerseits die Flucht nach Amerika, andererseits kamen aber auch Glasbläser, überwiegend aus Deutschland und umliegenden Ländern nach Schweden und bauten in Småland und anderen Gebieten Glashütten auf. So begann im Jahre 1889 eine Wende.
Es wurden jetzt viele Arbeiter gebraucht, Heizer, Reinträger, Formenhalter, Einbläser und Hüttenjungen. Andere arbeiteten in Schmieden die zu den Glashütten gehörten, um Pfeifen, Trennscheren und anderes Werkzeug zu fertigen. In den großen Wäldern konnte genug Brennholz geschlagen werden, um die Öfen anzuheizen und durch die vielen Bäche, war auch die Wasserkraft für die Schleifereien vorhanden.
Tausende Schweden bekamen Arbeit. Es entstanden insgesamt 77 Glashütten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, davon über die Hälfte in Småland. So entstand das Glasreich. Als im Jahre 1925 die Weltausstellung in Paris war, erlebte das schwedische Glas dort den großen internationalen Durchbruch. Es wurde Apothekengla, Töpfe und Flaschen hergestellt. Aber mit der Zeit verlor dieses an Bedeutung und immer öfter wurden Haushaltsgegenstände, wie Kuchenteller und Zuckerschalen aus Glas hergestellt.
Dann kam ein Einbruch im 20. Jahrhundert. Durch die Kriege und Rezessionen entstand ein harter Kampf. Heute bestehen nur noch 16 Glashütten, davon liegen 15 im Glasreich. Natürlich haben neue Ideen Einzug gehalten. In den verschiedensten Formen und Farben entstehen heute kunstvolle Gegenstände. Diese Glashütten sind heutzutage weltweit bekannt.
Aber jetzt möchte ich ein paar dieser Glashütten vorstellen. Da ich auf meinen Reisen nicht alle gesehen habe, werde ich hier auch nicht über alle berichten.
GLASHÜTTEN:
Orrefors
Sie liegt etwa 20 km nordwestlich von Nybro. Orrefors ist für seine Glasgravuren bekannt, außerdem wird mit den verschiedensten Farben gearbeitet. Ganzjährig kann man an Führungen teilnehmen und im Fabrik-Laden einkaufen.
Orrefors i Hovmansstorp:
Diese Glashütte liegt ungefähr 20 km südwestlich von Växjö an der Straße 30. Dort wird überwiegend Tafelglas hergestellt, also Weingläser usw., aber auch Vasen.
Mats Johansson, Målerås:
Målerås liegt cirka 10 km von Orrefors und 30 km nordwestlich von Nybro entfernt. Alle Einwohner des kleinen Ortes haben irgendwie mit der Glasverarbeitung zu tun. Mats Johannsson arbeitet in der 3. Generation. Die Hütte gehört aber den Arbeitern gemeinsam. Hier werden vor allem besondere Skulpturen aus Kristallblöcken geschaffen, die immer wieder zum Staunen Anlass bieten. Diese Hütte ist ganzjährig geöffnet.
Kosta:
Kosta zählt wohl zu den größten Glashütten überhaupt. Sie liegt 45 km westlich von Nybro. Hier gibt es eine vielfältige Auswahl an Tischglas und Kunstgegenständen Hier kann man an Führungen teilnehmen, die mehrsprachig angeboten werden. Ein Restaurant und ein Hotel mit Campingplatz ist auch vorhanden. In den dazugehörigen Läden kann man außer Glasartikeln noch andere Souvenirs kaufen.
Boda:
15 km westlich von Nybro und 30 km von Kosta entfernt liegt Boda. In Boda werden vor allem besondere Kunstgegenstände in verschiedenen Farben hergestellt, die oft auch einen etwas verspielten Eindruck machen. Auch diese Glashütte kann man ganzjährig besuchen.
Hinweisen möchte ich noch auf die anderen Glashütten, die ich hier nicht im einzelnen vorstellen kann. Dabei handelt es sich um die Glashütten vonAfors, Lindshammar, Nybro, Skruf, Älghult, Sea, Pukeberg, Bergdala und Johansfors.
ERFAHRUNGEN UND TIPPS:
Das Glasreich liegt in einer reizvollen Landschaft inmitten von Wäldern. Hier kann man außer dem Besichtigen der Glashütten auch noch so richtig die Natur genießen.
Das Glasblasen und -schleifen fasziniert mich, wie viele andere auch sehr. Es ist schon faszinierend, wie aus einem großen Tropfen flüssigen Glases die Gegenstände entstehen. Die Glasbläser sind wirklich Künstler auf ihrem Gebiet.
Für den Einkauf von Glas kann ich auch gut Zweite-Wahl-Artikel empfehlen. Oftmals ist für den Laien, der Unterschied zu den Erste-Wahl-Artikeln nicht zu erkennen. Außerdem kosten diese Gegenstände erheblich weniger. Wer gerne Lose an Losbuden kauft, kann dies auch an einem großen Teil dieser Glashütten tun. Man kann schöne Glasgegenstände gewinnen. Ich selbst habe, obwohl ich nur wenige Lose gekauft habe, allein 3 Gewinne gezogen. Meine Preise waren ein hochwertiges Weinglas und zwei sehr schöne Glaswindlichter.
Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn man an einem Hyttsill teilnimmt. Dies sind Feste in den Glasbläsereien. Es gibt zum Essen Hering, knusprig gebratenen Speck, Griebenwurst, Kartoffeln, Preiselbeeren und Brot. Der Hering wird in den Öfen der Glasbläsereien gebacken. Die Öfen, die vom Tage noch aufgewärmt sind, geben die richtige Temperatur für das Fischegaren. Der Hyttsill ist aus einem Brauch der Landstreicher und Dorfbevölkerung entstanden. Musik gehört selbstverständlich auch dazu.
Jedes Jahr gibt es große Musikfestspiele. Es sind die verschiedensten Musikstile vertreten, von Jazz bis Pop über Klassik bis zur Folklore. Wenn man Gelegenheit hat eines zu besuchen, wird man bestimmt nicht enttäuscht.
Wer gerne noch weitere Informationen haben möchte, sollte sich einmal www.glasriket.se anschauen.
Diesen Bericht habe ich geschrieben, um allen die einmal Schweden besuchen, einen kleinen aber besonderen Teil dieses Landes vorzustellen. Vielleicht bekommt ihr ja Lust, einen Urlaub in Schweden zu verbringen. Für mich ist Schweden eines der schönsten Länder der Erde.
Renate50
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