Snow Dogs - 8 Helden auf 4 Pfoten (VHS) Testbericht

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ab 9,83
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von wildheart

Der schlechteste Film des Jahres

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Es gibt Filme, die zwar nie vollständig, aber doch annähernd und glaubwürdig der Realität nahe kommen, seien es nun Dramen oder Komödien. Es gibt andere Filme, die als Märchen, Fantasy oder Sciencefiction zwar eine phantastische Welt konstruieren, aber mit der Realität mehr zu tun haben, als im ersten Moment sichtbar. Drittens gibt es Zelluloid, auf dem nichts anderes gezeigt wird als das, was einfach nur Spaß macht: funny movies. Und es gibt eine vierte Sorte von Filmen, zu denen gehört „Snow Dogs“. Da wird ein sonnig-warmes Florida gezeigt, dass weder der Realität nahe kommt, noch phantasievoll ist. Und das gleiche gilt für Alaska. „Snow Dogs“ ist eine jener Disney-Produktionen, bei denen sich Produktionsfirma, Regisseur und die sage und schreibe fünf Drehbuchautoren (abgesehen von denen, die nicht genannt sind) alles andere, nur keine Gedanken gemacht haben.

Dabei hätte die Story durchaus Anlass gegeben, der Phantasie freien Lauf zu lassen und eine gelungene Mischung aus Tragödie und Komödie zu produzieren. Ein erfolgreicher Zahnarzt in Florida namens Ted Brooks (Cuba Gooding Jr.) erfährt durch ein Gericht von einer Testamentseröffnung in Alaska. Gestorben ist eine Frau, von der er jetzt erfahren muss, dass sie seine leibliche Mutter war. Ted wurde von Amelia Brooks (Nichelle Nichols) und ihrem verstorbenen Mann als Baby adoptiert. Also macht er sich auf den Weg in den kalten Norden und wird von Anchorage aus von George (M. Emmet Walsh) in dessen zweimotoriger Maschine in das kleine Städtchen Tolketna geflogen.

Dort lernt er den brummigen Thunder Jack (James Coburn) kennen, den hier jeder fürchtet, aber auch die äußerst attraktive Barb (Joanna Bacalso). Fast alle in Tolketna haben Teds Mutter gemocht, vor allem Barb. Ted erbt eine Hütte nebst Scheune und eine Meute von Schlittenhunden nebst einer weiteren Hündin, mit denen er nicht viel anfangen kann. Schließlich erfährt er, dass Thunder Jack sein Vater sein soll, verliebt sich (natürlich) in Barb, und nach einigen Hindernissen und Schlittenhunderennen naht das unvermeintliche Disney-Honigtopf-Ende, das kaum noch einen (Schlitten-)Hund hinterm Ofen hervorlocken und zum Weinen oder Lachen bringen kann.

Denn was sich Levant, der immerhin für die Zeichentrickfilmserie „Familie Feuerstein“ verantwortlich zeichnete, hier leistet, ist wohl der langweiligste, belangloseste und dümmste Film des Jahres. Das fängt bei den Schauspielern an. Cuba Gooding Jr., der in „Men of Honor“ zumindest eine passable Leistung erbrachte, ist alles andere, nur kein Komödiant. Sein „Ähhh“ und „Uhhhhh“, sein „Hiiiiilfe“ und seine Grimassen – sei es in Konfrontation mit einem Bären, sei es bei den Loopings im Flugzeug oder bei einem Schlittenhunderennen – sind nicht komisch, sondern nur peinlich. Hinzu gesellen sich etliche unfähige Schauspieler, deren Grimassen, Gestik oder deren Umfallen auf dem Eis unter dem Niveau eines Schmierentheaters anzusiedeln sind – als da wären: Der Rapper Sisqo, der Teds Cousin Rupert „spielt“ und nichts anderes tut, als durch den Film zu hampeln und blöde Grimassen zu schneiden; oder Nichelle Nichols (bekannt aus „Raumschiff Enterprise“ als Captain Uhuru), die sich mit tragischen oder komischen Situationen abmüht, ohne dass man ihr das abkaufen kann. James Coburn als vermeintlicher Vater Teds tut zwar sein Bestes, ist aber durch diese Rolle völlig unterfordert und sollte den Film aus seiner Liste lieber streichen. Für M. Emmet Walsh gilt ähnliches. Joanna Bacalso könnte möglicherweise eine begabte Mimin sein, muss als Barb allerdings auch nur auf Sparflamme kochen. Oder ist das auch Betrug? Denn ihr sympathisches Lächeln könnte auch ihrer früheren Tätigkeit als Model zu verdanken sein. Viel mehr als Lächeln hat sie nämlich nicht zu tun.

Es gibt eine einzige überzeugende Szene in diesem „Katastrophenfilm“, als sich Ted und Thunder Jack in einer Höhle in den Bergen aussprechen. Das war’s. Sehenswert sind dann noch die Schlittenhunde, aber die kann man in irgendeiner Tiersendung ohne störende Nebengeräusche eines solchen Films wenigstens in Ruhe beobachten. Zu allem Überfluss musste man dann auch noch Michael Bolton in diesen Hänger einbauen. Pfui Teufel!

Unter diesen Voraussetzungen wird aus einer möglichen Tragikomödie oder auch Nur-Komödie ein Honigtopf, dessen Inhalt schon Schimmel ansetzt. Auch die anderen Nebenrollen, etwa Alison Matthews als TV-Reporterin, sind so fade in Szene gesetzt und die Schauspieler so unfähig zu spielen, dass es eine wahre Schande ist.

Komödie ist Komödie und Wirklichkeit ist Wirklichkeit. Was man aber auch von einer Komödie verlangen kann, ist: Glaubwürdigkeit. Nein, daran fehlt es hier vollständig. Ob der Film Kindern Spaß machen kann? Ich weiß es nicht. Die zwei, die in meiner Vorstellung waren, haben sich jedenfalls nach einer halben Stunden merklich gelangweilt.

Wertung: 0,5 von 10 Punkten.

Snow Dogs – Acht Helden auf vier Pfoten
(Snow Dogs)
USA 2002, 99 Minuten
Regie: Brian Levant

Drehbuch: Jim Kouf, Tommy Swerdlow, Michael Goldberg, Mark Gibson, Philip Halprin
Musik: John Debney
Kamera: Thomas Ackerman
Schnitt: Roger Bondelli
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Cuba Gooding Jr. (Ted Brooks), James Coburn (Thunder Jack), Sisqo (Dr. Robert Brooks), Nichelle Nichols (Amelia Brooks), M. Emmet Walsh (George), Graham Greene (Peter Yellowbear), Brian Doyle-Murray (Ernie), Joanna Bacalso (Barb), Jean-Michel Pare (Olivier), Michael Bolton (Michael Bolton), D. Christopher Judge (Dr. Brooks), Lisa Dahling (Mrs. Yepremian)

Offizielle Homepage: http://www.disney.de/snowdogs
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0281373

Weitere Filmkritik(en):
„Los Angeles Times“ (Gene Seymor):
http://www.calendarlive.com/movies/reviews/cl-movie000004510jan18.story

„San Francisco Chronicle“ (Neva Chonin):
http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2002/01/18/DD185531.DTL


© Ulrich Behrens 2002 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de

33 Bewertungen, 3 Kommentare

  • XXLALF

    05.05.2010, 09:51 Uhr von XXLALF
    Bewertung: besonders wertvoll

    bekannt kommt mir der titel vor, aber gesehen hab ich den film nicht, was jedoch bestimmt kein fehler war und ist. komödien mag ich wohl schon, aber wenn diese in allzu "herbeigezogen" wirken, schalt ich den fernseher ab. bw und ganz liebe grüße

  • campino

    29.04.2008, 23:52 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH - Grüsse, A ndrea

  • Sayenna

    21.12.2006, 17:37 Uhr von Sayenna
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & Kuss :-)