Somali Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Familientauglichkeit:  sehr gering
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Pflegeaufwand:  durchschnittlich
  • Platzbedarf:  gering

Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

Kleine Hauslöwen mit Charme

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer einmal einer Somali tief in die Augen geblickt hat, wird ihrem Charme auf ewig erliegen.
Es sind wahrlich zauberhafte Wesen: Hinter ihrem imposanten Aussehen verbirgt sich ein zarter Charakter mit Biß.
Verliebt habe ich mich in diese Rasse Ende der 70iger Jahre auf einer Ausstellung. Über zehn Jahre hing die Adresse einer Züchterin an meiner Pinwand, bis sie bei einem Umzug verlorenging. Es dauerte weitere 10 Jahre, bis ich durch den \"Zufall\" einer geschenkten Eintrittskarte zur 2. Austellung meines Lebens diese Rasse wiederfand und ein weiteres halbes Jahr, bis mein erster Somalikater bei mir einzog. Leider wurde er nur knapp ein Jahr alt, seine Gesichte erzählt seine Adoptionsmutterkatze Iso in meinem Reiki-Bericht. Mittlerweile teile ich aber mein Leben wieder mit diesen Sklaventreibern (z.Zt. haben mich ein wildfarbener Kater namens Jojo, seine wundervolle Aby-Schwester Lea und seine beiden Nichten Nele und Fine in der seltenen Fellfarbe blau voll im Griff. Na ja, nicht nur mich, sondern meine sechs \"normalen\" Hauskatzen auch...)

Somalis, das sind Abessinier im langen Pelz. Wahrhaft imposante Erscheinungen, mit Löwenkragen, buschigem Fuchsschwanz und witzigen Büschelchen unter den Pfotenballen. Früher unter\'n Tisch gekehrt, wurden sie 1979 endlich (!) eigene Rasse anerkannt. So kommt es, daß eine Somali-Dame doch immer mal wieder kurzhaarige Kinder kriegen kann.

Somalis sind verspielte Kobolde und bleiben es bis ins hohe Alter. Manche apportieren sogar (mein Kater am liebsten zusammengeknülltes (Silber-)Papier, was das Entfernen unnütz gewordener Notizzettel enorm erschwert.) Wenn ihnen kein genehmes Spielzeug zur Verfügung stellt, suchen sie sich selber welches. Da sie sehr neugierig sind, ist nichts vor ihnen sicher. Kugelschreiber, Feuerzeuge, alle glitzernden Dinge in ansprechender Größe werden durch die Gegend gedribbelt (am besten 1 x wöchentlich unter den Schränken alles wieder einsammeln...), offene Schränke, Bodenspalten, Schubladen, Waschmaschinen oder sonstige Behältnisse sollten öfter auf katzenhaften Inhalt kontrolliert werden. Bei meinem Wohnungsumbau vor einigen Jahren verschwanden Lea und Jojo regelmäßig im Fußboden, was einen dreimaligen Zählappell vor dem Einsetzen des letzten Dielenbrettes zur Folge hatte.

Somalis haben einen hohen Bewegungsdrang und sind sehr kletter- und sprungfreudig. Wenn kein entsprechender Kratzbaum in der Wohnung oder Baum im Garten zur Verfügung steht, funktionieren sie halt Türkanten, Schränke, alles, was hoch und halbwegs stabil ist, zur Start- und Landebasis um. Nele z.B. hat ihren Lieblingsplatz in 3,30 m Höhe auf der Heizkörperoberkante, Fine bevorzugt die Türkanten...

Als 150 %ige Vertreter ihrer Art können sie recht dominant sein, allerdings versuchen sie (in der Regel jedenfalls, meine ½ und 3/4-Somalis scheinen da aus dem Genpool ihrer nichtadligen Vorfahren zuviel abbekommen zu haben...) ihre Mitbewohnern durch Witz und Charme zu erziehen. Erst wenn diese sich dafür taub stellen, werden schärfere Kaliber aufgefahren. Gottseidank sind sie nicht nachtragend, so daß Gewitterwolken am kätzischen Himmel ebenso schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. Sie sind sehr gesprächig und diskussionsfreudig. Wehe dem Menschen, der dabei das letzte Wort haben will...
Da sie sich gut mit anderen Katzen vertragen (und eh nicht zur Einzelhaltung gemacht sind, s.o.) lassen sie sich gut in eine schon bestehende Crew integrieren. Aber Vorsicht, in Nullkommanix haben sie die Chefposition ergattert.

Somalis sind trotz ihres längeren Fells sehr pflegeleicht, da sie kaum Unterfell haben. Trotzdem haben sie nichts dagegen, wenn sie ab und zu gebürstet werden. (Ausnahmen bestätigen die Regel..., meine Nele nimmt regelmäßig nach zwei, drei Bürstenstrichen Reißaus, und züchtet lieber Rastalocken...)

Manche Somalis sind etwas magen- und darmempfindlich, das hängt stark von der Zuchtlinie und der Aufzucht ab. Wer keine Lust hat, verkleckerte buschige Höschen, so nennt man das längere Fell an den Hinterbeinen, entweder auszubürsten oder gar abzusschneiden, tut gut daran, nicht zu oft das Futter zu wechseln. Außerdem, bei zu fettem Futter neigen sie zu Durchfall, obwohl sie wegen ihrer Agilität einen hohen Energiebedarf haben und Welpenfutter sowieso am besten schmeckt. Bestens geeignet ist die jeweilige Light-Version der Premium-Futtersorten (Hills, Iams, Royal Canin). Diese sind zwar etwas teuerer, dafür braucht man aber auch weniger davon.

Eine anschließende Warnung: Somalis sind sehr, sehr menschenbezogen und alles andere als Einzelgänger! Wer oft außer Haus ist, weil Schwiegermuttern zu oft ruft oder der Chef ihn auf Dienstereise schickt, sollte ihm/ihr einen kätzischen Gefährten an die Seite stellen oder besser ganz die Finger von dieser Rasse lassen. Manche Tiere sind so eng mit ihrem Menschen verbunden, daß im Krankheitsfall statt Heilung ein Tierklinikaufenthalt das Gegenteil bewirken könnte: von \"ihrem Menschen\" getrennt, besteht erst recht die Gefahr, daß sie eingehen.

Der Preis für eine Somali (mit Papieren) liegt schätzungsweise ab Euro 500 aufwärts (meine aren als \"Bastarde\" billiger, die blauen eh Eigenproduktion), je nach Fellfarbe:
Wildfarben/ruddy - ist ein sattes goldbraun getickt mit schwarz, böse Zungen nennen es auch hasenfarben, die meiner Meinung nach immer noch schönste Fellfarbe
rot/sorrel - hierbei ist das Fell kupferfarben, getickt mit schokoladenbraun, womit sie einem Fuchs sehr ähnlich werden
die selteneren Verdünnungen von wildfarben: \"blau\", eigentlich ein helles creme mit grau und von rot: \"fawn\", pastelliges sorell/rot
sowie die modischen Neuererscheinungen o.g. Farben in silver.
\"Ticking\" ist übrigens Fachchinesisch für die Bänderung des einzelnen Haares. Sieht man sich ein solches mal unter der Lupe an, kann man erkennen, daß das einzelne Haar Zebrasteifen trägt...
Wem das zu edel - oder zu teuer - ist, kann auch versuchen, eine Somali-Mix ergattern, die sind dann preiswerter, aber mindestens genauso lieb, verspielt, verschmust und schlau.

Info:
Interessengemeinschaft Abessinier und Somali im 1.DEKZV, Jungtiervermittlung Peter Forster, Tel./Fax 0511-583184
Des weiteren stehen immer wieder Anzeigen in den verschiedenen Katzenzeitschriften (Geliebte Katze, Our Cats).
Blaue Somalis sind recht selten, wer daran Interesse hat, melde sich bei mir, ich kann dann den Kontakt zur Züchterin von Leas Gatten vermitteln. Ich selbst züchte nicht mehr.

© LeaofRafiki, 02.02.2002 / 02.06.2002

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9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • tobi.birkner

    03.06.2002, 01:00 Uhr von tobi.birkner
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ok ich hab geschnallt was blau bedeutet, ist ne Fellfarbe, aber warum schreibst du als Fakerschutz alles nochmal?