Ahoj-Brause Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Geschmack:
- Grad der Süße:
- Erfrischungsfaktor:
- Eignung zum Durstlöschen:
Erfahrungsbericht von LeaofRafiki
Brausend Auf der Spur der Katze
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vor kurzem machte ich innerhalb kurzer Zeit zwei Entdeckungen, die ursächlich nichts miteinander zu tun haben, jedoch erdreiste ich mich, die beiden miteinander zu verbinden.
So kam es, daß ich, bei schönstem Sonnenschein auf meiner Terrasse saß und
ein Glas mit einer orangenfarbenen Flüssigkeit vor mir sah sowie
ein Buch mit einem noch zu beschreibenden Cover auf orangenem Grund.
Der Inhalt des Glases, der schluckweise meinen Gaumen benetzte, prickelte vorab auf der Zunge.
Der Inhalt des Buches, der wortweise mein Inneres erreichte, schlug mich in Bann.
Die orangefarbene Flüssigkeit, künstlich gefärbt und ebenso süß schmeckend, löste Kindheitserinnerungen aus, die ich längst vergessen glaubte: Sommerdüfte und hinuntergerollte Kniestrümpfe, Kreischen unter dem spritzenden Gartenschlauch, den mein Großvater in der Hand hielt und ein Prickeln in der Nase, als ob ich gleich niesen müßte.
Das Buch hingegen, sehrwohl ein Kinderbuch, versetzte mich in einen Zustand, wie er nur im Traum vorkommen kann: eine Mischung aus Skurrilität und Absurdität, gepaart mit einem unlogischen Schuß Realismus.
Auch in dem Buch kommt eine Großmutter vor, allerdings lebt sie nicht in Berlin, sondern in einer italienischen Stadt. Sie serviert auch keine Brause, sondern eiskalte Cola. Aber auch diese prickelt.
Auf dem Verpackung der Brause, ist ein Matrosenjunge abgebildet - auf dem Buchcover eine Gondel. Aha, Venedig also... Immerhin hat beides mit Wasser zu tun, das man auch raucht, um das Brausepulver darin aufzulösen, allerdings sollte man das Buch nicht baden, das bekommt dem Papier so schlecht.
Ob es diese Brause auch in Venedig gibt? Ich glaube kaum, auch wenn man ihren Namen italienisch aussprechen könnte. Frigeo, oder \"fridjscho\", kling kalt, aber das italienische Wort dafür wäre \"freddo\". Kling wie Fred, also ein Name. Aber der kommt in dieser Geschichte nicht vor.
Die Brause gibt es in vier Geschmacksrichtungen, gelbe Zitrone, orange Orange, pinkfarbene Himbeere und grüner Waldmeister, das Buch hat vierzig Kapitel, leider ohne Überschrift aber alle durchnumeriert. Also alle 4 Kapitel ein neues Tütchen Brause auflösen? Denn genau zehn sind in einer Packung drin. Oder doch wie früher als Kind den Inhalt eines Tütchens in die hohle Hand schütten und mit der Zungenspitze auflecken? Nein, dann wäre ja keine Hand mehr frei, die Seiten umzublättern, außerdem gäbe es eine prächtige Magenverstimmung, also lieber nicht.
Auf der Rückseite der bunten Folienverpackung steht:
das prickelnde Erlebnis
auf der Rückseite des Buches:
\"Wenn es klappt, kannst du mit den Augen von deinem Kätzchen sehen\", hatte Cosimo Dolente gesagt. Und das ist Dantes einzige Chance, seinen kleinen Kater Vergil wieder zu finden, nachdem Dolente gestorben ist. Aber was Dante durch Vergils Augen sieht, verwirrt ihn zusehends. Ein Mädchen wird entführt, sie ist in großer Gefahr, doch niemand scheint sie zu vermissen. Dante folgt beharrlich ihrer Spur und nach einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd steht er vor der absolut verblüffenden Auflösung einer mysteriösen Geschichte!\"
Beides stimmt.
Das Auflösen und Trinken eines Glases Brause braucht nur wenige Minuten, wenn nicht gar Sekunden, je nachdem wie durstig man ist, für das Buch allerdings sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen, es lohnt sich, sowohl der Trinkgenuß wie auch das Lesen!
Leseprobe aus der Szene, in der der legasthenische Dante in der Schule einen Aufsatz schreiben soll mit dem Titel: Erzählt von Eurem besten Freund.
\"Ich schloß die Augen, um mich auf die Aufgabe zu konzentrieren, als mir Vergil einfiel. Was machte mein Kätzchen wohl? Konnte ich schreiben, daß er mein bester Freund war?
Ich hatte noch nicht einmal die Frage zu Ende gedacht, als sich auf dem Rose meiner Lieder ein verschwommener Umriss abbildete. Die üblichen Figuren, die kommen und gehen, wenn man mit geschlossenen Augen zwinkert. Aber dieses Bild stellte sich scharf und gewann eine genaue und anhaltende Form. Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich erkennte, was es war. Aber dann war ich sicher. Es war die Zitze von Tita, prall gefüllt mit Milch!
Es funktionierte! Ich sah das, was Vergil sah! Ich sah, als hätte ich die Augen geschlossen und wäre dort an seiner Stelle. Ich hielt die Lider geschlossen und wartete. Jetzt mußte Vergil sich von seiner Mama losgemacht haben, denn ich sah klar und deutlich den alten Pullover, dann die Ecke der Schranktür. Kurz danach den Zimmerboden, jenen rötlichen venezianischen Boden, den ich so gut kannte, weil ich mich viele Male darauf niedergelassen hatte, um die Katzenjungen anzusehen.
Vergil ging spazieren. Ich sah seine winzigen Vorderpfoten, weiß und verwackelt. Ich sah die Franse des Sessels und eine andere Katze. Vielleicht geht er jetzt in das Studierzimmer, dachte ich. Oder vielleicht auch nicht. Keines der Kätzchen hatte sich bisher so weit vom Schrank weggetraut.
Eine Stimme keifte mir ins Ohr: \"Was tust du da? Du hast noch nicht mal angefangen zu schreiben? Die Zeit läuft ab!\"\" (S.41/42)
Wer nun wissen will, wie es weitergeht und es ist wirklich eine verblüffende Geschichte mit einer überraschenden Wendung, die Wolfgang und Heike Hohlbein oder Michael Ende das Wasser reichen kann, oder wer selbst wieder zum Kind werden und die Brause selber ausprobieren will, muß allerdings auf Spurensuche gehen... Aber ich will man nicht so sein und geb ein bißchen Starthilfe:
Die Ahojbrause fand ich bei Plus, für 0,55 Euro,
das Buch gibt es leider nicht mehr im Handel, aber nicht verzagen, wer sich zu ebay begibt, wird vielleicht im doppelten Sinne fündig werden.
Für die, die lieber auf dem Boden der Realität stehen, hier einige kühle Angaben:
10 Tütchen Ahoj-Brause mit insgesamt 58 g Inhalt, hergestellt vom Frigeo-Werk in Remshalden bei Stuttgart, bestehend aus Zucker, Säuerungsmittel: (L+)Weinsäure Nariumhydrogencarbonat, Süßtstoffe Natriumcyclamat und Saccharin, Aroma, Farbstoffe E160a, E160c, E163 und E141
oder auch Silvana Gandolfi, \"Der Katze auf der Spur\" (Orig. \"Occhio al gatto), Beltz Verlag 1998, 182 Seiten, ISBN 3-407-78315-9
Dem erfolgreichen Finder wünsche ich ein prickelndes Lesevergnügen!
© LeaofRafiki, 08.06.2002
***************************************************
ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick bei regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo seltener bei Ecomments und Griasdi, so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin, ab und an doch wieder bei Yopi und neuerdings bei myopinion24 *grins*
So kam es, daß ich, bei schönstem Sonnenschein auf meiner Terrasse saß und
ein Glas mit einer orangenfarbenen Flüssigkeit vor mir sah sowie
ein Buch mit einem noch zu beschreibenden Cover auf orangenem Grund.
Der Inhalt des Glases, der schluckweise meinen Gaumen benetzte, prickelte vorab auf der Zunge.
Der Inhalt des Buches, der wortweise mein Inneres erreichte, schlug mich in Bann.
Die orangefarbene Flüssigkeit, künstlich gefärbt und ebenso süß schmeckend, löste Kindheitserinnerungen aus, die ich längst vergessen glaubte: Sommerdüfte und hinuntergerollte Kniestrümpfe, Kreischen unter dem spritzenden Gartenschlauch, den mein Großvater in der Hand hielt und ein Prickeln in der Nase, als ob ich gleich niesen müßte.
Das Buch hingegen, sehrwohl ein Kinderbuch, versetzte mich in einen Zustand, wie er nur im Traum vorkommen kann: eine Mischung aus Skurrilität und Absurdität, gepaart mit einem unlogischen Schuß Realismus.
Auch in dem Buch kommt eine Großmutter vor, allerdings lebt sie nicht in Berlin, sondern in einer italienischen Stadt. Sie serviert auch keine Brause, sondern eiskalte Cola. Aber auch diese prickelt.
Auf dem Verpackung der Brause, ist ein Matrosenjunge abgebildet - auf dem Buchcover eine Gondel. Aha, Venedig also... Immerhin hat beides mit Wasser zu tun, das man auch raucht, um das Brausepulver darin aufzulösen, allerdings sollte man das Buch nicht baden, das bekommt dem Papier so schlecht.
Ob es diese Brause auch in Venedig gibt? Ich glaube kaum, auch wenn man ihren Namen italienisch aussprechen könnte. Frigeo, oder \"fridjscho\", kling kalt, aber das italienische Wort dafür wäre \"freddo\". Kling wie Fred, also ein Name. Aber der kommt in dieser Geschichte nicht vor.
Die Brause gibt es in vier Geschmacksrichtungen, gelbe Zitrone, orange Orange, pinkfarbene Himbeere und grüner Waldmeister, das Buch hat vierzig Kapitel, leider ohne Überschrift aber alle durchnumeriert. Also alle 4 Kapitel ein neues Tütchen Brause auflösen? Denn genau zehn sind in einer Packung drin. Oder doch wie früher als Kind den Inhalt eines Tütchens in die hohle Hand schütten und mit der Zungenspitze auflecken? Nein, dann wäre ja keine Hand mehr frei, die Seiten umzublättern, außerdem gäbe es eine prächtige Magenverstimmung, also lieber nicht.
Auf der Rückseite der bunten Folienverpackung steht:
das prickelnde Erlebnis
auf der Rückseite des Buches:
\"Wenn es klappt, kannst du mit den Augen von deinem Kätzchen sehen\", hatte Cosimo Dolente gesagt. Und das ist Dantes einzige Chance, seinen kleinen Kater Vergil wieder zu finden, nachdem Dolente gestorben ist. Aber was Dante durch Vergils Augen sieht, verwirrt ihn zusehends. Ein Mädchen wird entführt, sie ist in großer Gefahr, doch niemand scheint sie zu vermissen. Dante folgt beharrlich ihrer Spur und nach einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd steht er vor der absolut verblüffenden Auflösung einer mysteriösen Geschichte!\"
Beides stimmt.
Das Auflösen und Trinken eines Glases Brause braucht nur wenige Minuten, wenn nicht gar Sekunden, je nachdem wie durstig man ist, für das Buch allerdings sollte man sich etwas mehr Zeit nehmen, es lohnt sich, sowohl der Trinkgenuß wie auch das Lesen!
Leseprobe aus der Szene, in der der legasthenische Dante in der Schule einen Aufsatz schreiben soll mit dem Titel: Erzählt von Eurem besten Freund.
\"Ich schloß die Augen, um mich auf die Aufgabe zu konzentrieren, als mir Vergil einfiel. Was machte mein Kätzchen wohl? Konnte ich schreiben, daß er mein bester Freund war?
Ich hatte noch nicht einmal die Frage zu Ende gedacht, als sich auf dem Rose meiner Lieder ein verschwommener Umriss abbildete. Die üblichen Figuren, die kommen und gehen, wenn man mit geschlossenen Augen zwinkert. Aber dieses Bild stellte sich scharf und gewann eine genaue und anhaltende Form. Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich erkennte, was es war. Aber dann war ich sicher. Es war die Zitze von Tita, prall gefüllt mit Milch!
Es funktionierte! Ich sah das, was Vergil sah! Ich sah, als hätte ich die Augen geschlossen und wäre dort an seiner Stelle. Ich hielt die Lider geschlossen und wartete. Jetzt mußte Vergil sich von seiner Mama losgemacht haben, denn ich sah klar und deutlich den alten Pullover, dann die Ecke der Schranktür. Kurz danach den Zimmerboden, jenen rötlichen venezianischen Boden, den ich so gut kannte, weil ich mich viele Male darauf niedergelassen hatte, um die Katzenjungen anzusehen.
Vergil ging spazieren. Ich sah seine winzigen Vorderpfoten, weiß und verwackelt. Ich sah die Franse des Sessels und eine andere Katze. Vielleicht geht er jetzt in das Studierzimmer, dachte ich. Oder vielleicht auch nicht. Keines der Kätzchen hatte sich bisher so weit vom Schrank weggetraut.
Eine Stimme keifte mir ins Ohr: \"Was tust du da? Du hast noch nicht mal angefangen zu schreiben? Die Zeit läuft ab!\"\" (S.41/42)
Wer nun wissen will, wie es weitergeht und es ist wirklich eine verblüffende Geschichte mit einer überraschenden Wendung, die Wolfgang und Heike Hohlbein oder Michael Ende das Wasser reichen kann, oder wer selbst wieder zum Kind werden und die Brause selber ausprobieren will, muß allerdings auf Spurensuche gehen... Aber ich will man nicht so sein und geb ein bißchen Starthilfe:
Die Ahojbrause fand ich bei Plus, für 0,55 Euro,
das Buch gibt es leider nicht mehr im Handel, aber nicht verzagen, wer sich zu ebay begibt, wird vielleicht im doppelten Sinne fündig werden.
Für die, die lieber auf dem Boden der Realität stehen, hier einige kühle Angaben:
10 Tütchen Ahoj-Brause mit insgesamt 58 g Inhalt, hergestellt vom Frigeo-Werk in Remshalden bei Stuttgart, bestehend aus Zucker, Säuerungsmittel: (L+)Weinsäure Nariumhydrogencarbonat, Süßtstoffe Natriumcyclamat und Saccharin, Aroma, Farbstoffe E160a, E160c, E163 und E141
oder auch Silvana Gandolfi, \"Der Katze auf der Spur\" (Orig. \"Occhio al gatto), Beltz Verlag 1998, 182 Seiten, ISBN 3-407-78315-9
Dem erfolgreichen Finder wünsche ich ein prickelndes Lesevergnügen!
© LeaofRafiki, 08.06.2002
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick bei regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo seltener bei Ecomments und Griasdi, so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin, ab und an doch wieder bei Yopi und neuerdings bei myopinion24 *grins*
9 Bewertungen, 1 Kommentar
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08.06.2002, 19:33 Uhr von tobi.birkner
Bewertung: sehr hilfreichHi, unaufgelöst mag ich Brause noch lieber, aber das ist wohl Geschmackssache Tobi
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