Schierker Feuerstein Kräuterlikör 0,1 l Testbericht

Schierker-feuerstein-kraeuterlikoer-0-1-l
ab 10,55
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  gut
  • Wirkungsgrad:  sehr gering
  • Nachwirkungen:  gering

Erfahrungsbericht von Comte_de_Flandre

Willy Drubes Kräuter-Jünger auf Pilgertour!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein traditioneller Höhepunkt eines jeden Jahres findet seine Wurzeln vor rund zehn Jahren in Form eines unvergessenen Schulausfluges in den Harz. Damals wurden wir armen Jünglinge von der windigen Brockenhexe willenlos gezaubert und anschließend mit Schierker Feuerstein abgefüllt. Böse Zungen behaupten aber noch heute, dass sie in Wirklichkeit eine, für die Herstellerfirma arbeitende, ehemalige KGB-Agentin war und nicht die Brockenhexe herself.

Anläßlich der vorgenannten Begebenheit riefen vier meiner Schulkollegen und ich schon ein Jahr später ein Ereignis ins Leben, welches inzwischen Traditionsstatus erlangen konnte: die alljährliche Pilgertour der Willy Drube Kräuter-Jünger nach Schierke.

Bestens ausgerüstet mit zwei Flaschen Schierker Feuerstein je Mann im Gepäck lösen wir unser Wochenendticket und fahren in seine Geburtsstadt um den Brocken zu erklimmen.



Hier mein Bericht:


Das Produkt
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Die Geschichte des Schierker Feuersteins begann im Jahre 1924 als der in Schierke ansässige Apotheker Willy Drube diesen, ursprünglich nur als ein Mittel gegen Magendrücken gedachten Kräuter-Halbbitter erfand. Schierke ist ein kleiner Ort am Fuße des Brockens im sachsen-anhaltinischen Teil des Harzes. Fährt man mit dem Auto dorthin über Braunlage, kommt man zum Beispiel auch durch reizvolle Orte wie Elend.

Willy Drube war schon ein verrückter Kerl. Zur Hochzeit seiner Tochter ließ er vor seiner Apotheke einen Brunnen aufstellen, aus dem am Hochzeitstag Schierker Feuerstein floss. Irgendwie genial, hat mein Schwiegervater nicht gemacht, aber er ist auch kein Apotheker.

Seine Grabinschrift hat Willy Drube als Preisausschreiben Anfang der 30er Jahre ausgeschrieben.

Diese lautet: \'In dieser Erdengrube ruht Apotheker Drube. Oh Wanderer eile fort von hier, sonst kommt er raus und trinkt mit Dir!\'

Wir besuchen das Grab jedes Jahr und stoßen auf unseren Kräuter-Gott an. Leider ist er noch nie rausgekommen. Wenn doch, wir würden den Brocken wohl nicht mehr bei Tageslicht erreichen.

Der Name des Kräuter-Bitters resultiert neben seinem Ursprungsort auch aus den Feuersteinklippen in Schierke, die ihren Namen aufgrund der rötlichen Farbe des Granits erhalten haben.

Im Jahre 1952 verstarb Willy Drube. Wohlahnend um der politischen Entwicklung zwischen beiden deutschen Staaten verließ Drubes Enkelin Schierke mit ihrer Familie und dem Originalrezept und übersiedelte ins niedersächsische Bad Lauterberg. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Schierker Feuerstein im Westen Deutschlands hergestellt.

Aber auch in Schierke wurde zwanzig Jahre später weiter produziert, nämlich von 1972 an als VEB Schierker Feuerstein. Nach der Wende kehrte man nach Schierke zurück.

Heutzutage wird in Schierke und Bad Lauterberg produziert. Die Kräuteraufbereitung findet weiterhin nach dem geheimen Rezept des Apothekers Drube statt.

Durch entsprechende Promotion - vor allem im Sportbereich - ist Schierker Feuerstein auch inzwischen über niedersächsische bzw. sachsen-anhaltinischen Grenzen hinweg bekannt.

Im Internet ist Schierker Feuerstein unter www.schierker-feuerstein.de zu finden. Hier findet man unter anderem die Geschichte des Likörs, einen Fanshop und Mixvorschläge. Zudem sind Fotos von Apotheker Drube und auch seinem Grabstein zu sehen.


Verpackung / Preis
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Das dunkelrote Etikett mit einem Bildnis des Namensgebers, dem Schierker Feuerstein , ist unverkennbar. Der Kräuterlikör wird in sämtlichen gängigen Flaschengrößen von Spirituosen angeboten. Hier reicht die Palette vom Schlüpferstürmer zu 0,02 l, der sich perfekt fürs Handgebäck eignet bis zur 0,7 l Flasche, die sich - wie bereits erwähnt - in unseren Rucksäcken immer sehr wohl fühlt. Desöfteren habe ich den Schierker Feuerstein auch schon in Flaschen zu 0,35 l in einer Pappverpackung zum Verschenken gesehen.

Die 0,7 l Flasche kostet bei uns so um die EUR 7,66. Ich habe gut in Erinnerung das der Feuerstein in Schierke direkt allerdings immer am teuersten war.

Im Vergleich zu anderen Magenbittern wie Fernet Branca ist Schierker Feuerstein sogar noch ein paar Euro günstiger. Leider ist er selbst im Raum Hannover, was gar nicht so weit weg von Schierke liegt, nicht unbedingt in jedem Laden erhältlich.


Geschmack / Wirkung
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Schierker Feuerstein ist ein herrlich schmeckender Kräuterlikör mit einem Alkoholgehalt von 35%. Beim Trinken spürt man weder ein Brennen noch einen zu scharfen Geschmack. Angenehm gleitet er ölig, weich und wärmend die Kehle entlang. Man merkt förmlich, wenn er im Magen angelangt ist.

Wirkung hat er neben dem sehr guten Geschmack zweierlei: die 35 Umdrehungen sind nicht zu verachten und man muss höllisch aufpassen, da sich der Schierker Feuerstein recht locker wegtrinken läßt. Für den Magen ist er aber insbesondere nach einem fetten Essen ein exzellenter Verdauungsbeschleuniger.

Selbstverständlich bekommt man von übermäßigem Genuß einen ordentlichen Schädel, in Maßen ist er aber äußerst bekömmlich.

Leider verrät auch das Etikett nichts über Inhaltsstoffe und Zusammensetzung.


Fazit
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Unter den Kräuterlikören ist der Schierker Feuerstein mein absoluter Favorit, ich kann ihn uneingeschränkt als Verdauerli und leckeren Umtrunk, um auf besondere Anlässe zu prosten, empfehlen. Auch bei den Mädels erfreut er sich einer großen Beliebtheit.

Preislich liegt er auf einem wirklich akzeptablen Niveau im Hinblick auf die gebotene Qualität.

Besonders heraus zu heben sind sein wohliger weicher Geschmack und seine guten Dienste für einen durch fettes Essen strapazierten Magen.

In diesem Sinne: Laßt uns die Gläser erheben und auf Apotheker Drube anstoßen.



(c) Comte de Flandre im Januar 2003

20 Bewertungen