Sony Cyber-shot DSC-W1 Testbericht

Sony-cyber-shot-dsc-w1
ab 23,43
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Summe aller Bewertungen
  • Bildqualität:  sehr gut
  • Ausstattung:  sehr gut
  • Akkulaufzeit:  sehr lang
  • Bedienkomfort:  sehr gut
  • Verarbeitung:  sehr gut
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Kw02

Sony DSC-W1 - der ideale Hosentaschenknipser!

Pro:

sehr kompakt & edel, sehr schnell, grosses Display

Kontra:

USB-Anschluss gefährlich schwergängig

Empfehlung:

Ja

Vorab:

Meine Digicam-Historie liesst sich wie folgt:
Privat hatte ich die DSC-P30 (3 Jahre, 2 Snowboard-Urlaube lang), die DSC-P8 (1 Monat lang) und nun die DSC-W1. Beruflich benutz(t)e ich die DSC-F505 und die DSC-F717. Ich bin also stark \"Sony-geprägt\". Der Kaufgrund für die W1 waren das Grosse Display, die Verwendung von Mignon-Akkus sowie die schnelle Arbeitsweise der Kamera. Aber der Reihe nach...


Der Karton, und was drin ist:

Die Sony W1 kommt wie immer in einer Verpackung aus Pappe, was ich unter ökologischen Gesichtspunkten sehr löblich finde. Der Lieferumfang ist sehr komplett: Neben der Kamera bekomt man auch gleich 2 hochwertige Mignon-Akkus in Nickel-Metallhydrid-Technologie sowie ein dazu passendes Ladegerät dazu. ein USB-Kabel, ein Audio/Video-Kabel (zum Anschluss der Kamera an den Fernseher), eine Trageschlaufe, ein Memory-Stick (32MB), eine praktische Transportbox für 2 Zusätzliche Akkus, eine CD-ROM mit Treibern & Software sowie die (sehr ausführliche) Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen.


Das Ladegerät - nicht empfehlenswert

Zum mitgelieferten Ladegerät möchte nur kurz anmerken, dass es sich nicht gerade um das hochwertigste Gerät handelt, so dass man sich tunlichst ein besseres Gerät zulegen sollte, möchte man die Akkus längere Zeit benutzen. Brauchbare Kandidaten sind z.B. das HAMA DeltaPro, oder auch das beliebte Accupower 2010. Diese Ladegeräte haben im Gegensatz zu dem von Sony mitgelieferten Modell Mikroprozessorgesteuerte Einzelschachtüberwachung und \"-Delta-U\" Ladeendabschaltung, so dass auch ein vorheriges Entladen entfallen kann.


Es geht los - Kamera betriebsbereit machen

die 2 Mignonzellen werden über eine ausreichend solide Klappe am Boden der Kamera eingelgt und haben auch keine allzu starken Federkräfte, so dass man nicht befürchten muss, dass der Batteriefachdeckel durch zu häufiges Öffnen & Schliessen vorzeitig kaputt geht.
Im Gegensatz zur stabilen Akku-Klappe macht der Verschluss für den Memory-Stick einen etwas flatterigen Eindruck, ich denke mal dass es besser ist den Stick stets in der Kamera zu belassen. Den Kunststoff-Schnappern der Klappe traue ich persönlich nicht allzuviele \"Schnapp-Zyklen\" zu.

Nachdem die Batterien eingelegt sind kann man die Kamera starten. Beim ersten Einschalten muss zunächst einmal das aktuelle Datum sowie die Uhrzeit eingestellt werden, dann kann es losgehen. Das erste, was einem positiv auffällt ist die sehr schnelle Betriebsbereitschaft der Kamera. Vom Einschalten der Kamera bis zum Ausfahren des Objektivtubus und aktivieren des Displays vergehen maximal 2 Sekunden. Der nächste positive Effekt ist das Display: gross, scharf und Hell macht es das Betrachten der Motive zur wahren Freude. Das die Pixelzahl im gegensatz zu kleineren Cybershot-Displays nicht gestiegen ist fällt kaum auf - man betrachtet das Bild nun mit etwas mehr Abstand.
Die Bedienung der W1 ist Sony-Typisch: kenn man eine, kennt man alle. So war es für mich überhaupt kein Problem, mich zurecht zufinden, aber auch Neueinsteiger werden die logische (und komplett in deutsch gehaltene!) Menü-Struktur zu schätzen wissen. So muss man nicht in den \"Play\"-Modus wechseln um das zuletzt geschossene Bild zu betrachten, sondern man drückt einifach das Steuerkreuz nach links und kann auch gleich mit dem \"Mülleimer\"-Knopf auswählen ob man das Bild behalten will oder nicht. Eine wirklich durchdachte Bedienung, die sich auch für Einsteiger anbietet. Die Tasten sind zwar Aufgrund des wenig vorhandenen Platzes (das Display nimmt fast 3/4 des Platzes ein) sehr klein, lassen sich aber präzise und mit guter taktiler Rückmeldung drücken. Das Drehrad auf der Oberseite, mit dem man die Programm-Automatiken auswählen kann und auch in den Play und Set-Up Modus gelangt lässt sich ebenfalls leicht und spielfrei drehen und rastet präzise ein. Der in das Drehrad eingelassene Auslöser lässt sich ebanfalls leicht (aber nicht zu leicht) an- und auch auslösen, meiner Meinung nach perfekt. Der optische Sucher auf der linken Seite ist zwar vorhanden, aber aufgrund fehlender Dioptrien-Anspassung und prallaxen-Fehler (wie bei allen KB-Digicams) eher unbrauchbar.
Der Objektiv-Tubus des Carl-Zeiss Vario-Tessar Ojektives wird von einem Massiven Aluminium-Ring umgeben, der ein Gewinde für optional erhältliche Objektiv-Aufsätz erhält. Ausserdem ist das eingefahrene Objektiv dadurch etwas versenkt und geschützt - clever.


Und die Bildqualität?

Die Bildqualität der gemachten Fotos ist zwiespältig: bei Tageslicht macht die Kamera durchweg gute, farbgetreue, scharfe Aufnahmen, das gleiche beim Blitzbetrieb in kleineren Räumen. Im Dunkeln kommt es trotz des praktischen AF-Hilfslichts ab und zu mal zu Situationen, wo die Kamera nicht korrekt fokussieren kann, was allerdings im Display auch angezeigt wird. Mit etwas Übung (ich fotografiere öfter in Diskotheken) bekommt man das aber in den Griff und weiss, wie man die Kamera einzustellen hat um gute Bilder zu machen. Apropos Einstellungen: diese Kamera richtet sich NICHT an den ambitionierten Fotografen, der Blende, Verschluss etc. manuell einstellen wil sondern stellt eine Reihe von praktischen Programmautomatiken bereit sowie einen Modus, in dem man einige Parameter selber einstellen kann, wenn auch nur in sehr begrenztem Masse. Wer selber \"schrauben\" will sollte sich nach einem anderen Modell umsehen.


das special-Feature: Video in TV-Qualität

Ein sehr interessantes Feature ist die Video-Funktion, die in dieser Kamera zur Höchstform auflaufen kann, wenn man denn den mitgelieferten Memory-Stick durch einen Stick aus der \"Pro\"-Serie ersetzt: nur mit diesem ist es möglich, den \"guten\" Video-Modus zu nutzen, der dann echtes, flüssiges Video in 30 Bildern pro Sekunde in 640x480 Pixeln bietet - absolut TV-Tauglich! mit einem \"normalen\" MemoryStick kann man \"nur\" 16 Bilder pro Sekunde aufnehmen, aber auch in VGA - und auch mit dem sehr guten 16-Bit Ton! Die Aufnahmedauer wird nur durch die Grösse des Speichers begrenzt, aber ein 1GB-Memory-Stick Pro kostet ja weit mehr als die Kamera....


Batterielaufzeit

Was mich verblüfft hat ist die Ausdauer, die die Kamera mit 2 Mignon-Zellen an denTag legt. Ich habe keine genaue Messung durchgeführt, jedoch hält sie mindestens doppelt so lange wie meine alte DSC-P30, die auch mit Mignon-Akkus (2000er) betrieben wurde. Eine wirkliche Glanzleistung - es gibt keinen wirklichen Grund mehr für proprietäre, teure Lithium-Ion Akkus - ausser der pfiffigen Restzeitanzeige bei Sony-Li-Ion-Akkus. Aber die normal Akku-ladeanzeige reicht vollkommen, zumal man die Kamera zur Not auch mal mit normalen Batterien betreiben kann, wenn keine Steckdose in Reichweite ist.


Wo ist der Haken?

So viel Lob - wo ist der Haken? Der einzige wirkliche Fauxpas ist die USB-Schnittstelle an der Kamera. Nein, die Abdeckung durch einen Gummistopfen halte ich für sehr praktisch & sinnvoll, weil sehr haltbar (hatte meine P30 auch...), aber der Mini-USB-Stecker geht dermassen schwer in die Kamera zu stecken und noch schwerer wieder hinaus zu ziehen, dass man meinen könnte, die USB-Buchse reisst gleich aus der Kamera heraus. Da sollte Sony dringend einmal nachbessern, das war bei allen anderen Sony-Digicams besser (weil leichtgängiger). Ich würde Sony vorschlagen ein anderes Kabel zu entwickeln, weil die Umrüstung aller ausgelieferten Kameras wohl doch etwas zu aufwändig sein dürfte. Da die Memory-Stick Abdeckung ja auch nicht gerade die stabilste war verbietet es sich, jedesmal den Stick heraus zu nehmen und vie CardReader die Daten auszulesen.

Ich habe die Kamera für 329 via Online Versand gekauft, auf der Sony Homepage steht als UVP noch 430 EUR.
Die Kamera ist meiner Meinung nach das Geld wert, wenn das Übel mit der USB-Schnittstelle nicht wäre. Bis auf diesen kleinen Fehler hat Sony eine wirklich praktische, hochwertige Taschenknipse geschaffen, die bestimmt viele Freunde finden wird. Als W12 gibt es die kamera auch in Schwarz, dann sind auch zusätzliche Akkus sowie eine Tasche dabei.