Sony Ericsson T610 Testbericht
Erfahrungsbericht von schraddel
Sony Ericsson T610 - auch 'unbranded' immer noch für einen Hit gut!
Pro:
Robust, funktioniert auch unter extremen Umständen, tolerant gegenüber Falscheingaben, MMS-fähig, relativ lange Akkulaufzeit, international nutzbar (GSM 900/1800/1900; GPRS)
Kontra:
Entspricht nicht mehr modernen Standards, insbesondere Kamera-Auflösung
Empfehlung:
Ja
Warum? Weil ich nicht einsehe, weshalb ich für ein vertragsfreies Handy hunderte von Euronen bezahlen soll, oder mich mit einem so genannten "0-Euro-Handy" auf Lebenszeit (na ja, 24 Monate; aber vielleicht sterbe ich ja nächstes Jahr?) an einen Netzbetreiber binden soll.
Und so fiel mir halt ein Sony Ericsson T610 gewissermaßen vor die Füße, bezeihungsweise, der Verkäufer wollte noch 40 Euro von mir. Mit Upload-Software und Datenkabel.
Das fand ich nett, und ich griff zu.
Vom Äußeren her sah das Teil ganz schnuckelig aus; nettes Silbergrau mit aufgedrucktem Vodafone-Logo. Das konnte so bleiben. Muss ja keiner wissen, welche Karte wirklich drin steckt.
Nach einer kurzen Prüfung beim Händler (würde ich jedem empfehlen, der sich ein gebrauchtes Handy auf der Straße kauft!) war klar: Das Ding ist legal und vertragsfrei geschaltet.
Also, Prepaid-Karte von e-plus rein, Gerät eingeschaltet. Netzsuche läuft, und nach ein paar Sekunden zeigt es mir: e-plus d.
Es zeigte mir dann zusätzlich noch den pornografischen Bildschirmschoner des Vorbesitzers, und eine ganz umfangreiche Liste mit Telefonnummern seiner Freunde und Freundinnen, sowie eine mindestens ebenso umfangreiche Liste freigeschalteter Bluetooth-Geräte. Weil, das kann das T610 nämlich sehr gut: bluetoothen, und alle Geräte im näheren Umkreis automatisch erkennen.
Da ich ja kein Schwein bin, habe ich die pornografischen Bildschirmschoner nur ganz kurz studiert, und sie anschließend gelöscht. Mit dem Telefonbuch wurde es allerdings schwieriger; da ich die Telefon-PIN (nicht zu verwechseln mit der PIN für die SIM-Karte!) nicht kannte, musste ich da den Verkäufer nochmal kontaktieren. Mit einem neuen SIM kann man zwar die Nummern "one-by-one" löschen, also jede einzeln; aber das ist bei maximal 500 speicherbaren Telefonnummern (von denen über 200 gespeichert waren) extrem mühsam.
"Telefonnummer" ist übrigens etwas zu lässig ausgedrückt für das, was das Sony T610 kann. Im Menü heißt das "Kontaktdaten"; man kann nämlich zu jeder Person bis zu drei Telefonnummern hinterlegen, die im englischssprachigen Menü die Bezeichnungen "home", "office" und "mobile" tragen. Das heißt, zwei Festnetz- und eine Mobilnummer. Dazu noch eine email-Adresse; aber dazu später.
Das Gute an der Sache ist, wenn man jetzt zum Beispiel eine SMS an "Franz Huber" schicken will, dann schreibt man die auf dem Handy (ob mit oder ohne Textergänzungsfunktion T9, ist Geschmackssache), und wählt den Eintrag einfach aus dem Telefonbuch. Anhand der Vorwahl erkennt das Sony automatisch, dass die Nachricht an die Mobilfunk-Nummer gehen soll, und nach einem Klick auf "Senden" ist das erledigt. Will man hingegen den Franz Huber anrufen, dann wählt man ihn im Telefonbuch, und es erscheinen alle drei Nummern, jeweils mit einem Symbol davor: Häuschen für zuhause, Hochhaus für Büro, und Sendemast für Handy. Mit dem praktischen Joystick in der Mitte unter dem Display wählt man die entsprechende Nummer, und klickt links für "Anrufen".
Der erwähnte Joystick erschien mir anfangs als ein großer Schwachpunkt an dem Gerät; aber da ich es jetzt seit über einem Jahr in diversen Umgebungen (feucht, staubig, innere Jackentasche, hintere Hosentasche, aus Versehen mal draufgesetzt, aus einem Meter Höhe fallen gelassen) bei mir hatte, und der Vorbesitzer es auch schon zwei Jahre nicht sehr pfleglich behandelt hat, hat mich Sony vom Gegenteil überzeugt. DIe Benutzerführung ist sehr einfach und intuitiv; man bewegt den Joystick in vier Richtungen, und klickt auf eine der vier daneben angeordneten Tasten: oben links ist immer "ok", oben rechts ist immer "Auswahl" oder "mehr Optionen"; darunter sind noch zwei, von denen die linke bedeutet "zurück" und die rechte "clear", wenn man den letzten Buchstaben löschen möchte oder sich vertippt hat. Steht ja auch C drauf, ist nicht zu verfehlen.
Das Menü wiederum ist abhängig vom Betreiber; aber ich möchte ja hier spezifisch über ein Ex-Vodafone-Handy schreiben, das Vodafone frei gegeben hat.
Etwas lästig, und ohne größere Tricks auch nicht weg zu bekommen, ist der Hinweis rechts unten im Menü-Fenster auf das Vodafone-live-Portal. Daran, und an ein paar anderen Vodafone-spezifischen Sachen, können nur ausgefuchste Handy-Experten etwas ändern. Das wäre sogar legal, denn vertragsfrei ist vertragsfrei. Ich hatte allerdings keine Lust, per Software und Datenkabel und Internet an dem eingebauten Betriebssystem rumzupfuschen. Was ich wollte, war: Telefonieren, SMS und MMS. (Zu der eingebauten Kamera komme ich gleich; nur Geduld.)
Man höre und staune, natürlich ging MMS zunächst mit der e-plus-Karte nicht, weil das Handy stets versuchte, eine Verbindung zum Vodafone-Server aufzubauen. Ein kurzer Anruf bei der e-plus-Hotline (39 Cent pro Minute; es dauerte keine zwei), und man schickte mir die passenden Telefoneinstellungen per Funk. Das Sony fragte, "Übernehmen?", ich sagte "ja", und keine zwei Minuten später kam meine erste MMS an. Über den e-plus-Server, auf einem Vodafone-Handy.
MMS ist beim T610 ein wenig tricky. Wie oben schon gesagt, es kann Bluetooth und Infrarot, aber man kann nur in begrenztem Umfang Daten austauschen. Das liegt daran, dass es mit seinen vier Megabyte Speicher einfach nicht mehr up-to-date ist, und es unterstützt auch keine Speichererweiterung, wie Memory Sticks, SD-Cards, oder dergleichen. Zudem verwaltet es den Speicher auf eine recht eigentümliche Art und Weise, die sich mir bis jetzt noch nicht ergründet hat: Wenn im Foto-Bereich noch fast 1 MB frei ist, kann es trotzdem vorkommen, dass auf dem Display plötzlich eine Laufschrift (ja!) erscheint, die sagt, der SMS-Speicher wäre zu 80 Prozent voll, und man möge mal ans Löschen denken.
Als Klingelton kann man sich MP3s in begrenzter Länge von überall her laden, was Datenkabel, Infrarot und Bluetooth so zu bieten haben. Als Dreiband-Handy ist das T610 auch einfach unschlagbar; das roamt wild in den Netzen herum, sei es Nord- oder Südeuropa, oder sogar US-Amerika. Ich war mit dem Ding schon in Tschechien und Italien; das ist überall zuhause. Von Vorteil ist es allerdings, vor der Reise den Netzbetreiber zu fragen, wer der billigste Anbieter in dem jeweiligen Land ist, und den dann in die Liste "bevorzugte Netzwerke" ganz vorne einzutragen. Überhaupt ist die Netzwerk-Verwaltung des T610 ganz vorzüglich und einfach zu bewerkstelligen, wenn man erst einmal heraus gefunden hat, dass sie sich im Menüpunkt "GSM-Netzwerke/Erweitert" verbirgt.
Klingeltöne und Fotos können einzelnen Benutzern oder Benutzergruppen zugeordnet werden. Für Benutzergruppen muss man allerdings reichlich fummeln, und was mich stört: Es können nicht mehr als zehn Benutzer zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Es gibt auch (leider) keine Option, zu sagen, wer seine Rufnummer nicht übermittelt, wird abgewiesen. Für einzelne Rufnummern (so auf der Gegenseite die Rufnummernübermittlung an ist) geht das sehr wohl. Unerwünschte Anrufer abzuweisen, geht somit nur eingeschränkt.
Die eingebaute Kamera ist eine Standard-Handykamera der älteren Bauart; sie schafft ca. ein halbes Megapixel. Als Sucher dient das Display, das bei Zimmerbeleuchtung und Sonnenschein sehr gut ist (Kontrast und Helligkeit kann man einstellen). Schnappschüsse von Personen, die etwa fünf Meter entfernt stehen (Hochzeitsgesellschaft) sind jedoch weder MMS- noch druckfähig, auch bei aller Trickserei mit Photoshop nicht. Großaufnahmen (Makro, z.B. Rosenblüte) gelingen ebenso wenig. Für schnelle Schnappschüsse eignet sich das T610 auch nicht, da es bis zu zehn Sekunden dauern kann, bis das Bild in den Speicher übernommen wird, und man dann noch zusätzlich das Speichern bestätigen muss, oder dem Bild einen Namen geben. Die eingebaute Kamera im T610 ist daher weitgehend witzlos, außer man befindet sich in einer günstigen Situation, um von seinem Gesprächspartner ein Foto zu machen. Dafür - und weil man jedem Kontakt ein Foto und einen Klingelton zuweisen kann - eignet sich die Kamera hervorragend; und für mehr wird sie wohl ursprünglich auch nicht gedacht gewesen sein.
Auf die Akkulaufzeit bin ich noch gar nicht eingegangen; ich kann da auch gar keine zutreffenden Aussagen darüber machen. Mein T610 hat noch den Original-Akku des Vorbesitzers, und es ist laufend in Betrieb. Es handelt sich um den original Lithium-Ionen-Akku von Sony, und wenn die Ladeanzeige mal wieder im roten Bereich ist, lade ich mal kurz durch. Sony hat, wie üblich, einen Spezial-Stecker am Ladegerät; man muss also schon darauf achten, dass man das Sony-Ladegerät hat. Standby schafft mein altes T610 so um die vier, fünf Tage; bei heftigem Telefonieren etwas weniger. Ich schätze die Telefoniezeit auf etwa zwei Stunden bei dreiviertel geladenem Akku. Also, was soll ich sagen? Das Ding tut's. Und zwar ziemlich gut.
Beim Kauf eines gebrauchten SonyEricsson T610 solltet Ihr vor allem auf folgendes achten:
- Ist das Ding vertragsfrei geschaltet?
- Gibt Euch der Verkäufer die Telefon-PIN? (Die PIN von Eurer Karte müsst Ihr selber wissen.)
- Ist ein Netzteil dabei?
- Gibt er Euch das Handbuch dazu? (Eventuell kann man es downloaden, www.sonyericsson.com )
Wenn Ihr diese vier Fragen alle mit "ja" beantworten könnt, dann kauft.
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Nachtrag, 26. Oktober 2006:
Mich hat jemand per Mail gefragt, wie die Handy-PIN herstellerseitig lautet. Das ist ganz einfach die 0000, also viermal die Null, so der Vorbesitzer sie nicht geändert hat. - Und, nein, der Sony-Akku ist bis jetzt noch nicht explodiert! ;o)
31 Bewertungen, 9 Kommentare
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28.10.2006, 00:05 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh: )
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19.10.2006, 16:41 Uhr von DarthLuda
Bewertung: sehr hilfreichklasse bericht! ---> sh!
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05.10.2006, 00:37 Uhr von papaonline
Bewertung: sehr hilfreichlg und ein eindeutiges SH papaonline
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28.09.2006, 13:58 Uhr von LilaLisa
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse Lisa :-)
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28.09.2006, 11:15 Uhr von WINNIE24
Bewertung: sehr hilfreichSH!! GLG WINNIE :-)
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28.09.2006, 10:33 Uhr von phobee
Bewertung: sehr hilfreichsh & liebe grüße
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28.09.2006, 10:30 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht
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28.09.2006, 03:28 Uhr von moniseiki
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, alles drin was man man gerne lesen möchte. Liebe Grüße und viel Glück beim nächsten Bericht sendet dir Moniseiki , Ps freue mich auch über gegenlesungen oder neue Berichte von dir!
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28.09.2006, 02:43 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich

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