Sony SLV-SE700 Testbericht

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Erfahrungsbericht von schorschl

Wohl unser letzter Videorecorder

Pro:

gutes Preis-/Leistungsverhältnis, viele Funktionen

Kontra:

bisher keine

Empfehlung:

Ja

0. Einleitung
1. Entscheidungfindung
2. Ausstattung und Funktionen
3. Erfahrungen
4. Probleme
5. Fazit




0. Einleitung

Gibt ein betagter Videorecorder seinen Geist auf, so steht man seit einiger Zeit vor der Frage: Ersatzbeschaffung in Form eines neuen Videorecorders oder gleich der Umstieg auf einen DVD-Player? Vor dieser Entscheidung standen wir Anfang des Jahres 2000. Das Ergebnis war der Sony SLV-SE70.


1. Entscheidungsfindung

Ein DVD-Player hat den Vorteil, dass dieser wesentlich bessere Qualität auf die Mattscheibe liefert, ohne Zweifel kann ein Videorecorder auf Grundlage einer analogen Aufnahme auf einem ½? breitem Magnetband nicht annähernd ein derart scharfes und qualitativ hochwertiges Bild liefern, wie ein Vertreter der digitalen Technik. Aber was nützt mir dieser Vorteil, wenn die neue Technik nicht in der Lage ist, den Videorecorder auch dahingehend zu ersetzen, mal eben die Lieblingssendung bei Abwesenheit aufzunehmen. So sehe ich den DVD-Player mit einer Existenzberechtigung neben dem Videorecorder und nicht statt dessen.

Und so wurde die Anschaffung für die neue Technik vertagt und abermals ein Vertreter der analogen Aufnahme angeschafft. Der Sony kam wegen des relativ günstigen Preises von DM 399,00 in Frage. Weiter waren die Ausstattungsmerkmale und Funktionen ausreichend, schließlich haben wir hier nicht allzu große Ansprüche für ein Videogerät. Auch spielt die Optik eine Rolle, da wir bereits eine Musikanlage von Sony an der für den Videorecorder vorgesehenen Stelle platziert haben, so sollte das neue Gerät in Form, Farbe und Breite auch dazu passen. Nichts sieht schlimmer aus, als Geräte unterschiedlicher Farbe und Breite übereinander.


2. Ausstattung und Funktionen

Öffnet man den Transportbehälter, so erhält man neben dem Gerät eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung in ausschließlich deutscher Sprache. Das Handbuch geht in 84 Seiten auf alle Funktionen des SLV-SE70 ein und erläutert die teilweise schwerverständlichen Funktionen auch mit Hilfe von Grafiken. Neben dem Garantieschein (1 Jahr Garantie) mit einem Servicekontakt, findet man auch eine Kurzreferenz. Mit Hilfe dieser Kurzreferenz in acht Sprachen (u.a. D, NL, F, I, PT, ...) wird einem die Erstinbetriebnahme wesentlich erleichtert, ohne gleich das umfassende Handbuch zu wälzen.

Auf der Frontseite des Gerätes findet man übersichtlich die wichtigsten Funktionen, besonders die kreisförmige Anordnung auf der rechten Seite der Front fällt sofort angenehm ins Auge, hier werden die wichtigsten Funktion (Play, Stop, Vorlauf, Rücklauf, ...) angesteuert. Ansonsten werden detailliertere Funktionen eher auf der Fernbedienung zur Verfügung gestellt. Die Fernbedienung wird mit 2 Mignon-Batterien betrieben und liegt sehr gut in der Hand. Auch hier findet man eine kreisförmige Anordnung der wichtigsten Funktionen. Selten benutzte Funktionen verschwinden hinter einer Klappe, dadurch ist auch die Fernbedienung recht übersichtlich.

Auf der Rückseite des Videogerätes sind überraschenderweise die Anschlüsse für Antenne (in/out), 2x SCART und für eine bessere Tonqualität, Buchsen für den Anschluss an eine Stereoanlage angebracht. Mitgeliefert wird allerdings nur ein Kabel für den Anschluss an die Antenne, SCART- und Audiokabel müssen separat erworben werden. Weiter kann auf der Rückseite durch einen Schalter der Videorecorder auf die Wiedergabe des NTSC-Farbsystemes eingerichtet werden.

Als besondere Funktionen darf das ShowView, Smartlink und die Möglichkeit der Zweikanaltonaufnahme genannt werden. Während ShowView heutzutage keine Spannung mehr erzeugt, vielmehr fast zu Standard gehört, weiss die Mehrheit mit Smartlink nicht sehr viel anzufangen, auch ich zunächst nicht. Smartlink ermöglicht eine interaktive Kommunikation zwischen VC und Fernseher. Als Beispiel sei der Import der Programmspeicher für den VC genannt, welcher mit dieser Funktion vom Fernseher übernommen werden kann. Natürlich muss auch der Fernseher diese Funktion bereitstellen, schließlich handelt es sich hier um einen Dialog.

Auch wirkt sich die OPC-Funktion (Optimum Picture Control) positiv auf die Bildqualität aus. Mit Hilfe dieser Funktion, welche im Menü aktiviert sein muss, stellt sich der Videorecorder auf den Zustand der Videoköpfe und des jeweiligen Bandes ein und damit die beste Aufnahme- bzw. Wiedergabequalität zu gewährleisten. Videoköpfe stellt der Sony 4 und Hifi-Köpfe 2 bereit.


3. Erfahrungen

Wir haben dieses Gerät mittlerweile über 2 Jahre in Gebrauch, die Technik darf wohl als veraltet aber damit auch ausgereift bezeichnet werden. Die Qualität der aufgenommenen Bilder ist sehr zufriedenstellend. Die Aufnahmequalität kann man am besten am Standbild erkennen. Die Aufnahme mit einem Magnetband kann genau genommen nie ein gestochen scharfes Standbild liefern, da das Aufnahmesignal linear abgelegt wird. Im Gegensatz zu einem digitalen Bild werden also keine Standbilder aufgenommen, aber gerade deshalb unterscheiden sich die einzelnen Videorecorder gerade bei der Anzeige eines Standbildes. Testet dies doch einfach mal selbst.

Die Bedienung des Gerätes erfolgt weitesgehend intuitiv, nur selten musste ich die Bedienungsanleitung zur Hand nehmen. Gleiches gilt auch für den Aufbau des Dialogmenüs, ein Navigieren ist Dank logischem Aufbau kein Problem.



4. Probleme

Nach etwa einem dreiviertel Jahr verfing sich ein Videoband im Gerät. Da Band selbst war dadurch nicht mehr zu gebrauchen, allerdings wollte ich den Rest des Bandes nicht mit roher Gewalt aus dem Gerät ziehen. Ich öffnete also das Gehäuse nach Abziehen des Netzsteckers ( ! macht für eine spätere Auszahlung der Rente Sinn) und schaute mir damit auch das Innenleben an.

Durch Herausziehen des Bandes wurde ein Zapfen der Bandführung verbogen, durch Zurückbiegen dessen in eine aufrechte Haltung war das Problem auch schon wieder gelöst. Das Innenleben macht einen sehr rudimentären Eindruck, gegenüber anderen älteren Geräten darf hier von großzügigen Platzverhältnissen gesprochen werden. Der Bandkäfig machte zwar einen stabilen Eindruck, aber der Aufbau dazu war eher filigran.


5. Fazit

Das Gerät darf für den privaten Bereich empfohlen werden, da es gemessen an dem Preis vernünftige Leistung und ausreichend Funktionen liefert. Ob das Gerät im Handel noch verfügbar ist, möchte ich bezweifeln, aber selbst gebraucht ist dieser zu empfehlen. Schätze mal dies wird unser letzter Videorecorder sein, dafür ist die Entwicklung der DVD zu weit und der Sony SLV-SE 70 bis zum nächsten Kauf wohl noch im Regal.


Vielen Dank fürs Lesen und ggf. Bewerten und kommentieren.
Gruß Michael

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Sommergirl

    15.05.2007, 18:05 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Meiner ging auch letztens in die Brüche, ersetzen werde ich ihn wohl nicht mehr