Sony The Getaway (PS2 Spiel) Testbericht

Sony-the-getaway-ps2-spiel
ab 18,53
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  durchschnittlich
  • Wird langweilig:  nach wenigen Monaten
  • Suchtfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von Imperato

The Gateway auf der PS2 den Film nachspielen

4
  • Grafik:  gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  schwierig
  • Wird langweilig:  nach wenigen Wochen
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Spielanleitung:  gut
  • Altersbeschränkung:  ab 16 Jahren
  • Schwierigkeitsgrad:  Fortgeschrittene

Pro:

spannende Story, musikalische Untermalung - Soundeffekte

Kontra:

Steuerung nich ganz durchdacht, manchmal blöde Kamerawinkel, Zwischensequenzen nicht abbrechbar

Empfehlung:

Ja

Cirka 1 Jahr ist The Getaway nun alt, cirka 15 Stunden habe ich seit letzter Woche an dem Spiel gesessen, ausgeliehen von einem Bekannten samt PS2. Allmählich nähere ich mich der Endsequenz und möchte euch nun meinen Testbericht zu diesem PS2 Spiel präsentieren:


><><> Tolles Gameplay: <><><

The Getaway handelt von einem „geläuterten“ Ganoven, der von einem Unterweltboss erpresst wird und dadurch in den Strudel der Gewalt gerät. Im wesentlichen besteht die Handlung daraus, dass man nach einer mehr oder minder schweren Fahrt durch das Verkehrsgewühl von London City an einem Ort landet, an dem man eine bestimmte Aufgabe zu erledigen hat. Nach der Aufgabe geht es dann wieder per Auto weiter bis man am nächsten „Einsatzort“ ist.

Die Einsätze zeichnen sich durch äußerste Brutalität aus. Schon der erste Auftrag, zu dem man erpresst wird, besteht darin ein Restaurant zu stürmen und alle früheren Freunde brutal zu ermorden. Dabei hat man im Wesentlichen drei Möglichkeiten. Entweder man bedient sich zu Beginn (bis man entdeckt wird) einer leisen Art des Tötens, indem man seine Hand von hinten um den Hals des Opfer legt und mit einem deutlichen „Knacks“ - Geräusch das Genick bricht oder aber man stürmt den Laden gleich mit der Pistole und knallt ab, was sich einem in den Weg stellt. Wenn man einen „Gegner“ erschossen hat, der ebenfalls eine Waffe hatte, nimmt der Protagonist diese beim Vorbeigehen automatisch auf. Man hat dann entweder die Feuerkraft zweier Pistolen, oder aber eine Schrotflinte. Auch eine Maschinenpistole kann man mit einigem Glück schon bei der ersten Verfolgung finden.

Allerdings verliert man die gefunden Gegenstände wieder, wenn die Magazine leer geschossen sind, oder eine neue Zwischensequenz eingespielt wird. Aber keine Sorge. Es passiert so gut wie nie, dass man ohne Munition da steht. Wenn einem einer zu Nahe kommt (zur Vervollständigung der Tötungsarten) kann man den Gegnern auch brutal mit der Pistole in der Hand ins Gesicht schlagen. Bei Passanten genügt dabei meist schon ein Schlag um das Lebenslicht auszupusten. Dieser Schlag ist besonders gemein, weil sich der „Held“ dabei auch körperlich erkennbar ins Zeug legt.

Ein wenig unangenehm ist, dass man die Gangster und „bösen“ oft nicht schnell genug erkennt. Meist merkt man erst, dass man in eine „Nest“ des Bösen geplatzt ist, wenn auch schon die ersten Kugeln um die Ohren schwirren. Dann bekommt man oft schon Kugeln ab, wenn man noch gar nicht zur Gegenwehr bereit ist.

Mir persönlich haben die Metzeleien oft nicht so viel Spaß gemacht, wie die tollen Verfolgungsjagden durch London. Denn die Stadt ist nach meiner Erinnerung an die reale Stadt wirklich toll nachempfunden. Und an dieser Stelle ist der Vergleich von The Getaway mit GTA sicherlich berechtigt. Die vielen Autos und das unterschiedliche Fahrverhalten, bis hin zu den Schadensmodellen macht wirklich Spaß. Gar zu aufdringliche Verfolger in Form der Polente knallt man einfach ab.

Was in meinen Augen das Gameplay wirklich stört, ist, dass man die einzelnen Filmsequenzen nicht abbrechen kann. Denn wenn man am nächsten Tag bei einem gespeicherten Spielstand weitermachen will, muss man sich die mehrere Minuten langen Sequenzen auf Gedeih und Verderb ansehen. Ich habe mir angewöhnt einen Snack während dieser Zeit aus der Küche zu holen. Vielleicht gibt es doch einen Trick, wie man das umgehen kann, aber den habe ich noch nicht gefunden.

Wenn der Protagonist an einer Stelle der Handlung stirbt, sei es wegen einem Auto, dass nach zu vielen Kollisionen Feuer fängt, oder weil doch zu scharf geschossen wurde, kann man nach dem Erreichen eines gewissen Status einer Mission oft zu einem späteren Zeitpunkt in die Handlung wieder einsteigen. Also nehmen wir einmal an, man hat sich in der Ersten Mission bereits in den zweiten Stock vorgekämpft, und die Bude in Brand gesteckt, stirbt dann aber an einer Rauchvergiftung, geht es an der Stelle weiter. Gott sei Dank, denn manche der Aufgaben sind wirklich verdammt schwer.
Ergänzend sei noch bemerkt, dass man nachdem man das Spiel durchgespielt hat Bonuslevel warten, die die Story aus Sicht eines Polizisten beleuchten. Und ganz am Schluss kann man auch ohne Verfolgungsjagd durch London fahren. Dann wird nämlich ein so genannter Sightseeing-Level frei geschaltet, mit dem man die Stadt ohne Stress erkunden kann.

><><> Patente Grafik: <><><

Die Grafik ist gut. Aber eben auch nur gut. Sicherlich ist es nett, dass die Lippen einigermaßen synchron mit dem Text sind aber dafür sind etwas ruppige Texturen zu sehen und auch kleinere „Hänger“ an der Tagesordnung. So fallen die Leute, die man per Genickbruch ins Jenseits befördert hat teilweise durch die eigene Figur. Auch befindet man sich manchmal in toten Winkeln, an denen einen zwar die Kugeln der anderen durchsieben, man aber selber einfach festklemmt. Blut spritzt zwar, aber in Maßen und nicht in Massen, aber dennoch ausreichend um das Spiel wirklich brutal wirken zu lassen. Die Stadt, die Gebäude, Bäume und Menschen sind toll gestaltet, wenngleich einige Figuren etwas hölzern wirken. Bestes Beispiel ist die Striptease-Tänzerin in der Kneipe des Helden, die aus zwanzig Metern Entfernung noch ganz sexy wirkt, aber an erotischem Reiz verliert, sobald man Ihr zu nahe gekommen ist. Und das sollte ja eigentlich eher umgekehrt sein, oder?

Alles in Allem ist die Grafik also gut. Viele Details und Kleinigkeiten sind schön gemacht, aber es fehlt in meinen Augen einfach das gewisse Etwas um das Spiel in dieser Hinsicht in den Olymp der Programmierkunst zu heben.


><><> Guter Sound: <><><

Der Sound ist perfekt. Da haben sich die Programmierer nicht lumpen lassen. Musik, Geräusche und Stimmen sind ohne Fehl und Tadel. Das leise „Knack“ beim Genickbruch. Die Geräusche der Waffen, die Sirenen sind stimmig. Nett ist auch das Gimmick, dass man bei seiner Jagd durch London auch ordentlich auf die Hupe drücken kann. An alles wurde gedacht. Handyklingeln, ein „Wupp“ wenn man Menschen überfährt und der Polizeifunk sind stimmig und überzeugend.


><><> Steuerung: <><><

Hier scheiden sich die Geister. Ich finde die Steuerung nicht so besonders gelungen. Klar ist es Blödsinn wenn man behauptet, dass The Getaway durch die Steuerung unspielbar sei. Aber sie ist sicherlich kein Highlight des Spiels. Und das verwundert. Denn es gibt nur eine Handvoll Möglichkeiten, den Helden durchs leben zu führen. Und deshalb ist es eigenartig, dass diese paar Möglichkeiten nicht optimiert worden sind. Ein wenig zu oft bleibt man hängen und rennt dann schizophren Hin und Her. Das hätte man sicherlich besser lösen können. Hinzu kommt erschwerend eine eigenwillige Kameraperspektive, die es eher noch schwieriger macht den Protagonisten ordentlich unter Kontrolle zu bekommen. Anfängern sei gesagt, dass es unbedingt zu empfehlen ist, von Anfang an den Anpirsch-Modus (an der Wand schleichen) zu benützen. Denn an manchen Hindernissen, gerade auf Treppen kommt man sonst nicht vorbei ohne von den Gegnern abgemurkst zu werden.

Bei einem Steuerungsproblem kann man nicht sagen, ob es ein Bug ist oder nicht. Es gibt nämlich eine automatische Zielhilfe. Wenn man also die R1-Taste drückt, zielt man automatisch auf den Gegner. Wenn aber drei Gegner da sind, und man nach dem Ausschalten des ersten die R1-Taste nicht kurz löst, schießt man weiter auf die Leiche des Getöteten. Macht irgendwie keinen Sinn. Oder?

Unangenehm ist auch die undifferenzierte Steuerung der Autos. Nein, klar ich lege keine Wert auf eine Fahrdynamik wie bei echten Autorennspielen. Aber man schafft es fast nicht ohne quietschenden Reifen anzufahren. Das ist besonders unangenehm, wenn man sich aufgrund der Tatsache, dass Polizeistreifen auf der Suche nach einem sind, besonders unauffällig verhalten will. Und oft muss man auch voll in die Eisen steigen, wenn man hinter einem Auto anhalten will, da man leider die Ampeln und deren Lichtzeichen sehr schwer erkennen kann.

><><> Mein Fazit: <><><

Tolles Spiel mit leichten Mängeln. So könnte man es fünf Worten ausdrücken. Aber da ist natürlich noch mehr. Der Titel reißt einen aufgrund der Story mit und man fühlt sich wirklich manchmal wie in einem Film. Wer mit sich hadert den Titel zu kaufen, dem kann ich nur nahe legen: Tu es, denn Du wirst es sicherlich nicht bereuen. The Getaway gehört sicherlich zu den Toptiteln, wenngleich ich nach erfolgreichen Abschluß sicher wieder öfter zu Vice City zurückgreifen werde. Denn die Freiheit die dort habe, habe ich bei The Getaway nicht. Aber ich fühle mich in Vice City eben auch nicht so atmosphärisch in den Film eingebunden. Also kaufen, selbst spielen und sicher sein, dass man einen Toptitel in der Sammlung hat.

Es ist eines der Spiele, dass auch Fans anderer Genres durchaus vom Hocker haut. Und eines ist auch noch zu sagen. Die Story selbst ist einfach verdammt spannend, und wenn man am Abend das Gamepad aus den Händen legt, fragt man sich schon, wie es dem armen Kerl wohl morgen ergehen wird.

Mit freundlichen Grüßen
Imperato

20 Bewertungen