Sony The Getaway (PS2 Spiel) Testbericht

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ab 18,53
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  durchschnittlich
  • Wird langweilig:  nach wenigen Monaten
  • Suchtfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von buckshot

Stiehlt dieser Titel GTA Vice City die Show?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach gut zweijähriger Entwicklungszeit steht The Getaway rechtzeitig zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft in die Läden. Mit einer Mischung aus filmreifer Handlung, knallharter Action und reichlich Vorschußlorbeeren in Sachen spektakulärer Grafik bedacht, geht der Action-Hit in die Vollen.

Bereits die Introsequenz saugt den Spieler förmlich in die Londoner Unterwelt. Ein Schuss reißt den ehemals berüchtigten Kleinkriminellen Mark Hammond aus dem Schlaf. Das Opfer, seine Frau, liegt getroffen am Boden! Jede Hilfe kommt zu spät. Zu allem Übel wurde auch sein Sohn entführt. Aufgrund Fingerabdrücken und dubioser Zeugen am Tatort, steht Mark schnell unter dringendem Mordverdacht. Er selbst vermutet den gefürchteten Paten der Londoner Unterwelt, Charlie Jolson, hinter der Tat. Auf der Flucht vor der Polizei gilt es den Gangsterboss ausfindig zu machen, um seinen Sohn zu befreien und die eigene Unschuld zu beweisen. Genau an dieser Stelle treten Sie auf den Plan. Zündschlüssel eingesteckt, die Verbrecherjagd nimmt ihren Lauf.

Sony`s ehrgeizige Programmierer wollen insgesamt rund 50 Quadratkilometer der britischen Hauptstadt, mit einem Straßennetz von über 150 Kilometern Länge, ins Spiel integriert haben. Die Detailverliebtheit zwischen Hide Park und East End sucht dabei ihres Gleichen. Nicht nur die weltberühmten Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise Trafalgar Square, St. Paul`s Kathedral oder Big Ben, wurden penibel genau nachkonstruiert, nein jede Straßenlaterne, Fish & Chips Imbiss oder Parkbank scheint exakt übernommen. Schade, dass für eine gemütliche Sightseeingtour keine Zeit bleibt. Orientierungssinn, bei Linksverkehr im verwinkelten Straßenlabyrinth, wäre dringend von Nöten. Auf eine eingeblendete Übersichtskarte muss verzichtet werden.

Ähnlich vergleichbaren Titeln, allen voran GTA III, wird der Großteil des Spielgeschehens mit wilden Verfolgungsjagden verbracht. Als Vehikel stehen dazu rund 50 verschiedene Wagenmodelle zur Auswahl, die allesamt mit einem realistischen Schadensmodell aufwarten können. Karambolagen verbeulen nicht nur die Karosserie der Automobile, sondern wirken sich unmittelbar auf deren Fahrverhalten aus. Der Fuhrpark reicht von den typischen Londoner Black Cabs und roten Doppeldecker Bussen über Seat Ibiza, Ford Capri, Range Rover bis hin zu Luxus-Limousinen der Marken Aston Martin oder Bentley. Zu Fuß lassen sich während der Rushhour hartnäckige Verfolger lässig abhängen oder aber stilgerechte Etablissements wie Bars, schummrige Hinterhöfe, Striplokale... betreten. Hier wird der Spieler, während seiner Ermittlungen, immer tiefer in die Story verwickelt und gerät ins Kreuzfeuer jamaikanischer Straßenbanden oder asiatischer Triaden.

Der Handlungsspielraum verspricht nahezu unbegrenzte Interaktion. So beschränkt sich das Gameplay nicht nur auf wilde Verfolgungsjagden, Fluchtaktionen oder Schusswechsel. Umherlaufende Passanten werden als Geiseln genommen, um sie als lebendiges Schutzschild zu missbrauchen. Andere Situationen wiederum erfordern das lautlose Infiltrieren von Lagerhallen und Verstecken, um unbehelligt an wichtige Informationen zu gelangen. Was Sie auch anstellen, alles scheint möglich und wirkt sich umgehend auf`s Geschehen am Bildschirm aus.

In technischer Hinsicht hat sich Studio Soho hohe Ziele gesteckt. So soll The Getaway trotz der immensen Detailfülle in der PAL Version mit konstant 50Hz laufen. Hässliche Nebelbildung erwarten die Programmierer nicht, man spricht gar davon, Hintergrundgrafiken zwei Kilometer in der Tiefe sichtbar zu halten! Damit die Rechenpower der PS2 dabei nicht ständig in die Knie gezwungen wird, bedarf es einer dynamischen Anpassung des Detailgrades. Soll heißen, droht die Hardware ins Stocken zu geraten werden, für die jeweilige Spielsituation unwesentliche, Objekte ausgeblendet oder entsprechend gröber aufgelöst. Spielunterbrechungen durch nervende Ladezeiten begegnen die Entwickler mit dem Streaming-Verfahren1.

Besonderes Augenmerk liegt auf einer lebensechten Darstellung der Charaktere. Neben aufwendigen Motion Capturing Animationen, beeindrucken vor allem Mimik und Gesichtausdruck der Protagonisten. Hierzu entwickelte man eigens eine Engine, die Lippen synchron zu den gesprochenen Silben bewegen lässt. Gepaart mit den unterschiedlichen Akzenten der Gangster aus Indien, China oder den West Indies, entsteht ein atmosphärisch unheimlich dicht inszeniertes Szenario. Fraglich allerdings wie dies in einer deutschen Übersetzung aussehen mag?

Bleibt noch zu erwähnen, dass nach erfolgreichem Durchspielen die Fronten gewechselt werden und rund ein Dutzend Bonuslevels aus Sicht des Ex-Cops Frank Carter bestritten werden dürfen. Aufgrund ungewöhnlich harter Ermittlungsmethoden, wurde dieser Charakter vom Polizeidienst suspendiert, was ihn aber nicht davon abhält Charlie Jolson auf eigene Faust hinter schwedische Gardinen zu bringen.

15 Bewertungen