Sprachschulen / -akademien Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von JustOliver

Hatte mir deutlich mehr erwartet...

Pro:

Unterlagen, Kurs ausschließlich in Englisch

Kontra:

Gruppenzusammensetzung, geringer Gesprächsanteil

Empfehlung:

Nein

Nun, meine Leidenszeit bei meinem derzeitigen Arbeitgeber neigt sich mit der Abgabe der 1. Fassung meiner Doktorarbeit immer mehr dem Ende zu. Aus diesem Grunde wollte ich die letzten Monate schon mal ein wenig nutzen, Schwächen in meinem Qualifikationsprofil ein wenig auszumerzen. Als eine dieser Schwächen musst ich bei meinem Kanada-Urlaub im letzten Jahr mein doch sehr eingerostetes Englisch identifizieren. Zwar ging es noch ganz gut, für den beruflichen Umgang sah ich jedoch Handlungsbedarf. Also wollte ich dies in einem Sprachkurs intensiver angehen. Nach einigem Umschauen kam ich auf Berlitz, die zu den Großen in Deutschland gehörten.

KURZE UNTERNEHMENSINFO
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Berlitz gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Sprachschulen weltweit. Es existiert sein 125 Jahren und hat seinen Hauptsitz in New Jersey. In Deutschland ist Berlitz eigentlich in jeder größeren Stadt mit einer Filiale vertreten. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen im wesentlichen Sprachkurse für die unterschiedlichsten Sprachen, die sich sowohl an Privat- als auch an Geschäftskunden richten. Zusätzlich werden Übersetzungs- und Dolmetscherdienstleistungen angeboten. Wer mehr über das Unternehmen erfahren möchte, kann seinen Wissensdurst unter www.berlitz.de stillen.

ANMELDUNG
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Zunächst suchte ich ein persönliches Gespräch in der Filale in Dortmund, um mich über die Möglichkeiten bei Berlitz zu erkundigen. Hier klärte man mich über die unterschiedlichen Kurse auf. Ein Intensivkurs mit mehrmaligen Stunden die Woche, kam für mich nicht in Frage, da ich nebenher ja noch meine Diss schreiben musste und auch nicht ganz auf private Aktivitäten verzichten wollte. Also wählte ich einen Kurs mit einem Zeithorizont von 7 Monaten. Dies erschien mir angemessen und mit einmal die Woche und zusätzlichen Hausaufgaben sah ich mich einem überschaubaren Aufwand konfrontiert. Mein Fokus lag auf Wirtschafts-Englisch und ich wurde in den Kurs Englisch for the office eingeteilt.
Nun ging es noch darum, meinen aktuellen Stand im Englischen zu eruieren. Hierzu wurde ein kurzer Test gemacht. Test ist schon fast zu viel bezeichnet. Denn es wurden mir 15 Fragen gestellt, die in 10 Minuten abgefrühstückt wurden. Ob man sich basierend auf dieser Einschätzung einen Eindruck machen kann, wage ich einmal kräftig zu bezweifeln.
Kosten sollte mich der Spaß für 96 Unterrichtseinheiten a 45 Minuten 1533,-- Euro. Darin waren Bücher sowie CD-Roms zum Lernen enthalten. Obwohl die Kosten recht hoch waren, meldete ich mich an.
Der Kurs sollte Ende Juni anfangen. Eine Woche vorher teilte man mir dann mit, dass sich der Beginn verschieben würde, weil man nicht genügend Teilnehmer zusammen hatte. Die Gruppe sollte zwischen 4 und 6 Teilnehmer haben. Bislang existierten nur 2. Beginn sollte nun Ende Juli sein. Und dieser Termin wurde auch gehalten.

DER KURS
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Der Kurs baute im wesentlichen auf drei Bausteinen auf. Zum einen wurden grundlegende grammatikalische Inhalte wiederholt, des weiteren wurde das Telefonieren und das Schreiben von Briefen geübt.
In der ersten Stunde meines Kurses musste ich dann erkennen, dass es bei zwei Teilnehmern geblieben ist. Nun, mir war das grundsätzlich recht, bot dies doch Gelegenheit, aktiv am Unterricht teilzunehmen und so wirklich was von dem Kurs abzubringen. Der Lehrer war Südafrikaner, der in den USA aufgewachsen war. Von vornherein wurde durchweg Englisch gesprochen. Die ersten beiden Stunden (es wurden immer Doppelstunden unterichtet), waren auch durchaus interessant, man hat viel gesprochen und ich freute mich bereits auf den weiteren Kursverlauf. In den folgenden Stunden stießen zwei neue Teilnehmer zu uns, was grundsätzlich noch nicht negativ war. Schlecht war jedoch, dass diese meines Erachtens nicht annähernd das Niveau hatten, das wir beiden ersten Teilnehmer hatten. Dies offnebarte sich nicht nur in eklatanten Vokalschwächen sondern auch in einer kaum existierenden Grammatik. Die folgenden Stunden sollten dann jedoch noch einigermaßen erfolgreich über die Bühne gehen. Nicht zuletzt deshlab, weil ich zweimal alleine Unterricht hatte, weil die anderen Teilnehmer abgesagt hatten und bei weiteren Stunden jeweils einer der beiden Bremser fehlte, so dass insgesamt doch ein gutes Vorankommen zu konstatieren war. Dies änderte sich jedoch, als alle Teilnehmer regelmäßig anwesend waren. Hier wurde der Kurs richtig in die Länge gezogen. So wurde über einen Text, der max. ¾ einer DIN A 5 Seite füllte, 45 Minuten lang gesprochen, um sicherzustellen, dass alle ihn verstanden hatte und um etwaige Vokabelfragen zu klären. Hierbei wurden Vokal wie „streaming“ diskutiert. Für mich und den Teilnehmer, der seit der ersten Stunde dabei war, war das Langeweile pur, da ich weder Probleme mit dem Verständnis des Textes hatte noch irgendeine Vokabel darin nicht kannte. Diese Vorgänge wiederholten sich, so dass ich zunehmend sauer wurde. Schließlich ist das ja schon nen Batzen Geld und dafür möchte ich dann auch vernünftigen Unterricht.
Nach einer Weile sprach ich das Problem bei der Leitung der Niederlassung an. Ich sagte ihr, dass ich den Eindruck hätte, dass die beiden Nachzügler nur in den Kurs aufgenommen worden seien, um den Kurs voll zu machen. Sie verneinte dies jedoch und ging auf diese Kritik nicht ein. Somit habe ich nun meinen Kurs gekündigt, da ich so zwar noch zwei Monatsraten bezahlen muss, aber immerhin ein bisschen Geld sparen kann, um vielleicht einen vernünftigen Sprachkurs nachzuschieben.

NEGATIVES
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Negativ war schlicht die Zusammensetzung des Kurses. Hier wurden unterschiedliche Leistungslevel blindlings zusammen gewürfelt, was schlicht dazu führte, dass die Leistungsfähigeren deutlich ausgebremst wurden.
Unglücklich fand ich auch, dass der Gesprächsanteil deutlich zu gering war. Zu Beginn der Stunde wurde ein wenig über die vergangene Woche geplaudert, das war jedoch alles. Hier finde ich jedoch, dass man hieraus am meisten lernt. Mir haben die beiden Einzelstunden am meisten gebracht, weil der Trainer meinen Erzählungen zugehört hat. Nach 15-20 Minuetn Gespräch wurden dann die Fehler diskutiert und mit konkreten Übungen angegangen. Dies ist in der Gruppe nicht mehr gemacht worden.
Die Technik, die zur Unterstützung eingesetzt wurde, war schlichtweg veraltet. Die Kassatenrekorden funktionierten teilweise nicht, so dass wertvolle Unterrichtsminuten damit vergeudet wurden, neue Geräte, die funktionierten zu suchen. Moderne Medien, wie CDs oder CD-ROMs waren unbekannt.
Die Aussagen des Lehrers gingen meines Erachtens teilweise an der Realität vorbei. So meinte er beim Verfassen eines Briefes, dass die Form nicht so wichtig sein. Wenn er an einen Freund schreiben würde, würde das eh nicht so aussehen, wie wir das hier lernen. Netter Einwand, nur wollte ich ja nicht lernen, wie ich Briefe an einen Freund schreibe sondern wie ich Business-Briefe schreibe. Der Kurs hier schließlich „English for the office“.

POSITIVES
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Nun will ich nicht alles schlecht machen. Gut sind auf jeden Fall die Lehrbücher und die CD-ROMs, die mann bekommt. Hiermit kann man gut eigenständig arbeiten. Die Dinge sind weitgehend selbsterklärend und ich kann sie auch nach meiner Abmeldung gebrauchen.
Gut ist auch, dass die ganze Zeit Englisch gesprochen werden musste, obwohl das wohl selbstverständlich ist.
Positiv ist auch zu beurteilen, dass man außerhalb der eigenen Stunden in einen Computerraum bei Berlitz gehen konnte und hier eigenständig ergänzende Übungen machen konnte, bei denen man auch betreut wurde. Für Berufstätige sind die hier angebotenen Zeiten jedoch weitgehend unerreichbar.

FAZIT
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Nun, es dürfte klar sein, wie mein Fazit aussieht. Ich kann nur jedem empfehlen, sich bei anderen Anbietern umzuschauen. Ich hab von Berlitz die Nase ziemlich voll. Das zusammenwürfeln unterschiedlicher Niveaus ist schlicht schlecht und Verarsche am Kunden. Sollte dennoch jemand sich für Berlitz entscheiden wollen, so sollte er auf jeden Fall das Individualtraining nehmen, da hier solche Fehler, wie ich sie beschrieben habe, nicht passieren können.

30 Bewertungen, 2 Kommentare

  • hjid55

    23.05.2007, 21:47 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • campimo

    01.03.2007, 20:02 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

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