SQUARE ENIX Final Fantasy X-2 (PS2 Spiel) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  sehr gut
  • Sound:  sehr gut
  • Bedienung:  sehr einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von denjuandemarco

Sexy Modenschau

Pro:

Abseits der Hauptstory viel Bewegungsfreiheit, wunderschöne Kostüm-Verwandlungen, leichte Handhabung

Kontra:

Missglücktes Wagnis: Stilbruch entpuppt sich als klassisches Eigentor, oberflächliche Story, Identifikationsprobleme mit Charakteren, viel zu leicht, nicht selten sogar langweilig, viel zu kurze Haupthandlung

Empfehlung:

Ja

Beim Klang des Namens „Final Fantasy X-2“ klopfte schon lange vor der Veröffentlichung nicht nur so manches Rollenspielherz höher. Auch so manch ein Liebhaber eines anderen Genres zollte in der Vergangenheit jener RPG-Serie Respekt. Die Erwartungshaltung war jedenfalls extrem hoch, der Hype im Vorfeld nicht gerade gering, bedenkt man (bis auf die allerdings schlechte Pal-Anpassung) das herausragende Spielerlebnis, welches uns der „Vorgänger“ Final Fantasy X beschert hatte. Diese „X-2-Variante“ sollte von der Story her sogar eine Art Fortsetzung, allerdings allein drei junge Damen im Vordergrund stehen. Offensichtlich wurde dabei ein bedeutendes Gewicht auf den Faktor „möglichst viel Sex Appeal“ gelegt, worauf einige Screenshots im Vorfeld schließen ließen. Letztlich waren es insbesondere die zahlreichen und in der Tat umwerfend gut in Szene gesetzten Verwandlungen, die in optischer Hinsicht für Begeisterung sorgen konnten? Das Schlimme allerdings: in punkto Spannungsgehalt der Story, Identifikationsgrad mit den drei Heldinnen, Tiefgang, Spielumfang und Schwierigkeitsgrad wird uns Unterdurchschnittliches geliefert! Kaum zu glauben aber wahr: Rollenspielfans fühlen sich nicht nur unterfordert und können sich mit zunehmender Spieldauer wiederholten Gähnanfällen nicht erwehren, sondern sind im Grunde froh, wenn sie dieses Abenteuer so schnell wie möglich brav durchgespielt haben. Spätestens nach fünf bis sechs Stunden wird es Gewissheit: wir haben es mit dem oberflächlichsten Abenteuer der Final-Fantasy-Serie zu tun. Trotz vereinzelter altbekannter Stärken (speziell Optik und Handhabung) saust dieser PS2-Titel aus dem Jahr 2004 beängstigend rasant ins Mittelmaß. Was für einen Spross aus der FF-Familie eine mehr als nur mittelschwere Katastrophe darstellt.


Drei hübsche Heldinnen, mit denen man aber trotzdem nicht warm wird

In Zeiten, in denen Fernsehsender zweifelhaften Niveaus wie RTL, VIVA, MTV und 9Live zweifelhaften Ruhm erlangen, dürfte angesichts der geringen Zielgruppe sowohl die Story an sich als auch die Art der Präsentation gar nicht einmal so ein großes Wagnis darstellen. Doch nicht jeder (mich mit eingeschlossen) wird sich mit dem zu sehr auf die Popmusik-Szene zugeschnittenen Ambiente anfreunden können. Um Gottes Willen überhaupt nichts gegen jene Musiksparte und auch grundsätzlich nichts gegen obengenannte Fernsehunterhaltung, doch in einem Final-Fantasy-Teil halte ich dies für absolut deplaziert. Die Wurzel allen Übels liegt allerdings darin begründet, dass Ihr die geführten Dialoge hinsichtlich ihres Gehalts durchweg vergessen könnt: diese sind nicht nur oberflächlich und wirken phasenweise aufgesetzt und überdreht, sondern kommen nicht selten albern rüber und lassen arg daran zweifeln, dass nur eine der drei Damen eine Chance hat, in die Nähe eines dreistelligen IQs zu kommen. Vor allem die Hirnkapazitäten von Yuna und Rikku werden nicht annähernd ausgereizt, so scheint es, und das ist noch milde ausgedrückt. Paine macht einen etwas erwachseneren Eindruck und vermittelt von den drei Protagonistinnen noch den sympathischsten Eindruck. Soweit zur Identifikation mit den Protagonistinnen: sie ist sehr, sehr gering. Und das ist bei einem Rollenspiel besonders übel.


Zweifellos interessanter Beginn

Zunächst beginnt alles vielversprechend. Gut zwei Jahre sind nach dem Sieg über die monströse Tötungsmaschine Sin aus Final Fantasy X vergangen und Yuna dank ihrer außergewöhnlichen magischen Kräfte inzwischen zu einem sogenannten Hohen Medium avanciert. Zwei Jahre voller Ruhe und Frieden auf der malerischen Insel Besaid, Harmonie und Besinnlichkeit wohin man auch nur schaut. Und trotzdem: so richtig zur Ruhe gekommen ist Yuna dennoch nicht, trauert sie schließlich ihrer großen Liebe, Tidus, immer noch hinterher, welcher am Ende des letzten Teils verschwand. Seitdem fehlt von ihm jegliche Spur. Aufgegeben hat Yuna ihn nicht. Und dies ändert sich erst recht nicht, als sie eines Tages von Rikku aufgesucht wird, die ihr einen Bild-Sphäroiden zeigt, auf dem ein junger Mann kurzzeitig zu sehen ist, der Yunas großer Liebe zum Verwechseln ähnlich sieht. Sollte er es wirklich sein? Dies lässt Yuna überhaupt keine Ruhe, sie entledigt sich ihrer Priesterklamotten, zieht sich einen sexy hexy Minirock an, greift sich ihren Stab und schwingt ihn wie... ach, lassen wir das besser... auf jeden Fall fackelt sie nicht lange und macht sich auf die Suche bzw. eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse.

Zusammen mit der (zu) flippigen Rikku und der (angenehm) sarkastisch angehauchten Paine und (leider) auch mit dem absoluten unlustigen „Brüderchen-Paar“ an der Seite, macht sich das „Möwenpack“ (so der wenig beeindruckende Name der Helden-Truppe) auf die Socken. In der Folgezeit gibt es einen wahren Rausch an Kostümwechseln, denn die drei Ladys zaubern ein sehr nett anzuschauendes Outfit nach dem anderen auf das Parkett. Ganz unabhängig vom persönlichen Geschmack und bezüglich der Einstellung zum restlichen Spiel muss angesichts der teils atemberaubenden Performance zumindest in dieser Hinsicht der Hut gezogen werden. Leider handelt es sich hier um das einzige überragende Highlight dieses ansonsten enttäuschenden Rollenspiels.


Zweifellos ernüchternder Mittelteil

Denn in diesem stellen wir fest, dass uns die Story nicht so recht zu fesseln vermag, das uns das größtenteils sehr kindische Gequatsche mit zunehmender Spieldauer nervt und wir für den Fall, dass wir uns einmal für ein paar Stunden hochgelevelt haben, den Feinden haushoch überlegen sind. Das Kampfsystem an sich ist vielseitig und interessant, die unzähligen Kostümwechsel durch den Erwerb und dann Einsatz der entsprechenden Sphäroiden ein Genuss, die Handhabung ein Kinderspiel und aufgrund der sehr guten Menüführung und durchdachten Steuerung selbst für Neulinge leicht zu verstehen, doch was nutzt dies alles, wenn Spannungsgehalt, atmosphärische Dichte und die Identifikation mit dem uns Präsentierten mehr abstößt als anzieht? Herzlich wenig. Zumindest für die Rollenspiel-Fangemeinde, die sehr viel Wert auf eine spannungsgeladene und abwechslungsreiche Storyline mit markanten Charakteren und nicht zuletzt auf Spielwitz und Humor legt, ist dies viel zu wenig. Fast schon ein Schlag ins Gesicht.

Die ganze Zeit über wird man das unangenehme Gefühl nicht los, dass hier viel an optisch effektreichen Verwandlungen gebastelt wurde, ein bisschen Sex-Appeal und flippige Pop-Musik-Einlagen hinzugefügt wurden und der Rest eigentlich schrecklich egal gewesen sein muss. Von der Bezeichnung einer „liebevollen Umsetzung“ ist Final Fantasy X-2“ meilenweit entfernt. Stattdessen dominiert ein Gameplay, dass von Möchtegern-Witzen durchzogen ist und andauernd komisch sein möchte, dass es einem schon äußerst schnell richtig schlecht wird. Noch wesentlich schlimmer als beispielsweise der krampfhaft peinliche „Comedy“-Spaß im deutschen Fernsehen, der aus unverständlichen Gründen seit wenigen Jahren eine feste Größe zu sein scheint. Kurzum: nicht witzig, nicht spannend, nicht mitreißend, nicht motivierend: das ist hart und eines Final-Fantasy-Teils eigentlich nicht würdig. Darüber hinaus existieren Unmengen an Zwischensequenzen, die uns mit Gesangs- und Tanzeinlagen unserer drei weiblichen Superstars „beglücken“, was für den Großteil von uns (mich mit eingeschlossen) bedeutet, dass wir noch mehr Abstand zu den Heldinnen nehmen. Und dies trotz ihrer offenkundigen weiblichen Vorzüge.


Schlappes Finale als trauriger Höhepunkt

Ich für meinen Teil kann mich nicht daran erinnern, eine solche Lachnummer als Endkampf erlebt zu haben. Oder mein Gedächtnis lässt mich möglicherweise im Stich, doch wie dem auch sei: es ist schon grotesk, wie locker flockig sich das Ende gestaltet, von einem „finale furioso“ kann wahrlich nicht die Rede sein. Den Schwierigkeitsgrad als „niedrig“ zu bezeichnen, ist noch zu soft ausgedrückt, so traurig dies auch klingt, lediglich „sehr niedrig“ trifft es genau. Einzige Ausnahme: macht Ihr Gebrauch von der Möglichkeit (und dies kann ich jedem von Euch wärmstens empfehlen, will er nicht völlig einschlafen!), abseits des Haupthandlungsstranges Jagd auf seltene Schätze zu machen, kommt Euch der ein oder andere Obermotz in die Quere, der sich den Namen dann auch wahrlich verdient hat. Wer hier nicht einen hohen Level an Erfahrung erreicht, top ausgerüstet und über mächtige Offensiv-, Defensiv- als auch Heilzauber verfügt, hat blitzschnell verspielt: Game Over. Doch wirklich nur dann kommt Ihr ins Schwitzen, im Vergleich zu den Gegnern, die uns in der hauptsächlichen Story begegnen, herrscht mehr als nur ein Klassenunterschied.

Enttäuschendes Zwischenergebnis: möchte man den Abspann sehen, lässt sich dies ziemlich schnell bewerkstelligen, auf die meisten Spezialtalente kann nämlich verzichtet werden und trotzdem die feindliche Horde in Grund und Boden gezaubert werden. Es tritt jedenfalls ein Job-System zu Tage, welches sehr umfangreich ist, unter anderem können sich die Ladys in Pistolenschützin, Bestienbändigerin, Samurai, Ninja, Kriegerin, Diebin und einige Klassen mehr verwandeln. Solltet Ihr pro Person tatsächlich sämtliche Sphäroiden einer Kategorie erbeutet und angetestet haben, wartet schließlich ein supa-dupa Spezialkostüm auf die entsprechende Heldin. Sehr nett und sehr hübsch, keine Frage, doch absolut nutzlos, da wir aller Voraussicht auch das letzte Drittel von Final-Fantasy X-2 in deutlich schwächerer Verfassung problemlos gemeistert hätten.

Was eigentlich interessant ist, aber angesichts der chronischen Übermacht dem Feind gegenüber es noch leichter macht: das Kombo-System. Stimmt nämlich das Timing bei der Eingabe der Befehle, schließt sich die Attacke einer Heldin der ihr vorausgegangenen nahtlos an, der Schaden wird quasi multipliziert und katapultiert sich in ungeahnte Höhen, der Feind in der Regel (noch) chancenlos(er). Nach einer gewissen Zeit erkennen wir, dass sich auf diese Art und Weise längere Ketten an Komboattacken verbinden lassen, die in der Summe den Feind in Windeseile in seine Einzelteile zerlegen. Schneller als dieser gucken kann, ist er auch schon Vergangenheit. Das Ergebnis: anfangs interessant, da sehr effektreich in Szene gesetzt, später hingegen langweilig, da chronisch unterfordert. Im Übrigen bleibt zu sagen, dass man nicht unbedingt ein Meister der feinmotorischen Künste sein muss, um mit etwas Übung mächtige Angriffsvarianten starten zu können, überhaupt wird uns die Ausführung leicht gemacht. Schade eigentlich, denn grundsätzlich ist die taktische Komponente in den Kämpfen nicht zu übersehen, sie spielt leide letztlich nur keine Rolle mehr, da es an Herausforderungen mangelt. Ebenso schade: die Zufallskämpfe gibt es immer noch am laufenden Band, alle paar Sekunden taucht aus dem Nichts ein neues feindliches Subjekt auf, da müssen wir wohl oder übel durch.


Ungewöhnliches

Und dies meine ich ausnahmsweise wertneutral. Im Gegensatz zu früheren Abenteuern bildet ein Luftschiff unsere Einsatzzentrale, von dem wir aus in der Folgezeit die Schauplätze via Übersichtskarte ansteuern. Je nach Fortschritt der Story öffnen sich uns die Orte, wobei uns deutlich angezeigt wird, an welchen Orten es „brennt“ bzw. wo zu erwarten ist, dass es in der Story weitergeht. Dies müssen wir aber keineswegs tun, sondern genießen einen spielerischen Freiraum, der uns die Wahl lässt, an welcher Stelle wir uns austoben möchten. Neue Feinde, verborgene Schätze, Geld und natürlich die heißbegehrten Erfahrungspunkte sind es, die dafür sorgen, dass wir des Öfteren weit weg vom eigentlichen Hauptstrang aufschlagen, zumindest gilt dies für diejenigen, die sich trotz des enttäuschenden Spielverlaufs nicht schocken lassen und trotzdem möglichst alles aus diesem RPG rausholen wollen. So wie meine Wenigkeit.

Orientiert man sich hauptsächlich an der Hauptgeschichte, so werden uns die Lokalitäten aufgezeigt, an denen uns nach erfolgreicher Bewältigung der Missionen oft ein weiterer Bild-Sphäroid erwartet, der durch seinen Inhalt möglicherweise (aber eben nicht immer) Aufschluss über den Verbleib von Tidus liefert. Zudem bergen diese oft wichtige Infos, welche in der Lage sind, wertvolle Erinnerungen in unseren Heldinnen wachzurufen und nicht zuletzt so erst neue Spezialtalente (und somit auch Kostüme) ans Tageslicht rücken. Wer hier einen Sammeltrieb entwickeln kann, der freut sich zumindest in diesem Punkt über einen kleinen Suchtfaktor, der dann halbwegs bei Laune halten kann. Ähnliches gilt für die Minispiele, wobei insbesondere das Kartenspiel „Sphäro-Break“ den Interessierten sehr lange bei der Stange halten dürfte. Weitere Details erspare ich mir aber jetzt, dies würde nur ausufern, den Bericht unnötig in die Länge ziehen und ist schließlich auch nicht so bedeutend. Zu guter letzt gibt es auch einige Sprungpassagen und Kletterpartien zu meistern. Nein, keine Panik, es handelt sich nicht um solche, die wir in einem Jump and Run vorfinden würden, vielmehr handelt es sich um eine halbautomatische Steuerung, die dafür sorgt, dass keine Komplikationen auftreten. Wieso diese dann allerdings überhaupt vorkommen mussten, kann ich aber auch nicht beantworten. Das bleibt womöglich ein Geheimnis des Entwicklerteams von Square.


Kein Geheimnis hingegen: lasst Ihr Nebenquests bzw. Bonusmissionen partout links liegen und konzentriert Ihr Euch auf den Hauptstrang, ist es nicht unmöglich, in 25 Stunden durch zu sein. Das ist übel. Zwar werden echte RPG-Freaks (vielleicht) alle Bonusspiele Nebenschauplätze usw. absolvieren wollen, um möglichst nahe an der 100%-Grenze zu sein, doch bin ich mir nicht sicher, ob selbst Final-Fantasy-Fans sich das wirklich antun werden. Zu groß dürfte die Enttäuschung über den sehr gewöhnungsbedürftigen Stilbruch sein und erst recht bezüglich der chronischen Unterforderung und natürlich auch der sehr schwachen Story. Spielumfang und Langzeitmotivation sind daher wirklich nur Trumpf, wenn die angebotenen Parallelstränge wirklich ihren Reiz versprühen. Und genau das ist fraglich und zumindest Geschmackssache. Ein „Muss“ jedenfalls definitiv nicht.


Wechselbad der Gefühle

So oder so ungefähr sieht es aus, blicke ich zurück auf die mir insgesamt dargebotene Grafik-Performance. Über jeden Zweifel erhaben ist die Top-Qualität der Verwandlungsszenen, überhaupt keine Frage, diese gehören zum Feinsten, was die PS 2 zu bieten hat. Ähnliches gilt hinsichtlich der Zwischensequenzen, die erneut hochauflösend daherkommen, feine Animationen und eine ansehnliche Mimik der Heldinnen inklusive sehr wohlgeformter Modelle vorweisen können. Licht- und Schattenspiele, Spiegelungen im Eis oder im Wasser, Feuer, Rauch und Nebel: alles wunderbar. Beziehungsweise alles wie (in FF X) gehabt. Der ein oder andere nett in Szene gesetzte Schauplatz, den wir schon aus dem Vorgänger kennen, zaubert ein wohliges Gefühl beim Betrachter hervor, soweit so gut. Doch dann? Wieder kein 60-Hz-Modus. Erneut Gebiete, die in qualitativer Hinsicht (Texturierung, Auflösung) im Vergleich zu anderen stark abfallen. Manche Hintergründe sehen sogar nur dahingeklatscht aus und sind ein klares Zeichen für eine schludrige Präsentation. Und schließlich die Pal-Balken: wieder einmal sind sie da und zudem leider nicht zu übersehen. Dicke schwarze Balken oben und unten am Bildschirmrand, Hilfe! Netterweise wurde diesmal an das Breitbild in 16:9 gedacht, doch wer von uns darauf nicht zurückgreifen konnte und mit dem herkömmlichen 4:3 vorlieb nehmen musste, der schaut im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre: gut 1/3 des Gesamtbildes nehmen die schwarzen Balken sicher ein. Kleiner Lichtblick: diesmal stimmen die Proportionen deutlich eher als noch bei FF X, insbesondere haben wir hier bei FF X-2 nicht mit überaus breiten Gesichtern zu „kämpfen“, wenigstens etwas. Ein unbefriedigendes Gefühl bleibt dennoch. Die Bezeichnung „Schlamperei“ ist hier wahrscheinlich nicht fehl am Platze.


Geschmacksnerv getroffen

Die Frage ist nur, welchen? Lauschen wir den Musikstücken, den Soundeffekten und insbesondere den stark vertretenen Gesangs- und Tanzeinlagen, so weiß man zunächst nicht, ob man lachen oder weinen soll. Mit zunehmender Spieldauer dürfte sich aber die Miene der Meisten unter uns verfinstern. Überdreht, albern, übertrieben flippig, peinlich, lachhaft wie auch immer: in diesem Fall waren die Entwickler offensichtlich zu mutig. Viel zu mutig sogar. Der starke Popmusik-Einschlag passt einfach nicht zu einem Fantasyrollenspiel. Das Experiment ist missglückt, meine Meinung jedenfalls. Geschmack hin oder her: da der Musikstil immer nur in die eine Richtung geht, nerven die Discostücke mit der Zeit erheblich, viele von uns werden möglicherweise sogar aggressiv. Nett, dass fetter Surroundklang aus den Lautsprechern ertönen darf, doch so richtig scharf dürfte ein Großteil von uns darauf gar nicht sein. In den Kämpfen selber sieht es hingegen weitaus besser aus: hier werden die zahlreichen grundverschiedenen Manöver, Zaubersprüche, Verwandlungen etc. akustisch sehr gut und vor allem stimmungsvoll untermalt, glasklare und sehr abwechslungsreiche Klänge dominieren das Bild. Trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack und eventuell mehr als nur das übrig.


Urteil

Ganz klar, die Enttäuschung überwiegt. Die Ernüchterung ist groß. 10 bis 15 Stunden hofft der in der Vergangenheit von Final Fantasy doch so oft verwöhnte Rollenspieler auf eine Änderung, eine Verbesserung, ein Anschnellen der Motivationskurve, einen gesteigerten Spielspaß, doch es bleibt dabei: wir müssen uns den Spaß selber mühsam erarbeiten. Um nicht völlig deprimiert zu sein, gehen wir dem Hauptstrang so oft und so lange wie möglich aus dem Weg, machen überall dort einen Abstecher, wo es sich möglicherweise lohnen könnte und sind stets nicht nur auf der Suche nach Schätzen und Erfahrungspunkten, sondern auch nach der echten Herausforderung. Wir finden sie schließlich auch, allerdings nur selten. Und dann oft meilenweit von der eigentlichen Story entfernt. Der Nachteil, der uns aus diesen Expeditionen erwächst: wir sind noch stärker, viel stärker als die Feinde der Haupt-Story, können diese spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte kaum noch ernst nehmen, was dann in einem lächerlichen Endgegner ganz zum Schluss auch noch in negativer Hinsicht gipfelt.

Pop-Geträller und selbst die vielen sexy Outfits hin oder her, blitzsaubere Handhabung und bemerkenswerte schöne Verwandlungen und Zaubersprüche mal außen vor: „Final Fantasy X-2“ ist ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zu seinen Vorgängern und insbesondere ein unwürdiger Nachfolger zu FF X. „Sex sells“ mag insofern stimmen, als dass ich mir ansonsten dieses RPG gar nicht bis zum Ende angetan hätte und das trotz des großen Namens. Ohne die attraktiven Kostüme und dem Jagdtrieb hinsichtlich weiterer Bildsphäroiden wäre der Spielspaß so weit nach unten gedriftet, dass noch nicht einmal eine hauchdünne Empfehlung dabei herausgekommen wäre. Letztlich haben wir es mit einem größtenteils hübsch anzuschauenden Rollenspiel zu tun, welches auch schnell verstanden ist, aber mangels Tiefgang, Herausforderungen und arger Identifikationsprobleme mit Story und Heldinnen weit, ja sogar meilenweit hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückbleibt.


Story: 3,5 /10
Spielverlauf: 6,5 / 10
Spielumfang: 6 / 10
Schwierigkeitsgrad: 2,0 / 10
Grafik: 8,0 / 10
Akustik: 5,5 / 10
Steuerung: 9,0 / 10
Multiplayer: -

Spielspaß gesamt: 66%

31 Bewertungen, 13 Kommentare

  • emcee_reefer@yahoo.de

    12.01.2008, 02:21 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Mondlicht1957

    21.10.2007, 23:42 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG pet

  • evafl

    27.03.2007, 15:29 Uhr von evafl
    Bewertung: sehr hilfreich

    ♪ ♫ ♪ ♫ ♪ sh! lg Eva ♪ ♫ ♪ ♫ ♪

  • LadySimara

    23.03.2007, 03:26 Uhr von LadySimara
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~*SH und LG*~~

  • anonym

    22.03.2007, 20:27 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    na, da hab ich mein FF vom GBA aber in besserer Erinnerung....

  • anonym

    22.03.2007, 18:43 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris :-)

  • b00n1

    22.03.2007, 17:09 Uhr von b00n1
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH =) Würde mich über Gegenlesungen freuen Gruß b00n1

  • angi3000

    22.03.2007, 16:36 Uhr von angi3000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse!

  • rosewitch

    22.03.2007, 16:22 Uhr von rosewitch
    Bewertung: sehr hilfreich

    ♥(¨*•.¸SH & LG Diana¸.•*¨)♥

  • anonym

    22.03.2007, 16:16 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht, freu mich auf Gegenlesen

  • Sabate

    22.03.2007, 16:14 Uhr von Sabate
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöne Grüsse...Todd

  • Mogry1987

    22.03.2007, 16:13 Uhr von Mogry1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habe das Spiel nur 5 Minuten gespielt, da wurde es mir schon zu langweilig. Das schlechteste Spiel der Final Fantasy-Reihe.

  • sandrad198

    22.03.2007, 16:12 Uhr von sandrad198
    Bewertung: sehr hilfreich

    **sh+lg** Sandra :o)