Star Wars - Jedi Knight 2: Jedi Outcast (PC Spiel Shooter) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Imothep

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Pro:

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Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es leben Wesen in einer Galaxis weit, weit entfernt, die blicken ernst und reden viel von Hell und Dunkel. Meist wickeln sie sich in weite Gewänder, leben im Zölibat und hören auf Namen wie Obi-Wan Kenobi, Darth Vader, Qui-Gon Jinn oder Luke Skywalker. Dass es sich bei diesen Gestalten nicht um die Mitglieder einer finnischen Punkrockband handelt, sondern um knallharte Kämpfer, ist allerdings längst bis in unser Sonnensystem vorgedrungen. In den Weiten von George Lucas' Sternenkriegs-Universum existiert aber noch ein anderer prominenter Mächtiger. Der pfeift auf übertriebene Vergeistigung, kleidet sich anständig und ist sogar verliebt: Kyle Katarn. Im Ego-Shooter Jedi Knight 2 übernehmen Sie die Aufgabe, dem ehemaligen Söldner und handfesten Streiter fürs Gute bei der Rettung der Galaxis zu helfen. Auf gewaltigen Raumstationen, wüsten Planeten und in der prächtigen Wolkenstadt Bespin liefern Sie sich flotte Gefechte verbliebenen Sturmtruppen des bösen Imperiums. Begleitet vom Brummen der Lichtschwerter verkloppen Sie in dramatischen Schlachten unzählige Widersacher, hauen Raumpiraten die Macht um die Ohren und semmeln aus der hohlen Hand Kampfrobotern Blitzstrahlen vor den Latz. Bereits in zwei Vorgängertiteln, noch von LucasArts selbst produziert, stritt Katarn für das Gute. Das dritte Abenteuer stammt aus der 3D-Schmiede Raven Software (Hexen, Star Trek: Voyager); für stimmungsvolle 3D-Grafik sorgt die schon ganz leicht angestaubte Quake 3-Engine von id Software.

Schwert am Nagel

Etwas mehr als acht Jahre sind im Star Wars-Universum seit der Schlacht um Endor und dem Ende von Senator Palpatine vergangen. Zwar sorgen imperiale Resttruppen weiter für Ärger, trotzdem hat Kyle Katarn seine Jedi-Mächte mitsamt Lichtschwert an den Nagel gehängt. Gelegentlich absolviert er für die Neue Republik noch kleinere Einsätze, aber am liebsten beschäftigt er sich mit seiner Freundin Jan Ors. Das Spiel beginnt, als die beiden im Auftrag von Präsidentin Mon Mothma zum Planeten Kejim reisen. Denn die eigentlich simple Mission läuft rasch aus dem Ruder, Horden von Sturmtruppen attackieren. Plötzlich steht Kyle vor einem echsenköpfigen Lichtschwertschwinger namens Desann, unterliegt sofort im Kampf und wird - scheinbar? - Zeuge von Jans Tod.

Diese ersten fünf Missionen bestehen Sie ausschließlich mit konventionellem Schießprügeln. Erst dann treffen Sie auf der Jedi-Akademie Luke Skywalker, schlagen erneut den Weg der Jedi-Ritter ein und retten das Universum vor einer unsichtbaren Bedrohung.

R2 darf wuseln

Ihr intergalaktisches Abenteuer führt Sie durch eine Kampagne mit 23 Missionen. Sie sind in der Wolkenstadt Bespin unterwegs, lernen die Schmugglersiedlung Nar Shaddaa kennen - Geburtsort von Jabba the Hutt - und kämpfen im Sumpfgelände bei der Jedi-Akademie auf Yavin 4. Fast alle Schauplätze sind gigantisch groß und weit verzweigt, die stark begrenzten Areale bisheriger Titel auf Quake 3-Basis kennt das Programm kaum. Die meiste Zeit verbringen Sie in Innengebieten wie gewaltigen Flughangars, Kontrollzentren oder Raumschiffen; eher selten dürfen Sie mal frische Luft schnuppern. Die imposanten Umgebungen bringen die Stimmung der Filme liebevoll auf den PC-Bildschirm. Von der typischen Architektur des früheren Imperiums über umherwuselnde R2-Einheiten bis hin zu Hallen voller stillgelegter TIE Fighters- selbst abgebrühten Star Wars-Jüngern verschlägt es angesichts der authentischen Atmosphäre stellenweise die Sprache. Dennoch: Einige Orte wirken arg künstlich, beispielsweise in Reparaturstationen mit sinnlosen Labyrinthen, in denen selbst nervenstarke Wookie-Mechaniker nur entnervt den Pelz schütteln würden.

In jedem Einsatz müssen Sie ein bis drei Aufgaben erfüllen, etwa Schilde deaktivieren, Verteidigungsanlagen ausschalten oder auch mal den alten Gauner Lando Calrissian aus dem Knast befreien. Ohne Ballern kommen Sie im Spiel nicht voran; gleichzeitig müssen Sie immer wieder Rätsel lösen. An einer Stelle gilt es jedes Aufsehen zu vermeiden, sonst ist die Mision vorbei. Nach Schalterrrätseln erscheinen oft neue Gegner, doch der Feindnachschub ist nicht undendlich. Nur selten sind Sie mit Verbündeten unterwegs: Skywalker etwa kämpft später kurz an Ihrer Seite, genauso wie Lando oder Jan.

Galaktische Freiheit

Die Levels sind weniger linear als etwa in Star Trek: Voyager angelegt, sondern vermitteln ein Gefühl echter Freiheit. Spielerisch ist das jedoch längst nicht immer angenehm: Häufig sprinten Sie wiederholt vom einen Ende des Einsatzortes zum anderen, um diverse Schalter korrekt zu betätigen. Immer wieder stehen Sie vor Abzweigungen - ohne irgendeinen Hinweis, welcher Weg der richtige ist. 3D-Action-Frischlinge kann das durchaus überfordern - zumal das Entwicklerteam auf Übersichtskarten verzichtet hat. Überhaupt stellen Sie sich als Jedi oft geistige Herausforderungen. Nach dem ersten Treffen mit Skywalker etwa erwarten Sie zunächst knackige 3D-Rätsel rund um frisch gelernte Macht-Sprüche, bevor Sie wieder den Lasersäbel in der Faust halten. So müssen Sie per »Schub« Symbole korrekt anordnen oder mit »Geschwindigkeit« das perfekte Timing zwischen Plattformen und beweglichen Brücken ausbaldowern. Zwischendurch kontrollieren Sie sogar per Fernsteuerung Roboter, sehen das Geschehen aus deren Hightech-Augen und erreichen Schalter, die für Kyle sonst unzugänglich wären.

Selbst auf dem einfachsten der vier Schwierigkeitsgrade ist Jedi Knight 2 sowohl in Sachen Rätsel wie Kämpfe herausfordernd, vereinzelt sogar frustrierend. Den Spielstand dürfen Sie jederzeit sichern, allerdings dauert selbst das Schnellladen bis zu acht Sekunden. Die Gesamtspielzeit ist übrigens recht lang und beträgt - je nach Ihrem Können - mindestens 20 Stunden.

Leise summt das Licht

Da mögen die Waffenschmieden der Ex-Widerständler noch so ausgeklügelte Blaster-Rifles ausspucken: Ein echter Jedi setzt auf den Lichtsäbel. Kyles blau schimmernde Energieklinge ist die stärkste Waffe im Spiel - und macht am meisten Spaß. Sobald sie aktiviert ist, wechselt das Programm von der Ich- in eine Verfolgerperspektive; das dürfen Sie übrigens auch abschalten. Im Schwertmodus haben Sie nur eingeschränkt Kontrolle über die Waffe. Katarn schlägt grundsätzlich in der jeweiligen Laufrichtung zu, welches Körperteil er anvisiert, bestimmt das Programm. Das mag etwas öde klingen, doch Sie sind mehr als ausgelastet damit, dem Gegner auszuweichen und ihm nach Möglichkeit in den Rücken zu springen. Netter Gag: Wenn sich zwei Lichtschwerter »verhaken«, müssen Sie den Feind durch ein Klickstakkato zurückwerfen.

Im Spielverlauf bekommt der Hauptheld drei dezent unterschiedliche Lichtschwert-Kampfstile beigebracht. Der erste ist vor allem für größere Gruppen einfacher Feinde gedacht, der letzte arbeitet besonders effektiv gegen einzelne, starke Jedis. Allerdings gewährt er weniger Deckung, und Sie laufen Gefahr, einen finalen Treffer zu kassieren. Der mittlere ist ein Kompromiss zwischen den beiden - halbwegs gute Deckung, aber gegen wirklich starke Opponenten haben Sie damit weniger Chancen. Auch auf Distanz funktioniert das Schwert jetzt, mit der zweiten Maustaste schleudern Sie es in Richtung Gegner - später lernen Sie sogar, dabei die Flugrichtung zu beeinflussen.

Geheimnisvolle Gabe

Zu Beginn haben Sie genauso viele Macht-Fähigkeiten wie jeder dahergelaufene Imperiale - nämlich keine. Erst mit der Zeit bekommen Sie immer mehr von den mysteriösen Kräften, außerdem werden sie im Spielverlauf in bis zu drei Stufen weiter ausgebaut. Mit Darth Vaders legendärem Würgegriff etwa können Sie Opfer zu Beginn lediglich emporheben, später richtet die gleiche Aktion ordentlich Schaden an. Besonders wichtig ist der Macht-»Sprung«. Der steht Ihnen immer zur Verfügung, solange Sie über ausreichend der sich langsam selbst regenerierenden Zauberenergie verfügen. Erst reicht er nur für kleine Hopser, in Stufe drei tollen Sie damit wie ein Gummiball durch die Levels. Anders als im Vorgänger steigen die Fähigkeiten automatisch zu Beginn der Mission, in der Sie dann tatsächlich nützlich sind. (PS)

Ich hoffe,dass ich allen Lesern dieses Artikels helfen konnte.
Danke für das Lesen des Artikels und ich hoffe,dass ihr ihn "sehr gut" bewertet

8 Bewertungen, 1 Kommentar

  • KevinAlan

    01.05.2002, 18:45 Uhr von KevinAlan
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich würde mich freuen wenn du mal bei meinen Berichten vorbei schauen würdest. Dein Bericht ist echt Klasse