Stronghold 2 (PC Strategiespiel) Testbericht

ab 11,31 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
Erfahrungsbericht von Lindi
Die beste Burgensimulation aller Zeiten allerdings mit einer kleinen Bugdelle in der Ritterrüstung!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Firefly Studios schicken ihre Ritter in die 3. Dimension. Mit Burgen Marke Eigenbau, einigem an Belagerungsmaschinerie, der Wirtschaft aus dem ersten Teil und schöner 3D Grafik wertet Firefly sein Mittelalterspektakulum auf.
Wirtschaftssimulation und Strategie
Stronghold 2 ist wie sein Vorgänger eine Mischung aus Wirtschaftssimulation/Aufbauspiel und Echtzeitstrategie, dieses Mal sogar in recht ansprechender 3D-Optik. Die Firefly-Studios haben sich ordentlich ins Zeug gelegt und fünf Spielmodi dem Spiel beigelegt, davon zwei friedliche und zwei kriegerische plus einem, in dem man seine eigenen Karten und Kampagnen spielen kann. Ja, ein Karteneditor ist auch vorhanden, mit dem man sogar Kampagnen erstellen kann.
\'Der Weg des Friedens\' in Stronghold 2 beinhaltet eine Kampagne(SIM-Kampagne), in der man sich voll und ganz auf die Wirtschaft konzentrieren kann. Der zweite Modus ist das Freie Bauen, alle Gebäude sind hier verfügbar und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Das lässt die Herzen erwachsener Kinder höher schlagen. Burgen bauen ohne vom Nachbarn kalt erwischt zu werden. Hat man seine Bollwerk errichtet, kann man es gegen feindliche Horden testen. Aber wirtschaften ist nicht alles, den ein Burgherr muss auch mal seine Untertanen in die Schlacht führen, so in der handlungsorientierten Kampagne \"Verlorener König\", dem Hauptteil des Spiels. Aber das ist noch nicht alles. Neben der Hauptkampagne gibt es noch einen Gefechtsmodus, der mehr bietet als nur die üblichen Kämpfe, wie man sie aus anderen Spielen kennt. Im Königsmacher-Modus, in der man Herr über verschiedene Ländereien werden kann und sich gegen verschiedenste Gegner behaupten muss, gibt es sogar ein Beförderungssystem, durch das der Spieler bessere Einheiten und neue Gebäude verwenden kann. Meistens unterteilen sich die Karten in diese Ländereien, auch in den anderen Spielmodi. So kann man auch Arbeitsteilung bewerkstelligen. Eine Land übernimmt Nahrung, die andere Stein usw.
Häuslebauer
Der Aufbaupart gehört zu den wichtigeren Spielelementen. Es gibt verschiedene Gebäudetypen, die man in seiner Burg verbauen kann. Burgelemente, Militär-, Zivil- und Industriegebäude sowie Farmen und verschiedene spezielle Gebäude wie Foltergilden oder Falknerposten. Richtig gebaut ist dann halb gewonnen. Ein funktionierender Wirtschaftskreislauf ist das A und O in Stronghold 2. Schafft man es nicht die Wirtschaft am laufen zu halten, hat man auch keine Chance gegen den Feind zu bestehen.
Zu allererst ist immer eine ausreichende Nahrungsproduktion erforderlich, die auch verschiedene Nahrungsmittel (Brot, Obst, Fleisch, Käse) im Angebot haben sollte. Im Kornspeicher kann man, wie im Vorgänger, die Rationen(viertel bis doppelte) bestimmen was unbeliebt bzw. beliebt macht. Hat man verschiedene Nahrungsmittel im Angebot bringt das einen Beliebtheitsbonus und zusätzliche Ehre ein, mit der man in einen höheren Rang aufsteigen bzw. mehr Truppen rekrutieren kann. Die restlichen Rohstoffe und weiterverarbeiteten Materialien werden im Vorratslager aufbewahrt. Dazu gehören Holz, Stein, Weizen, Eisen und einiges mehr.
Die Ehre verhält sich wie eine Ressource, will man Truppen rekrutieren muss dafür, neben Gold, auch Ehre löhnen. Aber für Ehre gibt es natürlich auch andere Quellen. In der Burgküche werden edle Speisen für den Burgherren und seine Gäste zubereitet, hat man für genügend Schweine, Gemüse, Wein etc. gesorgt, gibt das einen ordentlichen Zufluss. Neben Festmählern kann man auch Tänze veranstalten, allerdings benötigt man dafür eine Musikergilde. Aber auch mit Tjosten kann man sich Ehre verdienen, wenn sich die Ritter zu ihrem beliebten Wettbewerb versammeln. Ehre gibt es aber auch durch eine Heirat. Hat man sich ein Burgfräuleingemach erbaut, kann man bald auf stetigen Zuwachs an Ehre setzen.
Zu den Produktionsketten aus dem ersten Teil sind noch ein paar andere hinzugekommen. Zum Beispiel die Kerzenproduktion, die mit den Kerzen die Grundlage für Gottesdienste in der Kirche liefert, um noch beliebter zu werden. Dann gibt es noch das Kloster, deren Mönche Manuskripte anfertigen um sie dann dem Bergfried zu liefern, damit der Burgherr auch intellektuell wirkt und so mehr Ehre erlangt. Die Waffen, die zum Großteil aus Holz und Eisen produziert werden, gelangen wieder in die Waffenkammer. Die Truppen werden dann damit ausgestattet, was sie noch teurer macht, allerdings braucht man keinen Unterhalt zu bezahlen, was große Heere ermöglicht. Bis dahin vergeht aber einige Zeit.
In einer mittelalterlichen Burg ist aber nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, man hat es auch mit einigen Problemen zu tun. Am ungefährlichsten sind da noch Ratten und Jauche. Dafür benötigt man Falknerposten und Jauchegruben. Lässt man sich zu viel Zeit, können aber auch Seuchen und andere Krankheiten ausbrechen. Und auch brennen kann es auf der Burg, dafür gibt es die Brunnen und ihre Arbeiter. Sorgt man dafür, dass das Müllproblem unter Kontrolle ist, braucht man sich keine Sorgen um die Beliebtheit machen.
Das größte Problem ist noch das Verbrechen. Denn wenn die Leute Nahrungsmittel aus dem Kornspeicher klauen und man tatenlos zuguckt, verschwinden die Bewohner bald von der Burg. Aber für solche Halunken gibt es so einige Gegenmaßnahmen. Als erstes wäre der Wachtposten (Polizei) zu nennen, der die Verbrecher fängt (ausreichende Abdeckung vorausgesetzt). Danach kommen sie in das Verlies, einem Teil des Gerichtsgebäudes, werden dann bald darauf vom Richter verurteilt und auf eines der zehn Folterinstrumentarien gesetzt. Die kleinen Geräte (Pranger, Maske, Käfig) werden vom Richter bedient, für die größeren braucht man dann schon einen Henker, den man von der Foltergilde bekommt. Es seien nur Peitschpfosten, Streckbank, Galgen und Hackblock als Beispiel erwähnt. Erhält man die Ordnung aufrecht, kann man auch so verhindern, dass man unbeliebter wird.
Die Burg
Damit es nicht aussieht, als würde man nur eine Siedlung aufbauen, muss noch die eigentliche Burg gebaut werden. Zur Verfügung stehen vier verschiedene Typen Mauern, vom Holzwall bis zum Dreifachwall aus Stein. Dazu gibt es die entsprechenden Torhäuser und eine Ausfallpforte, die man während der Belagerung zur Flucht oder für einen Überraschungsangriff nutzen kann. Aber Vorsicht, der Feind sieht die Pforte zwar zunächst nicht, kann sie aber aufbrechen. Damit die Burg aber auch aussieht wie eine braucht man noch Türme. Zur Auswahl stehen acht Typen, von der einfachen Holzplattform über verschiedene Rundtürme bis hin zu großen Rundtürmen mit Holzüberdachung. Für extra Aufgänge kann man noch Treppen setzen.
Die ganze Burg lässt sich in Stronghold 2 sehr einfach und individuell bauen. Mit den bereitgestellten Verteidigungsanlagen kann man sich zusätzlich schützen. Darunter sind Kampfhunde, Mörderlöcher, Pechgräben, Mangen, kochendes Pech, brennende Baumstämme und Steinkipper, also alles was das Herz begehrt. Der gegnerischen Seite stehen aber auch nicht weniger gefährliche Waffen zur Verfügung. Vorausetzung ist aber immer ein Belagerungscamp und eine Baumeistergilde, um die Waffen zu bauen und zu bemannen. Zum Arsenal gehören Sturmböcke, Belagerungstürme, brennende Wagen, Schutzwände, Triböcke und Katapulte. Manchmal kommen auch Kühe als Munition für Katapulte und Triböcke in Frage.
Ritter und andere Kämpfer
Für den Krieg braucht es aber auch Soldaten. Stronghold 2 bietet allerhand verschiedene Einheiten. Angefangen bei den billigen Bauern, die in der Masse aber recht wirkungsvoll sein können, wenn man sie zum Beispiel beim Angriff als erstes schickt um das Feuer auf sie zu lenken. Für den Nahkampf eignen sich besonders gut Pikeniere, Lanzenträger und Schwertkämpfer. Fernangriffe startet man am besten mit Bogen- oder Armbrustschützen. Ultimativ sind aber die Ritter bzw. auch der eigene Burgherr, den man als Krieger mitführen kann.
Diese Truppen kann man mit den Erlösen der eigenen Wirtschaft rekrutieren, sie sind aber nicht die einzigen Truppen, die man in seinem Heer halten kann. Zusätzlich hat man die Möglichkeit Söldner anzuwerben. Im Söldnerposten erhält man spezielle Einheiten, wie den Meuchelmörder, der sich hervorragend zum Einnehmen von Torhäusern eignet oder den Berserker, dem mächtigsten Gegner, dem man nicht zu nahe kommen sollte. Der Dieb erscheint für den Feind wie ein gewöhnliche Bauer, so kann man sich noch etwas zusätzlich Gold verschaffen. Außerdem erhält man hier Kavallerie und berittene Bogenschützen. Selber kann man aber keine Pferde züchten für berittene Ritter zum Beispiel, das fehlt im Spiel. Im Kloster kann man dann noch Kampf- und Kriegermönche ausbilden. Vorteil bei all diesen Einheiten ist, dass man für sie keine Waffen produzieren muss.
Auch in den „friedlichen“ Missionen sollte man übrigens unbedingt Truppen aufstellen, denn manchmal kommen Wölfe vorbei und töten die Arbeiter.
Steuern lassen sich die Einheiten etwas anders als üblich. Ausgewählt wird mit links, abgewählt mit rechts. Bewegung und Angriff werden dann wieder mit links ausgeführt. Etwas fummelig wird es, wenn man einen sich bewegenden Feind angreifen möchte. Außerdem gibt es verschiedene Formationen für den ausgewählten Trupp: Kolonne, Pulk oder Linie, die ihre Vor- und Nachteile haben. Im Pulk werden so zum Beispiel schwächere Einheiten nach innen und stärkere nach außen gestellt, was den Defensivwert erhöht, dafür kann man die Einheiten erst wieder in einer anderen Formation bewegen. Positiv aufgefallen ist, dass sich gemischte Truppen in gleicher Geschwindigkeit (mit der des langsamsten) fortbewegen, was in anderen Spielen oft nicht der Fall ist. Auch die Minimap, am linken unteren Rand, ist vorbildlich gelöst. Sie dreht sich mit und ist sogar zoombar.
Was ordentlich ins Gewicht fällt, ist der Karten-, Szenario- und Kampagneeditor, der sich auch gut bedienen lässt. Dieses Element wird den Spielspaß um einiges verlängern.
Mittelalter-Spektaculum
Die Entwickler von den Firefly Studios haben sich Mühe gegeben, Stronghold zu belassen und es „nur“ in die dritte Dimension zu verfrachten. Das Ergebnis ist ausgesprochen gut, wird sich mit dem Megatitel Age of Empires 3 aber nicht messen können. Trotzdem ist die Grafik gut gelungen, auch die Animationen der Charaktere sind schön anzusehen und wenn man einen Blick in die Häuser werfen kann, kommt richtig Mittelalter-Flair auf.. Musik und SFX untermalen perfekt die mittelalterliche Atmosphäre, so dass man fast schon mitten drin ist.
Die KI stellt sich aber leider etwas dumm an. Ich konnte so zum Beispiel in ein gegnerisches Land eindringen und in aller Ruhe feindliche Gebäude zerstören. Die Wegfindung ist aber ok und auch in der eigenen Burg verhaken sich keine Einheiten oder Arbeiter.
Der Multiplayer bietet online und im Netzwerk Platz für bis zu 8 Spieler. Ein paar Karten stehen auch zur Auswahl, sicherlich werden da aber noch einige kommen. Technisch ist der Multiplayermodus aber noch etwas instabil.
Wirtschaftssimulation und Strategie
Stronghold 2 ist wie sein Vorgänger eine Mischung aus Wirtschaftssimulation/Aufbauspiel und Echtzeitstrategie, dieses Mal sogar in recht ansprechender 3D-Optik. Die Firefly-Studios haben sich ordentlich ins Zeug gelegt und fünf Spielmodi dem Spiel beigelegt, davon zwei friedliche und zwei kriegerische plus einem, in dem man seine eigenen Karten und Kampagnen spielen kann. Ja, ein Karteneditor ist auch vorhanden, mit dem man sogar Kampagnen erstellen kann.
\'Der Weg des Friedens\' in Stronghold 2 beinhaltet eine Kampagne(SIM-Kampagne), in der man sich voll und ganz auf die Wirtschaft konzentrieren kann. Der zweite Modus ist das Freie Bauen, alle Gebäude sind hier verfügbar und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Das lässt die Herzen erwachsener Kinder höher schlagen. Burgen bauen ohne vom Nachbarn kalt erwischt zu werden. Hat man seine Bollwerk errichtet, kann man es gegen feindliche Horden testen. Aber wirtschaften ist nicht alles, den ein Burgherr muss auch mal seine Untertanen in die Schlacht führen, so in der handlungsorientierten Kampagne \"Verlorener König\", dem Hauptteil des Spiels. Aber das ist noch nicht alles. Neben der Hauptkampagne gibt es noch einen Gefechtsmodus, der mehr bietet als nur die üblichen Kämpfe, wie man sie aus anderen Spielen kennt. Im Königsmacher-Modus, in der man Herr über verschiedene Ländereien werden kann und sich gegen verschiedenste Gegner behaupten muss, gibt es sogar ein Beförderungssystem, durch das der Spieler bessere Einheiten und neue Gebäude verwenden kann. Meistens unterteilen sich die Karten in diese Ländereien, auch in den anderen Spielmodi. So kann man auch Arbeitsteilung bewerkstelligen. Eine Land übernimmt Nahrung, die andere Stein usw.
Häuslebauer
Der Aufbaupart gehört zu den wichtigeren Spielelementen. Es gibt verschiedene Gebäudetypen, die man in seiner Burg verbauen kann. Burgelemente, Militär-, Zivil- und Industriegebäude sowie Farmen und verschiedene spezielle Gebäude wie Foltergilden oder Falknerposten. Richtig gebaut ist dann halb gewonnen. Ein funktionierender Wirtschaftskreislauf ist das A und O in Stronghold 2. Schafft man es nicht die Wirtschaft am laufen zu halten, hat man auch keine Chance gegen den Feind zu bestehen.
Zu allererst ist immer eine ausreichende Nahrungsproduktion erforderlich, die auch verschiedene Nahrungsmittel (Brot, Obst, Fleisch, Käse) im Angebot haben sollte. Im Kornspeicher kann man, wie im Vorgänger, die Rationen(viertel bis doppelte) bestimmen was unbeliebt bzw. beliebt macht. Hat man verschiedene Nahrungsmittel im Angebot bringt das einen Beliebtheitsbonus und zusätzliche Ehre ein, mit der man in einen höheren Rang aufsteigen bzw. mehr Truppen rekrutieren kann. Die restlichen Rohstoffe und weiterverarbeiteten Materialien werden im Vorratslager aufbewahrt. Dazu gehören Holz, Stein, Weizen, Eisen und einiges mehr.
Die Ehre verhält sich wie eine Ressource, will man Truppen rekrutieren muss dafür, neben Gold, auch Ehre löhnen. Aber für Ehre gibt es natürlich auch andere Quellen. In der Burgküche werden edle Speisen für den Burgherren und seine Gäste zubereitet, hat man für genügend Schweine, Gemüse, Wein etc. gesorgt, gibt das einen ordentlichen Zufluss. Neben Festmählern kann man auch Tänze veranstalten, allerdings benötigt man dafür eine Musikergilde. Aber auch mit Tjosten kann man sich Ehre verdienen, wenn sich die Ritter zu ihrem beliebten Wettbewerb versammeln. Ehre gibt es aber auch durch eine Heirat. Hat man sich ein Burgfräuleingemach erbaut, kann man bald auf stetigen Zuwachs an Ehre setzen.
Zu den Produktionsketten aus dem ersten Teil sind noch ein paar andere hinzugekommen. Zum Beispiel die Kerzenproduktion, die mit den Kerzen die Grundlage für Gottesdienste in der Kirche liefert, um noch beliebter zu werden. Dann gibt es noch das Kloster, deren Mönche Manuskripte anfertigen um sie dann dem Bergfried zu liefern, damit der Burgherr auch intellektuell wirkt und so mehr Ehre erlangt. Die Waffen, die zum Großteil aus Holz und Eisen produziert werden, gelangen wieder in die Waffenkammer. Die Truppen werden dann damit ausgestattet, was sie noch teurer macht, allerdings braucht man keinen Unterhalt zu bezahlen, was große Heere ermöglicht. Bis dahin vergeht aber einige Zeit.
In einer mittelalterlichen Burg ist aber nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, man hat es auch mit einigen Problemen zu tun. Am ungefährlichsten sind da noch Ratten und Jauche. Dafür benötigt man Falknerposten und Jauchegruben. Lässt man sich zu viel Zeit, können aber auch Seuchen und andere Krankheiten ausbrechen. Und auch brennen kann es auf der Burg, dafür gibt es die Brunnen und ihre Arbeiter. Sorgt man dafür, dass das Müllproblem unter Kontrolle ist, braucht man sich keine Sorgen um die Beliebtheit machen.
Das größte Problem ist noch das Verbrechen. Denn wenn die Leute Nahrungsmittel aus dem Kornspeicher klauen und man tatenlos zuguckt, verschwinden die Bewohner bald von der Burg. Aber für solche Halunken gibt es so einige Gegenmaßnahmen. Als erstes wäre der Wachtposten (Polizei) zu nennen, der die Verbrecher fängt (ausreichende Abdeckung vorausgesetzt). Danach kommen sie in das Verlies, einem Teil des Gerichtsgebäudes, werden dann bald darauf vom Richter verurteilt und auf eines der zehn Folterinstrumentarien gesetzt. Die kleinen Geräte (Pranger, Maske, Käfig) werden vom Richter bedient, für die größeren braucht man dann schon einen Henker, den man von der Foltergilde bekommt. Es seien nur Peitschpfosten, Streckbank, Galgen und Hackblock als Beispiel erwähnt. Erhält man die Ordnung aufrecht, kann man auch so verhindern, dass man unbeliebter wird.
Die Burg
Damit es nicht aussieht, als würde man nur eine Siedlung aufbauen, muss noch die eigentliche Burg gebaut werden. Zur Verfügung stehen vier verschiedene Typen Mauern, vom Holzwall bis zum Dreifachwall aus Stein. Dazu gibt es die entsprechenden Torhäuser und eine Ausfallpforte, die man während der Belagerung zur Flucht oder für einen Überraschungsangriff nutzen kann. Aber Vorsicht, der Feind sieht die Pforte zwar zunächst nicht, kann sie aber aufbrechen. Damit die Burg aber auch aussieht wie eine braucht man noch Türme. Zur Auswahl stehen acht Typen, von der einfachen Holzplattform über verschiedene Rundtürme bis hin zu großen Rundtürmen mit Holzüberdachung. Für extra Aufgänge kann man noch Treppen setzen.
Die ganze Burg lässt sich in Stronghold 2 sehr einfach und individuell bauen. Mit den bereitgestellten Verteidigungsanlagen kann man sich zusätzlich schützen. Darunter sind Kampfhunde, Mörderlöcher, Pechgräben, Mangen, kochendes Pech, brennende Baumstämme und Steinkipper, also alles was das Herz begehrt. Der gegnerischen Seite stehen aber auch nicht weniger gefährliche Waffen zur Verfügung. Vorausetzung ist aber immer ein Belagerungscamp und eine Baumeistergilde, um die Waffen zu bauen und zu bemannen. Zum Arsenal gehören Sturmböcke, Belagerungstürme, brennende Wagen, Schutzwände, Triböcke und Katapulte. Manchmal kommen auch Kühe als Munition für Katapulte und Triböcke in Frage.
Ritter und andere Kämpfer
Für den Krieg braucht es aber auch Soldaten. Stronghold 2 bietet allerhand verschiedene Einheiten. Angefangen bei den billigen Bauern, die in der Masse aber recht wirkungsvoll sein können, wenn man sie zum Beispiel beim Angriff als erstes schickt um das Feuer auf sie zu lenken. Für den Nahkampf eignen sich besonders gut Pikeniere, Lanzenträger und Schwertkämpfer. Fernangriffe startet man am besten mit Bogen- oder Armbrustschützen. Ultimativ sind aber die Ritter bzw. auch der eigene Burgherr, den man als Krieger mitführen kann.
Diese Truppen kann man mit den Erlösen der eigenen Wirtschaft rekrutieren, sie sind aber nicht die einzigen Truppen, die man in seinem Heer halten kann. Zusätzlich hat man die Möglichkeit Söldner anzuwerben. Im Söldnerposten erhält man spezielle Einheiten, wie den Meuchelmörder, der sich hervorragend zum Einnehmen von Torhäusern eignet oder den Berserker, dem mächtigsten Gegner, dem man nicht zu nahe kommen sollte. Der Dieb erscheint für den Feind wie ein gewöhnliche Bauer, so kann man sich noch etwas zusätzlich Gold verschaffen. Außerdem erhält man hier Kavallerie und berittene Bogenschützen. Selber kann man aber keine Pferde züchten für berittene Ritter zum Beispiel, das fehlt im Spiel. Im Kloster kann man dann noch Kampf- und Kriegermönche ausbilden. Vorteil bei all diesen Einheiten ist, dass man für sie keine Waffen produzieren muss.
Auch in den „friedlichen“ Missionen sollte man übrigens unbedingt Truppen aufstellen, denn manchmal kommen Wölfe vorbei und töten die Arbeiter.
Steuern lassen sich die Einheiten etwas anders als üblich. Ausgewählt wird mit links, abgewählt mit rechts. Bewegung und Angriff werden dann wieder mit links ausgeführt. Etwas fummelig wird es, wenn man einen sich bewegenden Feind angreifen möchte. Außerdem gibt es verschiedene Formationen für den ausgewählten Trupp: Kolonne, Pulk oder Linie, die ihre Vor- und Nachteile haben. Im Pulk werden so zum Beispiel schwächere Einheiten nach innen und stärkere nach außen gestellt, was den Defensivwert erhöht, dafür kann man die Einheiten erst wieder in einer anderen Formation bewegen. Positiv aufgefallen ist, dass sich gemischte Truppen in gleicher Geschwindigkeit (mit der des langsamsten) fortbewegen, was in anderen Spielen oft nicht der Fall ist. Auch die Minimap, am linken unteren Rand, ist vorbildlich gelöst. Sie dreht sich mit und ist sogar zoombar.
Was ordentlich ins Gewicht fällt, ist der Karten-, Szenario- und Kampagneeditor, der sich auch gut bedienen lässt. Dieses Element wird den Spielspaß um einiges verlängern.
Mittelalter-Spektaculum
Die Entwickler von den Firefly Studios haben sich Mühe gegeben, Stronghold zu belassen und es „nur“ in die dritte Dimension zu verfrachten. Das Ergebnis ist ausgesprochen gut, wird sich mit dem Megatitel Age of Empires 3 aber nicht messen können. Trotzdem ist die Grafik gut gelungen, auch die Animationen der Charaktere sind schön anzusehen und wenn man einen Blick in die Häuser werfen kann, kommt richtig Mittelalter-Flair auf.. Musik und SFX untermalen perfekt die mittelalterliche Atmosphäre, so dass man fast schon mitten drin ist.
Die KI stellt sich aber leider etwas dumm an. Ich konnte so zum Beispiel in ein gegnerisches Land eindringen und in aller Ruhe feindliche Gebäude zerstören. Die Wegfindung ist aber ok und auch in der eigenen Burg verhaken sich keine Einheiten oder Arbeiter.
Der Multiplayer bietet online und im Netzwerk Platz für bis zu 8 Spieler. Ein paar Karten stehen auch zur Auswahl, sicherlich werden da aber noch einige kommen. Technisch ist der Multiplayermodus aber noch etwas instabil.
4 Bewertungen, 1 Kommentar
-
30.07.2005, 22:56 Uhr von RudiRe
Bewertung: nicht hilfreichHier steht das Original: http://www.gamecaptain.de/page.php?plat=PC&flap=2&r=11&file=showTest.php&id=1914
Bewerten / Kommentar schreiben