Südkorea - Italien 2:1 (Achtelfinale) Testbericht

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Erfahrungsbericht von carlo2000

Ahn Jung Hwan bestraft italienische Betonmischer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Allgemeines
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Am Nachmittag unserer Zeit fand in Südkorea mit der Begegnung Südkorea gegen Italien das letzte der Achtelfinalspiele der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft statt. Und nachdem sich am Morgen bereits die Türkei für das Viertelfinale qualifizierte, zog nun überraschend auch der Gastgeber aus Asien in die Runde der letzten Acht ein. In einem spannenden Spiel besiegte Südkorea am Ende das Team aus Italien durch das Golden Goal von Ahn Jung Hwan mit 2:1 nach Verlängerung. Man kann sicherlich darüber streiten, ob dieses Ergebnis verdient ist oder nicht. Auf jeden Fall wurden die Koreaner für ihren unermüdlichen Einsatz belohnt, während die italienische Taktik, die nach der Führung einmal mehr auf die Defensive ausgerichtet war, meiner Ansicht nach zurecht bestraft wurde. Südkorea trifft nun im Viertelfinale auf Irland-Bezwinger Spanien, Italien muss die Heimreise antreten.

Zum Spielverlauf
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Die Partie begann gleich mit einem Paukenschlag, denn bereits in der 4. Minute entschied Schiedsrichter Moreno aus Ecuador auf Elfmeter für Südkorea, den der spätere Schütze des Golden Goals, Ahn Jung Hwan, jedoch nicht im italienischen Tor unterbringen konnte. Torhüter Gianluigi Buffon hatte hervorragend reagiert. Im folgenden übernahmen die Italiener immer mehr die Kontrolle über das Spiel, ohne dabei jedoch übermäßig offensiv zu spielen. Vielmehr lauerten sie auf aussichtsreiche Konterchancen, von denen sich ihnen einige boten. Und das die Italiener bei solchen Kontern schnell und gefährlich sind, dass ist ja nicht neues. Allerdings war es dann in der 18. Minute ein Eckball, der die Führung für Italien bedeutete. Nach der von Francesco Totti hereingegebenen Ecke war Christian Vieri zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit tat Italien dann einmal mehr das, was man von ihnen nach einer 1:0-Führung ja bereits bestens kennt. Sie ließen sich wieder weiter zurückfallen und taten für die Offensive nicht mehr als nötig, sondern beschränkten sich nun hauptsächlich auf die Defensiv-Arbeit. Allerdings muss man das ja auch erst mal können und hierin sind die Italiener wahrlich Könner. Denn die Verteidigung um Kapitän Paolo Maldini stand felsenfest und ließ die zwangsläufig feldüberlegenen Koreaner kaum zu nennenswerten Torchancen kommen. So blieb es nach 45 Minuten bei der 1:0-Führung für Italien.

In der zweiten Halbzeit hat wohl zunächst kaum jemand damit gerechnet, dass für die Südkoreaner noch etwa möglich ist. Denn zu routiniert spielten die Italiener nur ihr Defensivspiel, gegen das Südkorea zunächst kaum ein Rezept zu finden schien. Die Lauffreudigkeit und der bedingungslose kämpferische Einsatz, den man von der Mannschaft in den vorherigen WM-Spielen gesehen hatte, waren nicht zu sehen, so dass es so schien, dass Italien, das nur noch bei einigen Kontern gefährlich wurde, den Vorsprung über die Zeit retten könnte. Während jedoch andere Teams an den italienischen Betonmischern verzweifelt wären und irgendwann resigniert hätten, besannen sich die Südkoreaner in der letzten Viertelstunde doch noch einmal darauf, dass vielleicht noch etwas geht. Und nun spielten sie gegen die in die eigene Hälfte gedrängten Italiener wieder ihr Spiel. Es wurde um jeden Ball gekämpft und mit viel Einsatz gelaufen, so dass die koreanische Überlegenheit immer drückender wurde.

Doch Überlegenheit alleine reicht natürlich im allgemeinen gegen die gut postierte Abwehr der Italiener kaum aus und so bedurfte es in der 88. Minute auch der Mithilfe eines italienischen Abwehrspielers, der sich einen groben Patzer leistete und Seol Ki Hyeon den Ball genau auf den Fuß spielte, der unhaltbar für Italiens Keeper zum 1:1-Ausgleich traf und das Stadion damit zu toben brachte. In den letzten zwei Minuten hatten sowohl Italien als auch Korea noch eine gute Möglichkeit, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Letztendlich blieb es jedoch beim 1:1, so dass wieder einmal eine Verlängerung fällig war.

Und in dieser Verlängerung lief das Spiel unverändert fort. Südkorea drückte mächtig auf das italienische Tor und Italien war weiter auf gefährliche Konter aus. Einer dieser Konter wurde unberechtigter Weise wegen Abseits abgepfiffen, so dass die Italiener in dieser Situation viel Pech hatten, denn das darauffolgende Tor zählte natürlich nicht. Als neutraler Zuschauer musste man jedoch in dieser Phase des Spiels darauf hoffen, dass der unglaubliche Einsatz des Teams aus Südkorea in irgendeiner Weise belohnt werden würde - bei Irland hatte dies ja nicht geklappt. Und als schließlich viele an ein Elfmeterschießen glaubten, passierte es doch noch. Ahn Jung Hwan, der in der italienischen Liga spielt und in der vierten Minute den Strafstoß verschoß, war nach einer schönen Flanke zur Stelle und erzielte per Kopf unhaltbar für Italiens Keeper das Golden Goal zum 2:1-Sieg für Südkorea. Damit war die Partie zu Ende und das Team aus Asien stand im Viertelfinale.

Fazit
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Ob der Sieg Südkoreas nun verdient ist oder nicht und auch wenn die Italiener nun auf den Schiedrichter schimpfen, eines steht fest: diese Niederlage haben sich die Italiener durch ihre gewohnte Defensiv-Taktik nach 1:0-Führungen selber zuzuschreiben. Anstatt weiter konstruktiv nach vorne zu spielen und auf das 2:0 und damit auf die Entscheidung zu drängen, ließen sie sich wieder einmal zurückfallen und beschränkten sich darauf, den Vorsprung zu verteidigen. Das können die Italiener zwar sehr gut, aber ich freue mich, dass dieses Spielkonzept, dass nicht besonders schön anzusehen ist, nicht erfolgreich war und bestraft worden ist. Ich bezweifle jedoch, dass diese Niederlage in Italien erzieherischen Charakter haben wird und die Italiener nun zu unermüdlichen Offensivspielern werden lässt. Mir jedenfalls gefällt eine Spielweise, wie sie bereits die Iren und heute auch die Südkoreaner praktiziert haben, wesentlich besser als das ewige italienische Gemauere.

Und während man in Italien trauert, kennt nach diesem Sieg in Südkorea die Euphorie jetzt kaum noch Grenzen. Wohl kaum jemand hatte damit gerechnet, dass dieses Land es bei der WM so weit schafft. Im Viertelfinale trifft das Team nun auf Spanien und damit auf einen weiteren ganz dicken Brocken. Allerdings werden die Spanier sicherlich vor den Südkoreaner eine gehörige Portion Respekt haben. Denn wer Portugal und Italien aus dem Turnier schießt, der kann so ungefährlich ja nicht sein. Ich denke, wir können uns also auf eine spannendes Viertelfinale am kommenden Wochenende freuen.

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