Suzuki Burgman AN 400 Testbericht

Suzuki-burgman-an-400
ab 17,12
Auf yopi.de gelistet seit 09/2005
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Summe aller Bewertungen
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von tuxfan

Burgman 400 K3 - Ein Traum von Roller

4
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Besitzen Sie das Produkt?:  ja

Pro:

zuverlässig, geringer Verbrauch, günstig im Unterhalt, bequem, immenser Fahrspass

Kontra:

macht süchtig

Empfehlung:

Ja

Meinen Burgman 400 K3 habe ich nun seit rund 2 Jahren und dabei mittlerweile 30.000 km zurückgelegt.

In dieser Zeit konnte ich nur gute Erfahrungen sammeln. Der Verbrauch lag zwischen 3,5 und 4,5 l/100km, wobei ich im Sommer selten auf 4 l trotz zügiger Fahrweise kam. Am meisten verbraucht der Scooter im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen teils unter 10 Grad liegen. Bei diesem Verbrauch sind Reichweiten zwischen 270 und 300 km erreichbar. Leider zeigt die Tankuhr viel zu früh Reserve an, so dass man das Ausnützen der Reichweite nicht sorgenfrei geniessen kann.
Durch den guten Windschutz kann man sogar im Winter bei eisfreien Strassen prima fahren ohne auf der Maschine zu erfrieren. Beim K3 war 2003 noch serienmässig ein sogenanntes Travellerpaket dabei. Darin enthalten waren ein Topcase in Rollerfarbe lackiert und Handprotektoren.

Stauraum im Überfluss
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Der Roller selbst bietet gegenüber anderen Zweirädern einen geradezu verschenderischen Stauraum. Unter der Sitzbank befindet sich Platz für zwei Integralhelme und zusätzliches Kleinzeug. In der Frontverkleidung befindet sich ein abschliessbares Fach mit 12V-Dose, ideal zum Aufladen des Handys.
Darüber befinden sich rechts und links zwei kleinere nicht abschliessbare Fächer für Kleinzeug. Da diese Fächer aber nur schwer zugänglich sind, die Klappe lässt sich nicht weit genug nach oben öffnen, deponiere ich hier meistens nur Taschentücher.

Prima Cockpit
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Das Cockpit bietet neben ausgezeichnet bedienbaren
Hebeln und Schaltern, jetzt auch einen Drehzahlmesser,der bei Automatik eigentlich unsinnig ist, da wegen der fehlenden Gangschaltung die Drehzahl ja nicht beeinflusst werden kann. Trotzdem ist der Drehzahlmesser hilfreich, da man so abschätzen kann, in welchem Elastizitätsbereich sich der Motor befindet.

Fahrlicht besser als in manchem Auto
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Der Roller kommt mit Doppelscheinwerfern daher, die
die Strasse besser als in manchem Auto ausleuchten. Seit dem K3 kann das Licht nicht mehr ausgeschaltet werden. Dadurch kann man nie mehr vergessen ohne Licht zu fahren, hat aber den Nachteil, dass im Pannenfall die Batterie recht schnell
leer ist. Die Warnblinkanlage geht nur bei eingeschalteter Zündung und da ist auch das Abblendlicht an.

Fahrleistungen
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Gegenüber den Vorgängermodellen hat der K3 jetzt statt dem Vergaser einen Einspritzer und einen Katalysator. Dadurch soll zwar die Endgeschwindigkeit etwas gesunken sein, dafür gibt es jetzt aber auch kein Beschleunigungsloch mehr. Der Motor nimmt bei jeder Geschwindigkeit brav Gas an und beschleunigt bis 100 km/h deutlich vernehmbar.
Laut Tacho kann eine Geschwindigkeit von 150 km/h erreicht werden. Bei dieser Geschwindigkeit fühlt sich der Roller aber merklich unwohl. Die ideale Reisegeschwindigkeit liegt nach meinen Erfahrungen
zwischen 100 und 120. Bei dieser Geschwindigkeit ist
der Verbrauch nicht zu hoch und man gleitet ruhig dahin. Da ich in der Nähe der Alpen wohne, zieht es mich häufig in die Berge. Hier kommt in den Kurven, sowie bergauf und bergab der richtige Spass auf. Durch die Automatik kann man sich voll und ganz auf das Fahren konzentrieren. Gegenüber ungeübten Motorradfahrern hat man den Vorteil, dass man sich nicht verschalten kann. Allerdings auch den Nachteil, dass man zum Überholen nicht einfach einen Gang herunterschalten kann. Insgesamt reichen die Fahrleistungen aber locker um zügig zu Überholen und an Ampeln den Pulk von Autos hinter sich zu lassen. Selten wünscht mans ich mehr als 24 kW. Für
die Landstrasse reichen die Fahrleistungen locker aus und auf der Autobahn fühle ich mich auf dem Zweirad eh nur als Freiwild der Autos. Für längere Autobahnfahrten nutze ich daher lieber mein Auto.

Überragender Komfort
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Häufig liest man in Testberichten, dass die Maschine zu hart gefedert ist. Nach meinem Gefühl ist der Roller
keine Sänfte, bietet dadurch aber excellenten Fahrbahnkontakt. Zusammen mit dem bequemen Sitz
habe ich auf dem Roller schon häufig Tagestouren von 600 km zurückgelegt ohne Probleme mit dem Rücken oder Gesäss zu bekommen. Die niedrige aufrechte Sitzhaltung ist für mich mit 1,80 m urig bequem. Durch das Windschild bin ich bestens von Wind und Regen geschützt, so dass ich oft auch bei Regen Touren unternehme, da man kaum nass wird.

Geringe Unterhaltskosten
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Versicherung und Steuern kosten mich im Jahr rund 130 EUR. Da es zwischen Oktober und März auch häufig schöne eisfreie Tage gibt, habe ich auf ein Saisonkennzeichen verzichtet. Die Ersparnis wäre
viel zu gering.
Der Roller muss nach der Erstinspektion bei 1000km,
bei 6000 km und anschliessend alle 6000km zur Inspektion. Wenn man hier die Laufleistungen mancher Verkaufsangebote in der Zeitung sieht, bedeutet es für die meisten einmal im Jahr zum Kundendienst. Bei meiner Werkstatt habe ich für die bisherigen Kundendienste bisher immer zwischen 100 und 150 EUR gezahlt.
Der Hinterradreifen musste bei den ersten 24000km
zwei Mal und der Vorderradreifen einmal gewechselt werden. Die Reifen habe ich für 50 EUR jeweils günstig über das Internet besorgt und beim Händler
montieren lassen.
Sonst sind bisher keine zusätzlichen Werkstattaufenthalte und Reparaturen angefallen.

Fazit
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Der Roller macht süchtig. Durch seine Zuverlässigkeit
und dem günstigen Unterhalt macht das Fahren doppelt Spass.
Speziell im Vergleich zu 125-Rollern die mit letzter Kraft knapp 100 km/h erreichen,kommt hier echt Freude auf. Die Beschleunigungswerte und Kurvenlage eines Motorrads sind zwar nicht erreichbar, aber wer sich für einen Roller entscheidet hat andere Prioritäten.
Ich jedenfalls finde es toll auf dem Roller geschützt duch die Landschaft zu fahren und bei Bedarf meine Schutzkleidung samt Helm im riesigen Stauraum unter dem Sitz zu verstecken und in Zivil durch die Strassen zu schlendern und nicht in Lederkluft schwitzend.
Der Preis von rund 6000 EUR für ein Zweirad ist saftig, aber hier angemessen, da Qualität der Verarbeitung, Zuverlässigkeit und auch der Spass stimmen.

Auf technische Detailinfos habe ich verzichtet, diese können jederzeit unter www.suzuki.de nachgelesen werden.

Update 17.09.2005

Auf der Seite www.burgman.de gibt es zahlreiche Infos zum Burgman 400, seiner Technik und Tipps wie man manche Wartungsarbeiten selber durchführen kann.

Vom Betreiber dieser Seite gibt es auch ein Forum http://f3.webmart.de/f.cfm?id=86191 in dem zusätzlich zahlreiche Informationen findet.

Mittlerweile hat mein Burgmann über 30.000 km und bis auf die üblichen Wartungen immer noch keine Werkstatt gesehen. Bei 27.000km wurde der Varioriemen gewechselt. Der Riemen allein kostete um die 100 EUR, verglichen mit dem regelmässigen Tausch der Kettensätze beim Motorrad kommt das aber immer noch billiger.

Der Benzinverbrauch ist immer noch um die 4 Liter/100km, allerdings ist der Ölverbrauch jetzt spürbar. Früher musste ich zwischen den Inspektionen (alle 6000 km) nicht nachfüllen.
Mittlerweile verbrauche ich bis zu einem Liter Öl zwischen den Inspektionen. Die Fahrleistungen sind weiterhin wie früher.

Jetzt gab es auch den ersten Rückruf für dieses Modell. Der Schalter für die elektronische Zündung kann bei einigen Fahrzeugen ausfallen. Nachdem ich hier noch kein Problem habe, werde ich den Schalter spätestens bei der nächsten Inspektion tauschen lassen.

61 Bewertungen, 1 Kommentar

  • RainingNaninka

    27.09.2005, 22:16 Uhr von RainingNaninka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bericht! Da sollt eich glatt doch den Motorradschein machen, und mir dann so ein Teil zulegen, damit ich nicht immer auf meinem Staubsauer durch die Gegend fahren muss, obwohl auch der toll ist.