Sacred (PC Rollenspiel) Testbericht

Sacred-pc-rollenspiel
ab 13,12
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2007

5 Sterne
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Erfahrungsbericht von PaulTiede

Bezahlter Betatest

Pro:

Grafik, große Spielwelt

Kontra:

jede Menge Bugs, launischer Kopierschutz

Empfehlung:

Nein

Irgendwann man überkommt einen das Gefühl irgendetwas oder irgendjemanden niedermetzeln zu wollen und sich dabei gut zu füllen. Nein, das ist kein Aufruf zu einem Gewaltverbrechen/Massenmord (dies geschieht leider viel zu oft an vielen Orten der Welt ohne einen Aufruf – traurig aber wahr).
Da Doom 3 immer noch auf sich warten lässt, dachte ich mir, wenn ich zu einem Rollenspiel statt zu einem Ego-Shooter greife, dann kann ich ja nichts falsch machen.
Mein Blick fiel dabei auf Sacred. Zwar roch das Ganze nach einer Diablo Kopie, doch wenn das Spiel gut ist – wenn kümmert es dann?


Die Story

Die Story ist kurz erklärt. Der alte König ist kurz vor dem Ableben. Ein machthungriger Baron möchte die Krone für sich statt diese dem rechtmäßigen Erben zu überlassen. Zu allem Überfluss überfallen die Orks in großer Anzahl das Königreich.
An sich würde das eigentlich schon für eine Spielstory reichen, ein Detail fehlt jedoch noch. Ein herbeigerufener mächtiger Dämon überzieht auf seiner Wanderschaft die Ortschaften mit Horden von Untoten.
Also ein perfektes Umfeld für einen Abenteuer, der auf der Suche nach schnellem Geld und ein bisschen Erfahrung ist.


Die Charaktere

Dem Spieler stehen sechs unterschiedliche Charaktere zur Auswahl: der Gladiator, der Magier, die Seraphim, der Dunkelelf, die Waldelfin und die Vampir-Lady.
Jeder dieser Charaktere besitzt unterschiedliche Eigenschaften/Fähigkeiten bezüglich der einzusetzenden Nah- und Fernwaffen sowie Magie. Die Geschlechter sind fest vordefiniert, das soll heißen, dass unter anderem keine Dunkelelfin oder ein Waldelf vorgesehen ist.


Die Feinde

Die Feinde lassen sich grob in fünf Kategorien unterteilen. So bekommt man es im Spielverlauf mit unterschiedlichen menschlichen, tierischen (Wölfe, Wildschweine, …) und untoten (vom Skelett bis zum Zombie) Gegnern zu tun. Goblins (vom Goblin, über Orks bis zum Riesen) und Monster (Drachen, Flugechsen, Dämonen, …) fehlen natürlich auch nicht.
Jede der Arten verfügt über spezielle Fähigkeiten und Stärken/Schwächen.


Das Spielgeschehen

Gespielt wird aus der Vogelperspektive und auf einer, man könnte schon fast sagen, gigantischen Karte. Um von einer Ortschaft zu nächsten zu kommen, stehen dem Spieler diverse Möglichkeiten zur Verfügung: zu Fuß, zu Pferd oder mit Hilfe von Portalen (diese müssen aber erst aktiviert werden).
Die komplette Landschaft ist von verschiedenen Feinden überseht. Einem Kampf kann man selten aus dem Wege gehen. Bis auf die Untoten sind alle anderen Gegner zu Fuß entweder genauso schnell oder schneller als man selbst. Außerdem sind sie so hartnäckig, dass sie dem Spieler überallhin folgen.
Hat man selber während eines Kampfes das Leben ausgehaucht, so wird die Spielfigur zum letzten Abschnitt des Hauptquest gebracht und kann von dort weitermachen. Dabei verliert man keine Rüstungsgegenstände oder Gold wie bei Diablo 2. Somit kann man auch bei Sacred nicht wirklich sterben.

Um im Spielverlauf weiter zu kommen, muss der Spieler einem Hauptquest folgen, dessen Aufgaben erfüllen. Neben dem Hauptquest stehen dem Spieler an diversen Positionen der Karte Nebenquest zur Verfügung. Diese Aufgaben findet man in großer Anzahl in den einzelnen Ortschaften bzw. in direkter Nähe dieser.
Für das Abschlachten der Gegner bzw. für das erfolgreiche Lösen von Quest bekommt der Spieler neben Ausrüstungsgegenständen und/oder Geld auch Erfahrungspunkte. Hat man eine bestimmte Erfahrungspunktegrenze erreicht, so steigt man eine Stufe auf. Dabei erhält der Spieler eine Anzahl von Punkten, die für diverse Fähigkeiten und Attribute eingesetzt werden können.

Das Ganze wird von einem Tag- und Nacht-Zyklus abgerundet. Allerdings hat das keine besonderen Auswirkungen auf das Spielgeschehen, außer den Sichtverhältnissen (wenigstens beim Dunkelelf und dem Magier – andere Charaktere habe ich noch nicht gespielt). Nachts sieht man nämlich so gut wie nichts und rennt den Gegnern, die seltsamerweise nachts genauso gut sehen wie am Tag.
Derselbe Effekt tritt bei unterirdischen Gewölben auf.

Um sich nicht in der Spielwelt zu verirren, steht dem Spieler eine Weltkarte zur Verfügung. Auf dieser kann man die momentane Position einsehen bzw. einen bestimmten Abschnitt vergrößert darstellen.

Einige der Ausrüstungsgegenstände lassen sich in ihren Eigenschaften erweitern, indem man sie von einem Schmied bearbeiten lässt. Dabei können Ringe oder Amulette mit besonderen Fähigkeiten verwendet werden.


Die Steuerung

Die Steuerung lässt sich mit einem Wort beschreiben, nämlich katastrophal.
Die Kämpfe lassen sich auf zwei Wegen steuern. Entweder nach der Diablo-Methode, klicken bis der Arzt kommt oder einmal auf den Gegner klicken und die Maustaste gedrückt festhalten. Die zweite Methode bringt einen Vorteil, die Spielfigur bearbeitet den Gegner im Nahkampf deutlich schneller. Möchte man aber den Gegner, den man momentan behackt wechseln, so muss man die Maustaste loslassen und warten bis die Spielfigur nichts mehr macht, erst dann kann ein anderer Gegner bearbeitet werden. dadurch verliert man wertvolle Zeit, in der die Gegner natürlich nicht warten. Eine andere Möglichkeit wäre einen Zauber auf den neuen Gegner zu wirken, dadurch wechselt der Gegner automatisch und ohne die Zwangspause. Ein weiterer Nebeneffekt ist das Hinterherlaufen. Viele der Gegner laufen kurz vor dem Ableben noch einmal weg, hält man die Maustaste fest, so rennt man diesem hinterher. Als dank dafür bekommt man Hiebe von den anderen Gegnern.

Ein weiteres Steuerungsproblem stellt das Laufen dar. Hier kann man auch nach zwei Methoden vorgehen. Entweder man klickt auf einen bestimmten Punkt, dann läuft die Spielfigur dorthin und weicht möglichen Gegenständen aus. Die Alternative stellt das Festhalten der gedrückten Maustaste dar. Dadurch lassen sich größere Entfernungen ohne viel Klickarbeit meistern. Leider rennt die Spielfigur in jedes Hindernis, welches im Weg ist, und bleibt dort stehen. Besonders toll ist es, wenn die Spielfigur sehr knapp an einer Brücke vorbeiläuft und am Wasser direkt neben der Brücke dann stehen bleibt.

Gut gelöst ist das Anwenden von mehreren Waffenkonfigurationen. Je nach Erfahrungsstufe stehen dem Spieler bis zu je fünf Felder für Waffen und Zaubersprüche zur Verfügung. So kann man durch einen Druck auf eine der Zifferntasten die Waffen ohne viel Zeit zu verlieren wechseln (von Fern- zu Nahwaffen z.B.).


Die Bugs / der Kopierschutz

Leider ist das Spiel noch mit vielen Fehlen behaftet. Mittlerweile ist die Spielversion bei 1.6 angelangt, an 1.7 wird schon fleißig gearbeitet. Es sollte immer die neuste Version installiert werden, da man bestenfalls einige Aufgaben nicht lösen kann, schlimmstenfalls findet man sich nach einem Zwangsneustart (Resettaste) in Windows wieder.
Bis zu diesem Spiel hatte ich eigentlich angenommen, dass man als Betatester bezahlt wird und nicht umgekehrt.

Der Kopierschutz stellt ein weiteres Übel dar. Ab Version 1.6 verweigert das Spiel das Starten, wenn es Programme auf dem Rechner vorfindet wie Alcohol oder die Deamon Tools. Also Anwendungen, mit dessen Hilfe man unter anderem die Kopierschutzmassnahmen übergehen kann. So steht man vor der Wahl entweder deinstallieren oder nicht mehr spielen.
Eine weitere Laune der 1.6er Version ist das Prüfen der Original-CD. Während ich bis Version 1.5 ohne weiteres nach der Überprüfung das Spiel starten konnte, wird das bei Version 1.6 zum Glücksspiel. Entweder das Spiel startet oder auch nicht. Um es noch mal zu sagen – es handelt sich um eine Original-CD!


Fazit

Gute Verpackung ist eigentlich nicht alles – hätte ich eigentlich wissen müssen. Zwar sieht die Grafik gut aus und die Spielgeschwindigkeit leidet nicht an der Kartengröße, die ständige Hin- und Herlauferei lässt das Spiel ziemlich schnell langweilig erscheinen. Um einige Aufgabe erfüllen zu können, muss man größere Strecken zurückgelegen, die selten wenige Gegner beherbergen.
Dies wäre eigentlich nicht so schlimm, wäre da nicht die mangelhafte Steuerung und die Bugs im Spiel. Zwar wird ständig an der Ausbesserung der Fehler gearbeitet, dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass man ein Spiel erst dann Ausliefern/Verkaufen sollte, wenn es spielbar ist. Es kann einfach nicht sein, dass man neuerdings als Beatester missbraucht wird.

Wer sich von dem Ganzen nicht abschrecken lässt, wird sicherlich gefallen an dem Spiel finden, da es an sich eine gute Idee darstellt.
Leider ist es aber in der derzeitigen Ausführung für mich nicht empfehlenswert.

Weitere Informationen zum Spiel findet man unter:
http://sacred-game.com/
http://sacred.planet-multiplayer.de/

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