Taizé Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von n-Tech
Ein Ort der Erholung...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Die heutige Welt ist ein reiner Ort voll Stress. Jeder hat in irgend einer Hinsicht Stress. Und dies kann soweit führen, dass es einen Auffrisst. Auch wenn einige es nicht glauben, Schüler haben auch Stress. Viele Erwachsene sagen ja... „ Seid ihr erst mal in unserem alter, dann wisst ihr was Stress ist. „ Aber ob die es glauben oder nicht, wir haben auch Stress. Vor allem jetzt, wo es auf das Abi hinaus geht. Ich bin jetzt am Ende der 11 Klasse, und nächstes Jahr muss ich in die Kursstufe, was bestimmt einiges an Stress mit sich bringt, denn diese 2 Jahre bestimmen über mein Leben.
Zum Glück habe ich vor einem halben Jahr von einem Ort der Ruhe gehört. In der Klasse ging es so um, dass wir nach Taizé fahren. Klar dachte ich, in dem glauben es sei ein Ferienlager, in dem man Spaß hat und ab und zu auch mal Scheiße baut.
Doch dann wurde ich aufgeklärt. Es handelt sich hier um ein Kloster. Da ist dann der Beliebtheitspegel des Dorfes gesunken, und ich wollte erst gar nicht mit. Aber hinterher wurde ich mit fiesesten Mitteln dazu gezwungen, denn meine Mutter hatte die längeren Fäden. Sie meinte so eine Woche Ruhe täte mir mal gut, hinterher hat sie es bereut.
Wir sind dann mit dem Bus dort hingefahren. Mit bei mir waren meine engsten Freunde, unter anderem wieder Darokh, emem und Nager86. Diese Busfahrt dauerte 13 Stunden, mit 3 Pausen, und den gewohnten Busfahrerwechseln, also keine Sorge dass wir in Gefahr wären, was doch heutzutage so oft in den Nachrichten kommt. Wir sind von Rhauderfehn aus gefahren, also aus Ostfriesland. Wie lange ihr brauchen werdet braucht ihr nur abziehen. Zum Glück sind wir Nachts gefahren, und konnten so im Bus schlafen. Ich konnte nicht ganz so gut im sitzen schlafen, und der Boden zwischen den Sitzen war schon besetzt, da meine Freunde sich den gekrallt hatten. Wir sind mit einer Gruppe von etwa 43 Leuten gefahren. Ich habe dann die erste Stunde nicht Schäfchen sondern Mc Donalds gezählt. Wir sind dann morgens um 10 Uhr etwa angekommen.
Taizé
******
Taizé wird von Ordensbrüdern geleitet. Es sind etwa 40 Mönche, die man Morgens, Mittags und Abends in den Gebeten treffen kann. Auch laufen sie manchmal über das Gelände. Gegründet wurde Taizé von Frére Roger, im Jahre 1940. Er lebt heute noch und gestaltet den Gottesdienst mit. Wenn er in die Kirche kommt schauen ihm dann alle hinterher. Der Mönch ist nun schon 87 Jahre alt, wie ich von unserem Pastor erfahren habe.
Vorab mussten wir 110 € an Cord überweisen, denn die Busfahrt nach Taizé kostete 80 € und der Aufenthalt war freiwillig 30 €. Wenn man diese 30 € bezahlte, konnten noch 5 Leute aus dem Senegal einen Monat nach Taizé. Wir als gute Christen haben dann natürlich auch bezahlt.
Alles in allem machen die Mönche dort kein Plus. Sie nehmen keinen Eintritt, und die Restaurierungen machen sie zum Teil selber. Die einzige Einnahmequelle ist die Exposition, in der sie selbst gemachte Gegenstände verkaufen. Hiervon kaufen sie dann auch die Nahrungsmittel.
Kaum da mussten wir erst mal bis 15 Uhr warten, denn die Zimmer waren noch nicht ganz sauber. Wir haben uns in den paar Stunden dann das Dorf angeschaut und uns ein wenig die Leute angeguckt.
Für die, die es nicht wissen, Taizé liegt in Burgund... *Karte-rauskram* ... Das liegt etwa im Südosten Frankreichs, und da man im Süden ist scheint dort auch oft die Sonne. Leider hatten wir in unserer Zeit Pech, denn es herrschten zu der Zeit als wir da wären so komische Winde, die von einer Stadt zur anderen ziehen... Mein Freund wusste den Namen, aber ich konnte mir den nicht merken. Jedenfalls war es kälter als sonst, und die Leute sagten, dass es das Kälteste Ostern seit Jahren war. Wir hatten uns also genau das falsche Wetter ausgesucht.
Alles in allem war das Wetter schon sehr seltsam. Zum einen hat es an einem Tag geregnet, und es war windig. In der Sonne war es warm, aber dort wo kein Windschatten war, war es extrem kalt. Zwischendurch hat es dann auch mal geregnet.
Am nächsten Tag war es an die 35 ° warm. Wir haben uns dann in die Sonne gelegt, und ein wenig relaxet. Am Abend hatten wir dann auch alle einen Sonnenbrand, und konnten uns kaum bewegen. Aber das Wetter an diesem Tag war sehr schön.
Und ob ihr es glaubt oder nicht am darauf folgenden Tag hat es geschneit. Wir saßen beim Mittagessen, und der Trashman, der aus Australien kam fragte mich „ What is that? „ Also was das denn sei. Ich sagte Schnee, weil die in Australien das anscheinend nicht kennen. Aber ob ihr es glaubt oder nicht. Das Wetter war so wechselhaft, dass es an einem Tag 35 ° warm war, und am nächsten geschneit hat. Okay, an den darauffolgenden Tagen war es durchschnittlich bis warm, aber das waren die seltsamsten 3 Tage, die ich je miterlebt habe...
Auf den ersten Blick sah das Örtchen aber ganz niedlich aus. Es liegt auf einem Hügel, und wenn es grade von der Sonne beschienen wird, sieht es richtig heilig aus. In der Exposition, einer Art kleiner Basar, in dem Krüge und Postkarten angeboten wurden gab es dann auch eine Postkarte, die Das Dorf auf dem Hügel zeigte, auf den dann der Regenbogen schein, so dass es aussah als würde er dort entspringen.
In Taizé angekommen sahen wir auch schon andere Busse, und wir fragten unseren Pastor, wie viele denn so kommen. Er sagte es seinen NUR 1500. Wir waren natürlich alle geschockt über das NUR in so einem kleinen Dorf aber zu Ostern kommen an diesen Ort über 8000 Leute herangepilgert. Ich habe mich dann informiert und herausbekommen, dass die Küche in Taizé etwa für 10000 Mann kochen kann, und dass es sich um die am strengsten Kontrollierte Küche Frankreichs handelt. Stellt euch mal vor, da kommen 10000 Leute aus Taizé mit einer Lebensmittelvergiftung...
Wir haben uns dann auf einer Wiese breit gemacht, an die wir heranbeordert wurden. Es war irgendwo im 100er Bereich der Baracken, in denen wir schlafen sollten. Ich habe nicht gezählt wie viele es gab, aber 300 Waren es bestimmt. Jede nochmals unterteilt in a- ?.
Auf der Wiese haben wir dann das erste mal unsere Musikinstrumente hervorgekramt, und angefangen gute Laune zu verbreiten. Ich habe mich gewundert, wie viele Musikinstrumente Cord ( unser Pastor ) spielen kann. Aber ein Dudelsack war auch dabei.
Um 15 Uhr konnten wir dann auf unsere Zimmer. Man darf dort nicht allzu viel erwarten. Es ist ein Zimmer, in dem Etagenbetten stehen, in dem Maximal 8 Personen schlafen können. Die meisten Zimmer sehen gleich aus, wobei es verschiedene Variationen der Baracken und der Häuser gibt.
Ansonsten befindet sich nichts in den Zimmern. Sie sind völlig leer bis auf die Betten. Kein Tisch. Kein Stuhl, nur die Betten, aber was will man mehr?
Als wir zusammengerufen wurden, wurden uns unsere Aufgaben verteilt. Jeder Durfte sich einen Job aussuchen. Ich hatte mit einem Freund ( Boese ), den Job die Klopapierrollen auszutauschen, und die Seife zu kontrollieren. Einfacher Job mit vielen Vorteilen. Diesem Job mussten wir jeden Nachmittag nachgehen. Mein Tag sah wie folgt aus:
8. 30 Morgengebet mit anschließendem Frühstück. Das Gebet dauerte dann etwa eine Stunde und das Essen dann auch länger wenn man bedenkt eine 1500 Menschen Schlange vor sich zu haben, die alle gleichzeitig essen wollen.
10.15 Treffen. Als wir uns einen Job ausgesucht haben mussten wir uns auch eine Bibelgruppe aussuchen. Wir hatten 4 Wahlmöglichkeiten. Entweder darüber diskutieren was für ein Leben Jesus uns bietet, oder über den Brief, der alle 2 Monate von Frére Roger geschrieben wird nachdenken. Unser Thema war „ Gott kann nur lieben „. Dieser Brief wird in 59 Sprachen übersetzt. Den Phillipehrbrief lesen, oder eine Woche schweigen und überhaupt nicht reden, was sehr beruhigend sein soll.
Ich habe mich für den Brie entschieden, und alle meine Freunde auch. Wir haben dann also zusammen mit einem Bruder über den Brief diskutiert. Das war ganz lustig, wenn man bedenkt, dass wir die einzigen unter 22 jährigen waren, denn diese Gruppe war nur für 22- 29 jährige, aber irgendwie haben wir uns dort eingeschlichen und waren nun mit etwa 30 Erwachsenen in dem Raum als 17 jährige.
12. 20 Kam dann das Mittagsgebet mit anschließendem Abendessen. Wieder die selbe Chose wie am Mittag mit anstehen und so weiter.
14. 00 konnte man dann singen üben in der Kirche, das habe ich aber nicht gemacht, weil ich nicht singen kann... und es hätte überhaupt keinen Sinn. Aber dies war freiwillig.
15. 30 War dann wieder ein Bibeltreffen, aber weil wir gearbeitet haben habe ich ab 16.00 Klopapierrollen ausgetauscht und brauchte nicht zu dem Treffen.
17. 15 Die Themengruppen. Dort konnte man basteln und diskutieren. Dort war ich auch nicht, denn versucht mal innerhalb einer Stunde die Klopapierrollen eines ganzen Dorfes zu wechseln. Außerdem war dies wieder freiwillig, und da mein Terminplan sowieso voll war hatte ich auch gart keine Lust darauf.
19. 00 Gab es dann Abendessen. Dies war wieder das selbe wie Mittags und Morgens nur das vorher nicht gebetet wurde.
20. 30 mussten dann alle zum Abendgebet. Ich war dort meistens bis 10 oder 11 Uhr, weil es wirklich schön und beruhigend war.
Danach konnte man bis 23. 30 in das Oyak einer Art Disco draußen und nur mit eigener Musik. Man konnte dort was trinken. Auch alkoholische Sachen, und sich mit den Leuten Unterhalten. Wer wollte konnte selber Musik machen, allerdings musste man um 23. 30 das Feld räumen und schlafen gehen. Da haben dann Night Guys aufgepasst, dass keiner durch die Gegend rennt. Diese waren bis 4 Uhr Nachts unterwegs und haben Wache gehalten.
Während der ganzen Zeit hatte man keine Technik. Man hatte ja auch keine Steckdosen. Die einzige Steckdose war im Männerklo zum Rasieren, damit man nicht ungepflegt aussieht, aber ansonsten haben sich die Leute anders bei Laune gehalten. Man hatte ja auch gar keine Zeit für Langeweile bei dem Terminplan. Mirco ( emem ) hat zum Beispiel jeden Abend und jeden Mittag seinen Discman eingeschaltet.
Ansonsten handelte es sich um ein völlig abgeschnittenes Leben, in völlig anderer Welt. Man hat von nichts etwas mitbekommen. Wir waren ja in der Zeit des Irak Krieges dort und haben davon überhaupt nichts gehört. Als wir zuhause waren haben wir dann erste Informationen an Tankstellen mitbekommen, wo wir uns dann auch gleich richtiges Essen besorgt haben.
Denn ich muss euch sagen das Essen ist wirklich nicht lecker. Es war immer etwas Breiiges, denn zum Essen hatte man lediglich einen Löffel. Ich habe mich 4 Tage nur von trockenem Brot ernährt, weil ich das andere Essen nicht mochte. Es enthielt allerdings alles was man brauchte, und man bekam auch noch immer einen Nachtisch. Das war dann auch der Grund warum ich in Taizé 7 Kilo abgenommen hab.
Während des Mittagessens musste emem dann immer den Müll aufsammeln, den er war „ Rubbish man „. Ich war in der Jacoby Crew und kümmerte mich um die Toiletten. Ich war ein TPC in der „ Toilet Paper Crew „. Jede Crew hatte irgend einen Vorteil. Mirco durfte zu erst zum Mittagessen, dafür durfte ich mit meiner Crew „ auch als Junge „ in die Mädchentoiletten, und durfte zu jeder Zeit rein. Wen die beim sauber machen waren, und sagten ich solle doch bitte warten habe ich immer ganz lässig mit dem TPC Schlüssel gewunken, und schon machten sie Platz... Echt cool.
Nach dem Abendessen ging es immer in die Kirche, und dies war einer der schönsten Orte in Taizé. Er war zwar nicht Prunkvoll, aber er war trotzdem wunderschön. Man hatte das Gefühl in einer Großen Familie zu sitzen, es war ganz Still, und man hörte nur die ganzen Leute singen, wie bei diesen Beruhigungsgebeten. Immer dieses Ommmmm und so.. In der Kirche durfte man alles. Nur nicht die Gruppe stören, oder sich auf den Rücken legen. Mein Freund Nager 86 hat das mal gemacht, und prompt kam einer an und sagte ihm dass er sich doch auf den Bauch legen solle. In der Orthodoxen Kirche darf man nämlich nur auf dem Rücken liegen, wenn man Tod ist.
Aber insgesamt bin ich immer sehr gerne in die Kirchen gegangen, weil es wirklich beruhigend war.
Die Lieder, die man sich auch im Internet anhören kann bestehen meistens aus einer Zeile, und werden an die 100 Mal wiederholt. Meine Freunde, die nicht mit waren, meine Freundin eingeschlossen ) meinten es handle sich hier um eine Gehirnwäsche, aber das glaube ich nicht.
Ich habe in dieser Woche keinen einzigen Gottesdienst verpasst, war also 6* 3+ 2 mal im Gottesdienst. Das macht 20 Mal, mit einer Durchschnittsdauer von 1,5 Stunden. Am Stück wären das 25 Stunden Kirche. Ich habe also über einen Tag nur in der Kirche gesessen und gebetet oder über Gott und die Welt nachgedacht.
Um zu jedem Gottesdienst zu kommen musste man früh aufstehen, sowieso weil wir vorher noch Duschen wollten. Wir sind meist um 6. 00 aufgestanden um nicht in der Rush Hour unter der Dusche zu gelangen. Da bei uns in der näh nur eine kalte Dusche war, die sehr alt war, sind wir jeden morgen halb nackt durch das Dorf gelaufen und das um 6.00 Uhr. Da war das Wasser natürlich warm, und man hatte alle Zeit der Welt.
Besonders schön finde ich, dass in diesem Dorf alle Nationalitäten aufeinander treffen. Ich hatte mit diversen Leuten Unterhaltungen auf Englisch, und , obwohl ich es kaum kann , auf Französisch. Manchmal hat man versucht sich mit Händen und Füßen zu verständigen, wobei dann die ganze Gruppe gelacht hat. Man selber natürlich auch. Aber es war für mich wie eine kleine Familie.
Wenn ich einmal was beim essen nicht mochte, so bin ich quer über den Platz gegangen, und habe mit jemandem getauscht. Jeder ist freundlich und hat en gutes Wort. Schon bei der Hinreise dachte ich „ Boa sind die Kackefreundlich „. Aber es war einer meiner schönsten Ferien überhaupt.
Fazit
******
Also ich kann Taizé nur weiterempfehlen. Es ist einer der schönsten Orte dieser Welt. Noch schöner ist nur a) meine Freundin, die ich nächstes Jahr mitnehmen werde und b) der Arm meiner Freundin, was daraus ja folgt. Ich finde der Preis für den Aufenthalt ist nicht zu teuer, da die Mönche da nix verdienen und er auch noch freiwillig ist. Wie man hinkommt muss man immer selber wissen, wir fahren immer von Rhauderfehn, und ansonsten kann man einfach entspannen,. Ich muss sagen, das ich immer wieder hinfahren möchte. Meiner Meinung nach ist der Ort an sich sehr empfehlenswert.
Gruß
©n-Tech
Zum Glück habe ich vor einem halben Jahr von einem Ort der Ruhe gehört. In der Klasse ging es so um, dass wir nach Taizé fahren. Klar dachte ich, in dem glauben es sei ein Ferienlager, in dem man Spaß hat und ab und zu auch mal Scheiße baut.
Doch dann wurde ich aufgeklärt. Es handelt sich hier um ein Kloster. Da ist dann der Beliebtheitspegel des Dorfes gesunken, und ich wollte erst gar nicht mit. Aber hinterher wurde ich mit fiesesten Mitteln dazu gezwungen, denn meine Mutter hatte die längeren Fäden. Sie meinte so eine Woche Ruhe täte mir mal gut, hinterher hat sie es bereut.
Wir sind dann mit dem Bus dort hingefahren. Mit bei mir waren meine engsten Freunde, unter anderem wieder Darokh, emem und Nager86. Diese Busfahrt dauerte 13 Stunden, mit 3 Pausen, und den gewohnten Busfahrerwechseln, also keine Sorge dass wir in Gefahr wären, was doch heutzutage so oft in den Nachrichten kommt. Wir sind von Rhauderfehn aus gefahren, also aus Ostfriesland. Wie lange ihr brauchen werdet braucht ihr nur abziehen. Zum Glück sind wir Nachts gefahren, und konnten so im Bus schlafen. Ich konnte nicht ganz so gut im sitzen schlafen, und der Boden zwischen den Sitzen war schon besetzt, da meine Freunde sich den gekrallt hatten. Wir sind mit einer Gruppe von etwa 43 Leuten gefahren. Ich habe dann die erste Stunde nicht Schäfchen sondern Mc Donalds gezählt. Wir sind dann morgens um 10 Uhr etwa angekommen.
Taizé
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Taizé wird von Ordensbrüdern geleitet. Es sind etwa 40 Mönche, die man Morgens, Mittags und Abends in den Gebeten treffen kann. Auch laufen sie manchmal über das Gelände. Gegründet wurde Taizé von Frére Roger, im Jahre 1940. Er lebt heute noch und gestaltet den Gottesdienst mit. Wenn er in die Kirche kommt schauen ihm dann alle hinterher. Der Mönch ist nun schon 87 Jahre alt, wie ich von unserem Pastor erfahren habe.
Vorab mussten wir 110 € an Cord überweisen, denn die Busfahrt nach Taizé kostete 80 € und der Aufenthalt war freiwillig 30 €. Wenn man diese 30 € bezahlte, konnten noch 5 Leute aus dem Senegal einen Monat nach Taizé. Wir als gute Christen haben dann natürlich auch bezahlt.
Alles in allem machen die Mönche dort kein Plus. Sie nehmen keinen Eintritt, und die Restaurierungen machen sie zum Teil selber. Die einzige Einnahmequelle ist die Exposition, in der sie selbst gemachte Gegenstände verkaufen. Hiervon kaufen sie dann auch die Nahrungsmittel.
Kaum da mussten wir erst mal bis 15 Uhr warten, denn die Zimmer waren noch nicht ganz sauber. Wir haben uns in den paar Stunden dann das Dorf angeschaut und uns ein wenig die Leute angeguckt.
Für die, die es nicht wissen, Taizé liegt in Burgund... *Karte-rauskram* ... Das liegt etwa im Südosten Frankreichs, und da man im Süden ist scheint dort auch oft die Sonne. Leider hatten wir in unserer Zeit Pech, denn es herrschten zu der Zeit als wir da wären so komische Winde, die von einer Stadt zur anderen ziehen... Mein Freund wusste den Namen, aber ich konnte mir den nicht merken. Jedenfalls war es kälter als sonst, und die Leute sagten, dass es das Kälteste Ostern seit Jahren war. Wir hatten uns also genau das falsche Wetter ausgesucht.
Alles in allem war das Wetter schon sehr seltsam. Zum einen hat es an einem Tag geregnet, und es war windig. In der Sonne war es warm, aber dort wo kein Windschatten war, war es extrem kalt. Zwischendurch hat es dann auch mal geregnet.
Am nächsten Tag war es an die 35 ° warm. Wir haben uns dann in die Sonne gelegt, und ein wenig relaxet. Am Abend hatten wir dann auch alle einen Sonnenbrand, und konnten uns kaum bewegen. Aber das Wetter an diesem Tag war sehr schön.
Und ob ihr es glaubt oder nicht am darauf folgenden Tag hat es geschneit. Wir saßen beim Mittagessen, und der Trashman, der aus Australien kam fragte mich „ What is that? „ Also was das denn sei. Ich sagte Schnee, weil die in Australien das anscheinend nicht kennen. Aber ob ihr es glaubt oder nicht. Das Wetter war so wechselhaft, dass es an einem Tag 35 ° warm war, und am nächsten geschneit hat. Okay, an den darauffolgenden Tagen war es durchschnittlich bis warm, aber das waren die seltsamsten 3 Tage, die ich je miterlebt habe...
Auf den ersten Blick sah das Örtchen aber ganz niedlich aus. Es liegt auf einem Hügel, und wenn es grade von der Sonne beschienen wird, sieht es richtig heilig aus. In der Exposition, einer Art kleiner Basar, in dem Krüge und Postkarten angeboten wurden gab es dann auch eine Postkarte, die Das Dorf auf dem Hügel zeigte, auf den dann der Regenbogen schein, so dass es aussah als würde er dort entspringen.
In Taizé angekommen sahen wir auch schon andere Busse, und wir fragten unseren Pastor, wie viele denn so kommen. Er sagte es seinen NUR 1500. Wir waren natürlich alle geschockt über das NUR in so einem kleinen Dorf aber zu Ostern kommen an diesen Ort über 8000 Leute herangepilgert. Ich habe mich dann informiert und herausbekommen, dass die Küche in Taizé etwa für 10000 Mann kochen kann, und dass es sich um die am strengsten Kontrollierte Küche Frankreichs handelt. Stellt euch mal vor, da kommen 10000 Leute aus Taizé mit einer Lebensmittelvergiftung...
Wir haben uns dann auf einer Wiese breit gemacht, an die wir heranbeordert wurden. Es war irgendwo im 100er Bereich der Baracken, in denen wir schlafen sollten. Ich habe nicht gezählt wie viele es gab, aber 300 Waren es bestimmt. Jede nochmals unterteilt in a- ?.
Auf der Wiese haben wir dann das erste mal unsere Musikinstrumente hervorgekramt, und angefangen gute Laune zu verbreiten. Ich habe mich gewundert, wie viele Musikinstrumente Cord ( unser Pastor ) spielen kann. Aber ein Dudelsack war auch dabei.
Um 15 Uhr konnten wir dann auf unsere Zimmer. Man darf dort nicht allzu viel erwarten. Es ist ein Zimmer, in dem Etagenbetten stehen, in dem Maximal 8 Personen schlafen können. Die meisten Zimmer sehen gleich aus, wobei es verschiedene Variationen der Baracken und der Häuser gibt.
Ansonsten befindet sich nichts in den Zimmern. Sie sind völlig leer bis auf die Betten. Kein Tisch. Kein Stuhl, nur die Betten, aber was will man mehr?
Als wir zusammengerufen wurden, wurden uns unsere Aufgaben verteilt. Jeder Durfte sich einen Job aussuchen. Ich hatte mit einem Freund ( Boese ), den Job die Klopapierrollen auszutauschen, und die Seife zu kontrollieren. Einfacher Job mit vielen Vorteilen. Diesem Job mussten wir jeden Nachmittag nachgehen. Mein Tag sah wie folgt aus:
8. 30 Morgengebet mit anschließendem Frühstück. Das Gebet dauerte dann etwa eine Stunde und das Essen dann auch länger wenn man bedenkt eine 1500 Menschen Schlange vor sich zu haben, die alle gleichzeitig essen wollen.
10.15 Treffen. Als wir uns einen Job ausgesucht haben mussten wir uns auch eine Bibelgruppe aussuchen. Wir hatten 4 Wahlmöglichkeiten. Entweder darüber diskutieren was für ein Leben Jesus uns bietet, oder über den Brief, der alle 2 Monate von Frére Roger geschrieben wird nachdenken. Unser Thema war „ Gott kann nur lieben „. Dieser Brief wird in 59 Sprachen übersetzt. Den Phillipehrbrief lesen, oder eine Woche schweigen und überhaupt nicht reden, was sehr beruhigend sein soll.
Ich habe mich für den Brie entschieden, und alle meine Freunde auch. Wir haben dann also zusammen mit einem Bruder über den Brief diskutiert. Das war ganz lustig, wenn man bedenkt, dass wir die einzigen unter 22 jährigen waren, denn diese Gruppe war nur für 22- 29 jährige, aber irgendwie haben wir uns dort eingeschlichen und waren nun mit etwa 30 Erwachsenen in dem Raum als 17 jährige.
12. 20 Kam dann das Mittagsgebet mit anschließendem Abendessen. Wieder die selbe Chose wie am Mittag mit anstehen und so weiter.
14. 00 konnte man dann singen üben in der Kirche, das habe ich aber nicht gemacht, weil ich nicht singen kann... und es hätte überhaupt keinen Sinn. Aber dies war freiwillig.
15. 30 War dann wieder ein Bibeltreffen, aber weil wir gearbeitet haben habe ich ab 16.00 Klopapierrollen ausgetauscht und brauchte nicht zu dem Treffen.
17. 15 Die Themengruppen. Dort konnte man basteln und diskutieren. Dort war ich auch nicht, denn versucht mal innerhalb einer Stunde die Klopapierrollen eines ganzen Dorfes zu wechseln. Außerdem war dies wieder freiwillig, und da mein Terminplan sowieso voll war hatte ich auch gart keine Lust darauf.
19. 00 Gab es dann Abendessen. Dies war wieder das selbe wie Mittags und Morgens nur das vorher nicht gebetet wurde.
20. 30 mussten dann alle zum Abendgebet. Ich war dort meistens bis 10 oder 11 Uhr, weil es wirklich schön und beruhigend war.
Danach konnte man bis 23. 30 in das Oyak einer Art Disco draußen und nur mit eigener Musik. Man konnte dort was trinken. Auch alkoholische Sachen, und sich mit den Leuten Unterhalten. Wer wollte konnte selber Musik machen, allerdings musste man um 23. 30 das Feld räumen und schlafen gehen. Da haben dann Night Guys aufgepasst, dass keiner durch die Gegend rennt. Diese waren bis 4 Uhr Nachts unterwegs und haben Wache gehalten.
Während der ganzen Zeit hatte man keine Technik. Man hatte ja auch keine Steckdosen. Die einzige Steckdose war im Männerklo zum Rasieren, damit man nicht ungepflegt aussieht, aber ansonsten haben sich die Leute anders bei Laune gehalten. Man hatte ja auch gar keine Zeit für Langeweile bei dem Terminplan. Mirco ( emem ) hat zum Beispiel jeden Abend und jeden Mittag seinen Discman eingeschaltet.
Ansonsten handelte es sich um ein völlig abgeschnittenes Leben, in völlig anderer Welt. Man hat von nichts etwas mitbekommen. Wir waren ja in der Zeit des Irak Krieges dort und haben davon überhaupt nichts gehört. Als wir zuhause waren haben wir dann erste Informationen an Tankstellen mitbekommen, wo wir uns dann auch gleich richtiges Essen besorgt haben.
Denn ich muss euch sagen das Essen ist wirklich nicht lecker. Es war immer etwas Breiiges, denn zum Essen hatte man lediglich einen Löffel. Ich habe mich 4 Tage nur von trockenem Brot ernährt, weil ich das andere Essen nicht mochte. Es enthielt allerdings alles was man brauchte, und man bekam auch noch immer einen Nachtisch. Das war dann auch der Grund warum ich in Taizé 7 Kilo abgenommen hab.
Während des Mittagessens musste emem dann immer den Müll aufsammeln, den er war „ Rubbish man „. Ich war in der Jacoby Crew und kümmerte mich um die Toiletten. Ich war ein TPC in der „ Toilet Paper Crew „. Jede Crew hatte irgend einen Vorteil. Mirco durfte zu erst zum Mittagessen, dafür durfte ich mit meiner Crew „ auch als Junge „ in die Mädchentoiletten, und durfte zu jeder Zeit rein. Wen die beim sauber machen waren, und sagten ich solle doch bitte warten habe ich immer ganz lässig mit dem TPC Schlüssel gewunken, und schon machten sie Platz... Echt cool.
Nach dem Abendessen ging es immer in die Kirche, und dies war einer der schönsten Orte in Taizé. Er war zwar nicht Prunkvoll, aber er war trotzdem wunderschön. Man hatte das Gefühl in einer Großen Familie zu sitzen, es war ganz Still, und man hörte nur die ganzen Leute singen, wie bei diesen Beruhigungsgebeten. Immer dieses Ommmmm und so.. In der Kirche durfte man alles. Nur nicht die Gruppe stören, oder sich auf den Rücken legen. Mein Freund Nager 86 hat das mal gemacht, und prompt kam einer an und sagte ihm dass er sich doch auf den Bauch legen solle. In der Orthodoxen Kirche darf man nämlich nur auf dem Rücken liegen, wenn man Tod ist.
Aber insgesamt bin ich immer sehr gerne in die Kirchen gegangen, weil es wirklich beruhigend war.
Die Lieder, die man sich auch im Internet anhören kann bestehen meistens aus einer Zeile, und werden an die 100 Mal wiederholt. Meine Freunde, die nicht mit waren, meine Freundin eingeschlossen ) meinten es handle sich hier um eine Gehirnwäsche, aber das glaube ich nicht.
Ich habe in dieser Woche keinen einzigen Gottesdienst verpasst, war also 6* 3+ 2 mal im Gottesdienst. Das macht 20 Mal, mit einer Durchschnittsdauer von 1,5 Stunden. Am Stück wären das 25 Stunden Kirche. Ich habe also über einen Tag nur in der Kirche gesessen und gebetet oder über Gott und die Welt nachgedacht.
Um zu jedem Gottesdienst zu kommen musste man früh aufstehen, sowieso weil wir vorher noch Duschen wollten. Wir sind meist um 6. 00 aufgestanden um nicht in der Rush Hour unter der Dusche zu gelangen. Da bei uns in der näh nur eine kalte Dusche war, die sehr alt war, sind wir jeden morgen halb nackt durch das Dorf gelaufen und das um 6.00 Uhr. Da war das Wasser natürlich warm, und man hatte alle Zeit der Welt.
Besonders schön finde ich, dass in diesem Dorf alle Nationalitäten aufeinander treffen. Ich hatte mit diversen Leuten Unterhaltungen auf Englisch, und , obwohl ich es kaum kann , auf Französisch. Manchmal hat man versucht sich mit Händen und Füßen zu verständigen, wobei dann die ganze Gruppe gelacht hat. Man selber natürlich auch. Aber es war für mich wie eine kleine Familie.
Wenn ich einmal was beim essen nicht mochte, so bin ich quer über den Platz gegangen, und habe mit jemandem getauscht. Jeder ist freundlich und hat en gutes Wort. Schon bei der Hinreise dachte ich „ Boa sind die Kackefreundlich „. Aber es war einer meiner schönsten Ferien überhaupt.
Fazit
******
Also ich kann Taizé nur weiterempfehlen. Es ist einer der schönsten Orte dieser Welt. Noch schöner ist nur a) meine Freundin, die ich nächstes Jahr mitnehmen werde und b) der Arm meiner Freundin, was daraus ja folgt. Ich finde der Preis für den Aufenthalt ist nicht zu teuer, da die Mönche da nix verdienen und er auch noch freiwillig ist. Wie man hinkommt muss man immer selber wissen, wir fahren immer von Rhauderfehn, und ansonsten kann man einfach entspannen,. Ich muss sagen, das ich immer wieder hinfahren möchte. Meiner Meinung nach ist der Ort an sich sehr empfehlenswert.
Gruß
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