Taizé Testbericht

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Erfahrungsbericht von dieanke

Gemeinschaft live

Pro:

tolle Atmosphäre

Kontra:

das Essen und die Duschen

Empfehlung:

Nein

Es ist kaum zu glauben, wie viele Jugendliche ein so kleines Dorf im Burgund jährlich anzieht. Deshalb möchte ich heute denjenigen einmal berichten, die von Taize noch nichts gehört haben:

Was ist Taize?
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Taize ist eine ökomenische Brüdergemeinschaft, die sich nach eben diesem kleinen Ort im Burgund benannt hat. Allwöchentlich treffen sich hier Hunderte Jugendlicher aus aller Welt, um gemeinsam zu beten und über Gott und die Welt zu sprechen. Die Brüder kommen aus aller Welt. „Oberhaupt“ ist der 81jährige Frere Roger, der den Orden 1944 gegründet hat, um in Taize Kriegsflüchtlinge zu beherbergen. Nach und nach entwickelte sich dann die Tradition, dass Jugendliche nach Taize kommen, um dort gemeinsam zu beten.

Was ist das besondere an Taize?
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In Taize herrscht eine Art „heile Welt“. Man lernt sich untereinander unheimlich schnell kennen. Das erfordert zwar ein gewisses Maß an Offenheit, aber das hat man in Taize aus irgendeinem Grund automatisch. Man geht auf die Menschen viel eher zu und unterhält sich auch mal mit Leuten, mit denen man im normalen Leben wahrscheinlich nie sprechen würde.

In Taize herrscht aufgrund dessen eine ganz eigentümliche Atmosphäre, die besonders bei den 3 täglichen Gebeten zum Vorschein kommt. Diese Gebete bestehen hauptsächlich aus einfachen, sich immer wiederholenden Gesängen, die in allen möglichen Sprachen gesungen werden können. Die Sprachen mischen sich und es ergibt einen ganz eigentümlichen Klang, der einem vor allem an den Silvestertreffen nicht vorübergehen kann.

Das Leben in Taize
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Das Leben in Taize besteht hauptsächlich aus den oben schon genannten Gebeten. Im Zentrum eines jeden Gebets steht eine 10minütige Stille. Daran muss man sich erst gewöhnen. Sie steht nach einer Bibelstelle und am Anfang weiß man nichts mit seiner Zeit anzufangen, aber gegen Ende der Woche kommt einem die Zeit vor wie ein kurzer Augenblick, weil man viel mehr beginnt über alles nachzudenken. Gebete sind morgens vor dem Frühstück, Mittags vor dem Mittagessen und abends um 21 Uhr. Das 21Uhr Gebet geht oft bis tief in die Nacht hinein, da es eine Art „open end“ gibt. Man kann so lange bleiben wie man will.

Ein weiterer Hauptbestandteil des Lebens in Taize sind die Gesprächsgruppen. Am Morgen (nach dem Frühstück) treffen sich verschiedene Gruppen, um von einem Bruder eine Bibeleinführung zu bekommen. Das ist besonders interessant, wenn die in Englisch passiert, ich habe das letzte mal kein Wort verstanden (Danke Bruder John).
Am Nachmittag trifft man sich dann in Kleingruppen um über die Einführung zu sprechen (wenn man sie verstanden hat ;-)). Das ist meist ziemlich lustig, weil man hier am ehesten Kontakte knüpfen kann. Man diskutiert dann 1-2 Stunden, je nach Lust und Laune der Gruppe. Hier kann man es auch gut treffen und eine sehr diskutierfreudige Gruppe haben oder eben nicht und ziemlich gleichgültige Leute dabeihaben!

Jeder muss zum Leben in Taize seinen Teil beitragen. Es gibt also auch die Aufgabe, dass man mitarbeitet, sonst funktioniert das ganze absolut nicht. Es müssen Klos geputzt werden, Baracken gesäubert, während dem Gebet für Ruhe gesorgt, Sachen am Oyak (dazu später) verkauft und natürlich das Essen verteilt werden etc.!

Das Essen ist sowieso immer das allerlustigste. Man stelle sich vor 5000 Leute wollen gleichzeitig ihr Mittagessen. Das führt natürlich zwangsläufig zum absoluten Chaos. In der Essenschlange muss man immer seine Kontakte haben. So kommt man schneller dran, oder man bekommt auch mal einen Löffel mehr. Es würde hier aber nie irgendwelche Prügeleien. Länger als 10 Minuten muss auch der letzte nie warten. Das ist echt toll. Nachmittags gibt’s sogar Kaffee (bzw. Kakao und Tee, Kaffee gibt’s keinen). Der Kakao ist auch immer besonders lecker. Er wird in einer (meist roten) Plastik-Müsli-Schale serviert. Aufgebrüht wird er mit heißem Wasser. Der schmeckt da aber wirklich gut!!! Das Essen ist genau so ausgelegt, dass man keinen Hunger bekommt. Wie die das schaffen??? – Da bin ich überfragt, ich war noch nicht im Küchenteam.

Die Unterbringung ist natürlich auch entsprechend einfach. Man kann Glück haben und in einer 6 Mann Baracke schlafen, man kann aber auch Pech haben und 1 Woche im Großraumzelt verbringen. Beides hat was für sich, aber im Frühjahr wird’s in Taize nachts noch recht kalt... Ich hatte bisher beide Male Glück. Beim ersten Mal landete ich in einer 18 Mann-Baracke (6 3Stock-Betten) und beim zweiten Mal war ich in einer 6 Mann-Baracke (3 2 Stockbetten). Aber immerhin, es waren Betten und der Raum hatte Heizung und Licht. Wenn man morgens duschen will, muss man schon ziemlich früh aufstehen. Gegen 8 Uhr ist die Schlange vor der Dusche am größten. Morgens kann es schon mal zu leichtem Gedränge im Waschraum kommen, aber man gewöhnt sich dran und entwickelt seine Tricks, möglichst schnell ein Klo zu finden... Es macht aber Spaß, weil man sich jeden Morgen mit den gleichen Leuten über die Situation totlacht.

Die Nachmittage haben wir damals meistens an der Quelle verbracht! Die Quelle ist ein großer See, allerdings auch ein Ort der Stille. Hier kann man einfach mal ausspannen und die Natur genießen. Die Quelle ist allerdings gefaked, das Wasser kommt aus einem großen Rohr geschossen und wird durch eine Pumpe nach oben gepumt. Außerdem gibt es nachmittags immernoch Angebote, wie die Vorstellung der Länder, internationale Gesprächsgruppen etc.

Das Gebet der Lichter
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In Taize ist jede Woche Ostern.

Jeden Freitag findet eine Kreuzanbetung statt, die sich dann auch ziemlich lange hinzieht, da jeder sein persönliches Gebet am Kreuz betet. Das kann lange dauern, bei 5000 Leuten!!!

Jeden Samstag wird abends eine Auferstehungsmesse gefeiert. Hier bekommt jeder Teilnehmer ein Licht, was im Verlaufeder Messe dann angesteckt wird. Die Atmosphäre ist hier gigantisch. Man muss es einfach selbst erlebt haben.

Der Oyak
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Der Oyak ist neben dem Shop, in dem die Erzeugnisse der Mönche (vor allem Bücher und Email-Waren) verkauft werden, der einzige Laden in Taize. Hier gibt es neben Cola und anderen Getränken die schärfste Bockwurst, die ich bisher gegessen habe. Der Senf treibt einem die Tränen in die Augen!!!

Der Oyak ist auch der Ort der Geselligkeit. Muss es sonst auf dem Gelände am Abend einigermaßen ruhig sein, darf hier richtig Krach gemacht werden. Und das wird auch ausgenutzt. Da wird gesungen, was die Kehlen hergeben. Und man lernt Lieder in allen Sprachen. Das ist einfach nur toll.

Warum Taize?
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Na, ja, wenn man sich das so anhört, könnte man ja denken, dass es da echt ätzend ist. Das hab ich natürlich auch am Anfang gedacht, bis einmal eine Fahrt mit der katholischen Kirche dorthin stattfand. Ich wurde überredet, aber mir hat es auf Anhieb super gefallen. Die Baracken, die Waschräume und das Essen vergißt man ganz schnell, oder man gewöhnt sich zumindest dran.

Wer nach Taize kommt, will vor allem Menschen kennenlernen. Und diese offene Atmosphäre macht Taize nun mal zu etwas besonderem, was man einfach erleben muss.

Eure Anke

unter gleichem Namen bereits bei ciao.com eingestellt!!!

32 Bewertungen, 1 Kommentar

  • frankensteins

    26.12.2008, 00:13 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    kann es sein, das darüber mal im Fernehen berichtet wurde, kommt mir irgenwie bekannt vor. lg