Talkshows Testbericht

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Erfahrungsbericht von xeniaII

Schweigen ist Gold

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich sage ja immer wieder „Schweigen ist Gold. Das wäre wohl auch in diesem Fall die einzige Aussage. Aber dieses Thema ist sicherlich viel zu vielschichtig, als das es dazu nicht doch mehr zu sagen gäbe.

Nach Jahren der Quaselei sind die Einschaltquoten zum Glück mittlerweile rückläufig. Den Talkshows läuft das Publikum davon. Laut Spiegel sank die Gesamtzuschauerzahl innerhalb eines Jahres von 13,5 auf 11,2 Millionen; was aus meiner Sicht noch immer zuviel ist.

Selbst Hans Meiser, der vor 8 Jahren auf RTL den Daily Talk einführte, laufen die Zuschauer davon. Zeitweise wurden im dann von seinem Sender „jüngere“ Themen verordnet, was weder dem Moderator noch den Zuschauern gefiel, so änderte auch das an den Schwindenen Zuschauerzahlen nichts. Wobei aus meiner Sicht Hans Meiser noch der glaubwürdigste von den Moderatoren ist.

Auf Hans Meiser folgte bei RTL Ilona Christen, die einfach nur bescheuert aussah mit Ihren etwas zu großen Brillen. Besonders schlimm fand ich es, daß man Madame dann auch noch in der Waschmittelwerbung ertragen mußte. Ilona Christen kopierte lediglich die Themen von Hans Meiser. Nichts menschliches und auch unmenschliches war der Redaktion zu fremd, kein Motto zu ausgeschlutscht, um nicht wieder recycelt zu werden. Das galt nicht nur für die Themen, sondern auch für die Gäste. Wer täglich nachmittags vor der Glotze saß, hatte gute Chancen, die Kandidaten immer wieder zu sehen, schließlich gibt es zum Glück nicht viele 12 jährige, die von Ihrem Vater geschwängert wurden.

Für das jüngere Publikum schickte RTL dann Bärbel Schäfer ins Rennen. Was besonders lästig bei dieser Show war, ist, daß sich die Kandidaten schon mit einem Leitspruch, wie z. B. „Meine Mutter ist eine Schlampe“ dem Publikum vorstellen. Wenn Hans Meiser bisher das Feingefühl der deutschen Zuschauer geschont hatte, war es mit Niveau nun vorbei. Bärbel Schäfers Gäste waren in der Regel nicht mal 18 Jahre alt und unterhielten sich über Themen, die wenn überhaupt Erwachsenen im „Stillen Kämmerlein“ vorbehalten sein sollten.

Aber die Niveaulosigkeit hatte nun endgültig begonnen und das schwachsinne „Talken“ begann. Pro Sieben schickte Arabella Kiesbauer ins Rennen, die ARD den Talk-Pastor Jürgen Fliege. Arabelle Kiesbauer (böse Zungen nennen Sie die „Quoten-Farbige bei Pro Sieben) brachte dem deutschen Volk wenigsten einen echten Lacher, als ein Ölscheich ihr eine Millionen DM bot, um nur eine Nacht mit Ihr zu verbringen. Schätzungsweise hoffte er, daß die Dame dabei nicht sprach, da Ihre Art der Kommunikation eh alles andere als flüssig war. Es war endgültig soweit, Moderatoren mußten nicht mehr moderieren können.

Dann kamen Andreas Türck (Pro Sieben), Nicole, die täglich auf Pro Sieben zur Entscheidung am Mittag bläst, Birte Karalus, die wenigstens ordentlich deutsch sprach, aber auch nichts an der Belanglosigkeit der Themen änderte und Sabrina (über die ich mir kein Urteil erlauben kann, da ich sie nie gesehen habe)

Als krönenden Abschluß präsentierte man: Ricky Harris, Sat 1 (Zitat Spiegel: Erstes Anzeichen für ein Ende des Booms war bereits im vergangenen Herbst das Scheitern von Ricky Harris. Dabei war der notorisch gut gelaunte Deutschamerikaner sogar ein Novum im Nachmittagssfernsehen - nämlich der erste Moderator, der noch schlechter Deutsch sprach als seine Gäste). Ich fand Ricky eigentlich nur toll, weil er in fast jeder Sendung von Stefan Raab verarscht wurde, aus meiner Sicht jedoch zu Recht.

Die neue Stufe der Talk-Shows war erreicht: Erst haben interessante Menschen über interessante Dinge gesprochen, dann interessante Menschen über belanglose Dinge, dann belanglose Menschen über uninteressante Dinge und jetzt reden belanglose Menschen über belanglose Dinge! Auch das Niveau dieser Sendungen ist endgültig im Keller. Mittlerweile pöbeln sich die Kandidaten nur noch vor dem grölenden Publikum an. Und es ist nicht mal eine Geschmackssache, wenn eine 16 jährige Ihre Mutter vor einem Millionenpublikum als Schlampe oder Flittchen beschimpft. Jeder einigermaßen gebildertet Mensch mit ein wenig Feingefühl und Würde weiß, daß man sowas einfach nicht tut, d. h. dieses kein Thema für eine öffentliche Diskussion ist!

Nachdem fast klar war, daß man nicht weiterhin Millionen von DM mit diesem Konzept des schwachsinnigen und teilweise auch bösartigen Gequatsche scheffeln konnte, kam die nächste Idee:

Das allerletzte, die Gerichtsshow mit „Richerin Barbara Salesch“. Man hatte den Eindruck, daß es in Deutschland nur noch kleinkarrierte Vollidioten gibt, die für 100 DM lieber mal vor ein „Fernsehgericht“ ziehen und sich lächerlich machen, anstatt einfach mal miteinander zu reden. Einzig lustiger Nebeneffekt: Maschendrahtzaun von Stefan Raab, was einem nach wenigen Tagen aber auch wieder auf die Nerven ging!

Die darbenden Talkshows wollte man über die Zeit retten, in dem man eine Stripperin zur besten Kinderprogrammzeit an eine Stange ließ, aber selbst ihr hübsch dargebotener String-Tanga kann nun nichts mehr an den schlechten Einschaltquoten ändern.

Somit ist das unterste Niveau erreicht und es wird Zeit, die täglichen Talk-Shows nun endgültig in der Versenkung verschwinden zu lassen. Die Bevölkerung ist satt und mittlerweile ist jedes Thema, sei es auch noch so peinlich und unsinnig, mehrfach diskutiert worden.

Leider glaube ich nicht an die „Stille“. Das können und wollen sich die Sender gar nicht leisten. Zu lange hat man Millionen mit diesem sehr einfachen Konzept gescheffelt. Ich hoffe ja nur, daß nicht irgendein kluger Kopf bei den Sendern ein noch unmenschlicheres Konzept erfindet und wir nun wirklich Ruhe haben, auch wenn es diese Ruhe nur gibt, weil man keine Ideen mehr hat.

Viele staunen ja, daß viele Menschen sich überhaupt sowas ansehen. Ich gebe zu, daß ich es manchmal auch getan habe. Menschen sind nun mal so, tief in uns sind wir alle kleine Spanner, die sich einfach besser fühlen, wenn man sieht, daß es anderen Menschen noch viel schlechter geht. Auch wenn man sehr oft geahnt hat, daß viele der Geschichten doch nur erfunden waren.

Fazit: Als Hans Meiser mit dem Daily-Talk begann war es noch OK. Seine Sendung hatte Niveau, Beschimpfungen und „Schmutz“ gab es bei dem grau-mellierten Moderatoren nicht. Dieses Konzept hätte man beibehalten sollen. Aber man hat sich über die Jahre gegenseitig in den Sumpf der Belanglosigkeit und Schwachsinnigkeiten gezogen.

ES IST ZEIT FÜR DAS ALTE SPRICHWORT: SCHWEIGEN IST GOLD!!!!!!

PS: Die ganz neuen Shows kenne ich leider nicht, da ich mir sowas nicht mehr antue :-)

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