Malta: Tauchgebiet Gozo Testbericht
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Erfahrungsbericht von Lachesis
Tauchplätze rund um Gozo - Mittelmeer at it's best!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vorige Woche bin ich am frühen Mittwoch Morgen in einen kleinen Airbus der Air Malta gestiegen, der mich wieder zurück nach München gebracht hat. Fast zwei Monate habe ich auf Maltas kleiner Nachbarinsel Gozo verbracht, als Tauchguide und Assistent einer Tauchbasis. Zwei Monate sind schon ein Zeitraum, in dem man den Großteil der Tauchplätze rund um Gozo und Comino gut kennenlernen kann. Für Leute, die überlegen, wo der nächste Tauchurlaub hingehen soll, werde ich versuchen deutlich zu machen was euch dort erwartet.
Wer im Mittelmeer das Rote Meer erwartet, wird immer enttäuscht werden. Ich habe Taucher erlebt, die nach einem Tauchgang, den ich großartig fand den Kopf aus dem Wasser steckten und sich beschwerten \"bin von Hurghada her mehr Fisch gewohnt\"... nun, Leuten mit solchen Erwartungen kann man nicht helfen. Das Mittelmeer hat seine eigene Schönheit, und die ist bei Gozo besonders vielseitig.
Der Hauptgrund warum Taucher nach Gozo kommen ist die Beschaffenheit der Küste, die durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Vor allem die Nordküste und der Nordwesten bieten hier erstklassige Tauchplätze.
Double Arch, Anchor Rock und Reqqa Point im Norden sind dabei Namen, mit denen ich schöne Erinnerungen verbinde. Letzterer bezeichnet den nördlichsten Punkt Gozos. Bei der Steilwand mit darüber liegendem Plateau trifft man mit Glück auf riesige Sardinenschwärme, jagende Thunfische oder große Zackenbarsche. Leider ist der Tauchplatz sehr überlaufen und bei Nachmittagstauchgängen haben die Fische meist schon genug Taucher gesehen und sich verpfiffen. Ein Tauchgang am wenig betauchten Anchor Rock mit seiner vielseitigen Steilwand bietet sich dann eher an. Double Arch, zwei durchtauchbare Torbögen mit schönem Lichteinfall auf bis fast 40 Meter Tiefe, gehört zu den Highlights auf Gozo, eignet sich aber fast nur als Bootstauchgang.
Mein persönlicher Lieblingstauchplatz liegt direkt neben Reqqa Point - die Billinghurst Cave. Sie führt ca. 80 Meter tief in den Fels hinein, hinten kann man auftauchen. Was ich aber vor allem nie vergessen werde, ist das Hinaustauchen aus der Höhle ins tiefblaue Freiwasser...
Weitere \"Tauchplätze\" an der Nordküste sind Marsalforn Bay und Xwieni Bay, was aber sehr unspektakuläre Flachwassertauchgänge sind, an denen beinahe nur Anfänger Gefallen finden werden.
Dweja Point im Nordwesten ist ein Ort, der mehrere schöne Tauchplätze bereit hält, gleichzeitig aber auch einer der größten Touristenmagnete auf Gozo ist. Inland Sea und das Blue Hole am berühmten Azure Window, einem großen Felsbogen sind für viele Taucher ein Grund nach Gozo zu kommen. Am Inland Sea taucht man durch einen großen, oben offenen Durchgang hinaus ins offene Meer. Ich will ganz ehrlich sein - ich finde diesen Tauchplatz absolut öde. Der Durchgang ist schön, wird aber in meinen Augen durch Höhlen wie die Billinghurst um Längen geschlagen. Ansonsten gibt es nur noch eine recht unspektakuläre Steilwand und viele, viele Taucher...
Das Blue Hole ist da schon besser, es gibt oft viel Fisch - Zackis, Tunas, Sardinenschwärme... einen Kamin, eine kleine Höhle. Doch leider auch hier - Unmengen Taucher, die dann alle gleichzeitig im Blue Hole ihren Sicherheitsstop machen und sich dabei gegenseitig auf die Köpfe treten. Deshalb bleibt für mich der interessanteste Tauchplatz am Dweja Point der Crocodile Rock. Man muss eine ganze Ecke dorthin laufen, weshalb man dort einen wesentlich unberührteren Tauchplatz vorfindet.
Beim Gedanken an den Süden von Gozo muss ich ehrlich sein und sagen, dass es dort in meinen Augen kaum wirklich spektakuläres gibt. Die versenkte Fähre Xlendi hätte ein sehr interessantes Wrack werden sollen, ist aber an der falschen Stelle falsch aufgeschlagen, liegt nun auf dem Kopf und fällt langsam in sich zusammen. Das Plateau von Xatt L\'amar, das sich daran anschließt, kann noch weniger aufweisen. Sehr schön, aber nur per Boot erreichbar ist der Fessej Rock. Der Felsbrocken liegt im Süden der Bucht Mgarr ix-xini frei im Wasser. Ein riesiger Zackenbarsch ist dort heimisch und aufgrund der geringen Besucherzahl sowie diverser Strömungen trifft man dort auf viel Fisch und wenig Taucher.
Die bereits erwähnte Bucht Mgarr ix-xini wird fast jeder Taucher, der nach Gozo kommt, zu sehen bekommen, denn oft ist sie die letzte Tauch-Möglichkeit bei starkem Nordwest-Wind. Nur knapp 14 Meter tief, ausgestattet mit Sandboden und zwei kleinen Höhlen, kann sie von jedem problemlos betaucht werden. Rudeltauchen bei Massenandrang macht absolut keinen Spaß mehr, an ruhigen Tagen wenn nichts los ist und der Sand noch nicht aufgewirbelt, kann ein Tauchgang dort aber auch wunderschön sein und Nachttauchgänge werden ebenfalls fast immer dort durchgeführt.
Die flache Bucht von Hondoq mag ich kaum erwähnen. Man folgt einer Pipeline über Sandboden Richtung Comino. Falls euch ein Tauchguide dorthin fahren will, bettelt nach Mgarr ix-xini!!! :-)
Ausflüge von Gozo aus führen oft Richtung Comino, der nur 2,5km² großen Nachbarinsel. Vor allem zwei Tauchplätze sind dort erwähnenswert. Erstens Lighthouse, auch bekannt als Lantern Point, eine Platz mit vielen großen Felsblöcken, Spalten zum Durchtauchen und einem Kamin - sehr vielseitig und interessant.
Falls ihr einmal bilder von Malta oder Gozo seht mit riesigen Fischschwärmen, sind die garantiert bei den Santa Maria Caves im Nordosten Cominos gemacht worden. Dort trifft man auf maximal 10 Meter Tiefe auf einen sehr großen Brassenschwarm, der seit vielen Jahren angefüttert werden und sich über jeden Taucher tierisch freut. Ansonsten finde ich den zahlreich besuchten Platz mit drei mehr oder weniger interessanten Höhlen wenig spektakulär, auch wenn viele da anderer Meinung sind.
Ich möchte noch zwei weitere Tauchplätze erwähnen, die aber eigentlich unter das Thema Malta gehören: die beiden Wracks Rozi und Um El-Faroud. Sie gehören zu den schönsten Tauchplätzen des maltesischen Archipels. Der Schlepper Rozi liegt am Nordkap Maltas bei Cirkewwa, wo die Gozo-Fähren ablegen, bei 36 Metern aufrecht im Sand. Leider konnte sie in den letzten Wochen wegen Hafenarbeiten nicht betaucht werden, ist mit Sand überschüttet bei einer Sicht wie im Baggersee. Ich hoffe dass sich das bis nächstes Jahr wieder ändert. Die El-Faroud ist ein 110 Meter langer Tanker, der an der Südküste Maltas nahe der Blauen Grotte auf maximal 30 Meter seine letzte Ruhe gefunden hat. Man muss schon zwei Tauchgänge einplanen, um in jedes Loch zu kriechen. Vor allem diese Möglichkeiten und häufig nicht zu unterschätzende Strömungen machen den Tauchgang aber keinesfalls anfängertauglich.
Dies war ein insgesamt doch recht kurzer Überblick über die wichtigsten Tauchplätze Gozos. Tauchgänge bei jedem Wetter von der Sandbucht bis zu dunklen Höhlen und großen Tiefen sind das Markenzeichen der kleinen Insel. Meist braucht man ein Auge für die kleinen Dinge - Oktopusse, Sepien, Seepferdchen, Garnelen, Leopardschnecken, Muränen, Drachenköpfe - riesige bunte Fische und Korallen wie im Roten Meer braucht man im Mittelmeer nicht zu erwarten. Doch auch riesige Sardinenschwärme, die es doch noch manchmal gibt, Thunfische oder Makrelen und riesige Zackenbarsche können das Taucherherz höher schlagen lasssen. Und nicht zuletzt die tollen Sichtweiten und das gigantische Blau des Mittelmeeres...
Wer im Mittelmeer das Rote Meer erwartet, wird immer enttäuscht werden. Ich habe Taucher erlebt, die nach einem Tauchgang, den ich großartig fand den Kopf aus dem Wasser steckten und sich beschwerten \"bin von Hurghada her mehr Fisch gewohnt\"... nun, Leuten mit solchen Erwartungen kann man nicht helfen. Das Mittelmeer hat seine eigene Schönheit, und die ist bei Gozo besonders vielseitig.
Der Hauptgrund warum Taucher nach Gozo kommen ist die Beschaffenheit der Küste, die durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse. Vor allem die Nordküste und der Nordwesten bieten hier erstklassige Tauchplätze.
Double Arch, Anchor Rock und Reqqa Point im Norden sind dabei Namen, mit denen ich schöne Erinnerungen verbinde. Letzterer bezeichnet den nördlichsten Punkt Gozos. Bei der Steilwand mit darüber liegendem Plateau trifft man mit Glück auf riesige Sardinenschwärme, jagende Thunfische oder große Zackenbarsche. Leider ist der Tauchplatz sehr überlaufen und bei Nachmittagstauchgängen haben die Fische meist schon genug Taucher gesehen und sich verpfiffen. Ein Tauchgang am wenig betauchten Anchor Rock mit seiner vielseitigen Steilwand bietet sich dann eher an. Double Arch, zwei durchtauchbare Torbögen mit schönem Lichteinfall auf bis fast 40 Meter Tiefe, gehört zu den Highlights auf Gozo, eignet sich aber fast nur als Bootstauchgang.
Mein persönlicher Lieblingstauchplatz liegt direkt neben Reqqa Point - die Billinghurst Cave. Sie führt ca. 80 Meter tief in den Fels hinein, hinten kann man auftauchen. Was ich aber vor allem nie vergessen werde, ist das Hinaustauchen aus der Höhle ins tiefblaue Freiwasser...
Weitere \"Tauchplätze\" an der Nordküste sind Marsalforn Bay und Xwieni Bay, was aber sehr unspektakuläre Flachwassertauchgänge sind, an denen beinahe nur Anfänger Gefallen finden werden.
Dweja Point im Nordwesten ist ein Ort, der mehrere schöne Tauchplätze bereit hält, gleichzeitig aber auch einer der größten Touristenmagnete auf Gozo ist. Inland Sea und das Blue Hole am berühmten Azure Window, einem großen Felsbogen sind für viele Taucher ein Grund nach Gozo zu kommen. Am Inland Sea taucht man durch einen großen, oben offenen Durchgang hinaus ins offene Meer. Ich will ganz ehrlich sein - ich finde diesen Tauchplatz absolut öde. Der Durchgang ist schön, wird aber in meinen Augen durch Höhlen wie die Billinghurst um Längen geschlagen. Ansonsten gibt es nur noch eine recht unspektakuläre Steilwand und viele, viele Taucher...
Das Blue Hole ist da schon besser, es gibt oft viel Fisch - Zackis, Tunas, Sardinenschwärme... einen Kamin, eine kleine Höhle. Doch leider auch hier - Unmengen Taucher, die dann alle gleichzeitig im Blue Hole ihren Sicherheitsstop machen und sich dabei gegenseitig auf die Köpfe treten. Deshalb bleibt für mich der interessanteste Tauchplatz am Dweja Point der Crocodile Rock. Man muss eine ganze Ecke dorthin laufen, weshalb man dort einen wesentlich unberührteren Tauchplatz vorfindet.
Beim Gedanken an den Süden von Gozo muss ich ehrlich sein und sagen, dass es dort in meinen Augen kaum wirklich spektakuläres gibt. Die versenkte Fähre Xlendi hätte ein sehr interessantes Wrack werden sollen, ist aber an der falschen Stelle falsch aufgeschlagen, liegt nun auf dem Kopf und fällt langsam in sich zusammen. Das Plateau von Xatt L\'amar, das sich daran anschließt, kann noch weniger aufweisen. Sehr schön, aber nur per Boot erreichbar ist der Fessej Rock. Der Felsbrocken liegt im Süden der Bucht Mgarr ix-xini frei im Wasser. Ein riesiger Zackenbarsch ist dort heimisch und aufgrund der geringen Besucherzahl sowie diverser Strömungen trifft man dort auf viel Fisch und wenig Taucher.
Die bereits erwähnte Bucht Mgarr ix-xini wird fast jeder Taucher, der nach Gozo kommt, zu sehen bekommen, denn oft ist sie die letzte Tauch-Möglichkeit bei starkem Nordwest-Wind. Nur knapp 14 Meter tief, ausgestattet mit Sandboden und zwei kleinen Höhlen, kann sie von jedem problemlos betaucht werden. Rudeltauchen bei Massenandrang macht absolut keinen Spaß mehr, an ruhigen Tagen wenn nichts los ist und der Sand noch nicht aufgewirbelt, kann ein Tauchgang dort aber auch wunderschön sein und Nachttauchgänge werden ebenfalls fast immer dort durchgeführt.
Die flache Bucht von Hondoq mag ich kaum erwähnen. Man folgt einer Pipeline über Sandboden Richtung Comino. Falls euch ein Tauchguide dorthin fahren will, bettelt nach Mgarr ix-xini!!! :-)
Ausflüge von Gozo aus führen oft Richtung Comino, der nur 2,5km² großen Nachbarinsel. Vor allem zwei Tauchplätze sind dort erwähnenswert. Erstens Lighthouse, auch bekannt als Lantern Point, eine Platz mit vielen großen Felsblöcken, Spalten zum Durchtauchen und einem Kamin - sehr vielseitig und interessant.
Falls ihr einmal bilder von Malta oder Gozo seht mit riesigen Fischschwärmen, sind die garantiert bei den Santa Maria Caves im Nordosten Cominos gemacht worden. Dort trifft man auf maximal 10 Meter Tiefe auf einen sehr großen Brassenschwarm, der seit vielen Jahren angefüttert werden und sich über jeden Taucher tierisch freut. Ansonsten finde ich den zahlreich besuchten Platz mit drei mehr oder weniger interessanten Höhlen wenig spektakulär, auch wenn viele da anderer Meinung sind.
Ich möchte noch zwei weitere Tauchplätze erwähnen, die aber eigentlich unter das Thema Malta gehören: die beiden Wracks Rozi und Um El-Faroud. Sie gehören zu den schönsten Tauchplätzen des maltesischen Archipels. Der Schlepper Rozi liegt am Nordkap Maltas bei Cirkewwa, wo die Gozo-Fähren ablegen, bei 36 Metern aufrecht im Sand. Leider konnte sie in den letzten Wochen wegen Hafenarbeiten nicht betaucht werden, ist mit Sand überschüttet bei einer Sicht wie im Baggersee. Ich hoffe dass sich das bis nächstes Jahr wieder ändert. Die El-Faroud ist ein 110 Meter langer Tanker, der an der Südküste Maltas nahe der Blauen Grotte auf maximal 30 Meter seine letzte Ruhe gefunden hat. Man muss schon zwei Tauchgänge einplanen, um in jedes Loch zu kriechen. Vor allem diese Möglichkeiten und häufig nicht zu unterschätzende Strömungen machen den Tauchgang aber keinesfalls anfängertauglich.
Dies war ein insgesamt doch recht kurzer Überblick über die wichtigsten Tauchplätze Gozos. Tauchgänge bei jedem Wetter von der Sandbucht bis zu dunklen Höhlen und großen Tiefen sind das Markenzeichen der kleinen Insel. Meist braucht man ein Auge für die kleinen Dinge - Oktopusse, Sepien, Seepferdchen, Garnelen, Leopardschnecken, Muränen, Drachenköpfe - riesige bunte Fische und Korallen wie im Roten Meer braucht man im Mittelmeer nicht zu erwarten. Doch auch riesige Sardinenschwärme, die es doch noch manchmal gibt, Thunfische oder Makrelen und riesige Zackenbarsche können das Taucherherz höher schlagen lasssen. Und nicht zuletzt die tollen Sichtweiten und das gigantische Blau des Mittelmeeres...
43 Bewertungen, 1 Kommentar
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14.11.2008, 19:52 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
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