The Crow - Die Krähe (VHS) Testbericht

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ab 6,88
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Erfahrungsbericht von The_Wishmaster

Es kann ja nicht immer regnen...

Pro:

...einzigartige Atmosphäre, gutes Bonusmaterial...

Kontra:

...technisch "nur" gut, der Film ist wohl generell Geschmackssache...

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



Vor Jahren bereits hat mich ein Film unweigerlich in seinen Bann gezogen: \"The Crow - Die Krähe\". Als der Streifen mit Brandon Lee in unseren Kinos lief, durfte ich mir solche Streifen noch nicht ansehen, aber der Ausstrahlung im TV habe ich entgegen gefiebert, den Film aufgezeichnet und mindestens zwei Dutzend Mal gekuckt. Mit dem Siegeszug der DVD lechzte ich die ganze Zeit nach einem Silberling zu diesem Streifen, aber eine deutsche Version wollte es nicht geben und unser Player war nicht frü den Einsatz von ausländischen Scheibchen geeignet, mit bliebt also nichts anderes übrig als zu warten. In der Januar-Ausgabe der Zeitschrift \"Widescreen\" stieß ich dann auf eine 1-seitige Anzeige, die \"The Crow\" als Special Edition auf DVD ankündigte. Für 23,99 Flocken habe ich die DVD schließlich wenige Tage später erstanden. Ein stolzer Preis, aber das Teil musste unbedingt her. Lest selbst, warum...



~ Story ~

Wir schreiben den 30. Oktober, den Vorabend von Halloween in einem Detroit der Zukunft - einer düsteren Zukunft. Eric Draven (Brandon Lee), seines Zeichens Musiker bei der Rockband \"Hangman\'s Joke\" und seine Verlobte Shelly Webster werden Opfer einer brutalen Gang. Shelly hatte sich zuvor über die Missstände in ihrer Wohnung beschwert, doch dummerweise gehört das Penthouse in einem Wohnblock einer Verbrecherorganisation unter Leitung des fiesen \"Top Dollar\" (Michael Wincott). Dieser fackelt nämlich nicht lange und schickt kurzerhand eine skrupellose Straßengang vorbei, die sich um den Vorfall kümmern soll. Dass diese dabei in der sogenannten \"Nacht des Teufels\", während der seit Jahren immer wieder Brandstiftungen das gebeutelte Detroit verwüsten, erst recht keine Gnade kennen, dürfte klar sein. Der nach Hause kommende Eric wird eiskalt von zwei Schüssen tödlich getroffen, als er die Truppe davon abhalten will Shelly zu vergewaltigen und stürzt durch das Glasfenster im Penthouse in die Tiefe. Shelly dagegen wird von der Gang brutal missbraucht und stirbt erst später im Krankenhaus an ihren Verletzungen.

Ein Jahr später, es ist erneut die \"Nacht des Teufels\". Eine Krähe flattert auf den Friedhof, auf dem Eric und Shelly zusammen beerdigt worden sind und erweckt der verstorbenen Eric wieder zum Leben. Anfangs weiß er nicht so recht, wie ihm geschehen ist und irrt durch die Straßen, aber eine innere Stimme (und die Krähe) führen ihn an sein früheres Zuhause. Dort hat sich seit dem brutalen Übergriff vor einem Jahr nichts verändert und zusammen mit den Erinnerungen an seine verlorene Liebe erwachen in ihm unbändige Rachegefühle. Mit übernatürlichen Kräften ausgestattet und nahezu unverwundbar beginnt er seinen Rachefeldzug, um die Mitglieder der Gang zu finden, die ihn und Shelly einst so grausam ermordet haben. Ihnen soll nun dasselbe Schicksal zuteil werden und er wird dafür Sorge tragen, dass niemand seiner Rache entkommen wird... \"Sie sind alle tot - sie wissen es nur noch nicht...\"



~ Meine Meinung ~

Eigentlich würde ein Wort - genial - ausreichen, um meine Meinung über den Film kund zu tun, aber das wäre wohl ein bißchen knapp. Also versuche ich Euch nun zu erklären, warum ich diesen Streifen so abgöttisch liebe. Zugegeben, das Comic-Vorbild, nach dem sich der Film richtet, war mir zuvor nicht bekannt, also kann ich nich urteilen, inwieweit man sich an die Vorlage gehalten hat oder nicht. Aber da der Comic einen relativ guten Ruf hat und ich den Film ebenso gelungen finde, dürfte man wohl nicht viel von der Vorlage abgewichen sein. Die Story an sich - ein Ermordeter kehrt nach dem Tod wieder und fordert Rache an seinen Mördern - ist zwar im Prinzip weder sonderlich neu noch originell, wurde aber selten so eindrucksvoll umgesetzt wie hier. \"The Crow\" beeindruckt von der ersten Sekunde an mit seinen düsteren Aufnahmen, die ein heruntergekommenes Detroit zeigen, wie man es sich in der Zukunft eigentich eher weniger vorstellen möchte.

Die Handlung wurde dabei zum Großteil in die Nachtstunden verlagert, so dass man nicht von einer erzwungenen Dunkelheit sprechen kann, sondern alles passt zusammen und erzeugt eine beeindruckende Atmosphäre. Nebelschwaden hängen über dem Friedhof, Feuer lodern in der Stadt, dunkle Wolken verdecken den fahlen Mond. Kein Wunder, dass der Film gerade bei allen Freunden der Gothic- und Metal-Szene so großen Anklang fand. Denn neben den stimmungsvollen Bildern überzeugt auch deren musikalische Untermalung. Da Eric Draven selbst ein Rockmusiker ist, veredeln etliche Szenegrößen den Soundtrack, der abseits des Films auch große Erfolge feiern konnte. \"The Cure\" wird sicherlich alle Gothern etwas sagen, Metaller dagegen erfreuen sich an den Klängen von \"NIN\" oder \"Pantera\". Und auch die restliche Filmmusik aus der Feder von Graeme Revell weiß zu überzeugen, weshalb es neben dem Sampler mit Band-Beiträgen auch noch einen OST zum Film gibt.

Für Stimmung sorgt auf jeden Fall auch Brandon Lee und dessen grandiose Leistung als Schauspieler. Komplett in schwarzes Leder gekleidet und im Gesicht wie ein Art trauriger Harlekin geschminkt gehört Eric Draven zweifellos zu den beeindruckendsten und einflussreichsten Figuren des Genres. Selbst WCW-Wrestler Sting emfand sein Ringer-Kostüm dem Racheengel nach und der Film zog unendlich viele Merchandise-Artikel wie Poster, Flaggen und sogar Action-Fiiguren nach sich. Brandon Lee überzeugt als rachelüsterner Zombie im übrigen zu jeder Sekunde, er hat die Mimikdes gnadenlosen Rächers einfach perfekt drauf und schafft es selbst in den brutalsten Situationen noch einen derben Spruch vom Stapel zu lassen. Dabei kommt es aber zum Glück nicht wie bei seinem legendären Vater Bruce Lee nie zu Martial Arts-Ausflügen, was der Atmosphäre des Films meiner Meinung nach auch eher geschadet hätte. Stattdessen setzt man auf gnadenlose Action, gewaltige Explosionen und Lees markantes, eiskaltes Auftreten.

Doch auch seine gefühlvolle Seite wird gezeigt, wenn er etwa um Shelly trauert oder wie er sich um die kleine Sarah kümmert, die er und seine Verlobte zu Lebzeiten wie eine Art Adoptivtocher gepflegt haben. In diesen Szenen wird dann meist eine sehr effektvolle Rückblende eingesetzt, in der in rötliches Licht getaucht und oft in Zeitlupe die Szenen von Shellys und Erics Tod, seine Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit, dargestellt werden. Wie viele vielleicht wissen, war die Rolle des Eric Draven seine Letzte, da er bei den Dreharbeiten auf tragische Weise ums Leben kam. Demnach mussten die restlichen Szenen mit Brandon Lee mit der Hilfe von Doublen und moderner Tricktechnik beendet werden, was man dem Film aber nicht ansieht. Ich habe mehrmals darauf geachtet, ob es auffällt, in welchen Szenen Brandon Lee selbst spielt und in welchen nicht, konnte aber keinen Unterschied feststellen (wobei hier den Machern natürlich das Make Up von Eric Draven zugute kam).

Ankreiden könnte man dem Film lediglich seinen vielleicht mangelnden Tiefgang, da Eric im Prinzip nach seiner Wiederauferstehung auf einem gnadenlosen Rachefeldzug ist und nach und nach die Mitglieder der Gang abmurkst, bis es schließlich zum finalen Showdown mit dem Oberschurken \"Top Dollar\" kommt. Hierbei kann auch dessen Darsteller Michael Wincott punkten, da man ihm die Rolle des Fieslings zu jeder Sekunde abnimmt. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mich hat Wincott immer wieder an den Paradise Lost-Gitarristen Greg Mackintosh erinnert, was aber bei Wincotts schwarzen Outfit und seinen langen, dunklen Haaren auch kein Wunder ist. Dennoch ist er dem musizierenden Briten aus dem verlorenen Paradies wie aus dem Gesicht geschnitten, nur er einen guten Kopf größer als sein Kollege dürfte er sein. Im Film kommt es natürlich letztlich zum Showdown zwischen Lee und Wincott, welches in und auf einer alten Kathedrale auch wieder sehr stimmungsvoll umgesetzt wurde, aber vielleicht einen Tick zu dramatisch geworden ist. Dennoch rundet es diesen düsteren Film ansprechend ab, mehr wird aber nicht verraten.



~ Die DVD ~

Kommen wir nun zur DVD selbst. Diese wird als Special Edition angepriesen, mit \"nie zuvor gesehen Extras\" und mit ausgefallenem Hologramm-Cover ausgeliefert. Das Menü selbst überzeugt mit stimmungsvollen Animationen und etlichen Ausschnitten aus dem Film, dazu legt sich der passende Sound dezent in den Hintergrund. Die Untermenüs wurden dagegen leider nicht animiert, was besonders bei der Kapitelauswahl aber wünschenswert gewesen wäre. Beim Bonusmaterial kann der Silberling zuerst einmal ein 16-minütiges \"Making of\" aufweisen, bei dem viel über den Hintergrund des Films und des Comics erzählt wird. Hier erfahren wir, was sich im Vergleich zum Comic geändert hat, denn dort weiß Eric von der ersten Sekunde an, warum er zurückgekehrt ist, während er sich im Film erst nach und nach seiner Aufgabe bewusst wird. Desweiteren finden sich hier Infos über den Charakter des Eric Draven, Einblicke in die Stunts des Films sowie immer wieder Ausschnitte aus dem letzten Interview mit Brandon Lee. Neben einem Audiokommentar von Produzent Jeff Most und Drehbuchautor John Shirley findet sich noch ein teils sehr persönliches Portrait von James O\'Barr, dem Schöpfer von \"The Crow\" mit auf dem Silberling.

Fans des Streifens dürften sich wohl am meisten für die erweiterten Szenen begeistern, deren drei an der Zahl. Die erste zeigt die Explosion des Ladens, den die Gang verwüstet, parallel zu Erics Wiederauferstehung. In der erweiterten Szene befindet sich Eric in unmittelbarer Nähe und wird Zeuge des Vorfalls. Die zweite Szene ist als \"Funboys letzter Kampf\" betitelt und zeigt dessen Ableben, \"Das Gang-Massaker\" schließlich macht seinem Namen alle Ehre und dürfte wohl auch einer der Gründe sein, warum die DVD diesen netten, roten \"Nicht freigegeben unter 18 Jahren\" Aufdruck trägt. Desweiteren gibt es noch eine knapp 6-minütige Montage einiger geschnittener Szenen, auf der DVD fälschlicherweise als \"Zusätzliche Szene\" betitelt. Dann finden wir noch Entwürfe des Filmsets und Storyboards, also eher Standard-Kost auf einem Silberling. Insgesamt aber durchaus brauchbares Extra-Material, was aber natürlich vor allem für Fans des Streifens interessant sein dürfte.

Technisch ist der Film für sein Alter gut auf den Silberling gebannt worden, zumindest bei unserem DVD-Player konnten wir kein Ruckeln oder gar Farbverläufe (wie sei bei den vielen dunklen Szenen zu erwarten gewesen wären) feststellen. Nach dem Bericht des Pharaos hier habe ich mir den Film dann nochmal auf unserem PC angeschaut und dabei lässt sich dann tatsächlich ein Flimmern vor allem bei der Schrift im Vor- und Nachspann ausmachen, was meiner Meinung nach aber den Gesamteindruck nicht weiter stört. Der Sound in Dolby Surround 5.1 geht auch in Ordnung, so dass man technisch auf jeden Fall ein gutes, wenn auch nicht ganz perfektes, Ergebnis vorliegen hat.


~ Sonstige Infos ~

Titel: The Crow - Die Krähe
Originaltitel: The Crow
USA 1994, 98 Minuten, FSK 18
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: David J. Schow und John Shirley
Hauptdarsteller: Brandon Lee (Eric Draven), Rochelle Davis (Sarah), Michael Wincott (\"Top Dollar\"), Ernie Hudson (Officer Albrecht)


~ Fazit ~

\"The Crow\" ist ein herrlich stimmungsvoller Film mit viel Action, ein wenig Romantik und einer unbeschreiblich genialen Atmosphäre, wie man ihn selten zu sehen bekommt. Das Alter sieht man dem Film zwar in einigen Trickszenen an, aber das stört eigentlich genauso wenig wie die vorhersehbare Handlung. Was hier zählt, ist die Grundstimmung des Films und die ist einfach ungeschlagen. Dazu trägt auch der geniale Soundtrack bei, der etliche Szenegrößen enthält und den Film zu jeder Sekunde passend untermalt. Die DVD überzeugt mit guter, wenn auch nicht perfekter Technik und interessantem Bonusmaterial, so dass ich den Streifen vor allem für Fantasy-Liebhaber und Anhänger des Gothic-Genres auf alle Fälle empfehlen kann.



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Crowmaster


PS: Alles Freunde des schnellen Klicks \"sind alle tot, sie wissen es nur noch nicht\"... ;)



Shake Heads!

32 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LittleSparko

    11.01.2007, 12:16 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela