The Crow - Die Krähe (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun
Untoter Flattermann
Pro:
Schön düsterer, solider Film mit guter Mystery-Handlung und Darstellern, Bonusmaterial
Kontra:
Bildzittern der DVD, FSK 18 übertrieben, hält sich nicht an die Vorlage
Empfehlung:
Ja
Endlich hat der sklavisch malochende Pharao mal ein langes Wochenende, dass es ihm ermöglicht ein paar angestaubte DVDs vom mittlerweile recht hoch gewordenen Stapel im Regal in aller Ruhe rein zu pfeifen...und was passiert?...Der der schiesswütige Texaner versaut mir auch noch meine freien Tage. Mir geht die „Kriegsberichterstattung“ (man könnte auch sagen: volksverdummende Propaganda) langsam dermassen auf den Senkel, dass ich mich entschlossen habe lieber doch nen Film anzusehen, passend zu meiner Stimmung: Düster. The Crow – Die Krähe – hab ich damals bereits im Kino besucht, zu dieser Zeit war ich zwar noch nicht unbedingt ein Freund des Düster-Genres was Filme angeht, doch hatte ich schon immer einen Hang zu Wave und Metal...Lustigerweise wurde der Streifen nämlich weniger wegen seiner Story sondern eher aufgrund seines schwermütigen Soundtracks beworben, der mir von den Interpreten her sehr zusagte, da war die Entscheidung allein deswegen schon klar, selbst wenn ich die Geschichte nicht schon auszugsweise aus meinen früher gern konsumierten Ami-Comics gekannt hätte *g*. Nun, über die Jahre hinweg lief The Crow immer mal wieder im Free-TV und die darauf folgende Serie (auf Pro7 soweit ich mich recht erinnere) fand ich auch ganz akzeptabel, sodass sich die Story nie ganz aus meinem Gedächtnis verabschiedet hat. Nun stolperte ich doch tatsächlich und sehr zu meinem Erstaunen (immerhin ist die DVD-Veröffentlichung noch nicht sooo lange her, dass die Scheibe schon verramscht wird) über die FSK 18 - DVD Special Edition bei Karstadt für 16,99 als Sonderaktion, normal kostet das Teil immerhin zwischen 22 und 24 € - Grund genug für mich zuzuschlagen, den Flattermann mit nach Haus zu nehmen und die olle VHS Cassette der Gelben Tonne anzuvertrauen. Doch musste er jetzt schon über 1 Monat sehnlichst darauf warten auch endlich angeschaut zu werden... ;-)
Der Steckbrief
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Original-Titel: „The Crow“
Nach den Comics von James O\'Barr
Erscheinungsjahr: 1994 (SE-DVD 2002)
Vertrieb: Touchstone Home Entertainment
FSK: 18
Genre: Comic-Adaption / Mystery Drama
DVD-Art: Typ 9 (zweischichtig einseitig)
Spieldauer: ca. 98 Min. + ca. 65 Min. Bonusmaterial
Sektorisierung: 24 Kapitel
Menü: teilanimiert / musikuntermalt
Bildformat: 16 : 9 Widescreen (1,85 : 1 anamorph)
Ton: DD 5.1 (Englisch, Deutsch)
Sprachen: 2 (Deutsch, Englisch)
Untertitel: 5 (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Griechisch)
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: David J. Schow und John Shirley
Produktion: Edward R. Pressman und Jeff Most
Ausführender Produzent: Robert L. Rosen
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Graeme Revell / diverse Interpreten (u.a. „Burn“ von The Cure)
Darsteller: Brandon Lee, Ernie Hudson, Michael Wincott, Rochelle Davis
Die Story
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Der Rockmusiker Eric Draven und seine Verlobte Shelly Webster werden in der Nacht vor Helloween aufgrund einer Lappalie grausam getötet: Shelly hatte einen Beschwerdebrief an die Wohnungsgesellschaft verfasst und einige Missstände angeprangert – dummerweise gehört diese Gesellschaft eigentlich einem tyrannischen, beinahe allmächtigen Verbrechersyndikat, dass jedes Jahr insbesondere zu Helloween in Detroit (einer düsteren, nahen Zukunftsversion dieser Stadt) die Puppen tanzen lässt und spasseshalber Brände legt, daher hat diese Nacht auch den Beinamen: „Nacht des Teufels“ erhalten. Um die aufmüpfige Mieterin zum Schweigen zu bringen und an ihr ein Exempel zu statuieren, damit dieses Beispiel keine Schule macht, wird ihr eine marodierende Strassengang aus lauter durchgeknallten und nichtsdestoweniger brutalen Typen frei Haus geschickt. Was dort abgeht, kann man sich denken...Eric (Brandon Lee) kommt von einem Auftritt erst später heim und platzt in die brutale gerade stattfindende Vergewaltigung herein, wird aber beinahe sofort überwältigt und kurzerhand mit zwei Kugeln im Rücken aus dem Fenster des Dachgeschoss-Lofts befördert. Gnädigerweise findet er fast sofort den Tod, während die Tortur für Shelly noch weitergeht, sie soll von ihrem Leid erst sehr viel später, nach 30 Stündigem Todeskampf im Krankenhaus erlöst werden. Gemeinsam werden sie nebeneinander begraben...aber...
Genau 1 Jahr nach diesen Vorfällen – wiederum in der Nacht des Teufels – bringt eine Krähe (seit Alters her ein mystisches Symbol für die Seelen der Toten, insbesondere denen, die keine Rast & Ruhe finden) Eric aus seinem Grab zurück. Der vermeintliche Leichnam ist unversehrt und weist nur die Narben auf, die ihm seine Peiniger damals beigebracht haben – mehr noch: Eric ist als faktischer Untoter beinahe unverwundbar und überirdisch schnellen Reflexen ausgestattet. Zunächst leidet er an Gedächtnisverlust, kann sich nur fragmentarisch, zusammenhangslos an seine Vergangenheit erinnern und ahnt auch nichts von seinen neuen Kräften, er streunt geführt von der Krähe durch seine alte Heimatstadt und erst, als er in sein altes, verwaistes Loft betritt und durch seine (und Shellys Sachen) stöbert trifft ihn die Erinnerung, wie ein Schlag. Fortan zieht er als auffällig geschminkter Racheengel durch das nächtliche Detroit, auf der Suche nach den Killern der Bande, um sie einer nach dem anderen ins Jenseits zu befördern.. Unterstützt wird er von dem damals an seinem Fall arbeitenden Cop Albrecht (Ernie Hudson), der wegen unangenehmer Ermittlungen für einige wichtige Leute zur Strafe auf Streife laufen muss, und einem befreundeten Teenie-Mädchen – Sarah (Rochelle Davis) - um das sich er und Shelly zu Lebzeiten gekümmert haben, wie um eine Tochter, weil die Mutter des Mädels stark abgerutscht und drogensüchtig ist. Den Obermacker „Top Dollar“ (Michael Wincott) des finsteren Syndikats will er natürlich auch haben und so arbeitet er sich durch die Reihen der Fieslinge langsam nach oben durch, um Schlussendlich dem Verantwortlichen für die ganzen brutalen Verbrechen (insbesondere dem an ihm und seiner Shelly) die Lampe auszupusten, wobei er immer wieder das Symbol der Krähe als sein Markenzeichen hinterlässt...
Umsetzung
--------------
Dieser Film hat eine sehr düstere Stimmung, das zukünftige Detroit ist schmuddelig, verwahrlost und brutal, noch dazu regnet es fast in einer Tour. Die meiste Zeit der Handlung findet Nachts statt, was das dunkel-triste Flair noch weiter unterstreicht, dicht gefolgt vom sinistren und teils schwermütigen Soundtrack, in welchem sich nicht nur „The Cure“, sondern auch „Stone Temple Pilots“, „Rage against the Machine“ und auch „Pantera“ sowie andere mehr oder weniger namhafte Wave bzw. Metal Interpreten finden. Dieser exzellente Soundtrack war seinerzeit auch mitentscheidend für den Kinobesuch gewesen und als damaliger Leser diverser (Ami-)Comics waren mir auch die Story und Figuren rudimentär bekannt. Der Kinofilm wurde 1994 auch zur Inspiration zur gleichnamigen, späteren TV-Serie, in welcher man allerdings die Geschichte aus den Strips getreuer umgesetzt hat, in der Leinwandversion weiss Eric zuallererst nämlich nicht, warum er zurückgekehrt ist – in der TV-Serie ist das jedoch anders bzw. richtig dargestellt (er weiss dass er ein Racheengel ist, der in die Welt der Lebenden zurückgeschickt wird) und somit viel näher an der Vorlage.
Der während der Dreharbeiten tödlich verunglückte Brandon Lee steuert entgegen seiner sonstigen Neigungen nur wenig spektakuläre Martial Arts Einlagen bei und konzentriert sich mehr auf die Umsetzung seines Charakters als tragische Figur, was ihm durchweg sehr gut gelingt. Über mangelnde Action kann man sich dennoch nicht beschweren, nur dass Kung-Fu dabei kaum eine Rolle spielt, was sich zwar in manchen eleganten Bewegungsabläufen manifestiert, aber ansonsten eher unterordnet. Zu sehen gibt\'s dafür fulminante Kamerafahrten, Explosionen und auch vor häufigen Schusswaffengebrauch wird nicht zurückgeschreckt, wobei ich die 18er FSK nicht ganz nachvollziehen kann, so blutig ist das Ganze dann auch wieder nicht. Die gesamte Atmosphäre erinnert mich ein wenig an Werke, wie „Spawn“ oder ähnlich endzeitlich-düster eingestellte Filme, wenngleich The Crow etwas älter ist und das merkt man streckenweise an den nicht ganz so perfekten Tricks und Blue-Screen Effekten. Richtig störend macht sich das kleine Manko, dank der mystischen und temporeich gut erzählten Story, aber nicht bemerkbar.
Da Brandon Lee mitten in den Dreharbeiten nicht mehr zur Verfügung stand, musste seine Figur durch Tricktechnik und Stuntdoubles vertreten werden, wirklich merken kann man das indes nicht. Später in der Serie übernimmt Mark Dacascos seinen Part, er ist Brandon nicht nur ebenbürtig sondern sieht fast genauso aus. Ernie Hudson ist der freundliche und geschasste Polizist von nebenan und einigen vielleicht als Winston Ceddemore aus Ivan Reitmans „Ghostbusters“ ein Begriff, er liefert ebenso wie das toughe Girlie Sarah (Rochelle Davis) eine solide, glaubwürdige Leistung. Der Rest des Casts ist sehr stereotyp überdreht dargestellt und entpuppt sich als ziemliches Kanonenfutter, mit Ausnahme von Oberfiesling-Darsteller Michael Wincott, der (mit den langen Haaren und seinem Outfit von der Titelseite eines Edel-Metaller Magazins stammen könnte) wenigstens so tut, als wäre er eine echte Gefahr und Gegner für unseren Helden. Dass auch ein Untoter aus dramaturgischen Gründen auch eine Schwachstelle haben muss, die der potentielle Antagonist weidlich auszunutzen versucht, ist ja klar...so gerät der Showdown dann etwas arg theatralisch und ein klitzekleines Bisschen Kitsch darf da natürlich auch nicht fehlen ;-)
DVD & Bonusmaterial
----------------------------
Die Qualität der DVD ist durchwachsen, auf der einen Seite hab ich guten Dolby Surround Sound in 5.1 Abmischung zu vermelden und das trotz des Alters auch bei der deutschen Tonspur, auf der anderen Seite steht ein leichtes Bildzittern, welches sich gerade auf meinem Rechnermonitor unangenehm ins Blickfeld nervt – Auf dem TV im Wohnzimmer (immerhin ein respektierlicher 100Hz Kamerad *g*) fällt das lediglich im Vor- und Abspann auf, was daran liegen mag, dass man dort per se weiter weg vom Bildschirm sitzt. Überdies scheint man das Grundmaterial nicht noch einmal für die SE remastered zu haben, dank des ansonsten doch klaren und artefaktfreien Bildes kann man die schlechter gemachten Tricks als solche sehr schnell identifizieren. Farbkompression habe ich trotz grosser, dunkler Flächen, die im Film auftauchen nicht bemerkt, zumindest in diesen letzten Punkten ist der visuelle Eindruck ungetrübt. Die Synchronisation geht in Ordnung und ist sinngemäss gut getroffen, wenngleich ich – wie immer an dieser Stelle – die Originaltonspur empfehle, diese ist aber seltsamerweise diesmal obwohl 5.1 recht dumpf, was den Centerspeaker (speziell Stimmenwiedergabe) angeht. Alles in Allem verdient dieser Abschnitt über die Bild- und Tonqualität die Bewertung Befriedigend bis Gut...von einem Sehr Gut sind wir hier eine ganze Ecke entfernt.
Beworben wird diese DVD-Version mit „...nie gezeigten Szenen“ und buhlt samt ihren Trick-3D-Cover und dem stolz darauf prangenden „FSK 18“ - Batch in den Regalen um die Käufergunst. Leider sind die besagten (erweiterten) Szenen nicht in den Film integriert worden, sondern finden sich lediglich im Bonusmaterial wieder – das ist insofern schade, als dass sie zur Storytiefe - nach meiner Meinung jedenfalls - Einiges beigetragen hätten. Ausserdem scheint mir dieses Material der wahre Grund für die hohe FSK Einstufung zu sein, da hier auch etwas mehr gezeigt wird, zwar nicht viel, aber immerhin. Fehlen dürfen selbstverständlich nicht der obligatorische Audiokommentar des Regisseurs, 16 Minuten kurzes MakingOf und die ebenso weit verbreiteten Interviews der Mitwirkenden, wobei hier natürlich verkaufsfördernd hervorgehoben wird, dass es sich um das definitiv letzte Interview mit Brandon Lee handelt...ich weiss nicht, ich hab immer kalte Füsse, wenn man mit solch makabren Argumenten für eine DVD wirbt und finde das ziemlich pietätlos. Richtig interessant hingegen ist das Gespräch mit James O\'Barr, dem Erfinder von „The Crow“, dort erfährt man einiges über den ziemlich kaputten Charakter des Zeichners, dessen Werdegang SO eigentlich nur in Amiland ablaufen kann ;-)
Fazit
-------
Technisch gesehen ist der Film heute sicher nicht mehr der Reisser, damals auf der grossen Leinwand war das was anderes *g*. Auf der Haben Seite kann er aber eine gute Story, mit guten Darstellern, teil knackig-sarkastischen Sprüchen, leichtem Drama-Einschlag und einen exzellenten, weil passenden Soundtrack für sich verbuchen. Die düstere Atmosphäre ist der Thematik sehr angemessen und durchaus beabsichtigt, dass weiss ich aber erst jetzt so richtig schätzen, nachdem ich ein Faible für solche Endzeit-Like Streifen entwickelt habe. Leider hält sich der Kinofilm nicht ganz an die Vorlage, was man aber – wenn man den Stoff eh nicht kennt – geflissentlich ignorieren kann, denn er ist immerhin schlüssig angepasst worden. Die Action Szenen geben nach meiner Meinung auch eine FSK 16 Einstufung her, FSK 18 ist eigentlich unnötig, ich unterstelle hier verkaufstechnische Überlegungen, selbst wenn das Bonusmaterial etwas mehr zeigt, als der Film an sich. Das Bonusmaterial ist ordentlich, animiert aber nicht unbedingt zum mehrfachen Schauen – da kann uns der fleissige Werbetexter noch so lange erzählen, dass es das letzte Interview mit Brandon Lee ist...na und? *g*. Bild- und Tontechnik ist akzeptabel sieht man mal vom leichten Bildzittern ab, so bleibt in der Endabrechnung eine GUTE aber keine überragende DVD mit 4 wohlverdienten Sternchen und ner Empfehlung an Freunde des gepflegten Gothic/Düster-Genres mit leicht sozialkritischen Tönen– Alle anderen warten vielleicht mal wieder auf ne Wiederholung im TV und entscheiden dann, ob die Krähe was für sie ist.
SoLong
Der Melancholie-Pharao
PS: Könnte mal bitte jemand HIRN, statt Bomben werfen ?! Danke!
Hinweis:
Schnellklicker-Seelen sollen nach ihrem gewaltsamen Ableben nicht von der Krähe zurückgebracht werden, sondern auf ewig in George W. Bushs personal hell schmoren...
Der Steckbrief
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Nach den Comics von James O\'Barr
Die Story
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Der Rockmusiker Eric Draven und seine Verlobte Shelly Webster werden in der Nacht vor Helloween aufgrund einer Lappalie grausam getötet: Shelly hatte einen Beschwerdebrief an die Wohnungsgesellschaft verfasst und einige Missstände angeprangert – dummerweise gehört diese Gesellschaft eigentlich einem tyrannischen, beinahe allmächtigen Verbrechersyndikat, dass jedes Jahr insbesondere zu Helloween in Detroit (einer düsteren, nahen Zukunftsversion dieser Stadt) die Puppen tanzen lässt und spasseshalber Brände legt, daher hat diese Nacht auch den Beinamen: „Nacht des Teufels“ erhalten. Um die aufmüpfige Mieterin zum Schweigen zu bringen und an ihr ein Exempel zu statuieren, damit dieses Beispiel keine Schule macht, wird ihr eine marodierende Strassengang aus lauter durchgeknallten und nichtsdestoweniger brutalen Typen frei Haus geschickt. Was dort abgeht, kann man sich denken...Eric (Brandon Lee) kommt von einem Auftritt erst später heim und platzt in die brutale gerade stattfindende Vergewaltigung herein, wird aber beinahe sofort überwältigt und kurzerhand mit zwei Kugeln im Rücken aus dem Fenster des Dachgeschoss-Lofts befördert. Gnädigerweise findet er fast sofort den Tod, während die Tortur für Shelly noch weitergeht, sie soll von ihrem Leid erst sehr viel später, nach 30 Stündigem Todeskampf im Krankenhaus erlöst werden. Gemeinsam werden sie nebeneinander begraben...aber...
Genau 1 Jahr nach diesen Vorfällen – wiederum in der Nacht des Teufels – bringt eine Krähe (seit Alters her ein mystisches Symbol für die Seelen der Toten, insbesondere denen, die keine Rast & Ruhe finden) Eric aus seinem Grab zurück. Der vermeintliche Leichnam ist unversehrt und weist nur die Narben auf, die ihm seine Peiniger damals beigebracht haben – mehr noch: Eric ist als faktischer Untoter beinahe unverwundbar und überirdisch schnellen Reflexen ausgestattet. Zunächst leidet er an Gedächtnisverlust, kann sich nur fragmentarisch, zusammenhangslos an seine Vergangenheit erinnern und ahnt auch nichts von seinen neuen Kräften, er streunt geführt von der Krähe durch seine alte Heimatstadt und erst, als er in sein altes, verwaistes Loft betritt und durch seine (und Shellys Sachen) stöbert trifft ihn die Erinnerung, wie ein Schlag. Fortan zieht er als auffällig geschminkter Racheengel durch das nächtliche Detroit, auf der Suche nach den Killern der Bande, um sie einer nach dem anderen ins Jenseits zu befördern.. Unterstützt wird er von dem damals an seinem Fall arbeitenden Cop Albrecht (Ernie Hudson), der wegen unangenehmer Ermittlungen für einige wichtige Leute zur Strafe auf Streife laufen muss, und einem befreundeten Teenie-Mädchen – Sarah (Rochelle Davis) - um das sich er und Shelly zu Lebzeiten gekümmert haben, wie um eine Tochter, weil die Mutter des Mädels stark abgerutscht und drogensüchtig ist. Den Obermacker „Top Dollar“ (Michael Wincott) des finsteren Syndikats will er natürlich auch haben und so arbeitet er sich durch die Reihen der Fieslinge langsam nach oben durch, um Schlussendlich dem Verantwortlichen für die ganzen brutalen Verbrechen (insbesondere dem an ihm und seiner Shelly) die Lampe auszupusten, wobei er immer wieder das Symbol der Krähe als sein Markenzeichen hinterlässt...
Umsetzung
--------------
Dieser Film hat eine sehr düstere Stimmung, das zukünftige Detroit ist schmuddelig, verwahrlost und brutal, noch dazu regnet es fast in einer Tour. Die meiste Zeit der Handlung findet Nachts statt, was das dunkel-triste Flair noch weiter unterstreicht, dicht gefolgt vom sinistren und teils schwermütigen Soundtrack, in welchem sich nicht nur „The Cure“, sondern auch „Stone Temple Pilots“, „Rage against the Machine“ und auch „Pantera“ sowie andere mehr oder weniger namhafte Wave bzw. Metal Interpreten finden. Dieser exzellente Soundtrack war seinerzeit auch mitentscheidend für den Kinobesuch gewesen und als damaliger Leser diverser (Ami-)Comics waren mir auch die Story und Figuren rudimentär bekannt. Der Kinofilm wurde 1994 auch zur Inspiration zur gleichnamigen, späteren TV-Serie, in welcher man allerdings die Geschichte aus den Strips getreuer umgesetzt hat, in der Leinwandversion weiss Eric zuallererst nämlich nicht, warum er zurückgekehrt ist – in der TV-Serie ist das jedoch anders bzw. richtig dargestellt (er weiss dass er ein Racheengel ist, der in die Welt der Lebenden zurückgeschickt wird) und somit viel näher an der Vorlage.
Der während der Dreharbeiten tödlich verunglückte Brandon Lee steuert entgegen seiner sonstigen Neigungen nur wenig spektakuläre Martial Arts Einlagen bei und konzentriert sich mehr auf die Umsetzung seines Charakters als tragische Figur, was ihm durchweg sehr gut gelingt. Über mangelnde Action kann man sich dennoch nicht beschweren, nur dass Kung-Fu dabei kaum eine Rolle spielt, was sich zwar in manchen eleganten Bewegungsabläufen manifestiert, aber ansonsten eher unterordnet. Zu sehen gibt\'s dafür fulminante Kamerafahrten, Explosionen und auch vor häufigen Schusswaffengebrauch wird nicht zurückgeschreckt, wobei ich die 18er FSK nicht ganz nachvollziehen kann, so blutig ist das Ganze dann auch wieder nicht. Die gesamte Atmosphäre erinnert mich ein wenig an Werke, wie „Spawn“ oder ähnlich endzeitlich-düster eingestellte Filme, wenngleich The Crow etwas älter ist und das merkt man streckenweise an den nicht ganz so perfekten Tricks und Blue-Screen Effekten. Richtig störend macht sich das kleine Manko, dank der mystischen und temporeich gut erzählten Story, aber nicht bemerkbar.
Da Brandon Lee mitten in den Dreharbeiten nicht mehr zur Verfügung stand, musste seine Figur durch Tricktechnik und Stuntdoubles vertreten werden, wirklich merken kann man das indes nicht. Später in der Serie übernimmt Mark Dacascos seinen Part, er ist Brandon nicht nur ebenbürtig sondern sieht fast genauso aus. Ernie Hudson ist der freundliche und geschasste Polizist von nebenan und einigen vielleicht als Winston Ceddemore aus Ivan Reitmans „Ghostbusters“ ein Begriff, er liefert ebenso wie das toughe Girlie Sarah (Rochelle Davis) eine solide, glaubwürdige Leistung. Der Rest des Casts ist sehr stereotyp überdreht dargestellt und entpuppt sich als ziemliches Kanonenfutter, mit Ausnahme von Oberfiesling-Darsteller Michael Wincott, der (mit den langen Haaren und seinem Outfit von der Titelseite eines Edel-Metaller Magazins stammen könnte) wenigstens so tut, als wäre er eine echte Gefahr und Gegner für unseren Helden. Dass auch ein Untoter aus dramaturgischen Gründen auch eine Schwachstelle haben muss, die der potentielle Antagonist weidlich auszunutzen versucht, ist ja klar...so gerät der Showdown dann etwas arg theatralisch und ein klitzekleines Bisschen Kitsch darf da natürlich auch nicht fehlen ;-)
DVD & Bonusmaterial
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Die Qualität der DVD ist durchwachsen, auf der einen Seite hab ich guten Dolby Surround Sound in 5.1 Abmischung zu vermelden und das trotz des Alters auch bei der deutschen Tonspur, auf der anderen Seite steht ein leichtes Bildzittern, welches sich gerade auf meinem Rechnermonitor unangenehm ins Blickfeld nervt – Auf dem TV im Wohnzimmer (immerhin ein respektierlicher 100Hz Kamerad *g*) fällt das lediglich im Vor- und Abspann auf, was daran liegen mag, dass man dort per se weiter weg vom Bildschirm sitzt. Überdies scheint man das Grundmaterial nicht noch einmal für die SE remastered zu haben, dank des ansonsten doch klaren und artefaktfreien Bildes kann man die schlechter gemachten Tricks als solche sehr schnell identifizieren. Farbkompression habe ich trotz grosser, dunkler Flächen, die im Film auftauchen nicht bemerkt, zumindest in diesen letzten Punkten ist der visuelle Eindruck ungetrübt. Die Synchronisation geht in Ordnung und ist sinngemäss gut getroffen, wenngleich ich – wie immer an dieser Stelle – die Originaltonspur empfehle, diese ist aber seltsamerweise diesmal obwohl 5.1 recht dumpf, was den Centerspeaker (speziell Stimmenwiedergabe) angeht. Alles in Allem verdient dieser Abschnitt über die Bild- und Tonqualität die Bewertung Befriedigend bis Gut...von einem Sehr Gut sind wir hier eine ganze Ecke entfernt.
Beworben wird diese DVD-Version mit „...nie gezeigten Szenen“ und buhlt samt ihren Trick-3D-Cover und dem stolz darauf prangenden „FSK 18“ - Batch in den Regalen um die Käufergunst. Leider sind die besagten (erweiterten) Szenen nicht in den Film integriert worden, sondern finden sich lediglich im Bonusmaterial wieder – das ist insofern schade, als dass sie zur Storytiefe - nach meiner Meinung jedenfalls - Einiges beigetragen hätten. Ausserdem scheint mir dieses Material der wahre Grund für die hohe FSK Einstufung zu sein, da hier auch etwas mehr gezeigt wird, zwar nicht viel, aber immerhin. Fehlen dürfen selbstverständlich nicht der obligatorische Audiokommentar des Regisseurs, 16 Minuten kurzes MakingOf und die ebenso weit verbreiteten Interviews der Mitwirkenden, wobei hier natürlich verkaufsfördernd hervorgehoben wird, dass es sich um das definitiv letzte Interview mit Brandon Lee handelt...ich weiss nicht, ich hab immer kalte Füsse, wenn man mit solch makabren Argumenten für eine DVD wirbt und finde das ziemlich pietätlos. Richtig interessant hingegen ist das Gespräch mit James O\'Barr, dem Erfinder von „The Crow“, dort erfährt man einiges über den ziemlich kaputten Charakter des Zeichners, dessen Werdegang SO eigentlich nur in Amiland ablaufen kann ;-)
Fazit
-------
Technisch gesehen ist der Film heute sicher nicht mehr der Reisser, damals auf der grossen Leinwand war das was anderes *g*. Auf der Haben Seite kann er aber eine gute Story, mit guten Darstellern, teil knackig-sarkastischen Sprüchen, leichtem Drama-Einschlag und einen exzellenten, weil passenden Soundtrack für sich verbuchen. Die düstere Atmosphäre ist der Thematik sehr angemessen und durchaus beabsichtigt, dass weiss ich aber erst jetzt so richtig schätzen, nachdem ich ein Faible für solche Endzeit-Like Streifen entwickelt habe. Leider hält sich der Kinofilm nicht ganz an die Vorlage, was man aber – wenn man den Stoff eh nicht kennt – geflissentlich ignorieren kann, denn er ist immerhin schlüssig angepasst worden. Die Action Szenen geben nach meiner Meinung auch eine FSK 16 Einstufung her, FSK 18 ist eigentlich unnötig, ich unterstelle hier verkaufstechnische Überlegungen, selbst wenn das Bonusmaterial etwas mehr zeigt, als der Film an sich. Das Bonusmaterial ist ordentlich, animiert aber nicht unbedingt zum mehrfachen Schauen – da kann uns der fleissige Werbetexter noch so lange erzählen, dass es das letzte Interview mit Brandon Lee ist...na und? *g*. Bild- und Tontechnik ist akzeptabel sieht man mal vom leichten Bildzittern ab, so bleibt in der Endabrechnung eine GUTE aber keine überragende DVD mit 4 wohlverdienten Sternchen und ner Empfehlung an Freunde des gepflegten Gothic/Düster-Genres mit leicht sozialkritischen Tönen– Alle anderen warten vielleicht mal wieder auf ne Wiederholung im TV und entscheiden dann, ob die Krähe was für sie ist.
SoLong
Der Melancholie-Pharao
PS: Könnte mal bitte jemand HIRN, statt Bomben werfen ?! Danke!
Hinweis:
Schnellklicker-Seelen sollen nach ihrem gewaltsamen Ableben nicht von der Krähe zurückgebracht werden, sondern auf ewig in George W. Bushs personal hell schmoren...
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