The Crow - Die Krähe (VHS) Testbericht

The-crow-die-kraehe-vhs-actionfilm
ab 6,88
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(11)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von vampire-lady

paint your face in shadow smile

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

"Aber manchmal, nur manchmal, wenn es etwas gut zumachen gilt, bringt die Krähe die Seele zurück . . . "

Ich komme nun heute zu einem meiner absoluten Lieblingsfilme aus dem Jahr 1994, den ich insgesamt acht mal im Kino und ungezählte Male auf Video gesehen habe:

Die Geschichte des Films ist ziemlich trivial und wurde bestimmt schon vom Grunde her in 83 Western verfilmt (natürlich ohne den Aspekt des Übernatürlichen):

Shelley Webster und Eric Draven wollen an Halloween heiraten. Da sie die „Unverschämtheit“ besessen hatten, sich bei ihrem Vermieter Top-Dollar über die Wohnung zu beschweren, schickt dieser den beiden aber 4 ziemlich abgedrehte, teils drogensüchtige, teils einfach irre, Verbrecherfiguren auf die Bude. Shelley und Eric sterben daraufhin beide. Er stürzt aus dem Fenster und ist sofort tot, sie stirbt erst im Krankenhaus – im beisein eines des Cops Albrecht, der später auf Erics Seite stehen wird.

Genau ein Jahr später erscheint Eric wieder. Seine Seele wurde von einer Krähe zurückgebracht, damit er Rache findet. Eric erweist sich nun als ziemlich unkaputtbar und existiert in einer Art von symbiotischer Beziehung mit dem Vogel. Eric kann mit den Augen der Krähe sehen, er kann sie auf die Suche schicken und ihr folgen. Nebenbei hat Eric aber auch telepatische Kräfte, er kann Gedanken lesen und weitergeben.

Anfangs etwas durch den Wind, erlangt er langsam seine Erinnerungen zurück und holt sich, wie bei den zehn kleinen Negerlein, einen nach den anderen der fiesen Mörderbande. Die Grundidee beruht auf dem Glauben, daß eine Krähe die Seele der Verstorbenen ins Land der Toten bringt – aber auch wieder zurück, wenn etwas ganz schreckliches den Tod begründet hatte. Erics schminkt sein Gesicht weiß. Seinen Lippen umrahmt er zu einem schwarzen Grinsemund, die Augen umrahmt er ebenfalls schwarz – er wirkt so wie die tragische Ausgabe eines Zirkusclowns. Abgerundet wird sein Outfit durch die mit Klebeband geflickten schwarzen Klamotten (passend zur Scheibe von The Cure s.u.).

Der erste der Mörder endet als Nadelkissen für seine eigenen Messer, der zweite wird durch seine eigene Heroinspritze erledigt. Der nächste in seinem Auto in die Luft gejagt. Der letzte fliegt in Memorandum an Erics eigenen Tod aus dem Fenster. Ein wenig Ironie am Rande. Erik hinterlässt an jedem Ort seiner Rache, daß Zeichen einer Krähe mit ausgebreiteten Flügeln – sei es in Blut oder in Feuer... Kein Film also für eher sanfte Gemüter. Zudem sollte man vielleicht eine gute Portion schwarzen Humor sein Eigen nennen.

Nun erscheint Eric als düsterer Racheengel, der nach seinem Wiedererscheinen kaum besser zu sein scheint, als die böses Meuchelmörder. Um ihm aber im großen und ganzen eine abgerundetes Image des Guten zu verleihen, verwandelt Eric die drogensüchtige Mutter seines „Patenkindes“ nahezu in eine Heilige. Zumindest macht sie ihrer Tochter am nächsten Morgen erst mal Frühstück, sehr zu deren Verwunderung! (Es gibt so einige Leute, die mit dieser Szene nichts anfangen konnten.)

Im Schluss-Showdown kriegen es der fiese Vermieter und seine bösartige Schwester mit Eric zu tun.

„The Crow“ basiert auf einem Comic von James O`Barr, der gar nicht mal so schlecht ist. Der Film spiegelt eine düstere Atmosphäre wieder, spielt meist im Dunkeln, es regnet viel. Häuser und Gebäude wirken dunkel und gespenstisch – aufgehellt nur durch Feuer, wenn die Stadt brennt oder wenn Eric am Werke war. Ein schöner Kontrast liegt zwischen der hightechartigen Lagerhalle, des Vermieters Residenz und den anderen Schauplätzen, Erics Wohnung mit hohen Wänden, rundem Fenster oder auch der alten Kirche, die als Schauplatz des Showdowns am Ende dient.
Dieser dunkle Eindruck wird durch den in den Film eingebundenen Soundtrack (für die düsteren Gesellen unter den Musikhörern, ziemlich genial) nur noch verstärkt. Am eingängigsten mag noch der von The Cure geschriebene Titel „Burn“ sein.
Beste Werbung und Grund zum Kultstatus war für den Film natürlich die Tatsache, daß Brandon Lee (Sohn von Bruce Lee) bei den Dreharbeiten erschossen wurde, eine Pistole war mit echter Munition geladen worden. Ein Teil des Filmes ist daher nur durch Basteleien am Computer zustande gekommen. Alles in allem so ziemlich der düsterste Film den ich je gesehen habe. Der Film spart nicht an Actionszenen, die von trockenen Sprüchen von Eric begleitet werden. Viel Geballer, auch die Pyrotechniker dürften ihre Freude gehabt haben.

Am Ende wird dann aber doch wieder die Sonne scheinen. Es kann ja nicht immer regnen.

Ein böser Fehler waren die Fortsetzungen des Filmes. Die dritte kenne ich selbst nicht, die zweite ist einfach nur grottenschlecht. Das beste noch die Besetzung: Die Krähe = Vincent Perez, der Gegenspieler = Iggy Pop. Weder hat dieser Film eine Handlung, noch wird hier im Ansatz die Atmosphäre des Originals getroffen. Billiges Gesplatter, ich bin zwischendurch eingeschlafen.
Genauso „hinreißend“ auch die Serie, die zwar in den ersten Folgen die Geschichte des Films noch einmal nacherzählt, mit Mark oder Michael (?) Dacascos in der Titelrolle gar nicht sooo schlecht besetzt ist, aber so auf den Serienmarkt zurecht gehämmert wurde, daß man nach drei Minuten in Lethargie verfällt. Im weiteren Verlauf der Serie ist dann auch bald ganz Schluss mit lustig. Ab einer gewissen Stelle habe ich fast schon Fox und Mulder hinter der nächsten Ecke erwartet – oder Buffy oder so...

40 Bewertungen, 4 Kommentare

  • celes

    24.10.2004, 00:17 Uhr von celes
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich fand die serie sowie den film einfach klasse ^-^

  • Sorsha

    10.06.2002, 14:57 Uhr von Sorsha
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mal sehen, ob ich es schaffe mir den Film noch in diesem Leben anzuschauen. Gruß ...

  • Sellina

    18.02.2002, 00:14 Uhr von Sellina
    Bewertung: sehr hilfreich

    hi VL *g*, sauberer Bericht, muss die anderen auch noch schnell lesen. Gute Nacht, Selli

  • SirBenny

    17.02.2002, 23:32 Uhr von SirBenny
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Beitrag! *peace*