The Dentist (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von gnoi_

Die Realität ist schlimmer!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wer von uns kennt sie nicht, die panische Angst vorm Zahnarzt? Okay, ist vielleicht etwas übertrieben, aber es soll ja tatsächlich Leute geben, die sich vor jedem Besuch beim Onkel Zahndoktor in die Buxe machen. So einer bin ich eigentlich nicht, trotzdem hab ich mir eben den Film „The Dentist“ (zu deutsch: Der Zahnarzt) angesehen, um zu schauen, ob ein Film die Ängste der Menschen beim Zahnarzt auch einfangen kann. Genremäßig würd ich den Film in die Sparte Thriller einordnen.


@@@ Story @@@

Dr. Feintstone ist ein wohlhabender, scheinbar glücklich verheirateter Zahnarzt mittleren Alters. Nach außen hin scheint er in einer perfekten Welt zu leben. Jedoch ist unser Doc mit tiefsitzenden psychischen Problemen gezeichnet. Sobald er auch nur einen kleinen Schmutzflecken erspäht, rastet er förmlich aus. Noch schlimmer als Schmutz findet er den Verfall, den er an den Zähnen seiner Mitmenschen ausmacht. Er kann die Unreinheit und Ungepflegtheit der Zähne einfach nicht abhaben.
Eines Tages entläd sich dann seine Wut, die er innerlich trägt. Er erwischt seine Frau Brooke wie diese es mit einem anderen Kerl treibt und zieht ihr daraufhin ihre gesamten Zähne und schneidet ihr die Zunge heraus. Im folgenden wird er immer öfters von Wahnvorstellungen gequält, die ihn dazu veranlassen auch seine Patienten auf äußerst grobe und gewaltsame Art und Weise zu behandeln. Letztendlich führt dies sogar soweit, dass er seine jene und auch seine Kolleginnen umbringen will.
Wie das ganze endet, könnt ihr euch ja selber anschauen...


@@@ Meine Meinung @@@

...eines kann ich aber schon jetzt sagen, erwartet auf keinen Fall ein filmisches Schmankerl! Denn leider muss ich sagen, dass es dem Film doch arg an Spannung mangelt, was nur ein Manko des Filmes ist. Die ganze Zeit über wollte ich am Ball bleiben, um zu sehen, was der verrückte Kerl mit seinen Patienten anstellt. Ich wollte halt richtig geschockt werden. Denn wer zuckt schon nicht zusammen, wenn er aus nächster Nähe zu sehen bekommt, wie einem Menschen die Mundregion malträtiert wird. Eigentlich ja eine kranke, perverse Vorstellung, aber als Splatterfan wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Was ich dann aber geboten bekam, stellte mich in keinster Weise zufrieden.

Der Film dauert knapp 90 Minuten, zumindest die Fassung, die ich mir angesehen habe, wovon alleine minestetes die ersten 25 Minuten absolut langweilig gestaltet sind. Es passiert einfach nix. Das einzige was wir erfahren, ist dass unser Dr. Feintstone nicht ganz dicht zu sein scheint und dann halt diese Szene, in der seine hübsche Frau es mit dem Poolreiniger treibt. Er dreht danach noch mehr ab als er es schon vorher getan hat und man spürt sofort, dass er nun auf Rache sinnt. Bevor es soweit ist, erleben wir aber die erste Szene, in der er sich an einem Patienten vergeht, in dem Fall an einer Schönheitskönigin, die er kurzerhand per Lachgas betäubt und anschließend über jene herfällt. Da lautet das Motto wohl „Sex sells“ oder so ähnlich. Denn hier wird nicht splattertechnisch zu Werk gegangen, sondern Feintstone bildet sich in seiner geistigen Unzurechnungsfähigkeit ein, seine Frau läge vor ihm und will diese dann erst begrabschen, sie dann aber erdrosseln. Die Dame kann aber gerade noch entkommen. Uns Männer wird dann wohl die nackte Haut erfreuen, die wir zu sehen bekommen. War echt ne Szene, die mal für Abwechslung gesorgt hat. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich auf solche Szenen aus wär, zumal sie ja nicht gerade von Niveau strotzt, aber im Gegensatz zum Rest, den man bis dahin geboten bekommen hat, ist das doch mal was anderes.

In einer der nächsten Szenen, die sehr grotesk rüberkommt, ist dann seine Frau tatsächlich an der Reihe. Dazu muss ich sagen, dass unser Zahnarzt hier eine sehr schmucke Praxis besitzt, kein steriles 0815 Ding, sondern eine aufs feinste ausgeschmückte und dekorierte Praxis, die einem ein wohnliches Gefühl vermittelt und den Patienten die Angst nehmen soll. Seine Frau bearbeitet er dann schließlich auf einem wie ein Opernsaal geschmücktem Raum. Dazu die passende klassische Musik im Hintergrund. Einerseits eine beruhigende Szenerie, andererseits die Folterung der jungen Frau auf dem Stuhl.

Dies ist wie eingangs erwähnt aber nur der Anfang. Feintstones geistige Verwirrung bzw. seine extremen immer schlimmer werdenden psychischen Probleme bewegen ihn zu zunehmend übleren Taten. Er scheint irgendwie keine Kontrolle über sich zu haben. Immerzu sieht er faule Zähne und will diese dann beseitigen, am besten direkt zusammen mit dem ganzen Menschen. Krank! Leider, leider wurde dieser psychische Verfall meiner Meinung nach aber nicht sonderlich gut rübergebracht. Vielleicht lags aber auch einfach daran, dass der nötige Schockeffekt gefehlt hat. Eigentlich hab ich persönlich weniger Angst vorm Zahnarzt, aber wenn ich sehe, wie einem an den Zähnen rumgebohrt wird, diese rausgezogen werden, Blut fließt oder auch wenn nur dieses fiese Bohrergeräusch ertönt, dann zucke ich schon etwas zusammen. Bei „The Dentist“ ist mir das aber zu keinem Zeitpunkt so wiederfahren. Ich denke, wenn man die Szenen, in denen Feintstone die Leute bearbeitet, etwas brutaler gestaltet hätte, hätte man vieles retten können. So aber wirkt alles doch recht platt und schocken konnte mich der Film somit eigentlich gar nicht.


Darsteller
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Was die Leistung von Corbin Bernsen, dem Darsteller von Feintstone, angeht, so bin ich gespaltener Meinung. Zwar nimmt man dem Schauspieler, der auch denke ich gut für die Rolle gewählt worden ist, stehts den dargestellten Charakter ab, aber irgendetwas besonderes hat mir dann doch gefehlt. Vielleicht war es noch ne Spur mehr Kaltblütigkeit o.ä., ich kann es nicht genau sagen, aber so extrem psychopatisch hat er nicht richtig auf mich gewirkt.

Zu den anderen Schauspielern brauche ich eigentlich kein Wort verlieren. Feintstone ist der unumstrittene, alleinige Protagonist in diesem Film. Alle anderen treten hier und da mal etwas mehr in Erscheinung, aber so herausragend ist deren Part dann auch wieder nicht. Solide Leistung aber dennoch von allen Beteiligten, keine Amateurhaftigkeit.


Atmosphäre
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Da besticht „The Dentist“ auch nicht 100%ig. Teilweise haben mir zwar die dunklen Räume in Feintstones Praxis gefallen und im Gegensatz dazu erstrahlt auch sein Anwesen in einer Wahren Pracht einer Idylle, aber von dichter, packender Atmosphäre würde ich nicht sprechen. Gut gefallen haben mir allerdings die Szenen, in denen klassische, opernhafte Musik erklang. Die haben zwar immer im krassen Gegensatz zur Handlung gestanden, da ich solche Art von Musik aber hin und wieder gerne höre, hab ich dann immer aufgehorcht. An vielen anderen Stellen siehts aber leider so aus, dass die Musik entweder recht unspektakulär erklingt oder gar ganz ausbleibt. Das muss ja nicht immer schlechtes heißen, aber hier wäre eine Musik, die den geistigen Zustand von Feintstone unterstreicht, angebracht gewesen.


@@@ Daten @@@

Erschienen: USA 1996
Regisseur: Brain Yazna
Länge: ca. 90 Minuten
Schauspieler: Corbin Bernsen, Linda Hoffman, Michael Stadvec
FSK: 18


@@@ Fazit @@@

Also ich hab mir echt mehr versprochen. Ich suchte nach einem schockierenden, noch nicht mal blutigen, Film, der mir die Angst vorm Zahnarzt verdeutlichen sollte. Stattdessen aber bekam ich einen Film zu sehen, der die ganze Zeit über vor sich hin plätscherte und ohne Spannung daherkam. Die einzige Möglichkeit den Film aufzuwerten, wäre den Gewaltfaktor hochzuschrauben, womit man zumindest so Aufmerksamkeit erregen würde. So aber finde ich den Film nicht empfehlenswert!


Mit der Hoffnung auf bessere Filme

Euer gnoi

Shake Heads

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