The Machinist (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von linnie
Schlank ist schön?
Pro:
Bale als überragender Mittelpunkt des Filmes, beklemmende Atmosphäre, die überzeugend von der Filmmusik untermalt wird, keine Minute wird langweilig, das Ende kommt überraschend und erklärt die Vorgänge im Film
Kontra:
die verfilmten Ideen sind nicht mehr neu, sodass Kinokenner durchaus das Ende erahnen können, trifft nicht den Geschmack der Massen -> daher wird der Film im Kino wohl untergehen, schade.
Empfehlung:
Ja
** Worum es geht
Trevor Razkin ist ein lebender Hungerhaken, pedantisch notiert er auf gelben Post-its sein aktuelles Gewicht an der Wand über der Waage. Seine Hosen passen ihm alle kaum noch und er ist inzwischen bei etwa 120 Pfund angekommen, was man ihm auch durchaus ansieht. Doch Trevor hat andere Probleme, denn er kann schon seit einem Jahr nicht mehr schlafen. Die Nächte vertreibt er sich lieber bei der Prostituierten Stevie oder im Flughafencafe, wo ihn Nacht für Nacht die hübsche Kellnerin Marie bedient, die ihn schließlich sogar dazu einlädt, mit ihr und ihrem Sohn den Muttertag zu verbringen. Tagsüber arbeitet Trevor als Maschinist, eines Tages verliert ein Arbeiter einen Arm durch Trevors Verschulden, von dem Zeitpunkt an wird das Arbeitsklima in der Firma für Trevor immer schlimmer.
Trevor fühlt sich verfolgt, der mysteriöse Schweißer Ivan hat ihn in der Firma abgelenkt, sodass es erst zu diesem Unfall kommen konnte, doch wer ist überhaupt Ivan? Auch in seiner Wohnung geschehen seltsame Dinge, denn am Kühlschrank klebt plötzlich ein Post it mit einem Galgen und sechs Strichen drauf. Welches Wort ist hier gesucht? Trevor schreibt sich zur Erinnerung auch selbst kleine Zettel, doch sind diese offenbar verschwunden. Was geht hier vor? Eines Tages steht Trevors Vermieterin in der Wohnungstür, weil es aus seiner Wohnung tropft. Nun stellt Trevor fest, dass aus seinem Kühlschrank Blut hervorquillt...
** Cast & Crew
Christian Bale: Trevor Raznik
Jennifer Jason Leigh: Stevie
Aitana Sanchez-Gijon: Marie
John Sharian: Ivan
Michael Ironside: Miller
Craig Stevenson: Tucker
Regie: Brad Anderson
Drehbuch: Scott Kosar
Genre: Thriller/Drama
Dauer: 102 Minuten
Offizielle Filmhomepage:
http://www.machinistmovie.com/index2.asp
** Filmkritik
Skeptisch bin ich ins Kino gegangen, nachdem für den Film zuvor keine Werbung gemacht worden war und er in Hannover schon in der ersten Woche in einem kleinen Kino gestartet ist. Als dann auch nur knapp 20 Besucher im Kinosaal saßen, war ich schon fast überzeugt davon, einen ähnlichen Reinfall zu erleben wie mit „Suspect Zero“, doch weit gefehlt. Der Film mit Christian Bale in der Hauptrolle ist ein echter Geheimtipp.
„The Machinist“ besticht auf den ersten Blick zu allererst durch seine Bilder und Farben, denn nahezu der gesamte Film ist in schwarz-weiß mit einem leichten Blaustich zu sehen, so spielt sich fast das gesamte Geschehen im Halbdunkel ab und ist beklemmend farblos dargestellt. Dadurch erreicht der Film eine einzigartige Atmosphäre, die dafür sorgt, dass man mit schweißnassen Händen im Publikum sitzt und gebannt der Handlung folgt. Obwohl größtenteils eigentlich nichts Schlimmes oder Bedrohliches passiert, läuft es einem doch immer wieder kalt den Rücken runter, da die Musik ebenfalls zu der bedrohlichen Stimmung im Film beiträgt. So ist die klassische Musik fast immer nur dezent im Hintergrund zu hören, doch verstärkt sie stets die gezeigten Bilder und untermalt daher den Film ideal. Fast immer weiß man als Zuschauer, wenn etwas Spannendes geschehen wird, da Bilder und Musik darauf hinleiten und dafür sorgen, dass man seine Muskeln anspannt und sich auf das folgende gefasst macht. Die Regiearbeit ist hier deutlich positiv hervorzuheben, da der Film einfach gut gemacht ist. Die meisten Elemente mögen nicht neu sein, auch nicht die Idee, dem Film seine Farbe zu nehmen und fast alles in schwarz-weiß zu zeigen, doch passen all diese Stilmittel hervorragend zur Handlung. Besonders deutlich wird dies in der Maschinenfabrik, in der alle Mitarbeiter in dunkelgrauen Blaumännern zu sehen sind und auch die Maschinen nicht für Farbtupfer sorgen können. Die Situationen in der Firma wirken daher immer sehr beklemmend, zumal auch recht früh im Film der schlimme Unfall passiert, für den Trevor Raznik verantwortlich ist, weil er sich durch den Schweißer Ivan ablenken ließ. Auch in Trevors Wohnung ist alles dunkel, nachdem er seine Stromrechnung nicht bezahlt hat und er mit tragbaren Lampen arbeiten muss. Besonders gelungen fand ich eine erschreckende Szene, in der sämtlicher Ton ausgeblendet wurde, um die Bilder sprechen zu lassen. So saß ich fast die gesamte Dauer des Filmes angespannt und aufmerksam im Kinosaal, um keine wichtigen Szenen zu verpassen und um am Ende den Film auch zu verstehen.
Angekündigt wird der Film nämlich als eine Mischung aus Memento und Matrix, die auf den ersten Blick beide nicht sonderlich leicht zu durchschauen sind, daher ließ ich meine Aufmerksamkeit keine Minute schweifen, um nichts Wichtiges zu verpassen. Doch klären sich manche Szenen und Sprüche erst mit Wissen um das Ende des Filmes auf. Besonders ein Zitat, das auf Trevors geringes Gewicht anspielt, bekommt dadurch hinterher eine spezielle Bedeutung.
Der Vergleich mit „Memento“ ist teilweise durchaus zutreffend. Allerdings läuft „The Machinist“ nicht rückwärts ab, auch wenn er durchaus mit einer Szene vom Ende des Filmes startet, wenn Trevor Raznik nämlich versucht, eine Leiche loszuwerden, diese in einen Teppich wickelt und im Meer versenken will. Diese Szene wird zu Beginn des Filmes nur halb gezeigt, später dann allerdings bis zum Ende. Später wartet die Szene dann durchaus noch mit einer größeren Überraschung auf. Der Film ist so konzipiert, dass der Zuschauer zwar zum Mitdenken angeregt wird und gespannt auf jedes Detail achtet, um die entscheidenden Hinweise nicht zu verpassen, dennoch bekommt man lange Zeit so wenige Informationen über die wahren Vorgänge, dass man kaum das Ende ahnen kann. Recht bald wird klar, dass die Auflösung des Filmes mit der Person des Ivan zusammenhängen muss, allerdings muss man lange auf Hinweise auf die wahren Geschehnisse warten. Das Ende des Filmes ist wirklich sehr gut gelungen, man ist überrascht, obwohl die Ideen nicht ganz neu sind. Mit innovativen Ideen kann „The Machinist“ also nicht dienen, dennoch ist der Film überzeugend gelungen und sehr spannend.
Schauspielerisch fällt allen voran natürlich zuerst Christian Bale auf, der für seine Rolle 30 Kilo abgenommen hat, um deutlich zu machen, dass Trevor Razkin nicht nur geistig, sondern auch körperlich am Ende ist. Christian Bale spielt womöglich die Rolle seines Lebens, denn den Wahnsinn sieht man ihm in jeder Situation an. Seine Augen sind leer und schreckhaft, je länger der Film dauert, umso schwärzer und tiefer werden seine Augenringe und in den Szenen, in denen Bale mit freiem Oberkörper zu sehen ist, kann man jede einzelne Rippe sehen. Seine Hungerkur und die Maske haben hier hevorragend ineinander gegriffen, um die Person des Trevor Raznik überzeugend auf Zelloloid zu bannen. An Bales Leistung gibt es nichts zu deuteln, er spielt wirklich hervorragend und lässt den Zuschauer immer mit ihm mitfühlen, wenn er Ivan jagt oder wenn er weitere Galgenrätsel an seinem Kühlschrank vorfindet. Christian Bale ist der eindeutige Mittelpunkt des Filmes und das zurecht, seine Rolle nimmt nicht nur das meiste Gewicht ein, er spielt auch alle anderen Mitwirkenden an die Wand. Bale würde man in der Tat eine Oscarnominierung wünschen angesichts seiner überragenden Leistung, dennoch wird es sicherlich nicht dazu kommen, da der Film nicht den Geschmack der Massen treffen kann. „The Machinist“ wird kein großer Kassenschlager werden, da das Thema etwas abgefahren ist und wohl nicht allzu viele Zuschauer in die Kinos locken wird. In Hannover lief er von Anfang an in einem kleinen Kino an und am zweiten Tag waren keine 20 Leute in der Abendvorstellung. Schade, denn Bales Leistung ist durchaus sehenswert.
Neben Bale zu nennen wäre noch Jennifer Jason Leigh, die die verständnisvolle Prostituierte spielt, zu der sich Trevor Raznik verkriecht, wenn der Wahnsinn ihn wieder einmal überkommt. Jennifer Jason Leigh ist nett anzusehen in der Rolle und sie fällt auch nicht negativ auf, dennoch kommt ihre schauspielerische Leistung kaum zum Tragen, da sie zu wenige Auftritte hat. Jason Leigh konnte daher zwar überzeugen, hat aber sicherlich nicht die Rolle ihres Lebens gespielt. Ebenso ist John Sharian als Ivan einzuordnen, der im Prinzip nur bedrohlich für Trevor wirken muss, sonst aber sein halbes Gesicht hinter einer übergroßen Sonnenbrille verstecken kann. Charakteristisch für ihn ist sein fieses Grinsen, das einem einen Schauer über den Rücken laufen lassen kann. Alle anderen Darsteller haben nur kleine Rollen und sind daher nicht weiter erwähnenswert,
** Fazit
„The Machinist“ ist ein überzeugender und spannender Film, der mit einem überragenden Hauptdarsteller aufwarten kann. Darüber hinaus besticht der Film durch seine beklemmende Atmosphäre und die schwarz-weiß Zeichnungen der Bilder, die für eine ganz besondere Stimmung sorgen, die durch die passende Musik weiterhin untermalt wird. Christian Bales Crashdiät und die hervorragende Maske sorgen dafür, dass man als Kinozuschauer einen körperlich heruntergekommenen Trevor Raznik zu sehen bekommt, dem man all seine Wahnvorstellungen abnimmt. Das Ende des Filmes überzeugt durchaus, wartet allerdings mit alten Ideen auf, weswegen ich nicht zur Höchstnote greifen werde. Dennoch ist der Film durchaus empfehlenswert für Kinogänger, die gerne spannende und gruselige Filme mit düsterer Atmosphäre sehen wollen und die Lust am Mitraten haben.
61 Bewertungen, 3 Kommentare
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31.03.2005, 20:46 Uhr von Schachtel
Bewertung: sehr hilfreichIch finden den Film hammer und konnte an nichts anderes mehr denken...
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02.12.2004, 11:51 Uhr von playtick
Bewertung: sehr hilfreichIst sicher mal ein Versuch wert sich anzusehen.
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01.12.2004, 13:23 Uhr von Preiselbeere
Bewertung: sehr hilfreichIch habe mir den Film noch nicht angeschaut aber nach diesem Bericht werde ich ihn mir wohl doch angucken. Der Bericht ist sehr schön verfasst. Mfg Preiselbeere
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