Erfahrungsbericht von Krawuzikabuzi
Ansehen !!!
Pro:
Großartig die Farbfotografie von Roger Deakins
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Ich verstehe es nicht.
Nein, nicht diesen Film, sondern weshalb auf THE VILLAGE so negativ reagiert wird.
Kann schon sein, dass der Trailer - den ich nicht gesehen habe - falsche Erwartungen geweckt (das geschieht sehr oft, weswegen ich Trailer ignoriere) und deshalb auch das falsche Publikum angelockt hat.
In Kürze: Wer sich das übliche, leicht verdauliche und mit Popcorn garnierte Mainstream-Blockbuster-Überwältigungs-Haudrauf-Filmerlebnis wünscht, um einen anstrengenden Tag abends mit leichter Kinokost zu verdrängen (ist ja auch in Ordnung) - bitte zu Hause bleiben. Wer aber im Kinosaal Hirn (und Herz) nicht komplett abschalten will - herzlich willkommen.
Ich verstehe ebenfalls nicht, wieso behauptet wird, dass nach der Hälfte oder zwei Drittel das Geheimnis dieses Filmes verraten wird. Das können eigentlich nur Leute sagen, die vorzeitig gegangen sind. Verständlich wird der Film nämlich erst durch die letzten fünf Minuten. Dass das Geheimnis um die Unaussprechlichen früher gelüftet wird, bringt dafür eine andere, intelligentere Spannung ins Spiel.
Außerdem: Das ist eben kein Rätselkrimi à lá Agatha Christie oder SCREAM oder zuletzt MINDHUNTERS, wo es nur um die Frage geht: Wer ist der Mörder? Das wäre etwas simpel - und außerdem ein bisschen altmodisch.
THE VILLAGE gehört in den Bereich des Fantastischen Kinos, das sich mit den Ängsten der Menschen befasst, sie abbildet und zugleich in den Zuschauern erzeugen will.
Dario Argento - wer ihn kennt - war und ist der große Meister solcher Filme. Shyamalan bietet die US-Version dieser Filme, ist sozusagen der US-Argento (dessen SUSPIRIA ich gerade erst wieder sah). Nicht ganz so genial wie der Meister, aber schon sehr gut. Und mit genuin US-amerikanischen Ängsten spielend, so wie Argento auf das Europäische abzielt.
Shyamalan zeigt abgeschottete Fundamentalisten, die eine Bedrohung von außen benötigen, um den Zusammenhalt zu sichern. Die Parallelen zur (US-)Gegenwart sind evident: Die neokonservativen Fundis, die Lüge von den Irak-Waffen. Alle patriotisch vereint gegen den bösen Rest der Welt. Fragen kommen später. Nicht zuletzt ist dieser Film auch eine politische Parabel.
Vielleicht wurde THE VILLAGE deshalb von US-Kritikern verrissen. Oder schlicht nicht verstanden. Mir völlig egal. THE VILLAGE ist der passende Spielfilm zu FAHRENHEIT 9/11. Und zugleich hat er mich in seiner rätselhaften Intensität, aber auch durch kleine inhaltliche Parallelen an Hanekes unvergessliche WOLFZEIT erinnert.
Großartig die Farbfotografie von Roger Deakins, wo die Kamera nicht dazu da ist, die Bewegungen der Schauspieler abzubilden, sondern ihre eigenen Wege geht.
Und diese Schauspieler bieten trotz großer Namen - Phoenix, Weaver, Hurt, Brody - nicht selbstgefälliges Stargetue, sondern fügen sich uneitel, mit verhärmten Gesichtern, in das Ganze ein.
THE VILLAGE ist ein typischer Shyamalan, unverwechselbar, mit seinen Tricks und Überraschungen, die immer noch funktionieren. Und ein neuer, starker Aufschwung nach den etwas schwächelnden SIGNS. Unter den US-Mainstream-Regisseuren gehört Shyamalan weiter zu den ganz Großen.
Ist also THE VILLAGE ein großer Film?
Das wahrscheinlich nicht, da kann die Filmgeschichte dann doch mit Anderem aufwarten. Aber sehr, sehr gut und intelligent ist THE VILLAGE definitiv. Und sicherlich zu gut und zu intelligent für gewisse Kritiker und Zuschauer.
Nein, nicht diesen Film, sondern weshalb auf THE VILLAGE so negativ reagiert wird.
Kann schon sein, dass der Trailer - den ich nicht gesehen habe - falsche Erwartungen geweckt (das geschieht sehr oft, weswegen ich Trailer ignoriere) und deshalb auch das falsche Publikum angelockt hat.
In Kürze: Wer sich das übliche, leicht verdauliche und mit Popcorn garnierte Mainstream-Blockbuster-Überwältigungs-Haudrauf-Filmerlebnis wünscht, um einen anstrengenden Tag abends mit leichter Kinokost zu verdrängen (ist ja auch in Ordnung) - bitte zu Hause bleiben. Wer aber im Kinosaal Hirn (und Herz) nicht komplett abschalten will - herzlich willkommen.
Ich verstehe ebenfalls nicht, wieso behauptet wird, dass nach der Hälfte oder zwei Drittel das Geheimnis dieses Filmes verraten wird. Das können eigentlich nur Leute sagen, die vorzeitig gegangen sind. Verständlich wird der Film nämlich erst durch die letzten fünf Minuten. Dass das Geheimnis um die Unaussprechlichen früher gelüftet wird, bringt dafür eine andere, intelligentere Spannung ins Spiel.
Außerdem: Das ist eben kein Rätselkrimi à lá Agatha Christie oder SCREAM oder zuletzt MINDHUNTERS, wo es nur um die Frage geht: Wer ist der Mörder? Das wäre etwas simpel - und außerdem ein bisschen altmodisch.
THE VILLAGE gehört in den Bereich des Fantastischen Kinos, das sich mit den Ängsten der Menschen befasst, sie abbildet und zugleich in den Zuschauern erzeugen will.
Dario Argento - wer ihn kennt - war und ist der große Meister solcher Filme. Shyamalan bietet die US-Version dieser Filme, ist sozusagen der US-Argento (dessen SUSPIRIA ich gerade erst wieder sah). Nicht ganz so genial wie der Meister, aber schon sehr gut. Und mit genuin US-amerikanischen Ängsten spielend, so wie Argento auf das Europäische abzielt.
Shyamalan zeigt abgeschottete Fundamentalisten, die eine Bedrohung von außen benötigen, um den Zusammenhalt zu sichern. Die Parallelen zur (US-)Gegenwart sind evident: Die neokonservativen Fundis, die Lüge von den Irak-Waffen. Alle patriotisch vereint gegen den bösen Rest der Welt. Fragen kommen später. Nicht zuletzt ist dieser Film auch eine politische Parabel.
Vielleicht wurde THE VILLAGE deshalb von US-Kritikern verrissen. Oder schlicht nicht verstanden. Mir völlig egal. THE VILLAGE ist der passende Spielfilm zu FAHRENHEIT 9/11. Und zugleich hat er mich in seiner rätselhaften Intensität, aber auch durch kleine inhaltliche Parallelen an Hanekes unvergessliche WOLFZEIT erinnert.
Großartig die Farbfotografie von Roger Deakins, wo die Kamera nicht dazu da ist, die Bewegungen der Schauspieler abzubilden, sondern ihre eigenen Wege geht.
Und diese Schauspieler bieten trotz großer Namen - Phoenix, Weaver, Hurt, Brody - nicht selbstgefälliges Stargetue, sondern fügen sich uneitel, mit verhärmten Gesichtern, in das Ganze ein.
THE VILLAGE ist ein typischer Shyamalan, unverwechselbar, mit seinen Tricks und Überraschungen, die immer noch funktionieren. Und ein neuer, starker Aufschwung nach den etwas schwächelnden SIGNS. Unter den US-Mainstream-Regisseuren gehört Shyamalan weiter zu den ganz Großen.
Ist also THE VILLAGE ein großer Film?
Das wahrscheinlich nicht, da kann die Filmgeschichte dann doch mit Anderem aufwarten. Aber sehr, sehr gut und intelligent ist THE VILLAGE definitiv. Und sicherlich zu gut und zu intelligent für gewisse Kritiker und Zuschauer.
15 Bewertungen, 2 Kommentare
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30.04.2005, 02:10 Uhr von falke
Bewertung: sehr hilfreicham Schluß sehr; als ich ihn gesehen hatte, habe ich damit nicht gerechnet. GRuß,Falke
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22.10.2004, 20:15 Uhr von Dickerchen
Bewertung: sehr hilfreichWenn ich jetzt noch wüßte worum es in dem Film geht?
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