The Village - Das Dorf (VHS) Testbericht

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ab 12,16
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Erfahrungsbericht von frorgy

Geh nicht in den Wald, iß keine roten Beeren, und liebe deinen Nächsten!

Pro:

interessante Sozialstudie, gute Darsteller

Kontra:

kein klares Genre, schwacher Schluß

Empfehlung:

Nein

Ein einsamer Reiter blickt über die weite Prärie. Sein Pferd tänzelt ungeduldig mit den Hufen. Der Cowboy schnalzt mit der Zunge, und das Tier setzt sich in Trab, während der Mensch sich genüßlich eine Zigarette ansteckt, auf die schneebedeckten Berge in der Ferne blickt und den grasenden Mustangs in der Ebene zusieht. Kein Zweifel, wir befinden uns mitten in Marlboro Country...
Aber eigentlich wollte ich euch ja gar nicht über die Werbung im Kino berichten, sondern über den Film, der im Anschluß lief: \"The Village\" von M. Night Shyamalan (Drehbuch und Regie).

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Der Film spielt in einem Dorf mitten in Pennsylvania. Wir lernen zunächst die Dorfbewohner und ihre Bräuche kennen. Gemeinsame Mahlzeiten auf der Dorfwiese gehören dazu, ebenso die Versammlung der Ältesten, auf der über die Belange des Dorfes entschieden wird, zum Beispiel über die wichtige Frage, ob die Schulkinder beim nächsten Dorffest den \"Vogelflug-Tanz\" aufführen. Fröhliches Verandafegen gehört dazu, und Wettläufe der Jugendlichen. Und schon bei den ersten Bildern fühlen wir uns doch wieder an die Marlboro-Werbung erinnert: Ganz im Gegensatz zu den weiten Prärien bekommen wir hier die Enge des Dorfes zu spüren, die sich nicht nur im engen Zusammenrücken der Dörfler beim Mahl, sondern auch in der Landschaft widerspiegelt, ein enges Tal, begrenzt von Wäldern und Hügeln, abgeschottet von der Umwelt.

Die Wälder um das Dorf bergen ein Geheimnis, das offenkundig die Ursache für diese Abschottung ist. Dort leben die, deren Namen man nicht ausspricht. Sie haben eine Art Pakt mit den Dörflern geschlossen: Sie dringen nicht ins Dorf ein, wenn die Bewohner des Dorfes den Wald meiden. Außerdem sind alle roten Gegenstände verboten, denn Rot ist die böse Farbe, die die Unaussprechlichen anlockt. Darum haben die Dorfbewohner an den vordersten Bäumen gelbe Fähnchen als Grenzmarkierungen aufgehängt. Dem Wald nähert man sich nur in gelben Umhängen, denn das ist die Schutzfarbe. Und nachts muß einer der Dorfbewohner auf einem Turm Wache halten.

Die Jungen haben ein eigenes Spiel ersonnen: Einer muß sich mit dem Rücken gegen den Wald aufstellen und die Arme ausbreiten. Die anderen halten sich versteckt und messen die Zeit, wie lange er das aushält, ohne vor Angst wegzulaufen. Rekordhalter bei dieser Mutprobe ist der stille und zurückhaltende Lucius Hunt.

Lucius ist der Schwarm der Walker-Sisters. Nachdem er die lebenslustige, aber recht naive Kitty abgewiesen hat, macht sich deren blinde Schwester Ivy an Lucius heran. Ivy hat trotz ihrer Blindheit großes Charisma, unter anderem ist sie die einzige, die den ungestümen, geistig zurückgebliebenen Noah Percy zur Ruhe bringen kann. So hat denn auch Noah eine tiefe Zuneigung zu Ivy, und als Ivy und Lucius ihre Verlobung bekanntgeben, kommt es zu einem Eifersuchtsdrama: Noah sticht Lucius mit einem Messer nieder.

Es gibt nur eine Möglichkeit, den schwer verwundeten zu retten. Jemand muß durch den Wald, um Medikamente aus der Stadt zu besorgen. Ivy nimmt diese Bürde auf sich, die blinde junge Frau begibt sich in den Wald, in dem die Unaussprechlichen hausen...

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Seit \"Blair Witch Project\" wissen wir, daß kahle Äste und raschelndes Herbstlaub äußerst gruselig sein können. In \"The Village\" setzt Shyamalan ebenfalls auf solch subtilen Aufbau von Grauen. Auf ekeliges verzichtet er - abgesehen von ein paar gehäuteten Tierkadavern, die die Unaussprechlichen als Warnung im Dorf verteilen - vollständig. Dementsprechend hält sich der Grusel allerdings in Grenzen, die auch eher zart besaiteten Naturen den Besuch des Films erlauben. In meinen Augen ist der Film denn auch eher Sozialdrama als Horrorfilm. Das Schicksal und die Beziehungen der Dorfgemeinschaft stehen im Mittelpunkt, insbesondere die Dreiecksbeziehung Noah - Ivy - Lucius. Diese drei, großartig verkörpert von Adrien Brody (der dem Dorftrottel ebenso kindlich-verspielte wie diabolische Züge verleiht), Bryce Dallas Howard (die Ivy als selbstbewußte junge Frau gibt, jedoch auch in ihrer Angst allein im Wald überzeugend wirkt) und Joaquin Phoenix (als stoischer und zugleich schüchterner und zupackender Lucius), ziehen den Zuseher in ihren Bann. Dagegen wirken die Nebenfiguren, obwohl zum Teil prominent besetzt (zum Beispiel mit William Hurt und Sigourney Weaver) sehr eindimensional. Shyamalan verzichtet allerdings dankenswerter Weise darauf, allzu viele Hinterwäldler-Klischees zu verwenden, das Leben der Dorfgemeinschaft wird mit einiger Sympathie betrachtet.
Anders als in \"Blair Witch Project\", wo vieles offenbleibt, führt Shyamalan die Story zu einem Ende, in dem alles eine natürliche Erklärung findet – eher ernüchternd als spektakulär.

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Ich zögere, ob ich für den Film eine Empfehlung aussprechen soll, weil ich nicht weiß, welchem Personenkreis ich das Werk empfehlen soll. Die Story wird routiniert erzählt, manchmal sehr vorhersehbar, aber logisch; die Kameraführung (Roger Deakins) bietet einige interessante Einstellungen, wenn die Figuren in einer Perspektive von unten oder in der Verfolgerperspektive gefilmt werden; die Schauspieler können überzeugen. Liebhaber von Horrorfilmen oder Thrillern kommen kaum auf ihre Kosten; für Freunde des Beziehungsdramas bleiben die psychologischen Strukturen vielleicht zu sehr an der Oberfläche, insbesondere fehlt eine Ausarbeitung der Nebenfiguren. Es bleibt ein solider, aber nicht besonders origineller Film, der die soziale Komponente stärker in den Mittelpunkt rückt als Action oder Horror.

43 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Meyerhoffsche

    12.11.2008, 13:15 Uhr von Meyerhoffsche
    Bewertung: sehr hilfreich

    Goldene Herbstgrüße von der Meyerhoffschen :)

  • funkey

    29.10.2008, 22:59 Uhr von funkey
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh und lg von funkey

  • Jerry525

    09.10.2008, 14:00 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße an dich JERRY

  • manu63

    19.06.2008, 13:22 Uhr von manu63
    Bewertung: sehr hilfreich

    viele Grüße von manu63

  • Trolligun

    06.06.2008, 00:54 Uhr von Trolligun
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüsse von trolli

  • morla

    03.06.2008, 20:40 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche einen schönen sonnigen dienstag lg. petra

  • ingoa09

    03.06.2008, 14:25 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liest sich gut! Gruß Ingo

  • anonym

    19.10.2004, 16:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    kenn ich leider noch nicht..Lg Janet