The Village - Das Dorf (VHS) Testbericht

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ab 12,16
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Erfahrungsbericht von Manumania

Shayamalan lädt in den Wald der Unaussprechlichen

Pro:

Adrien Brody; Bryce Dallas Howard; Story; Message

Kontra:

Umsetzung; Auflösung kommt viel zu schnell; zu wenige Überraschungen / Wendungen, die typisch für M. Night Shayamalan sind

Empfehlung:

Ja

1. Story
2. Schauspieler
3. Regie
4. Eigene Meinung

==== Story ====

Ein kleines Dörfchen mitten im Wald von Pennsylvania. Die Bewohner, kaum mehr als 50 – 60 Stück, sind mit ihrem Leben zufrieden. Sie haben was sie wollen, jeder kennt jeden und jeder kann jeden leiden.
Das Dorf liegt auf einer riesigen, freien, Fläche und ist von Wald umgeben. Von schönem, dichten Wald. Doch dieser verbirgt eine Legende, welche die Bewohner bei jedem Glockenschlag in Angst versetzt.

Einer Legende nach hausen in dem Wald Kreaturen, die einst einen Pakt mit den Menschen geschlossen hatten. Niemand betritt den Wald und die Kreaturen betreten nicht das Dorf.
Dennoch gibt es Regeln bezüglich dieser Geschichte. Nirgendwo darf auch nur einen winzige Blume, ein Farbtropfen etc. sein, was die Farbe Rot trägt – Rot ist „die Böse Farbe“ – denn sie lockt die „Unaussprechlichen an. Wenn die Glocke schlägt, kommen sie, dann muss jeder in sein Haus, in einen Untergeschoss-Raum, welcher Extra für diesen Zweck angefertigt wurde.
Das es sich hierbei um alles andere als eine Legende handelt ist den Bewohnern klar, denn die Kreaturen hatten sie schon öfters „besucht“. Doch bei ihren letzten Besuchen markieren sie die Gebäude mit roter Farbe, legen zerfetzte Tierleichen im Dorf aus und Kinder berichten das die Kreaturen möchten dass die Menschen verschwinden – für immer!

Für die Menschen gibt es dafür aber keinerlei Erklärung, wieso die Kreaturen auf einmal so böse sind, bis sich herausstellt, dass 2 Bewohner den verbotenen Wald betreten haben.
Lucius Hunt ist einer von ihnen. Dadurch, dass er gesteht und selbst in Schuldgefühle versinkt, weil durch sein Handeln die Kreaturen aggressiver wurden, ist man ihm im Dorf nicht weiter Böse.

Alles geht seinen weiteren Weg, die Kreaturen werden ruhiger und die Bewohner sicherer. Somit ist es auch kein Wunder, wenn sich Bewohner näher kommen und so verliebt sich Lucius in die blinde Tochter des Dorfältesten, Ivy, was auf Gegenseitigkeit beruht. Die beiden beschließen zu heiraten.

Allerdings lebt in dem Dorf auch eine Art „Schwarzes-Schaf“, welches den Namen Noah trägt. Er ist etwas geistig verstört und somit leicht aggressiv, aber zugleich ein sehr liebenswerter Mann, er wird eigentlich von allen Bewohnern gemocht und man verzeiht ihm den ein oder anderen Ausrutscher, da er ja etwas geistig behindert ist.
Noah ist heimlich in Ivy verliebt, weshalb er ihr auch jeden Gefallen tut und nicht von der Seite weicht. Als Noah von der bevorstehenden Hochzeit hört, ist er sich seines Handelns nicht bewusst und sticht Lucius nieder, welcher den Angriff aber knapp überlebt.

Lucius droht zu sterben und es gibt nur eine Rettung … die Stadt … dazu müsste aber der verbotene Wald durchquert werden, welcher nicht gerade einladend ist …

==== Schauspieler ====

Ivy Walker wird von der 23 Jährigen Bryce Dallas Howard gespielt. Für mich spielte sie einfach nur perfekt! Sie hatte die Rolle der blinden, klugen und sehr sympathischen Ivy zu spielen. Ivy kann seid ihrer Geburt nicht sehen, aber dennoch findet sie sich besser zurecht als manch Anderer, der das Tageslicht erblicken kann. Diese Rolle erfordert natürlich sehr viel Talent, da es zum einen für einen Menschen, dessen Augenlicht ok ist, sehr schwer ist, sich in jemand Blindes rein zu versetzen. Zudem konnte sie nicht einfach die Augen schließen, um somit quasi Ivy selbst zu sein, nein, Blinde haben die Augen geöffnet und das erschwert die Rolle natürlich ungemein. Und so etwas so authentisch darzustellen wie es Bryce Dallas Howard getan hat grenzt an eine Leistung, wie sie kaum ein Oscardarsteller hätte besser machen können. An keiner Stelle hätte ich gezweifelt dass Ivy´s Augen ok sind, so sehr hat Bryce Dallas Howard die Rolle rübergebracht, so überzeugend! Sie alleine macht schon einen Ganzen + Punkt für den Film aus!


Noah Percy wird von Adrien Brody gespielt. Er spielte den geistig behinderten Noah mit einer Bravour, welche nur durch Bryce Dallas Howard in diesem Film übertroffen wurde (was einzig und alleine daran lag das Brody´s Part nicht ganz so vertieft und groß war wie der von Bryce Dallas Howard). Er hatte die, für mich sehr schwere, Aufgabe einen jungen Mann zu spielen, der in seiner geistigen Verwirrung nicht immer weiß was er tut und somit, unmittelbar nach dem Angriff auf Lucius, nicht weiß, ob er sich nun über sein Handeln freuen soll oder ob er auf seinen, menschlichen, Verstand hören und die Tat als abscheulich empfinden soll. Solch eine Rolle zu spielen erfordert viel Geschick und vor allem ein ausgeprägtes Mimik- und Gestikspiel, welches perfekt eingesetzt werden musste und von Adrien Brody auch perfekt eingesetzt wurde. Auch bei ihm kam mir nie der Zweifel auf, dass es sich dabei um einen Darsteller handeln könnte, so sehr hat Adrien Brody die Rolle authentisch dargestellt, so sehr hat er einen Geisteskranken „gelebt“. Somit reißt auch er einen Ganzen + Punkt für den Film!

Lucius Hunt wird von Joaquin Phoenix gespielt. Filminteressenten werden seinen Namen schon mal gehört haben und wenn nicht werden sie zumindest die Verbindung zu seinem Bruder River Phoenix kennen. Er hatte die Aufgabe den sehr schweigsamen, aber dennoch klugen und sympathischen Lucius zu spielen. Joaquin hatte von den 3 Hauptdarstellern die „einfachste“ Rolle, da sein Charakter weder körperlich noch geistig behindert ist und auch sonst nicht gerade Anspruchsvoll ist.. Anfangs wirkte er für mich doch recht unsicher, ob ihm die Rolle steht und wie er sich verhalten sollte, was sich aber im Laufe des Filmes gebessert hat und man die anfängliche Unsicherheit schnell vergessen und somit auch verziehen hat. Er brachte die Rolle des Lucius´, welcher immer wieder versucht die Ältesten davon zu überzeugen dass ihn die Kreaturen passieren lassen und er in der Stadt diverse, nützliche, Dinge besorgen kann, gut rüber. Er spielte nicht so souverän, wie ich es mir erhofft hatte, was aber an seiner Rolle liegt, da diese ihm nicht die Möglichkeit gibt sein Talent unter Beweis zu stellen. Alles in allem hat er einen guten Job gemacht und stellt den Zuschauer, und auch seine Fans, zufrieden.

In weiteren Nebenrollen, welche nicht selten eine Schlüsselfigur sind, sind noch Sigourney Weaver und William Hurt zu sehen. Jeder dürfte um das Können der Beiden bescheid wissen und somit ist es auch weniger tragisch das sie dieses in diesem Film eigentlich kaum unter Beweis stellen können, da die gespielten Rollen es nicht erforderten, aber für den Zuschauer ist es dennoch schön zu sehen das es die beiden noch gibt und das sie, nach wie vor, Spass an ihrer Arbeit haben.

==== Regie ====

Regie führte der Neu-Meister des mysteriösen Filmes, M. Night Shayamalan (was ein Name ;-)). Er war für, ich würde sogar schon Klassiker sagen, Filme wie The Sixth Sense, Signs und Unbreakable verantwortlich. Wer diese Filme kennt und liebt (wer findet schon „The Sixth Sense“ langweilig und dumm?) weiß, was er bei M. NS zu erwarten hat. Er weiß das er für „böse“ Überraschungen ein Händchen hat und den Zuschauer, wie in Signs, das Fürchten lehren kann. Er hat einfach ein Händchen für mysteriöse Filme und ein Geschick für Wendungen, mit denen der Zuschauer nicht rechnet. Natürlich war „The Village“ unter diesen Voraussetzungen weit oben in den Charts gehandelt. Letztendlich kommt es dann aber nicht auf die Zuschauer an ob er dort landet, sondern auf M. NS ob er dessen (noch) würdig ist und die Besucher anlocken kann. Mit „The Village“ hat er einen Film geschaffen, dessen Atmosphäre noch alle seine Filme (mit Sixth Sense kann man hier keinen Vergleich ziehen, ich ziehe hier eher zwischen „The Village“ und „Signs“ einen Vergleich, da man das ohne Wenn und Aber machen kann und auch sollte!) übertrifft und er hat wieder sein glückliches Händchen bewiesen. Allerdings sollte ich hier nicht zu viel erzählen, sonst bleibt mir für die Meinung gleich nix mehr übrig ;-) Ich kann nur abschließend sagen, dass er seine Arbeit nicht ganz so ordentlich gemacht hat wie z.B. in Sixth Sense!

==== Eigene Meinung ====

„The Village“ hatte bzw. hat einen großen Nachteil: Der Regiesseur ist M. Night Shayamalan! Dieser Name ruft bei Fans des Genres große Vorfreude hervor, hat er doch bei „The Sixth Sense“ ein Knaller Ende gebracht, bei „Signs“ für eine grandiose Stimmung und Spannung, sowie für Unwissenheit bis zum Schluss gesorgt und bei „Unbreakable“ nur langsam Licht in die Story gebracht, was der Spannung zugunsten kam. Somit war für die Zuschauer klar: Wir erwarten etwas von all dem in „The Village“. Und der Trailer lies auf solche Wendungen, Spannungsphasen und eine grandiose Stimmung bzw. düstere Atmosphäre hoffen. Aber, wie wir Kinofreunde ja wissen, schafft ein Regisseur mit seinem Team selten das, was man sich als Zuschauer in solch einer Situation erhofft (als Negativ Beispiel: Matrix; als Positiv Beispiel: Herr der Ringe) und somit stand eigentlich einer Enttäuschung nichts mehr im Wege. Dennoch hoffte ich, dass das Beispiel Herr der Ringe eintreffen würde und machte mir weniger Gedanken darüber sondern schaute mir den Film an. Was dabei raus kam, ob er eher Matrix oder Herr der Ringe Status in dem Sinne der Erwartungen erfüllen kann, das lest ihr in den nachfolgenden Abschnitten.

Fangen wir mal bei der Story an. Diese ist nicht ganz das Neuste, Monster im Wald, kleines Dorf, das kennt man schon (erinnert mich auch ein bisschen an „American Werewolf“, in dem kleinen Dorf, wo sich die Bewohner Nachts in der Kneipe treffen, um dem Werewolf nicht über den Weg zu laufen), aber die Umsetzung der Story ist immer das Entscheidende, wenn die Umsetzung super ist, ist es dem Zuschauer im Endeffekt egal, ob er die Story schon zum x-ten Mal gesehen hat.
Allerdings ist dies auch ein neues Gebiet für M. Night Shayamalan. In „The Sixth Sense“ sah ein Junge tote Menschen, in „Signs“ machen Aliens Zeichen in ein Korn/Maisfeld und in „Unbreakable“ ist jemand unsterblich. Diese Geschichten gibt es in ihrer Ausführung noch nicht so oft bis überhaupt noch nicht. Das erleichterte es M. NS seinen Film zu drehen, da der Zuschauer kaum oder keine Erwartungen rein gesteckt hatte, da die Story ja ganz neu ist und somit für die Meisten schon reizend genug war.

Bei „The Village“ allerdings schaut das Ganze etwas anders aus. Hier ist die Story bekannt und man zieht (zumindest an vielen Stellen des Filmes) Vergleiche zu anderen Filmen, die solch einen Part auch schon mal bearbeitet hatten oder gar ganz ähnliche Storys als Material hatten. Somit hatte M. NS die Aufgabe die Story sehr gut umzusetzen und zugleich darauf zu achten, dass seine allseits bekannten Wendungen / Überraschungen, Schockmomente und Atmosphäre nicht zu kurz kommen.

Klar, wer diese Dinge allesamt in einen Film stecken kann ohne etliche Logikfehler, Wiederholungen und langatmige Passagen zu schaffen, ist wirklich ein Meister des Regiewerkes und ich meine sagen zu können, dass so etwas noch kaum einem Regisseur gelungen ist. Spontan fällt mir nur Mel Gibson mit seiner Passion Christi ein, die Story ist allseits bekannt, dennoch schafft er es eine starke Spannung aufzubauen, welche von der „düsteren“ Atmosphäre unterstützt wird und auch so seine Schockmomente hat, allerdings, und hier kommt der große Unterschied, ist die „Geschichte“ wie sie Mel Gibson verfilmt hat, auf reeller Basis, somit hatte er keine Möglichkeit daran noch etwas zu „drehen“ (musste er im Endeffekt auch nicht mehr). M. NS hatte aber die Möglichkeit seine Geschichte noch zu überarbeiten um somit gewisse Effekte einzubauen, abzuändern oder zu löschen.
Allerdings hat er sich diese Chance nicht zunutze gemacht, er hätte die Auflösung nach hinten verschieben sollen, verschiedene Szenen wären in anderen Momenten „gruseliger“ gekommen und die Überraschungseffekte waren auch nicht gerade richtig gut platziert. Gut, mag ja sein das ihm diese Endfassung sehr gut gefiel, aber solche Dinge (vor allem die Auflösung!) müssen ihm doch auch aufgefallen sein!

Zudem kommt noch, dass die Kulisse etwas billig wirkt. Für mich wirkt es so als hätte man auf einer Festwiese gedreht, die zufällig von einem Wald umgeben ist. Dies mache ich daran aus, da in verschiedenen Kameraeinstellungen der Wald recht weit von den Häusern entfernt ist, aber wenn die Bewohner um die Häuser laufen ist der Wald näher als vorher, quasi als hätte man für die Weitaufnahmen die Häuser „schrumpfen“ lassen (mit so genannten Modellen, wie sie schon Peter Jackson für HdR eingesetzt hat, solch eine Technik ist nicht unbekannt und wird auch viel genutzt, allerdings sollte man darauf achten das sich dabei dann keine Fehler einschleichen) und bei den Aufnahmen im Dorf selbst dann wieder Größere genommen. Auch der Wald wirkt nicht sonderlich Angst einflößend. An der Grenze stehen die Bäume noch dicht beieinander, aber wenn man 3-4 Meter weiter im Wald ist, sind die Bäume weit auseinander und die gruselige Atmosphäre ist verschwunden, da er zu hell ist und eher wie ein gewöhnlicher Wald im Park wirkt.

Gehen wir mal zu einem anderen Punkt. Der Atmosphäre. Ein sehr wichtiges Thema beim Genre Horror-Thriller. Wenn man die Story liest, erwartet man vorwiegend einen Film im dunklen, mit Nebel, kaum Licht und Gestalten die nicht gerade nett aussehen. Die Atmosphäre besteht allerdings nicht nur aus dunklen, gruseligen Bildern sondern muss auch mit einer düsteren Musik untermalt werden, damit auch das richtige „Feeling“ entsteht. Dies gelang M. NS relativ gut, die Musik setzt stets zum richtigen Zeitpunkt ein, allerdings ist sie teilweise zu hoch gegriffen bzw. lässt den Zuschauer zu stark erahnen das etwas passiert und somit ist die Spannung dann auch wieder fast ganz erloschen und der „Schockmoment“ kann seine Wirkung nicht so treffen wie geplant.
Zur Atmosphäre gehören natürlich noch tolle Bilder, welche von der Kamera eingefangen werden müssen. Man erwartet, dass die Kamera nicht zu viel einfängt, um nicht zu viel zu verraten, aber dennoch soll sie gut im Bild stehen und auch nicht zu hektisch sein, aber dennoch gute Schnitte beinhalten. M. Night Shayamalan gelang dies auch gut, zwar nicht sehr gut (manchmal war es mir doch etwas zu langsam bzw. zu schnell) aber gut genug um durch die Kameraführung an einigen Stellen eine düstere Atmosphäre einzufangen, allerdings hätte man auch hier viel mehr draus machen können ...

Dennoch bietet „The Village“ teils eine sehr gute Atmosphäre, vor allem als der Zuschauer zum ersten Mal einen „Unaussprechlichen“ zu sehen bekommt.
Der nächste Abschnitt schildert sehr genau die Begegnung mit einem „Unaussprechlichem“. Wer sich diese Szene gerne mit voller Atmosphäre und Spannung ansehen möchte, sollte diesen Abschnitt meiden. Einen Abschnitt weiter geht der Bericht dann ohne Spoiler weiter! Einen Tipp, wie man Spoiler am besten überspringt: Scrollt soweit nach unten bis auch der letzte Satz des Spoilers am oberen Bildschirmrand versunken ist oder haltet euch ein Blatt davor. Jetzt zum Spoiler:

---------------------------------------------- SPOILER -----------------------------------------------------

Es ist Nacht und der Aufseher auf dem Hochstuhl sitzt vor Müdigkeit auf dem Boden, als er plötzlich ein Geräusch hört. In der Annahme es sei Lucius öffnet er die Luke zum Hochstuhl und sieht, wie schnell ein „Unaussprechlicher“ unter dem Hochstuhl vorbeigeht. Er zögert kurz und schlägt dann Alarm (er muss an der Glockenschnur ziehen, dann weiß jeder Bewohner bescheid das ein „Unaussprechlicher“ im Anmarsch ist). Diese Szene ist eine der Besten im ganzen Film, eine Atmosphäre, sehr düster und der Zuschauer wirkt mehr oder weniger starr vor Anspannung.

------------------------------------------- SPOILER ENDE ------------------------------------------------

Dann gibt es natürlich noch diverse andere Szenen, allerdings kann keine von denen den Zuschauer so sehr fesseln wie o.g. Schade eigentlich, das Potenzial war auf jeden Fall da und die Story erlaubt es auch, allerdings hat es dann am Filmteam gelegen, das diese Chance nicht genutzt hat.

Jetzt kommen wir wohl zu dem wichtigstem Punkt, den sich jeder Zuschauer beim Ansehen von M. NS Filmen wünscht. Die Wendungen und Überraschungen.
Der Film hat einige Wendungen, die allerdings nicht unerwartet kommen. Vieles ist vorhersehbar und so wirklich überrascht war ich zu keinem Zeitpunkt des Filmes. Klar, es gab Szenen da hatte ich nicht mit diesem Ausgang gerechnet, allerdings lag ich mit meiner Vermutung nie weit weg.
Hier mal ein Beispiel:

(Vorsicht, wieder Spoiler Alarm, nächsten Abschnitt überspringen, sofern ihr nicht zu viel verraten bekommen wollt!)

---------------------------------------------- SPOILER -----------------------------------------------------

Anfangs, besser gesagt als ich den Trailer zu dem Film sah und wusste er sei von M. NS dachte ich mir schon das mit den „Unaussprechlichen“ etwas nicht stimmt. Ich erinnerte mich kurz an Sixth Sense und mir war klar: Das sind keine Monster! Was es war, wurde mir erst nach rund 15 – 20 Minuten des Filmes klar. Dadurch das sich die Bewohner so negativ gegenüber der Stadt und deren Bewohner geäußert hatten kam mir als erster und bis zur Auflösung erhaltener Gedanke das sich hinter den „Unaussprechlichen“ Bewohner der Stadt verbergen die die Leute auf dem Land nur in Schach halten möchte damit diese bloß nicht wieder zurückkommen. Die Auflösung war ja das die Dorfältesten selbst die Kreaturen sind, um die Bewohner davon abzuhalten in die Stadt zu gehen, so falsch lag ich eigentlich nicht!

------------------------------------------- SPOILER ENDE ------------------------------------------------


Dann gibt es da noch ein paar Szenen, mit denen man weniger gerechnet hat. Eine Szene überraschte mich vollkommen, da ich die Story anders im Kopf hatte und somit keinerlei Ahnung (was ich positiv fand). Ich dachte vorher, dass Lucius sich vergiftet hätte und war somit sehr überrascht als Noah ihm das Messer in den Bauch stach.

Es gab eine Sache die hat mich doch schwer beeindruckt. Allerdings kann diese, dem ein oder anderen, auch schon zu viele Informationen beinhalten, und geht ein klein wenig auf das Ende ein, daher nur weiterlesen, wenn es euch nichts ausmacht, eine Hilfe beim Finden des Endes zu bekommen. Außerdem nimmt es euch einen Gedanken, denn wohl jeder beim Sehen des Filmes gehabt hat :-)

----------------------------------------- Mini SPOILER ----------------------------------------------------


Als Ivy, Noah und Lucius zusammen an der Grenze zum Wald sitzen, sagt Ivy das neben Noah Lucius sitzt, obwohl dieser noch nichts gesagt hat. Sie sagt, sie erkenne ihn an seiner „Farbe“, die er ausstrahlt. Ivy will Lucius auf Teufel komm raus nicht sagen, welche Farbe er hat. Mein Gedanke war: Lucius strahlt die „Böse“ Farbe rot aus und lockt somit die „Unaussprechlichen“ ins Dorf. Zwar stand das im Widerspruch mit meiner Vermutung das es die „Unaussprechlichen“ nicht wirklich gibt, aber daran dachte ich die Zeit nicht, war schon ein komisches Gefühl und als die Auflösung kam, war ich schon überrascht das es mit meiner Vermutung nichts zu tun hat, das war aber auch das einzige im ganzen Film, wo ich komplett falsch lag.

-------------------------------------- Mini SPOILER ENDE ----------------------------------------------


Großartige Wendungen gab es allerdings keine, außer der oben Angesprochenen. Demnach kann man sagen, dass das Feeling der ersten M. NS Filme nicht auf „The Village“ überging, was ich persönlich sehr schade finde. Es gibt Wendungen, die nicht unbedingt „natürlich“ sind und somit für den 08/15 Zuschauer, das sind diejenigen die sich beim Gucken keine Gedanken machen und auch überrascht sind, wenn Schwarzenegger mal keine Kanone in der Hand hat, evtl. überraschend. Es gibt Szenen, die konnten einfach nicht mehr überraschend sein, da sie in (fast) jedem Film zu sehen sind, sei es jetzt Action, Komödie oder sonst was, sie waren einfach kopiert und somit nicht mehr überraschend.

Aber was mich positiv überrascht hat, (ja, das widerspricht jetzt dem Abschnitt davor ;-)) war, dass man auch lachen kann bzw. muss. Es gibt Szene die wollen zum Lachen animieren und dann gibt es wieder welche, die sind unfreiwillig komisch. Zudem gibt es am Ende eine Szene, die ist auf ihre eigene Art und Weise komisch, zwar sehr makaber, aber komisch. Man sollte sie eigentlich nicht komisch finden, aber in der Situation kommt es einfach raus der Lacher, man kann tun, was man will ;-)

Die Schauspieler spielten allesamt sehr gut und wie oben schon angesprochen gefielen mir Adrien Brody und Bryce Dallas Howard am besten. Die Schauspieler reißen an dem Film einiges rum, denn wie ich schon im Bericht erwähnt habe konnte mich der Rest nicht wirklich überzeugen. Die Schauspieler lassen durch ihre Spielweise denn ganzen Film viel authentischer wirken, können aber im Endeffekt die misslungene Umsetzung nicht reißen.

Allerdings ist „The Village“ kein gewöhnlicher Horror-Thriller, denn hinter der Story verbirgt sich weit mehr als mysteriöse Wesen im Wald. Der Film gibt auch viel Stoff her, über den man nachdenken kann und der auch eine Message mit sich bringt. Zum einen wäre da die Tatsache, dass den Dorfbewohner vorgegaukelt wird es gäbe kein zivilisiertes Leben und das was sie haben ist das Zivilisierteste. Kein Telefon, kein Auto etc. die Bewohner (bis auf die Flüchtlinge aus der Stadt) kennen solche Dinge nicht einmal. Das Ganze kann man etwa mit der dritten Welt in Verbindung bringen, da die Menschen dort auch nichts Besseres kennen als das was sie haben, und was sie haben, ist das Unterstes aller Zivilisation! Man kann sich viele Gedanken darüber machen, wieso es so was noch gibt und der Film bringt das in etwa so rüber: Die naiven Dorfbewohner (vergleichbar mit den Menschen der dritten Welt) trauen sich nicht in die Stadt und haben somit auch nicht das Verlangen nach neuem, höherem Wissen, da die „Grenze“ von unheimlichen Kreaturen bewacht wird (das könnte man in etwa damit in Verbindung gebracht werden dass den Menschen der dritten Welt niemand sagt, was für Möglichkeiten sie haben. Sie wollen mehr, aber da ihnen kaum bzw. nicht genug geholfen wird/kann lässt das Verlangen nach mehr bei ihnen nach).

Die Message, die der Film mit sich bringt, ist nicht so einfach erklärt, da man hierzu zur Auflösung des Ganzen gehen muss. Ich würde deswegen hier ein letztes Mal bitten den nächsten Abschnitt zu überspringen, wenn ihr ihn nicht lesen möchtet. Aber ich würde euch bitten euch den Abschnitt wieder durchzulesen, wenn ihr den Film gesehen habt, da er mir sehr wichtig ist und ich gerne euer Feedback dazu hätte.

---------------------------------------------- SPOILER -----------------------------------------------------

Die Message bezieht sich, meiner Meinung nach, auf die Korruption der Dorfältesten und der „Falschheit“, die sie den Bewohnern einreden. Dadurch das diejenige, die in dem Dorf geboren wurden oder aus anderen Gründen nichts anderes als das Aktuelle kennen, können die Ältesten ihnen alles einreden und es wird geglaubt … ohne Wenn und Aber. Hierbei denke ich geht M. NS auf die aktuelle Politik ein. Jemand sagt dem, großteils naiven, Volk „Dies und das ist so und wird so sein“ und das Volk sagt, ohne groß zu Fragen, „ja“, nur weil es sich nach dem Richtigen anhört. Die Ältesten sagen den anderen, dass die Stadt schlecht sei und sie glauben es. Politiker sagen „wir wollen XYZ verbessern“ und das Volk glaubt es, weil es sich doch so wunderbar anhört. Was dabei rauskommt, sehen wir alle und ich glaube M. NS will den Menschen zeigen das man nicht alles Glauben soll, was man hört (die Kreaturen sind nur erfunden, sie konnten die Geschichte aufrecht erhalten, weil es jeder geglaubt hat. Die Städter sind nicht so schlecht, was wir daran erkennen das der Parkwächter am Ende Ivy ohne Wenn und Aber die Medizin gibt, aber die Ältesten sagten „Jeder in der Stadt ist schlecht“ und auch das wurde geglaubt). Und um ehrlich zu sein, hätte ich dem Film keine solche Ader zugetraut, aber wenn ich jetzt mal etwas denke, fallen mir auch solche Stränge in den anderen M. NS Filmen auf, was mich jetzt doch wieder etwas positiver stimmt.

------------------------------------------- SPOILER ENDE ------------------------------------------------


Im Gesamten ist „The Village“ gute Abendunterhaltung, die leider nicht die Qualität der ersten M. NS Filme hat und auch sehr vorhersehbar ist. Man darf seine Erwartungen nicht so hoch ansetzen (was leider durch den Trailer und den Namen M. Night Shayamalan unvermeidbar ist), dann wird man gut unterhalten. Von mir bekommt „The Village“ 3 Sterne, die Unterhaltung war ok, aber mehr auch nicht und enttäuscht war ich leider auch maßlos :-/

Zu guter Letzt möchte ich noch auf die Altersfreigabe eingehen. Der Film bekam eine Freigabe von 12 Jahren, was ich als zu niedrig halte. Da nach neuem Gesetz auch Kinder ab 6 (in Begleitung der Erziehungsberechtigten) Filme ab 12 sehen können, finde ich das Ganze untertrieben. Da man doch erschrickt und die Jüngeren evtl. nachts nicht schlafen können, weil die „Unaussprechlichen“ für Kinder nicht gerade freundlich aussehen und so ein Wald doch auch recht gruselig ist, hätte ich dem Film eine Freigabe von 16 Jahren erteilt. Aber letztendlich muss sowieso jeder Elternteil entscheiden, was für das Kind das Richtige ist.

Zum Schluss noch ein paar Daten zum Film:

Produktionsjahr: 2004
Produktionsland: USA
Spielzeit: 108 Minuten
Regie: M. Night Shayamalan
Schauspieler: Bryce Dallas Howard, Joaquin Phoenix, Adrien Brody
FSK: ab 12

Entschuldigt bitte die vielen Spoiler, aber es ist schwer näher auf diesen Film einzugehen, ohne sich mit den „Hauptmerkmalen“ von M. NS zu beschäftigen … und diese verraten nun mal viel vom Film. Ich hoffe aber es hat euch dennoch Spass gemacht den Bericht zu lesen und ich hoffe konnte euch weiterhelfen.

© by Manuel Wünsch 2004

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • klukklukkluk

    14.10.2004, 02:17 Uhr von klukklukkluk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Vorhersebar oder nicht; mir hat er bis zum Ende gefallen ;-)

  • Phlegma

    14.10.2004, 00:26 Uhr von Phlegma
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...finde ich gut. Niocht jeder will sich überraschen lassen und sie sind ja auch sichtbar markiert. Ne Menge Stoff zu lesen *g