The Village - Das Dorf (VHS) Testbericht

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ab 12,16
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2004

Erfahrungsbericht von zeru2002

Böse neue moderne Welt oder The Village

Pro:

Handlungswandlungen, Regt zum Nachdenken an

Kontra:

Erwartet wurde ein völlig anderes Genre, Ende wird teilweise zu schnell vorweggenommen

Empfehlung:

Ja

Die meisten kennen wohl den kurzen TV-Spot, in dem Jemand in einem gelben Anzug den Wald betritt und gleichzeitig eine Stimme sagt \"Gehe niemals in den Wald\" oder so ähnlich! Mit entsprechender Gräusch- und Musikkulisse wird neben diesen wenigen Bildern direkt der Eintrug vermittelt, es handelt sich um einen Horrorfilm der höchsten Güte. Um es schon einmal vorweg zu nehmen, es ist eigentlich kein Horrorfilm, aber warum das so ist, könnt ihr im folgenden lesen:

Infos:
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The Village - Das Dorf
D-Start: 9.9 2004
FSK: ab 12
Darsteller: Joaquin Phoenix, Sigourney Wever, William Hurt, Bryce Dallas Howard

Story:
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Die Geschichte spielt sich 1897 in Pennsylvania
ab. Das kleine Dorf Convingtons liegt beinahe vollständig isoliert vom Rest der Außenwelt. Nur ein Wald trennt die Bewohner der friedlichen Idylle von der nächsten Stadt. Doch laut vieler Legenden existieren dort Wesen die Böses in sich tragen und von allen nur \"die unaussprechlichen\" genannt werden.
Daher ist es niemanden erlaubt das Dorf zu verlassen.
Dennoch stellt ein junger furchtloser Mann namens Lucius Hunt (gespielt von Joaquin Phoenix) häufig den Antrag den Wald durchqueren zu dürfen um dem geistig behinderten Percy zu helfen mit Medizin aus der Stadt. Sein Antrag wird allerdings ständig zurückgewiesen vom Ältestenrat, in dem auch Bürgermeister Edward Walker (William Hurt) ist.

Dessen blinde Tochter Ivy (Bryce Dallas Howard) ist an Lucius interresiert und auch er erwidert seine Gefühle, kurz nach einem Angriff auf das Dorf von den \"Unaussprechlichen\". Allerdings empfindet auch der geistig zurückgebliebene Percy mehr für Ivy und so sticht er mit einem spitzen Gegenstand mehrmals auf Lucius ein.
Schnell wird klar, dass Lucius nur überleben kann, wenn jemand Medizin aus der Stadt holt.
Ivy ist für ihre große Liebe bereit ihr Leben aufs Spiel zu setzen und den Wald trotz ihres Sehdefizits zu durchqueren.

|||ACHTUNG AB HIER KOMMT DIE AUFLÖSUNG||||
Nachdem Ivy ihrem Vater den Beschluß mitteilt, weißt der sie in ein Geheimnis ein. \"Die Unaussprechlichen\" sind nur eine Erfindung des ältesten Rates um zu verhindern, dass irgendjemand in die Stadt reist.
Seine begründete Angst liegt darin, dass die Leute in der Stadt nur aus niederen Motiven handeln, wie etwa aus Habgier und Neid.
Jeder der im ältesten Rat ist, hat zuvor in der Stadt gelebt und dort einen oder mehrere geliebte Menschen durch Verbrechen verloren.
Daher hat der ältesten Rat diese friedliche Idylle weit weg von der Gewalt der Stadt geschaffen.

Während Ivy den Wald durchquert öffnen einige der ältesten Bewohner eine Truhe, welche eigentlich verschloßen bleiben solte. Darin enthalten sind Zeitungsausschnitte, welche über die Schicksalsschläge der Ältesten aus der Stadt
berichten. Außerdem erfährt der Zuschauer, dass Ivy`s Vater ursprünglich Proffessor an einer Uni war im Bereich Historik.

Nachdem Ivy der Wegbeschreibung durch den Wald des Vaters gefolgt ist, trifft sie auf einen Ranger. Ganz recht ein Range, welcher darüber hinaus auch noch mit einem Geländefahrzeug ausgestattet ist.
Der Ranger hilft Ivy und besorgt ihr die Medikamente in der Stadtion. Aus dem darauffolgenden Gespräch mit dem Chef des Rangers, wird klar dass der Wald und alles was dahinter ist, schon seit einiger Zeit abgeriegelt ist und niemand Zugang dort hat.

Selbst den Zuschauer, welche bei der Szene mit der Truhe noch nicht gemerkt haben, dass man sich in einer ganz anderen Zeit als zu erst angenommen befindet, dürften spätestens jetzt erkannt haben, dass man sich ungefähr in unserer Zeit mit dieser Geschichte befindet. Wahrscheinlich befinden wir uns sogar sehr genau in unserer Zeit, da ein paar Meldungen in der Rangerstation in den Nachrichten über den Irakkrieg darauf schließen lassen.


Charaktere:
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Alles in allem kann man sich über die Darsteller nicht beklagen. Einen konkreten Hauptdarsteller gibt es nicht, da mehrere Personen hier enorm wichtig sind. Wenn es denn doch eine geben sollte, so würde ich sagen, ist das die Ivy, da sie die Handlung am meisten vorran treibt.
Die Schauspieler sind gut gewählt und passen in die Rollen dieser vorgetäuschten Welt.

Lucius:
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Zu Begin der Geschichte ist scheint es als sei die wichtigste Person Lucius, der furchtlos den Kreaturen entegegensieht und sogar ohne Hemmungen den Wald betritt. Auf der anderen Seite ist er aber ein Mensch voller Geheimnisse, so scheint es zunächst dem Zuschauer. Er spricht nicht viel und in einer Erklärung vor Ivy, spricht er nur dann wenn er es wirklich muss und macht sich nicht so sehr über die Folgen Gedanken als über die Gegenwart.
Dennoch bringt er es Zustande Ivy seine wahren Gefühle zu offenbaren und ist somit ganz klar ein Sympathisant der Zuschauer.
Er scheint eine Art Held zu sein, der aber nicht aus oberflächlichen Gesichtspunkten eine Frau liebt (nicht zu vergessen, Ivy ist immerhin blind) sondern aus inneren Beweggründen. Das zeigt das der Charakter des Lucius sehr rein und ehrlich mit allem und sich selber ist.
Diese Charakterzüge und die Darstellung solch eines Menschen werden von Joaquin Phoenix gekonnt in Szene gesetzt.
Demnach kommt die Figur des Lucius sehr glaubwürdig rüber, nicht auch zu letzt durch die trockene selbstverständliche Art wie er mit allem merkwürdigen Ereignissen in seinem Dorf umgeht.

Ivy:
++
Sie ist im Grunde die Schlüßelfigur des Films. Ivy ist zwar seit ihrer Kindheit blind, kann aber ,so sagt sie es zumindest, die Aura in bestimmten Farben eines Menschens sehen. Somit sieht sie vielmehr als manch andere Menschen.
Auch wenn sie mit ihrem Stock sehr hilflos erscheint, ist sie während der ganze Geschichte nicht auf Hilfe von anderen angewiesen.
Daher sieht der Zuschauer sieh als starke Persönlichkeit, die selbst in einer aussichtlosen Situation, wie die der Lebensgefahr Lucius` , nicht so einfach aufgibt.
Eigentlich drehen sich alle Menschen im Dorf um sie. Ihre Schwester ist diejenige, die eigentlich Lucius heirraten sollte. Und Percy empfindet mehr für sie, kann es aber nicht zuletzt durch seine Behinderung nur schwer ausdrücken, außer in Form einer Verzweiflungstat.
Somit ist sie die Figur die im Mittelpunkt steht und von der alles abzuhängen scheint.
Auch hier kann man mit der unbekannten Bryce Dallas Howard sehr zufrieden sein. Sie kann sich in die Rolle der blinden und doch starken Ivy optimal hineinversetzen, so dass auch dieser Charakter dem Zuschauer glaubhaft erscheint.

Die Beschreibung der anderen Charakter spar ich mir, da diese zwar auch wichtig sind, aber es sich bei den obigen beiden um zweifelsfrei die wichtigsten Personen in der Geschichte handelt.

Meine Meinung:
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Um es einmal direkt vorweg zu nehmen, dieser Film ist keinesfalls ein Horror-Thriller. Ebenso ist er weit davon entfernt einer zu sein.
Leider wird dies sehr schnell klar, da die \"Unaussprechlichen\" so selten vorkommen, dass sie nicht mehr im Mittelpunkt der Handlung stehen. Im Mittelpunkt der Handlung steht eindeutig die Liebe zwischen Lucius und Ivy und die Gemeinschaft im Dorf.
Wenigstens könnte man an der Stelle ein paar Schockmomente erwarten, aber davon ebenfalls keine Spur. Der Film ist keineswegs einer dieser Filme, von deren man Angst hat sie abends alleine zu gucken.
Spannung und Aufregung kommt hier nur selten zum Zug. Das heisst man hat mit der Werbung und der Promotion ein ganz anderes Zielpublikum in die Kinos gelockt. Leute die auf Horror stehen, sind in jedem Fall enttäuscht. Ob es die Absicht war, Leute die auf brutale oder schockende Mitternachtsaction stehen mal ein wenig zum Nachdenken anzuregen? Wohl kaum, denke ich. Es wurden einfach nur ein paar der wenigen gruselwirkenden Szenen herrausgeschnitten ein wenig schauderhafte Musik untermalt und das ganze auf so wenig sekunden reduziert, dass man sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte worum es in dem Film geht.
Aber spätestens seit der Mumie oder The Ring weiss man, dass es sich lohnt solche Werbungen ernst zu nehmen. Auch wenn es sich bei diesen beiden Filmen um untersichtliche Filme im Bereich des Horrorgenres handelt, so haben sie eins gemeinsam. Sie versprachen dem Zuschauer durch diese kurzen Werbespots einen spannenden Film und den bekamen die Zuschauer auch.
Anders bei \"The Village\". Hier werden die Erwartungen uneimlich hochgesteckt und dann wird der Fand des Horrorfilms aufs bitterste enttäuscht.

Aber genug von der negativen Kritik, man muss den Film auch von einer anderen Seite aus sehen. Man begint nach diesem Film einmal wirklich nachzudeken. Ist unsere Welt wirklich so schlimm? Sind wir alle geizig und gierig? Kommt es uns wirklich auf die inneren Werte an?
Der Film zeigt 2 wesentliche Gesichtspunkt in denen er unsere Gesellschaft kritisch ins Fadenkreuz nimmt.
Zum einen ist das der Aspekt der wahren Liebe. Gibts es die wahre Liebe noch oder kommt es einem nur noch aufs Aussehen und anderen Oberflächlichkeiten an.
Viel wichtiger ist aber der Punkt, in dem es um Gier und Macht geht. Ivy`s Vater wendet in einer der Szenen einen passende Geschichte an, in der er von Ivy`s Großvater erzählt. Diesre war sehr begabt als Geschäftsmann und konnte wirklich das große Geld machen. Wenig später wurde aufgrund seines Geldes überfallen.
Eine andere Frau erzählt von der Geschichte wie ihre Schwester, welche unheimlich hübsch war, von einer Horde Männer vergewaltigt und getötet wurde.
Man wird hier also mit dem Elend das hier und da und vor allem nicht zu knapp in unserem mordernen Zivilisation herscht konfrontiert. Moderne Zivilisation ist deshalb so wichtig zu erwähnen, weil man zu Begin des Films von einer ganz anderen Zeit und Lebensweise ausgeht. Es erinnert ein wenig an die AmishLeute, welche ebenfalls abseits von der übrigen bösen Welt leben und doch sehr gut ohne diese moderen Welt auskommen.
Zudem erfährt man, dass Ivy`s Vater Historiker war und sich daher wohl die beste Zeit für ein funktionierende Miteinander ausgesucht hat, da er zusammen mit ein paar anderen aus der Stadt diese Welt erschaffen hat.
Doch damit diese Welt funktioniert musste man die friedlichen Leute mehr oder weniger durch Angst und Schrecken von Fabelwesen ausgehend, dazu zwingen im Dorf zu bleiben.
Aber kann es der Sinn sein, eine friedliche Welt auf Kosten von Angst und Verzweiflung zu schaffen.
Am Ende der Geschichte sind die Zweifel der Ältestens zum Glück nicht bestätigt worden, da die Welt weiterhin unberührt von der Außenwelt bleibt. Dennoch ist klar, dass die Menschen nicht ewig in einer Lüge leben können, da nur die Ältesten von dieser Lüge wissen und auch diese einmal sterben werden. Doch damit vorrerst diese Lüge bestehend bleibt, wird ganz bewußt Ivy in die moderene Welt geschickt, da sie schließlich nichts sehen kann und nur vom Vater darum gebeten wird nicht zu verraten, wo sie her kommt. So merkt sie und kein anderer was von der komplett falschen Zeit in der sie angeblich leben.

Welche Welt jetzt wirklich perfekt ist, weiss wohl keiner und vermutlich gibt es keine perfekte Welt. Aber wenn die Welt perfekt wäre, wäre sie eintönig. Dennoch sollten Menschen wirklich weniger auf den eigenen Vorteil bedacht sein und mehr in einem Miteinader schwälgen. Das soll vermutlich auch die Botschaft des Films an den Zuschauer sein.

Schade von der filmtechnischen Seite her finde ich allerdings, dass die Illusion die der Film dem Zuschauer vermittelt zu schnell gebrochen wird. Gegen Mitte des Films wird schon verraten, dass die Kreaturen ein Schwindel sind. Ich finde man hätte alle Ereignisse zum Schluß wie ein Gewitter auf den Zuschauer niederprasseln lassen sollen. Dadurch hätte der FIlm viel mehr Reiz und weniger große Enttäuschungen mitsich geführt.
Dennoch ist der Film anspruchsvoll, was man nicht erwartet hätte, so dass man nicht völlig enttäuscht aus dem Kino spaziert.

Fazit:
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Nichts ist wie es scheint, das macht der Film nicht nur mit der Verfehlung des Genres deutlich sondern auch mit dem anspruchsvollen Inhalt der versucht wird zu übermitteln. Mehr oder weniger überraschend geht der Film zu Ende und vor allem regt gerade dieses Ende zum Nachdenken an. Enttäuschte Gesichter von Seiten der Horrorfans dürfte man in den nächsten Wochen im Kino öfter beobachten. Dennoch ist meiner Meinung nach schon benannten Gründen der Film empfehlenswert und durchaus einen Kinobesuch wert.
Ich hoffe ich konnte euch helfen,

bis dann zeru2002

Dieser Bericht wurde für CIAO und YOPI verfasst.

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • kleinvolli

    13.10.2004, 18:22 Uhr von kleinvolli
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht. Toll