Theater Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Charley
Die Gorillas sind los oder Kreuzberger Nächte sind lang
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wie in jedem Jahr kommt das bittere Ende dieses selben. Da steht man dann als Single vor der alljährlichen Frage, wo und wie verbringe ich den Jahreswechsel. Mehrere Male habe ich mit vielen Freunden und Bekannten im Musiksaal unserer Schule gefeiert. Das war immer recht unterhaltsam und vor allem preiswert, da wir die gesamte Ausstattung selbst organisiert haben und somit für einen Preis von 80,- DM einschließlich aller Getränke, dem Essen, Musik Raumausstattung und anschließender Reinigung alles abgegolten war. Alle Kinder der Gäste bis 14 Jahren bezahlten gar nichts und dennoch blieb immer eine ansehnliche Summe übrig, die wir dann für einen wohltätigen Zweck innerhalb unserer Gemeinde gespendet haben.
Zu diesem Jahreswechsel musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Da kam ein guter Bekannter, manche von Euch werden ihn auch kennen, auf die Idee: wir gehen ins Theater. Nach einigem Suchen fand er im Internet unter der Adresse
www.die-gorillas.de
ein Angebot für Silvester.
-Eine Theateraufführung: zwischen Himmel und Hölle
-Ein kaltes Büffet
-Ein Glas Sekt zum anstoßen
-Tanz ins neue Jahr
das alles zum Preis von 45,- €.
Also erst einmal eine e-Mail an die angegebene Adresse abschicken und drei Karten bestellen. Die Antwort kam prompt: bitte überweisen Sie den Betrag auf das angegebene Konto und die Karten werden am 31.12. um 20:00 Uhr an der Kasse hinterlegt.
Gesagt getan, wir haben das Geld überwiesen und hatten nach drei Tagen die schriftliche Bestätigung, dass das Geld eingegangen ist und die Karten hinterlegt werden.
Jetzt aber zum Theater selber. Es handelt sich um ein sogenanntes Impro-Theater.
Das heißt, dass die Schauspieler das Stück nach einem vorgegebenen Rahmen auf Zurufe aus dem Publikum improvisieren. Das ist recht interessant, da ja die Akteure im Vorfeld nicht wissen, was auf sie zukommt. Wenn dann bei einer Darstellung, bei der ein Frisörlehrling dargestellt werden soll plötzlich sich ein Zuschauer sich auf den Stuhl setzt, dann muss dieser nicht vorgesehene Einfall erst einmal verdaut werden. Das merkt man den Akteuren auch an aber es ist faszinierend, wie sie mit diesen Dingen umgehen und denn Zuschauer sofort in ihr Spiel mit einbeziehen.
Aber nicht nur schauspielerisch sondern auch gesanglich wurden erstaunliche Leistungen geboten. Wenn ihnen vielleicht die Melodien noch bekannt gewesen sein mögen, so mussten die entsprechenden Texte spontan erfunden werden. Auch die Rhythmik war ihnen im Vorfeld nicht bekannt, wenn beispielsweise von den Zuschauern auf Zuruf ein Rock’n Roll und anschließend zur selben Melodie eine Interpretation aus dem Mittelalter verlangt wurden.
Alle diese Hürden wurden einzigartig gemeistert und unter brausendem Beifall und fröhlichem Gelächter verging die Zeit bis zum Jahreswechsel dann wie im Fluge.
Während schon in der Pause das Büffet aufgebaut wurde, konnte man sich dann am Ende der Vorstellung auf selbiges stürzen. Es war sehr gut und reichhaltig und es war so viel vorhanden, dass sich wirklich jeder satt essen konnte. Die Messer des Bestecks waren ausnahmsweise mal richtig scharf, was ich dann mit einem kräftigen Schnitt in den Finger konstatieren musste. Aber die liebenswürdigen Damen an der Bar waren auch sanitär, oder heißt das nun sanitätlich oder irgendwie anders, ausgerichtet, das heißt, ich habe ein großes Pflaster bekommen und der Schaden war behoben.
Um Mitternacht stand dann für jeden Gast, es waren übrigens etwa hundert Gäste, ein Glas Sekt bereit um auf das neue Jahr anzustoßen. Anschließend wurde auf der Straße noch ein imposantes Feuerwerk abgebrannt, welches auch noch im Preis enthalten war und dann ging’s auf zum Tanz. Die Tanzfläche war die Bühne und da tanzten dann alle, also Gäste wie auch Darsteller vergnügt ins Jahr 2003.
Wie komme ich denn nun auf die Überschrift?
Die Gorillas treten im Ratibor-Theater in Kreuzberg auf. Das Theater befindet sich in einem alten Fabrikgebäude im Hinterhof in der Cuvrystraße. Es hat im Gegensatz zur gewohnten Einrichtung die Bühne an der tiefsten Stelle des Raumes, so dass alle Zuschauer von oben auf das Geschehen blicken können.
Für mich war das eine sehr erlebnisreiche Silvesternacht. Das letzte Abenteuer dieser Nacht war die Rückfahrt. Da ich das Auto an diesem Abend in der Garage gelassen habe, musste ich die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Das war eigentlich kein großes Problem, denn S- und U-Bahn fuhren in Berlin die ganze Nacht in kurzen Abständen. Aber ich wohne ja auf dem Dorf und die letzte Straßenbahn dahin fährt gegen 1:00 Uhr morgens und dann erst wieder etwa um 5. der Bus von Erkner verkehrt während der Nachtstunden auch nicht, also ein riesiges Geschäft für die sonst so gebeutelten Taxiunternehmen.
Denkste!
Erste Taxe: will jemand nach Grünheide? Nein – dann tschüß.
Nächste Taxe (nach etwa 15 min.) nimmt Fahrgäste auf, die etwa 50 m vor dem Taxistand stehen. Dann nach weiteren 15 min, die Außentemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt –10°C, eine Taxe ohne Licht, also schon besetzt oder bestellt. Aber niemand da und Taxe leer, also fragen und wir haben Glück, er fährt uns.
Leider ist die Fahrt so kurz, dass man sich im Auto nicht mehr erwärmen kann aber zu Hause im Bett dann um so besser. Und damit wünsche ich der geneigten Leserschar ein gesundes und friedliches Jahr 2003, Euer Charley
Zu diesem Jahreswechsel musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Da kam ein guter Bekannter, manche von Euch werden ihn auch kennen, auf die Idee: wir gehen ins Theater. Nach einigem Suchen fand er im Internet unter der Adresse
www.die-gorillas.de
ein Angebot für Silvester.
-Eine Theateraufführung: zwischen Himmel und Hölle
-Ein kaltes Büffet
-Ein Glas Sekt zum anstoßen
-Tanz ins neue Jahr
das alles zum Preis von 45,- €.
Also erst einmal eine e-Mail an die angegebene Adresse abschicken und drei Karten bestellen. Die Antwort kam prompt: bitte überweisen Sie den Betrag auf das angegebene Konto und die Karten werden am 31.12. um 20:00 Uhr an der Kasse hinterlegt.
Gesagt getan, wir haben das Geld überwiesen und hatten nach drei Tagen die schriftliche Bestätigung, dass das Geld eingegangen ist und die Karten hinterlegt werden.
Jetzt aber zum Theater selber. Es handelt sich um ein sogenanntes Impro-Theater.
Das heißt, dass die Schauspieler das Stück nach einem vorgegebenen Rahmen auf Zurufe aus dem Publikum improvisieren. Das ist recht interessant, da ja die Akteure im Vorfeld nicht wissen, was auf sie zukommt. Wenn dann bei einer Darstellung, bei der ein Frisörlehrling dargestellt werden soll plötzlich sich ein Zuschauer sich auf den Stuhl setzt, dann muss dieser nicht vorgesehene Einfall erst einmal verdaut werden. Das merkt man den Akteuren auch an aber es ist faszinierend, wie sie mit diesen Dingen umgehen und denn Zuschauer sofort in ihr Spiel mit einbeziehen.
Aber nicht nur schauspielerisch sondern auch gesanglich wurden erstaunliche Leistungen geboten. Wenn ihnen vielleicht die Melodien noch bekannt gewesen sein mögen, so mussten die entsprechenden Texte spontan erfunden werden. Auch die Rhythmik war ihnen im Vorfeld nicht bekannt, wenn beispielsweise von den Zuschauern auf Zuruf ein Rock’n Roll und anschließend zur selben Melodie eine Interpretation aus dem Mittelalter verlangt wurden.
Alle diese Hürden wurden einzigartig gemeistert und unter brausendem Beifall und fröhlichem Gelächter verging die Zeit bis zum Jahreswechsel dann wie im Fluge.
Während schon in der Pause das Büffet aufgebaut wurde, konnte man sich dann am Ende der Vorstellung auf selbiges stürzen. Es war sehr gut und reichhaltig und es war so viel vorhanden, dass sich wirklich jeder satt essen konnte. Die Messer des Bestecks waren ausnahmsweise mal richtig scharf, was ich dann mit einem kräftigen Schnitt in den Finger konstatieren musste. Aber die liebenswürdigen Damen an der Bar waren auch sanitär, oder heißt das nun sanitätlich oder irgendwie anders, ausgerichtet, das heißt, ich habe ein großes Pflaster bekommen und der Schaden war behoben.
Um Mitternacht stand dann für jeden Gast, es waren übrigens etwa hundert Gäste, ein Glas Sekt bereit um auf das neue Jahr anzustoßen. Anschließend wurde auf der Straße noch ein imposantes Feuerwerk abgebrannt, welches auch noch im Preis enthalten war und dann ging’s auf zum Tanz. Die Tanzfläche war die Bühne und da tanzten dann alle, also Gäste wie auch Darsteller vergnügt ins Jahr 2003.
Wie komme ich denn nun auf die Überschrift?
Die Gorillas treten im Ratibor-Theater in Kreuzberg auf. Das Theater befindet sich in einem alten Fabrikgebäude im Hinterhof in der Cuvrystraße. Es hat im Gegensatz zur gewohnten Einrichtung die Bühne an der tiefsten Stelle des Raumes, so dass alle Zuschauer von oben auf das Geschehen blicken können.
Für mich war das eine sehr erlebnisreiche Silvesternacht. Das letzte Abenteuer dieser Nacht war die Rückfahrt. Da ich das Auto an diesem Abend in der Garage gelassen habe, musste ich die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Das war eigentlich kein großes Problem, denn S- und U-Bahn fuhren in Berlin die ganze Nacht in kurzen Abständen. Aber ich wohne ja auf dem Dorf und die letzte Straßenbahn dahin fährt gegen 1:00 Uhr morgens und dann erst wieder etwa um 5. der Bus von Erkner verkehrt während der Nachtstunden auch nicht, also ein riesiges Geschäft für die sonst so gebeutelten Taxiunternehmen.
Denkste!
Erste Taxe: will jemand nach Grünheide? Nein – dann tschüß.
Nächste Taxe (nach etwa 15 min.) nimmt Fahrgäste auf, die etwa 50 m vor dem Taxistand stehen. Dann nach weiteren 15 min, die Außentemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt –10°C, eine Taxe ohne Licht, also schon besetzt oder bestellt. Aber niemand da und Taxe leer, also fragen und wir haben Glück, er fährt uns.
Leider ist die Fahrt so kurz, dass man sich im Auto nicht mehr erwärmen kann aber zu Hause im Bett dann um so besser. Und damit wünsche ich der geneigten Leserschar ein gesundes und friedliches Jahr 2003, Euer Charley
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