Theater Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von starfax
Schauspielhaus Bochum - der Kulturtempel
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Schauspielhaus...ja, wie oft war ich da jetzt schon drin, ich kann es eigentlich gar nicht mehr zählen. Aber ich will mal erzählen, was mir dabei so in den Sinn kommt.
Also!
DAS GROßE HAUS
Schon von außen wirkt es sehr wuchtig - imposant, eben ein bißchen wie ein Musentempel, mit seinen Fahnen und großen Plakaten der aktuell gespielten Stücke.
Durch den Haupteingang kommt man in das Foyer, wo sich die beiden Kassenfenster befinden. Geht man weiter, kommt der mit rotem Teppichboden ausgelegte Vorraum. Hier hält man sich vor und nach den Vorstellungen und in den Pausen auf. Auf einigen Sesseln kann man Platz nehmen oder am Getränkestand Erfrischungen kaufen. Von hier aus führen verschiedene Eingänge in den großen Saal.
Der Ort, wo die aufwändigsten Stücke gespielt werden.
DIE KAMMERSPIELE
Geht man rechts am Haupteingang vorbei und weiter an der Königsallee entlang zum rückwärtigen Teil des Gebäudes,
erreicht man am Ende den Anbau der Kammerspiele. Das Foyer, das man schon von außen durch große Glasfenster einsehen kann,
nennt sich nun SPEISEKAMMER - aus gutem Grund: Hier befindet sich nun ein Restaurant, das sich relativ vornehm gibt. Die Speisen sind auch recht gut, aber nicht gerade preiswert.
In diesem Teil ist auch die Kasse der Kammerspiele und wenn man dann noch durch zwei weitere Durchlässe geht, erreicht man schon die Eingänge zu den Kammerspielen, die soooo kammerartig gar nicht sind, denn, obwohl kleiner als das große Haus, sind Bühne und Zuschauerraum immer noch ziemlich groß.
DAS TUT (Theater unter Tage)
Früher auch als ZadEck bekannt, ist über einen kleinen Seiteneingang, zwischen Haupteingang und Kammerspielen, erreichbar.
Hier werden, in einem Raum für ca. 100 - 200 Leute, die kleineren oder experimentellen Stücke gebracht. Manchmal etwas trashig, aber auch manche echte Sück - Perle kann hier zu Tage gefördert werden.
EVES BAR
Zunächst Neue Heimat benannt, aber recht kühl im sixties-look eingerichtet, ist die jetzige Eves Bar, die ich nicht wirklich gut kenne, Hort von Ereignissen, die sich MusicLounge nennen. Dann legen DJs auf, aber in dem wirklich sehr kleinen Raum ist das dann entstehende Gedränge nicht sehr angenehm.
Soviel also zu den Örtlichkeiten. Nun noch etwas zu dem
ENSEMBLE
Und damit zu den eigentlich wichtigen Dingen:
Bereits unter dem vorigen Intendanten Leander Haußmann, dessen letztes halbes Jahr ich noch erleben durfte, hatte Bochum ein starkes Ensemble.
Der neue, Matthias Hartmann, hat fast das gesamte Ensemble ausgetauscht, stark verjüngt und viele Stars nach Bochum geholt.
Um nur einige Namen zu nennen:
Armin Rohde, Tobias Moretti, Alexander May, Tana Schanzara (schon lange ein Star im Pott), Otto Sander - vor kurzem geisterte auch die Nachricht durch die Zeitungen, daß Harald Schmitt in einer \"Warten auf Godot\" - Inszenierung mitwirken solle...da darf man wohl wirklich gespannt sein.
Tatsache ist, Hartmann macht wieder richtiges \"Star-Theater\" - Gefahr ist allerdings, daß dabei die Qualität der Inszenierungen sinkt, weil alles auf die Prominenz zugeschnitten wird.
Das restliche Ensemble ist meiner Meinung durchaus in der Lage, mit den großen Namen mitzuhalten, ob sie es weiterhin dürfen, wird sich noch erweisen.
Kommen wir jetzt zum wirklich Wesentlichen:
DAS PROGRAMM
Und da hat sich Hartmann wirklich vieles vorgenommen und tatsächlich auch sehr viel eingehalten!
Das Bochumer Programm zeigt sich sehr vielfältig und abwechslungsreich. Neuinszenierungen und Uraufführungen in beinahe rekordverdächtiger Zahl.
Der \"Kuß des Vergessens\" beispielsweise mit Otto Sander und Anne Tismer ist bereits eine auswärtige Inszenierung, die Hartmann nach Bochum gebracht hat.
Die Uraufführung \"Der Narr und seine Frau heute abend in Pancomedia\", ein Massenstück, in dem quasi das komplette Ensemble auf der Bühne stand, hat Bochum bundesweit wieder ins Rampenlicht gerückt.
Letzte Woche kam mit der Premiere von \"Richard III.\" mit Armin Rohde in der Titelrolle der nächste Paukenschlag.
Aber es gibt noch mehr zu sehen - und fast immer ist es ein Event:
Klassiker wie \"Tod eines Handlungsreisenden\",
unbekanntere Stücke wie Bruckners \"Früchte des Nichts\", moderne Stücke wie \"Made in China\" und - meine beiden besonderen Favoriten, \"Triumph der Liebe\" von Marivaux (wunderschöne, fast traumhafte Bilder) und \"Joseph und Maria\" (ungeheuer anrührendes Alters - Weihnachtsstück mit Alexander May und Tana Schanzara)....
also da ist wirklich für jeden was dabei, egal welchen Alters.
Puuuh.
Soviel nun zum Schauspielhaus Bochum, ich hoffe, ich konnte euch einen ungefähren Einblick geben.
Mal reinschauen kostet zwar was - ist ein bißchen teurer als Kino, aber teilweise auch ein echtes Erlebnis!
UPDATE 14.05.2002:
Inzwischen scheint Matthias Hartmann die gesammelte Film - und Bühnenprominenz zu versammeln. Nach Harald Schmitt in der gefeierten \"Warten auf Godot\"- Inszenierung ist nun Joachim Krol (bekannt aus \"Der bewegte Mann\") Star in \"Haus und Garten\", einem Stück von Alan Ayckbourn mit einer Besonderheit:
Das Stück spielt an zwei Schauplätzen gleichzeitig (eben Haus und Garten) und auf zwei Bühnen parallel, das bedeutet, die Schauspieler, die \"Haus\" (Kammerspiele) verlassen, hetzen quer durch die Gänge des Schauspielhauses, um in den \"Garten\" zu kommen, der im Großen Haus gespielt wird.
Das Publikum kann beide Stücke nacheinander genießen, denn sis werden jedes Mal zweimal aufgeführt.
Besonders toll übrigens Johanna Gastdorf als betrogene Ehefrau...wie aber auch das ganze Ensemble kolossal ist.
Derzeit werden sonst noch eine tolle \"Harold und Maude\" - Inszenierung, \"Der Cid\", \"Don Carlos\" und andere Stücke gespielt.
Seit Anfang Juli sind Spielzeitferien - im September gehts wieder weiter.
Also!
DAS GROßE HAUS
Schon von außen wirkt es sehr wuchtig - imposant, eben ein bißchen wie ein Musentempel, mit seinen Fahnen und großen Plakaten der aktuell gespielten Stücke.
Durch den Haupteingang kommt man in das Foyer, wo sich die beiden Kassenfenster befinden. Geht man weiter, kommt der mit rotem Teppichboden ausgelegte Vorraum. Hier hält man sich vor und nach den Vorstellungen und in den Pausen auf. Auf einigen Sesseln kann man Platz nehmen oder am Getränkestand Erfrischungen kaufen. Von hier aus führen verschiedene Eingänge in den großen Saal.
Der Ort, wo die aufwändigsten Stücke gespielt werden.
DIE KAMMERSPIELE
Geht man rechts am Haupteingang vorbei und weiter an der Königsallee entlang zum rückwärtigen Teil des Gebäudes,
erreicht man am Ende den Anbau der Kammerspiele. Das Foyer, das man schon von außen durch große Glasfenster einsehen kann,
nennt sich nun SPEISEKAMMER - aus gutem Grund: Hier befindet sich nun ein Restaurant, das sich relativ vornehm gibt. Die Speisen sind auch recht gut, aber nicht gerade preiswert.
In diesem Teil ist auch die Kasse der Kammerspiele und wenn man dann noch durch zwei weitere Durchlässe geht, erreicht man schon die Eingänge zu den Kammerspielen, die soooo kammerartig gar nicht sind, denn, obwohl kleiner als das große Haus, sind Bühne und Zuschauerraum immer noch ziemlich groß.
DAS TUT (Theater unter Tage)
Früher auch als ZadEck bekannt, ist über einen kleinen Seiteneingang, zwischen Haupteingang und Kammerspielen, erreichbar.
Hier werden, in einem Raum für ca. 100 - 200 Leute, die kleineren oder experimentellen Stücke gebracht. Manchmal etwas trashig, aber auch manche echte Sück - Perle kann hier zu Tage gefördert werden.
EVES BAR
Zunächst Neue Heimat benannt, aber recht kühl im sixties-look eingerichtet, ist die jetzige Eves Bar, die ich nicht wirklich gut kenne, Hort von Ereignissen, die sich MusicLounge nennen. Dann legen DJs auf, aber in dem wirklich sehr kleinen Raum ist das dann entstehende Gedränge nicht sehr angenehm.
Soviel also zu den Örtlichkeiten. Nun noch etwas zu dem
ENSEMBLE
Und damit zu den eigentlich wichtigen Dingen:
Bereits unter dem vorigen Intendanten Leander Haußmann, dessen letztes halbes Jahr ich noch erleben durfte, hatte Bochum ein starkes Ensemble.
Der neue, Matthias Hartmann, hat fast das gesamte Ensemble ausgetauscht, stark verjüngt und viele Stars nach Bochum geholt.
Um nur einige Namen zu nennen:
Armin Rohde, Tobias Moretti, Alexander May, Tana Schanzara (schon lange ein Star im Pott), Otto Sander - vor kurzem geisterte auch die Nachricht durch die Zeitungen, daß Harald Schmitt in einer \"Warten auf Godot\" - Inszenierung mitwirken solle...da darf man wohl wirklich gespannt sein.
Tatsache ist, Hartmann macht wieder richtiges \"Star-Theater\" - Gefahr ist allerdings, daß dabei die Qualität der Inszenierungen sinkt, weil alles auf die Prominenz zugeschnitten wird.
Das restliche Ensemble ist meiner Meinung durchaus in der Lage, mit den großen Namen mitzuhalten, ob sie es weiterhin dürfen, wird sich noch erweisen.
Kommen wir jetzt zum wirklich Wesentlichen:
DAS PROGRAMM
Und da hat sich Hartmann wirklich vieles vorgenommen und tatsächlich auch sehr viel eingehalten!
Das Bochumer Programm zeigt sich sehr vielfältig und abwechslungsreich. Neuinszenierungen und Uraufführungen in beinahe rekordverdächtiger Zahl.
Der \"Kuß des Vergessens\" beispielsweise mit Otto Sander und Anne Tismer ist bereits eine auswärtige Inszenierung, die Hartmann nach Bochum gebracht hat.
Die Uraufführung \"Der Narr und seine Frau heute abend in Pancomedia\", ein Massenstück, in dem quasi das komplette Ensemble auf der Bühne stand, hat Bochum bundesweit wieder ins Rampenlicht gerückt.
Letzte Woche kam mit der Premiere von \"Richard III.\" mit Armin Rohde in der Titelrolle der nächste Paukenschlag.
Aber es gibt noch mehr zu sehen - und fast immer ist es ein Event:
Klassiker wie \"Tod eines Handlungsreisenden\",
unbekanntere Stücke wie Bruckners \"Früchte des Nichts\", moderne Stücke wie \"Made in China\" und - meine beiden besonderen Favoriten, \"Triumph der Liebe\" von Marivaux (wunderschöne, fast traumhafte Bilder) und \"Joseph und Maria\" (ungeheuer anrührendes Alters - Weihnachtsstück mit Alexander May und Tana Schanzara)....
also da ist wirklich für jeden was dabei, egal welchen Alters.
Puuuh.
Soviel nun zum Schauspielhaus Bochum, ich hoffe, ich konnte euch einen ungefähren Einblick geben.
Mal reinschauen kostet zwar was - ist ein bißchen teurer als Kino, aber teilweise auch ein echtes Erlebnis!
UPDATE 14.05.2002:
Inzwischen scheint Matthias Hartmann die gesammelte Film - und Bühnenprominenz zu versammeln. Nach Harald Schmitt in der gefeierten \"Warten auf Godot\"- Inszenierung ist nun Joachim Krol (bekannt aus \"Der bewegte Mann\") Star in \"Haus und Garten\", einem Stück von Alan Ayckbourn mit einer Besonderheit:
Das Stück spielt an zwei Schauplätzen gleichzeitig (eben Haus und Garten) und auf zwei Bühnen parallel, das bedeutet, die Schauspieler, die \"Haus\" (Kammerspiele) verlassen, hetzen quer durch die Gänge des Schauspielhauses, um in den \"Garten\" zu kommen, der im Großen Haus gespielt wird.
Das Publikum kann beide Stücke nacheinander genießen, denn sis werden jedes Mal zweimal aufgeführt.
Besonders toll übrigens Johanna Gastdorf als betrogene Ehefrau...wie aber auch das ganze Ensemble kolossal ist.
Derzeit werden sonst noch eine tolle \"Harold und Maude\" - Inszenierung, \"Der Cid\", \"Don Carlos\" und andere Stücke gespielt.
Seit Anfang Juli sind Spielzeitferien - im September gehts wieder weiter.
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