Thema Depression Allgemein Depression Testbericht

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Erfahrungsbericht von sunshine_31701

Depressionen sind kein Zuckerschlecken!!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich habe mich heute endlich dazu entschlossen, einen Bericht über Depressionen zu schreiben. Bitte habt dafür Verständns, wenn dieser ein wenig durcheinander geschrieben ist, denn es ist das erste mal, daß ich ausführlich darüber berichte.

Alles fing vor ca. 2 Jahren an. Mein damaliger Freund hat sich von mir getrennt. Irgendwie blöd, aber ich wollte einfach nicht mehr leben. Ich habe versucht, mich mit Tabletten umzubringen. Später war ich dann doch froh, daß ich noch lebe. Immerhin ist das Leben ja doch ganz schön. Ich hatte zu der Zeit sehr viele Freunde und richtig viel Spaß. Vielleicht war auch das der Grund, warum ich alleine nach Malta geflogen bin. Denn dem ersten Selbstmordversuch folgte auch ganz schnell ein zweiter. Aber das Leben macht ja Spaß.

Zufällig bin ich dann im Internet auf die Seite www.netdoktor.de gestoßen. Dort konnte man einen Test machen, ob man unter Depressionen leidet. Man musste Fragen beantworten, ob man mit sich selber zufrieden ist und ob man schon mal an Selbstmord gedacht hat. Als Ergebnis kamen bei mir leichte Depressionen heraus. Ha, hab ich mir gedacht, ich und Depressionen.

Schien aber wohl was dran gewesen zu sein, denn ich habe gemerkt, daß ich plötzlich alleine war. Meine sogenannten Freunde waren keine. Ich hatte niemanden, mit dem ich über meine Probleme reden konnte. Und als ich dann eine Woche im Krankenhaus lag, war auch keiner da.

Nun von da an habe ich mir geschworen, daß mein Leben besser wird. Ich hatte Zeit für mich. Bis ich dann meinen neuen Freund kennengelernt habe.

Ich habe mit ihm viel über mich gesprochen, auch darüber, daß ich 2 mal versucht habe, mir das Leben zu nehmen. Ob er Verständnis hatte, habe ich nie herausbekommen.

Jetzt aber zu den eigentlichen Depressionen:
Alles fing erst richtig damit an, als ich meinen neuen Freund kennengelernt hatte. Ich habe bemerkt, daß er eigentlich ein schönes Leben hat. Er hat eine wunderbare Familie und tolle Freunde. Das ist alles, was ich mir immer gewünscht habe. Nur leider fing er an, ständig von seiner Ex-Freundin zu erzählen. Ich habe versucht, so zu sein, wie sie und mich in etwas hineingesteigert.

Plötzlich war ich der Meinung, ich wäre zu dick und müsste abnehmen. Habe ich auch getan. Heute würde ich sagen, ich war der Magersucht ganz nah. Oder ist es normal, daß man innerhalb von 2 Monaten fast 13 Kilo abnimmt? Ich habe einfach nichts mehr gegessen. Das hatte zur Folge, daß ich mich \"einsperrte\" ich mochte einfach niemanden mehr sehen, aus Angst, daß man behauptet ich wäre fett. Weggegangen bin auch nicht mehr. vielleicht muß man woanders ja was essen. Ich habe mich abgeschottet.

Bei jedem kleinsten Tiefschlag habe ich versucht, mich umzubringen. Mal mit Tabletten, dann hab ich gemerkt, daß das eh nichts bringt, also habe ich mir die Arme aufgeschnitten. Mein damaliger Freund konnte sich das nicht mehr mitansehen. Er war hilflos und hat sich von mir getrennt. Dann irgendwann kam der Zeitpunkt, daß er wegziehen mußte, weil er in einer anderen Stadt einen Job bekommen hat. Da hab ich gemerkt, daß ich professionelle Hilfe benötige.

Ich habe vorher mit niemandem über meine Probleme gesprochen. Erst recht nicht mit meinen Eltern. Denn zu Hause habe ich damals die Hölle erlebt, ganz schlimm war es bei meiner \"Diät\". Ich konnte es niemandem recht machen.

Ich habe eine total nette Ärztin aufgesucht. Die wollte mich sofort in eine Klinik schicken. Da war ich strikt gegen. Denn ich wusste nicht, was mich dort und besonders nach meiner Heilung erwartet. Würde ich überhaupt geheilt werden???? Ich habe sie dann dazu überreden können, daß ich erst einmal zu Hause ausziehe und meine Ausbildung verlänger. Ich hatte nämlich in 2 Wochen meine Abschluusprüfung und war mir 100 %ig sicher, daß ich diese nicht schaffen und somit auch nicht überleben würde. Der Druck zu Hause war nämlich sehr stark.

Also habe ich mir eine Wohnung gesucht und bin ausgezogen. Mein Leben hat sich Schlag auf Schlag verändert. Ich habe wieder zugenommen und Spaß gehabt. Mit der Zeit wurde das Verhältnis zu meinen Eltern auch wieder besser. Ich habe auch einen neuen Freund, mit dem ich sehr glücklich bin. Richtig glücklich mit meinem Leben bin ich jedoch noch nicht, aber ich arbeite daran. Die Therapiestunden bei meiner Ärztin helfen mir dabei.

Ich möchte hiermit allen raten, den es ähnlich ergeht, den Kummer nicht für sich zu behalten und möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen. Denn Depressionen sind keine Grippe und dauern ziemlich lange. Sie verschwinden nicht von heute auf morgen.

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • diewicca

    27.08.2002, 20:40 Uhr von diewicca
    Bewertung: sehr hilfreich

    man muss auf jeden Fall Hilfe suchen, allein schafft man es kaum.... spreche auch aus Erfahrung