Theme Hospital (Management PC Spiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Magistix
Hilfe – mein Arzt sagt, ich habe Knackbacken!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich bin todkrank. Erst dachten alle, ich würde unter Aufgeblasenheit leiden. Dann kam das böse Fernsehfieber und ich lag brach. Ich wurde ins „Theme Hospital“ eingeliefert und dort kam dann die erschütternde Diagnose: Knackbacken! Erschütternd, wo doch das „Theme Hospital“ nicht über die Geräte und Methoden zur Heilung dieser Krankheit kennt – es gibt Heilungschancen, doch nicht hier, nicht heute.
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.:| Theme Hospital – das total verrückte Krankenhaus|:.
Natürlich ist die obige Szene frei erfunden, doch könnte sie sich so oder so ähnlich in besagtem Theme Hospital (TH) durchaus zugetragen haben. Denn in diesem Krankenhaus ist einfach nichts so, wie es sein sollte. Ärzte machen Mittagspause, während ihre Patienten im Behandlungsraum versterben, Patienten urinieren aufgrund fehlender sanitärer Anlagen in ihrer näheren Umgebung einfach in die Blumenkübel und wem schlecht ist, dem darf man es hier auch nicht verübeln, wenn er seine Innereien neben dem Getränkeautomat hinterlässt.
Theme Park stammt aus dem Jahre 1997 und war damals der „Aufbau-Strategie-Wrtschaftssimulations-Nachfolger“ von Theme Park, bei dem man Achterbahnen und einen ganzen Freizeitpark gestalten und betreiben musste. Der Schauplatz wurde verlegt und fortan tummelten sich anstelle von spaßsüchtigen Teenies, kuriose Patienten durch das Aufbauland. Dieses wurde von draußen nach drinnen verlagert – grüne Krankenhauskacheln, statt liebevoller Blumenbeeten und atemberaubender Loopings – und das Personal aufgestockt.
Denn anders als bei einem Freizeitpark ist der Betrieb eines Krankenhauses kein lustiges Geschäft – so zumindest der landläufige Gedanke an die „Sterbehäuser“ unserer modernen und fortschrittsgewandten Gesellschaft. Zumindest ist der Alltag in TH ein Anderer: Die Krankheiten sind zwar auch bedrohlich und mitunter akut, doch sind sie nicht der Realität nachempfunden. Patienten sterben nicht an Krebs, sondern „Aufgedunsenheit“ oder oben angesprochenen „Knackbacken“.
Doch so schlimm muss es denn dann gar nicht kommen. Wie in jedem anständigen Krankenhaus, gibt es denn dann auch hier Behandlungsmöglichkeiten und (hoffentlich) kompetente Fachärzte. Diese sind die wahren Götter in weiß und sie schrecken auch vor überaus unkonventionellen Behandlungsmethoden nicht zurück. Wie anders soll man denn auch einen fetten Menschen, der unter Aufgedunsenheit leidet, heilen, als ihn mittels Massagemaschine im Handumdrehen schlank zu rubbeln?!
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.:| Theme Hospital – oder doch ein ganz normales Krankenhaus? |:.
En Glück, dass bei all dem Durcheinander und den bahnbrechenden Behandlungsmethoden dann doch eine durchaus selbstständige und durchdachte Wirtschaftssimulation entstanden ist. Ohne besonderen Wert auf Realitätsnähe oder originäre Umsetzung des tatsächlichen Treibens in einem Krankenhaus bietet sich nämlich dem Spieler neben dem skuril-komischen Kommen und Gehen der Patienten eine knallharte wirtschaftliche Herausforderung.
In verschiedenen Missionen mit unterschiedlichem und sich steigerndem Schwierigkeitsgrad sind denn auch immer neue Herausforderungen zu meistern. Im Vordergrund steht dabei ein guter Ruf des Krankenhaus sowie die erfolgreiche Behandlung möglichst vieler Patienten. Doch was tun, damit es zur Steigerung der Beliebtheit kommen kann und auch sie als Manager davon Profit haben?
Nun, am Anfang des Spieles steht man vor einem leeren Gebäude. Mit einer angemessenen Menge Geld beginnt man dann schnell, erste Räume einzuziehen. Wichtig sind hierbei neben dem sogenannten Diagnoseraum vor Allem auch ein allgemeinmedizinischer Behandlungsraum - die Diagnose allein heilt eben nicht – und Ruhezonen für die Ärzte. Bei dem munteren Treiben und den doch eher psychisch labilen Patienten kann es sonst leicht passieren, dass die behandelnden Mediziner einem Schock unterliegen und arbeitsunfähig werden.
Weiter geht’s dann mit den angesprochenen Toiletten und natürlich einem Empfang in der Nähe der Pforte. Wer ausreichend große Räume mit Fenstern anlegt, darf sich natürlich über höhere Kosten nicht wundern, erntet aber Dank bei zufriedeneren Patienten und somit auch einem besseren Ruf. Weiterhin sollte man auf eine nicht allzu weite Entfernung zwischen Diagnose- und Behandlungszimmer achten und wie gesagt – eher zu viele als zu wenig Toiletten einplanen.
Sind die Räume einmal errichtet, geht’s an die Innenausstattung. In den Gängen müssen Stühle und Automaten für Wartezonen postiert werden. Blumen hier und da sorgen für ein freundlicheres Aussehen und stimmen die miesgelaunten und meist arg verzweifelten Patienten ein wenig freundlicher. Auch hier gilt: Je mehr Platz, Licht und Ausstattung, desto zufriedener die Patienten.
Doch aufgepasst – kein Nobelhospiz der Welt kann es sich von Anfang an leisten auf solche Dinge acht zu geben. Insbesondere die Behandlungsmaschinerien sind alles andere als preiswert und Investitionen rentieren sich erst mit der Zeit. So muss man sich also das vorhandene Geld gut einteilen und eher tiefstapeln. Eine Spezialrichtung in der Behandlung (zum Beispiel ein Behandlungszimmer für Aufgedunsenheit, um bei diesem Beispiel zu bleiben) mit einem gut ausgebildeten Arzt sowie einem ausgestatteten Behandlungsraum sind da schon Gold wert.
Zwar steht man in ständiger Konkurrenz zu zwei weiteren Krankenhäusern, doch werden sich Deine Spezialisierung und die gute Behandlung schnell herumsprechen. Jede erfolgreiche Behandlung wirft einen nicht unbeachtlichen Profit ab, mit dem das Personal bezahlt und das Krankenhaus verbessert werden muss.
Spaßig wird denn dann auch die Personalsuche. Ich stelle immer gleich gute Doktoren und einige qualifizierte Handlanger (nennen sich Handwerker) sowie Krankenschwestern ein. Denn die Konkurrenz schläft nicht und schnappt ebenfalls mit Schnelle die guten Leute vom Markt. Nachschub kommt danach eher schleppend und so muss man sich dann leider mit Schlafmützen (die zu spät zur Arbeit kommen) oder Faulpelzen (schlafen während der Dienstzeit und machen überlange Pausen) herumschlagen.
Interessant sind neben der Fachrichtung der Ärzte (nicht jeder Arzt kann jede Krankheit heilen. Gerade bei schwierigeren Fällen wird man also Fachpersonal einstellen) vor Allem die Handwerker. Ihnen kann man gewisse Tätigkeiten zuweisen – Blumen gießen (verwelken sonst und wirken auf die Wartenden kontraproduktiv), Maschinen warten (fallen sonst auseinander oder explodiere) und das äußerst beliebte „Kotze wegwischen“ alias Flure reinigen.
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.:| Theme Hospital – Spiel und Spaß: Zwei Dinge in Einem! |:.
Wer dann die baulichen und personellen Erstaktivitäten hinter sich bebracht hat, darf sich dennoch nicht auf die faule Haut legen. Ist das Krankenhaus erst einmal eröffnet, so kommen denn auch die Patienten und man staunt nicht schlecht. Denn den Spieler erwartet eine überaus liebevolle Animation und eine nicht unkomische Szenerie.
Die Zeichentrickfiguren sind schon von außen klar zu benennen und erkennen. Ihre Krankheiten sind offensichtlich. Aufgedunsene taumeln durch die Gänge, Fernsehkranke haben einen eckigen Kopf. Auch Plattfüße sind an ihrem merkbaren Kennzeichen (platter Fuß!) deutlich auszumachen. Sie alle strömen zum Empfang, dann zur Wartezone und irgendwann einmal zur Behandlung.
Allein das Zuschauen macht in dieser Phase enormen Spaß. Die lustigen Gesellen verdutzen den Spieler schon und die witzigen Namen der Krankheiten, Geräten und Behandlungsmethoden unterhält doch eine ganze Weile. Durch die „Vogelperspektive“ von schräg oben erkennt man die Räume und die Menschen sehr gut und das Steuern mit Maus und Tastatur (direkte Tastenkombinationen für das Springen zu speziellen Räumen) geschieht schon ohne Eingewöhnung. Das oben angebrachte Menü ist gut aufgebaut und die einzelnen Optionen klar erkennbar (sprechende Symbole wie bei Programmbildern bei Windows // beispielsweise das W bei Word als Zeichen).
Was, wer und wie gerade tut ist außerdem auch immer im Blick. In Gedankenblasen sind die Aktionen der Besucher, Patienten und auch des Personals klar erkennbar. Missstände wie unsaubere Gänge oder Hunger und Durst werden direkt zu der jeweilig betroffenen Person angezeigt.
Und dann geht das Spektakel erst richtig los. Die Patienten kotzen auf den Gang, müssen alle unbedingt gleichzeitig aufs Klo und haben natürlich auch alle zur selben Zeit die selbe Krankheit, die nur ein ganz bestimmter Arzt heilen kann. So ein Zufall aber auch, dass dieser dann gerade Pause macht. Manchmal könnte man eben wirklich meinen, ein Krankenhaus ohne Patienten sei der eigentliche Spaß.
Das Gewusel kennt keine Grenzen und ob blumengießende Handlanger, grantige Schwestern, charmante Empfangsladies oder Doc’s in Weißkitteln – sie bemühen sich redlich den tumben Besuchern zu zeigen, wo’s langgeht. Ein Glück, denn Patienten sind, wie gesagt, zickige Personen, die mitunter auch der Doofheit verfallen.
Untermalt wird das Geschehen im Schlaraffenland für Kassenpatienten und Placebo-Junkies dann mit kecken Lautsprecherbotschaften wie: „Wir bitten Sie, nicht auf den Fluren zu sterben“ oder auch einem flotten Spruch zu den Elvis-gleichen Patienten: „Verrückte Patienten werden gebeten, sich ruhig zu verhalten".
Wem das noch nicht reicht, dem sind denn dann die abstrusen Krankheiten und nicht minder einfallsreichen Behandlungen gerade richtig: Außer dem unterhaltsamen Aussehen der Patienten sind auch die Heilungen spektakulär. Ein aufgeblasener Patient läuft mit kürbisgroßem Kopf rum, der in der sogenannten Entlüftungsabteilung zum Platzen gebracht und dann neu aufgepumpt wird. Kommt der Doc mit der Nadel zu spät, taucht auf dem Nichts der Sensenmann auf und rafft den armen Sim-Patienten sofort weg - in ein höllisch glühendes Loch im Boden. Besseren Menschen steht natürlich der angenehmere Weg in den Himmel bevor und sie entschweben engelsgleich nach oben, mit Flügelchen und allem drum und dran.
Insgesamt sollte man sich also nicht an den mitunter bestialischen Methoden stören (mir gefällt die Behandlung der „Spitzen Zunge“ mit der "Spitzzungenreibe" besonders gut) und ruhig einmal herzlich lachen. Denn ohne Spaß, geht’s im Spiel nicht von der Stelle. Selbst Galgenhumor ist manchmal nötig, wenn zum Beispiel nach einer Brech--Orgie auf dem Flur die Handlanger mit dem Putzen nicht mehr hinterher kommen, just in diesem Moment ein VIP eintritt, um das Krankenhaus zu besichtigen und er ob der Bescherung aller Öffentlichkeit vom Krankenhaus abrät. Der Ruf ist dahin, auch wenn man sämtliche Handlanger mit "Kotzbrockenwegräumen" beschäftigt hat und als Dankesschön die Behandlungsgeräte explodieren. ______________________________________________________
.:| Fazit des total normalen „Theme Hospitals“ |:.
“Theme Hospital“ ist trotz des Alters ein richtig gutes Spiel. Das Spielen macht gerade nach längeren Pausen immer wieder Spaß, was zum Einen an der bis ins Detail liebevoll und fehlerfrei entworfen Animation liegt, zum Anderen aber auch an der gekonnten Ausarbeitung des Manager-Parts. Die einzelnen Tätigkeiten sind trotz aller Routine immer wieder mit Aha-Effekten kombiniert – neue Krankheiten und innovative Methoden (entwickelt durch eine Forschungsabteilung) wollen erforscht und im Krankenhaus verwirklicht werden.
Die kontinuierliche Steigerung in den Missionen und die (wenigen) Überraschungen halten die Spielspannung dann auch auf einem hohen Niveau. Wer ausreichend Geld gescheffelt, einen guten Ruf erarbeitet und die Patienten geheilt hat, kommt ins nächste Level – ausgestattet mit mehr Geld und einem größeren Startgebäude. Später kommen „Notfälle“ als Aufgaben hinzu - mehrere Patienten mit der gleichen Krankheit sollen in einer kurzen Zeit geheilt werden (gibt finanziellen Bonus, sonst Rufschädigung), grassieren Epidemien und brechen Viren aus.
Das ich trotz all des Spaßes nicht fünf Sterne vergebe hängt denn dann auch nur an einer Sache: Es gibt letztlich eine Masche, mit der man stets vorankommt. Gute Ärzte, qualifizierte Krankenschwestern und jede Menge Handwerker, die möglichst zuerst die Sauberkeit gewährleisten sowie einen guten Forschungsraum, machen einen erfolgreichen Spielablauf vorhersehbar.
Gerade die „schwierigeren“ Fälle, werfen eine Menge Geld ab und ermöglichen den immer weiteren und besseren Ausbau und auch die „Renovierung“ von ungünstigen Wartezonen, die man zu Beginn des Spiels angelegt hatte. Was aber auffällt ist dann die geringe Vielfalt der Krankheiten, Methoden und Objekt, die man verbauen kann. Die Programmierer haben nämlich bei der Ausstattung ordentlich gespart. Neue Objekte aus dem Internet (auch des Alters wegen) Fehlanzeige. Ein Editor um eigene Grundrisse zu erstellen wird ebenso vermisst, wie ein „Endlosspiel“. Der einzige Weg führt also von Level zu Level und ist man einmal fertig, so beginnt man eben wieder von vorn.
Fasst man diese Punkte zusammen, zeigt sich „Theme Hospital“ als durchaus auch heute noch amüsantes und gutes Spiel. Die anfängliche Unterhaltung, der Detailreichtum und nicht zuletzt die Akustik lassen eine Menge Spaß aufkommen. Auf Lange Dauer aber fehlen der gelungenen "Götter in Weiß"-Satire die spielerischen, motivierenden Elemente.
Leider ist das ab einem Pentium-Pc (133 Mhz, 8MB RAM, 4-fach CD-ROM Laufwerk, DirectX, Sound- und Grafikkarten, 25 MB Festplattenplatz, Win 95 [auch auf Win2000 lauffähig]) lauffähige Spiel nicht mehr ohne Weiteres zu erhalten. In Spielesammlungen, Auktionen (als Gebrauchtware) und einigen, wenigen Restposten in den Läden, kann man Theme Hospital noch kaufen. Der Preis liegt dann allerdings sehr niedrig, nämlich zwischen 2 und 10 Euro.
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.:| Theme Hospital – das total verrückte Krankenhaus|:.
Natürlich ist die obige Szene frei erfunden, doch könnte sie sich so oder so ähnlich in besagtem Theme Hospital (TH) durchaus zugetragen haben. Denn in diesem Krankenhaus ist einfach nichts so, wie es sein sollte. Ärzte machen Mittagspause, während ihre Patienten im Behandlungsraum versterben, Patienten urinieren aufgrund fehlender sanitärer Anlagen in ihrer näheren Umgebung einfach in die Blumenkübel und wem schlecht ist, dem darf man es hier auch nicht verübeln, wenn er seine Innereien neben dem Getränkeautomat hinterlässt.
Theme Park stammt aus dem Jahre 1997 und war damals der „Aufbau-Strategie-Wrtschaftssimulations-Nachfolger“ von Theme Park, bei dem man Achterbahnen und einen ganzen Freizeitpark gestalten und betreiben musste. Der Schauplatz wurde verlegt und fortan tummelten sich anstelle von spaßsüchtigen Teenies, kuriose Patienten durch das Aufbauland. Dieses wurde von draußen nach drinnen verlagert – grüne Krankenhauskacheln, statt liebevoller Blumenbeeten und atemberaubender Loopings – und das Personal aufgestockt.
Denn anders als bei einem Freizeitpark ist der Betrieb eines Krankenhauses kein lustiges Geschäft – so zumindest der landläufige Gedanke an die „Sterbehäuser“ unserer modernen und fortschrittsgewandten Gesellschaft. Zumindest ist der Alltag in TH ein Anderer: Die Krankheiten sind zwar auch bedrohlich und mitunter akut, doch sind sie nicht der Realität nachempfunden. Patienten sterben nicht an Krebs, sondern „Aufgedunsenheit“ oder oben angesprochenen „Knackbacken“.
Doch so schlimm muss es denn dann gar nicht kommen. Wie in jedem anständigen Krankenhaus, gibt es denn dann auch hier Behandlungsmöglichkeiten und (hoffentlich) kompetente Fachärzte. Diese sind die wahren Götter in weiß und sie schrecken auch vor überaus unkonventionellen Behandlungsmethoden nicht zurück. Wie anders soll man denn auch einen fetten Menschen, der unter Aufgedunsenheit leidet, heilen, als ihn mittels Massagemaschine im Handumdrehen schlank zu rubbeln?!
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.:| Theme Hospital – oder doch ein ganz normales Krankenhaus? |:.
En Glück, dass bei all dem Durcheinander und den bahnbrechenden Behandlungsmethoden dann doch eine durchaus selbstständige und durchdachte Wirtschaftssimulation entstanden ist. Ohne besonderen Wert auf Realitätsnähe oder originäre Umsetzung des tatsächlichen Treibens in einem Krankenhaus bietet sich nämlich dem Spieler neben dem skuril-komischen Kommen und Gehen der Patienten eine knallharte wirtschaftliche Herausforderung.
In verschiedenen Missionen mit unterschiedlichem und sich steigerndem Schwierigkeitsgrad sind denn auch immer neue Herausforderungen zu meistern. Im Vordergrund steht dabei ein guter Ruf des Krankenhaus sowie die erfolgreiche Behandlung möglichst vieler Patienten. Doch was tun, damit es zur Steigerung der Beliebtheit kommen kann und auch sie als Manager davon Profit haben?
Nun, am Anfang des Spieles steht man vor einem leeren Gebäude. Mit einer angemessenen Menge Geld beginnt man dann schnell, erste Räume einzuziehen. Wichtig sind hierbei neben dem sogenannten Diagnoseraum vor Allem auch ein allgemeinmedizinischer Behandlungsraum - die Diagnose allein heilt eben nicht – und Ruhezonen für die Ärzte. Bei dem munteren Treiben und den doch eher psychisch labilen Patienten kann es sonst leicht passieren, dass die behandelnden Mediziner einem Schock unterliegen und arbeitsunfähig werden.
Weiter geht’s dann mit den angesprochenen Toiletten und natürlich einem Empfang in der Nähe der Pforte. Wer ausreichend große Räume mit Fenstern anlegt, darf sich natürlich über höhere Kosten nicht wundern, erntet aber Dank bei zufriedeneren Patienten und somit auch einem besseren Ruf. Weiterhin sollte man auf eine nicht allzu weite Entfernung zwischen Diagnose- und Behandlungszimmer achten und wie gesagt – eher zu viele als zu wenig Toiletten einplanen.
Sind die Räume einmal errichtet, geht’s an die Innenausstattung. In den Gängen müssen Stühle und Automaten für Wartezonen postiert werden. Blumen hier und da sorgen für ein freundlicheres Aussehen und stimmen die miesgelaunten und meist arg verzweifelten Patienten ein wenig freundlicher. Auch hier gilt: Je mehr Platz, Licht und Ausstattung, desto zufriedener die Patienten.
Doch aufgepasst – kein Nobelhospiz der Welt kann es sich von Anfang an leisten auf solche Dinge acht zu geben. Insbesondere die Behandlungsmaschinerien sind alles andere als preiswert und Investitionen rentieren sich erst mit der Zeit. So muss man sich also das vorhandene Geld gut einteilen und eher tiefstapeln. Eine Spezialrichtung in der Behandlung (zum Beispiel ein Behandlungszimmer für Aufgedunsenheit, um bei diesem Beispiel zu bleiben) mit einem gut ausgebildeten Arzt sowie einem ausgestatteten Behandlungsraum sind da schon Gold wert.
Zwar steht man in ständiger Konkurrenz zu zwei weiteren Krankenhäusern, doch werden sich Deine Spezialisierung und die gute Behandlung schnell herumsprechen. Jede erfolgreiche Behandlung wirft einen nicht unbeachtlichen Profit ab, mit dem das Personal bezahlt und das Krankenhaus verbessert werden muss.
Spaßig wird denn dann auch die Personalsuche. Ich stelle immer gleich gute Doktoren und einige qualifizierte Handlanger (nennen sich Handwerker) sowie Krankenschwestern ein. Denn die Konkurrenz schläft nicht und schnappt ebenfalls mit Schnelle die guten Leute vom Markt. Nachschub kommt danach eher schleppend und so muss man sich dann leider mit Schlafmützen (die zu spät zur Arbeit kommen) oder Faulpelzen (schlafen während der Dienstzeit und machen überlange Pausen) herumschlagen.
Interessant sind neben der Fachrichtung der Ärzte (nicht jeder Arzt kann jede Krankheit heilen. Gerade bei schwierigeren Fällen wird man also Fachpersonal einstellen) vor Allem die Handwerker. Ihnen kann man gewisse Tätigkeiten zuweisen – Blumen gießen (verwelken sonst und wirken auf die Wartenden kontraproduktiv), Maschinen warten (fallen sonst auseinander oder explodiere) und das äußerst beliebte „Kotze wegwischen“ alias Flure reinigen.
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.:| Theme Hospital – Spiel und Spaß: Zwei Dinge in Einem! |:.
Wer dann die baulichen und personellen Erstaktivitäten hinter sich bebracht hat, darf sich dennoch nicht auf die faule Haut legen. Ist das Krankenhaus erst einmal eröffnet, so kommen denn auch die Patienten und man staunt nicht schlecht. Denn den Spieler erwartet eine überaus liebevolle Animation und eine nicht unkomische Szenerie.
Die Zeichentrickfiguren sind schon von außen klar zu benennen und erkennen. Ihre Krankheiten sind offensichtlich. Aufgedunsene taumeln durch die Gänge, Fernsehkranke haben einen eckigen Kopf. Auch Plattfüße sind an ihrem merkbaren Kennzeichen (platter Fuß!) deutlich auszumachen. Sie alle strömen zum Empfang, dann zur Wartezone und irgendwann einmal zur Behandlung.
Allein das Zuschauen macht in dieser Phase enormen Spaß. Die lustigen Gesellen verdutzen den Spieler schon und die witzigen Namen der Krankheiten, Geräten und Behandlungsmethoden unterhält doch eine ganze Weile. Durch die „Vogelperspektive“ von schräg oben erkennt man die Räume und die Menschen sehr gut und das Steuern mit Maus und Tastatur (direkte Tastenkombinationen für das Springen zu speziellen Räumen) geschieht schon ohne Eingewöhnung. Das oben angebrachte Menü ist gut aufgebaut und die einzelnen Optionen klar erkennbar (sprechende Symbole wie bei Programmbildern bei Windows // beispielsweise das W bei Word als Zeichen).
Was, wer und wie gerade tut ist außerdem auch immer im Blick. In Gedankenblasen sind die Aktionen der Besucher, Patienten und auch des Personals klar erkennbar. Missstände wie unsaubere Gänge oder Hunger und Durst werden direkt zu der jeweilig betroffenen Person angezeigt.
Und dann geht das Spektakel erst richtig los. Die Patienten kotzen auf den Gang, müssen alle unbedingt gleichzeitig aufs Klo und haben natürlich auch alle zur selben Zeit die selbe Krankheit, die nur ein ganz bestimmter Arzt heilen kann. So ein Zufall aber auch, dass dieser dann gerade Pause macht. Manchmal könnte man eben wirklich meinen, ein Krankenhaus ohne Patienten sei der eigentliche Spaß.
Das Gewusel kennt keine Grenzen und ob blumengießende Handlanger, grantige Schwestern, charmante Empfangsladies oder Doc’s in Weißkitteln – sie bemühen sich redlich den tumben Besuchern zu zeigen, wo’s langgeht. Ein Glück, denn Patienten sind, wie gesagt, zickige Personen, die mitunter auch der Doofheit verfallen.
Untermalt wird das Geschehen im Schlaraffenland für Kassenpatienten und Placebo-Junkies dann mit kecken Lautsprecherbotschaften wie: „Wir bitten Sie, nicht auf den Fluren zu sterben“ oder auch einem flotten Spruch zu den Elvis-gleichen Patienten: „Verrückte Patienten werden gebeten, sich ruhig zu verhalten".
Wem das noch nicht reicht, dem sind denn dann die abstrusen Krankheiten und nicht minder einfallsreichen Behandlungen gerade richtig: Außer dem unterhaltsamen Aussehen der Patienten sind auch die Heilungen spektakulär. Ein aufgeblasener Patient läuft mit kürbisgroßem Kopf rum, der in der sogenannten Entlüftungsabteilung zum Platzen gebracht und dann neu aufgepumpt wird. Kommt der Doc mit der Nadel zu spät, taucht auf dem Nichts der Sensenmann auf und rafft den armen Sim-Patienten sofort weg - in ein höllisch glühendes Loch im Boden. Besseren Menschen steht natürlich der angenehmere Weg in den Himmel bevor und sie entschweben engelsgleich nach oben, mit Flügelchen und allem drum und dran.
Insgesamt sollte man sich also nicht an den mitunter bestialischen Methoden stören (mir gefällt die Behandlung der „Spitzen Zunge“ mit der "Spitzzungenreibe" besonders gut) und ruhig einmal herzlich lachen. Denn ohne Spaß, geht’s im Spiel nicht von der Stelle. Selbst Galgenhumor ist manchmal nötig, wenn zum Beispiel nach einer Brech--Orgie auf dem Flur die Handlanger mit dem Putzen nicht mehr hinterher kommen, just in diesem Moment ein VIP eintritt, um das Krankenhaus zu besichtigen und er ob der Bescherung aller Öffentlichkeit vom Krankenhaus abrät. Der Ruf ist dahin, auch wenn man sämtliche Handlanger mit "Kotzbrockenwegräumen" beschäftigt hat und als Dankesschön die Behandlungsgeräte explodieren. ______________________________________________________
.:| Fazit des total normalen „Theme Hospitals“ |:.
“Theme Hospital“ ist trotz des Alters ein richtig gutes Spiel. Das Spielen macht gerade nach längeren Pausen immer wieder Spaß, was zum Einen an der bis ins Detail liebevoll und fehlerfrei entworfen Animation liegt, zum Anderen aber auch an der gekonnten Ausarbeitung des Manager-Parts. Die einzelnen Tätigkeiten sind trotz aller Routine immer wieder mit Aha-Effekten kombiniert – neue Krankheiten und innovative Methoden (entwickelt durch eine Forschungsabteilung) wollen erforscht und im Krankenhaus verwirklicht werden.
Die kontinuierliche Steigerung in den Missionen und die (wenigen) Überraschungen halten die Spielspannung dann auch auf einem hohen Niveau. Wer ausreichend Geld gescheffelt, einen guten Ruf erarbeitet und die Patienten geheilt hat, kommt ins nächste Level – ausgestattet mit mehr Geld und einem größeren Startgebäude. Später kommen „Notfälle“ als Aufgaben hinzu - mehrere Patienten mit der gleichen Krankheit sollen in einer kurzen Zeit geheilt werden (gibt finanziellen Bonus, sonst Rufschädigung), grassieren Epidemien und brechen Viren aus.
Das ich trotz all des Spaßes nicht fünf Sterne vergebe hängt denn dann auch nur an einer Sache: Es gibt letztlich eine Masche, mit der man stets vorankommt. Gute Ärzte, qualifizierte Krankenschwestern und jede Menge Handwerker, die möglichst zuerst die Sauberkeit gewährleisten sowie einen guten Forschungsraum, machen einen erfolgreichen Spielablauf vorhersehbar.
Gerade die „schwierigeren“ Fälle, werfen eine Menge Geld ab und ermöglichen den immer weiteren und besseren Ausbau und auch die „Renovierung“ von ungünstigen Wartezonen, die man zu Beginn des Spiels angelegt hatte. Was aber auffällt ist dann die geringe Vielfalt der Krankheiten, Methoden und Objekt, die man verbauen kann. Die Programmierer haben nämlich bei der Ausstattung ordentlich gespart. Neue Objekte aus dem Internet (auch des Alters wegen) Fehlanzeige. Ein Editor um eigene Grundrisse zu erstellen wird ebenso vermisst, wie ein „Endlosspiel“. Der einzige Weg führt also von Level zu Level und ist man einmal fertig, so beginnt man eben wieder von vorn.
Fasst man diese Punkte zusammen, zeigt sich „Theme Hospital“ als durchaus auch heute noch amüsantes und gutes Spiel. Die anfängliche Unterhaltung, der Detailreichtum und nicht zuletzt die Akustik lassen eine Menge Spaß aufkommen. Auf Lange Dauer aber fehlen der gelungenen "Götter in Weiß"-Satire die spielerischen, motivierenden Elemente.
Leider ist das ab einem Pentium-Pc (133 Mhz, 8MB RAM, 4-fach CD-ROM Laufwerk, DirectX, Sound- und Grafikkarten, 25 MB Festplattenplatz, Win 95 [auch auf Win2000 lauffähig]) lauffähige Spiel nicht mehr ohne Weiteres zu erhalten. In Spielesammlungen, Auktionen (als Gebrauchtware) und einigen, wenigen Restposten in den Läden, kann man Theme Hospital noch kaufen. Der Preis liegt dann allerdings sehr niedrig, nämlich zwischen 2 und 10 Euro.
15 Bewertungen, 4 Kommentare
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11.02.2007, 17:40 Uhr von kleine_fee
Bewertung: sehr hilfreichtop bericht, ich liebe dieses spiel
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26.03.2003, 19:09 Uhr von Knolle5
Bewertung: sehr hilfreichIch hab das Spiel auch und bin begeistert. Allerdings muss ich mich immer sehr zurückhalten, da es passieren kann, daß ich locker 2 Stunden dransitze.
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16.03.2002, 01:40 Uhr von seehuhn
Bewertung: sehr hilfreichIch liebe dieses Spiel. Ich glaub ich muss es mal wieder raussuchen und spielen. Es ist einfach total cool.
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19.02.2002, 12:27 Uhr von herzens_licht
Bewertung: sehr hilfreichHier liesst man sich also auch *smile* Liebe Grüsse :o)
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