Tierschutz Testbericht

ab 11,00
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2003

Erfahrungsbericht von dreamweb

Überraschender Besuch im Westerwald

Pro:

Papageien sehen schön aus

Kontra:

Niemand weiss genau, wie sich das auf die Umwelt auswirkt

Empfehlung:

Nein

Im Westerwald sieht man schon viele Vögel in freier Natur. Der Lebensraum besteht aus Wäldern, vielen Feldern, Wiesen und auch noch einigen buschreichen Gegenden. Aber hier war ich vor drei Wochen bei einem Besuch meiner Eltern doch überrascht.

Ich sass gemütlich in einem Stuhl auf der Terasse meiner Eltern in der Mittagssonne, als plötzlich dieser Vogel hier auf einem Ast unseres Apfelbaumes ganz in der Terasse landete. Obwohl ich gegen die Sonne schauen musste, erkannte ich das Tier doch direkt. Denn ziemlich untypisch für einen deutschen Vogel ist ein Rosenköpfchen doch. Aber ich hatte mich nicht versehen, griff schnell zu meiner Kamera und schoss ein Beweisfoto.

Jetzt etwas zu diesen Vögeln:

Rosenköpfchen gehören zu den Papageienvögeln und stammen ursprünglich aus Südwestafrika. Sie leben dort in Regionen bis zu 1.600 Meter über dem Meer im Umfeld von Wasserstellen.

Männchen und das Weibchen weisen die gleiche Färbung auf. Die Stirn und der Vorderkopf sind rot gefärbt. Die Kehle , das Kinn und die Wangen haben eine hellrote Farbe. Die Handschwingen sind schwarz und am Rand gelb gesäumt. Die Mitte der unteren Schwanzfedern ist schwarz. Der Rand des Flügelbugs ist gelb der Unterrücken, das Bürzelgefieder und die Oberschwanzdecken sind blau. Der Rest ist grün in unterschiedlichen Schattierungen. Der Schnabel ist hornfarbig mit einer braunschwarzen Spitze. Die Körperlänge beträgt zwischen 17 und 18 cm. Rosenköpfchen existieren mittlerweile als Farbmutationen in vielen Farben. Die Vögel lassen sich leicht züchten. Lateinisch heissen die Rosenköpfchen Agapornis roseicollis, sie sind auch als Unzertrenntliche bei uns bekannt.

Aber was macht wohl ein Rosenköpfchen im Westerwald und wie sind seine Überlebenschancen?

Sehr hoch rechnete ich sie mir nicht aus. Wir wollten eigentlich den Vogel anlocken und dann erst mal in unseren nach Mickys Tod verweisten Wellensittichkäfig stecken. Aber der kleine Papagei hatte andere Pläne und flog ein paar Minuten nach seinem Auftauchen auch wieder weg.

Kurz darauf unterhielt sich meine Mutter mit einer Nachbarin. Und diese sagte, seit geraumer Zeit fliege ein Päärchen dieser Vögel in der Gegend herum. Dazu muss ich anmerken, dass es im Westerwald auch zu dieser Zeit in der Nacht noch zu Minustemperaturen kam. Also habe ich ein wenig im Internet nachgesucht. Dort steht, dass die Vögel im Winter in einer Gartenvoliere überleben können, sofern man ihnen auch einen frostfreien Raum zur Verfügung steht. Ich frage mich allerdings wie man in einer Gartenvoliere einen frostfreien Raum zur Verfügung stellen kann. Aber die Vögel scheinen wohl selbst einen Platz gefunden zu haben, an dem sie (zumindestens für einige Zeit) überleben können und konnten.

Ich bin mal gespannt, ob ich wieder von unserem Besucher höre oder ihn vielleicht sogar noch einmal zu Gesicht bekomme. Und was ihr dazu sagt. Ich war auf alle Fälle sehr erstaunt. Von zwei Papageiarten (Großpapageien) habe ich ja bisher schon gehört, die sich in milden Gegenden angesiedelt haben, aber Rosenköpfchen freilebend im Westerwald - das war mir neu. Auf der Internetseite http://www.oekosmos.de habe ich jetzt diesbezüglich auch eine Anfrage gestellt. Dort beschäftigt man sich auch mit dem Thema Neozoen - also eingeschleppte Tierarten, die bei uns frei leben.

*Wer Interesse hat, kann sich gerne das Foto bei Hitwin ansehen (www.hitwin.de). Ich habe dort auch den Usernamen Miara*


***
Ich poste diesen Beitrag unter Tierschutz, da das Thema Neozoen meiner Ansicht nach auch hierzu gehört. Denn oft wird unsere Umwelt durch solche Tiere geändert. Einige heimische Tiere haben durch eingeschleppte Tierarten kaum noch Chancen (Beispiel heimischer Nerz und der größere amerikanische Nerz/Mink)


Liebe Grüße - Miara

14 Bewertungen