Die Entdeckung der Currywurst (Taschenbuch) / Uwe Timm Testbericht

Dtv-deutscher-taschenbuch-die-entdeckung-der-currywurst-taschenbuch
ab 5,05
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(3)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von bembel

Die Entdeckung der Currywurst (Novelle)

Pro:

Preis, Spannung

Kontra:

--

Empfehlung:

Nein

Taschenbuch
--------------------


* Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)
* Uwe Timm - Die Entdeckung der Currywurst (Novelle)
* 11. Auflage Dezember 2006
* Umschlagbild: Ausschnitt des Gemäldes "Die rote Jacke" von Albert Aereboe
* Gedruckt auf säurefreiem, chlorfrei gebleichtem Papier
* Gedruckt in Deutschland
* Größe: 19,3 x 11,9 x 1,4 cm
* Seiten: 187
* Widmung: Für Hans Timm (1899-1958)

* ISBN-10: 3-423-12839-9
* ISBN-13: 978-3-423-12839-1

____________________________________________

Autor:
---------

* Name: Uwe Timm
* Geboren: am 30.03.1940 in Hamburg
* Ausbildung:
- Lehre als Kürscher
- Abitur
- Studium -> Philosophie & Germanistik in München & Paris
* seit 1971 freier Schriftsteller
* 1971/1972: Gründung von "Wortgruppe München"
* Mitherausgeber von: "Literarische Hefte"
* erhielt viele Preise
- z.B. ital. Literaturpreis "Premio Napoli" für sein Werk "Rot"
* Weitere Werke:
- "Heißer Sommer" (1974)
- "Morenga" (1978)
- "Kerbels Flucht" (1980)
- "Der Mann auf dem Hochrad" (1984)
- "Der Schlangenbaum" (1986)
- "Rennschwein Rudi Rüssel" (1989)
- "Kopfjäger" (1991)
- "Johannisnacht" (1996)
- "Nicht morgen, nicht gestern" (1991)
- "Rot" (2001)
usw.




Inhalt:
---------

KAPITEL 1
-------------------

>> Personen <<
( Ich-Erzähler, Lena Brücker, Tante des Ich Erzählers (oder Frau Brückers Nachbarin), Herr Zwerg (Ladenbesitzer), Bootsmann Herrmann Bremer,......)

Der Ich-Erzähler der Novelle "Die Entdeckung der Currywurst", ein junger Mann aus München, besuchte heimlich seine Tante in Hamburg, denn sie wohnte in einem gefährlichen Viertel und seine Eltern waren gegen einen Besuch. Als seine Tante bereits tot war, fuhr er dennoch jedes Jahr nach Hamburg, um bei Frau Brücker, der Besitzerin einer Hamburger Imbissbude, eine Currywurst zu essen. Jedes Jahr musste er sich von ihr anhören, dass sie die Imbissbude schließen wollte. Doch bei seinem nächsten Besuch war sie wirklich verschwunden. Der Ich-Erzähler (junge Mann) war danach viel unterwegs und kam auch an anderen Imbissbuden vorbei. Dort stritten sich die Kenner, wer denn die Currywurst erfunden hatte. Er vermutete, dass es Frau Brücker (Mitte der 40-er Jahre) war. So machte er sich ein weiteres Mal auf den Weg nach Hamburg, um die vermeintliche Erfinderin zu funden. Nachdem er feststellen musste, dass außer einem Mann, Herrn Zwerg, noch von den Leuten aus der Gegend der Brüderstraße, in der damals seine Tante wohnte, keiner übrig geblieben war, fand er Lena Brücker in einem Pflegeheim wieder. Sie war mitlerweile sehr alt und blind und strickte aber dennoch. Sie konnte sich noch gut an ihn erinnern und er fragte seine Frage, ob sie denn die Currywurst erfunden habe, aber er bekam nicht sofort die gewünschte Antwort.
Stattdessen schob Frau Brücker eine andere Geschichte, die sich im Zweiten Weltkrieg abspielte, vor. Siebenmal besuchte er sie und hörte ihr gespannt zu. Frau Brücker erzählte, dass sie beim Kinobesuch zufällig einen jungen Marinesoldaten, Hermann Bremer, kennenlente. Noch bevor der Film begann, hörte man die Luftschutzsirenen und sie liefen gemeinsam in einen Luftschutzraum. Dort wurden sie von den Leuren gemustert und er erzählte ihr von der Marine. Nach einer Stunde kam es zur Entwarnung und sie gingen, mit einer Feldplane über dem Kopf, zu ihrer Wohnung.
(...)
Der junge Mann bekam das Angebot sich länger in Lena Brückers Wohnung weiterhin aufzuhalten antstatt zurückzukehren und vllt. an der Front erschossen zu werden. Er entschied sich bei ihr zu bleiben und wurde dadurch fahnenflüchtig.
(...)




Eigene Meinung/Aufbau/...
---------------------------------------

* Das war der Beginn der Liebesgeschichte zwischen Lena Brücker und dem jungen Hermann Bremer.
Sie erzählt dem Ich-Erzähler von dieser geheimnissvollen Beziehung in der Zeit des 2. Weltkrieges.

* In insgesamt 7 Kapitel wird auf eine spannende Art und Weise von der Entdeckung der Currywurst erzählt. Die Perspektiven und Zeitsprüunge lassen die Geschichte noch interessanter wirken.
Mir persönlich gefiel das 3. & 7. Kapitel am besten.
Im 7. Kapitel erfährt man das (offene?!) Ende der Beziehung Brückers und Bremers und ein Geschenk sorgt für einen kleinen "Höhepunkt" und regt zum Nachdenken an.
Es besteht in der Geschichte anfangs kein direkter Bezug zum eigentlichen Titel und der Frage, ob sie denn nun die Erfinderin war. Das sorgt außerdem zur Spannung. Man kann sich gut in die Personen hinein versetzen und es wirkt alles bis zum Schluss "geheimnisvoll". Die Novelle verleitet an vielen Stellen zum Nachdenken, da die Geschehnisse immer noch Bezug zur Gegenwart haben.
Schön fand ich, dass der Ich-Erzähler Frau Brücker jedes Jahr besuchte, obwohl zwischen Hamburg und seinem Wohnort München viele Kilometer lagen.



Schreibstil
------------------

Der autor lässt einen jungen Mann die Geschichte einer Frau (Lena Brücker) in den 40er Jahren erzählen und schiebt immer wieder die Gegenwart ein. Dies wirkt so, als ob die Frau die Erzählerin wäre. Der Leser muss durch immer wieder eintretende Einschübe aufpassen, um welche Zeit es sich denn handelt. Es sind verknüpfte Handlungen und alles, was so zufällig erscheint, ist plötzlich mehr als das. Der Autor zählt vieles auf und beschreibt Orte sehr detailliert. Anführungszeichen verwendet er keine.
Uwe Timm verwendet außerdem einige Fremdwörter z.B.
S. 23 - Defätismus
S. 27 - Kaventsmänner
S. 28 - Flak
S. 41 - Scharmützel
S. 42 - Division
S. 46 - Deserteuer
S. 48 - krüsch
S. 67 - Spökenkieker
usw.



Andere über das Buch:
--------------------------------

* "Raffiniert erzählt". (Fritz Gesing in der Zeit)
* "Eine Liebesgeschichte von zeitgeschichtlicher Gleichniskraft" (Walter Hinck in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
* "Das Hohelied auf ein unspektakuläres Frauenleben... Der Autor versteht es, das Geflecht menschlichter Beziehungen auszuleuchten. Sinnlichkeit, Heiterkeit, Bitternis und Trauer sind in dieser Geschichte so ineinander verwoben, daß die zum nachhaltigen Lektüreerlebnis wird." (Ursula Reinhold im Neuen Deutschland)




Faszit:
----------

"Die Entdeckung der Currywurst" von Uwe Timm ist ein spannendes Buch, in das man sich anfangs erstmal heineinlesen muss.
Es handelt vom Zweiten Weltkrieg und ist für die, die sich für diese Zeit interessieren gut geeignet und auch für die, die gerne eine geheimnissvolle Beziehungsgeschichte lesen, in der es viele Geheimnisse, Lügen usw. geht.
Es ist leicht zu lesen.
Ich habe bewusst nur das 1. Kapitel zusammengefasst, da man das Buch einfach selber lesen muss und man nicht zuviel verraten darf. :-P
Mit 8,50 € kann man für dieses Buch nichts falsch machen!



Danke im Vorraus für eure Bewertungen.
Liebe Grüße,
bembel



PS: Ich schreibe auch auf anderen Seiten mit den Namen bembel & bembel007 Berichte.

18 Bewertungen, 7 Kommentare

  • katy50

    09.12.2007, 18:24 Uhr von katy50
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und einen schönen 2. advent

  • anonym

    15.11.2007, 09:36 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht lg daddy

  • moniseiki

    15.11.2007, 01:44 Uhr von moniseiki
    Bewertung: sehr hilfreich

    ***SH***--LESEN UND GELESEN WERDEN--***Liebe grüße moniseiki-

  • Madrianda

    12.11.2007, 18:52 Uhr von Madrianda
    Bewertung: sehr hilfreich

    *sh* VG Beate

  • wolli007

    12.11.2007, 18:48 Uhr von wolli007
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Wolli

  • Clarinetta2

    08.11.2007, 17:43 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    prima beschrieben

  • MaxOscar

    06.11.2007, 19:25 Uhr von MaxOscar
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima, sehr hilfreich, viele Grüße