Tipps und Tricks zum Erstsemester Testbericht

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Erfahrungsbericht von kleene83

...lang lang ist es her...

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Ciaogemeinde,
mittlerweile bin ich im 3. Semester und da ist es mal an der Zeit euch meine Erfahrungen über mein 1. Semester an der Fachhochschule Meschede niederzulegen.

***Entscheidung für ein Studium***
Am 12.7.2003 hielt ich stolz das Zeugnis der Fachhochschulreife in meinen Händen. Nach 13. Jahren Schulen hatte ich es endlich geschafft!!! Zu diesem Zeitpunkt stand meine Entscheidung für ein Studium schon lange fest. Die wirkliche Entscheidung studieren zu gehen fiel ca. 2 Monate vorher. Da ich nach dem Fachabitur keine Ausbildung machen wollte, sondern lieber studieren wollte überlegte ich mir welche Studienfächer für mich in Frage kommen würden. Schnell stand meine Entscheidung in grober Richtung fest. Es sollte ein technischer Studiengang sein, indem ich ziemlich viel mit Informatik zutun haben wollte. Da es so viele Studiengänge in dem Bereich gibt, holte ich mir einen Termin beim Berufsberater des Arbeitsamtes. Nach dem Besuch dort war ich auch nicht viel schlauer wie vorher und so entschied ich mich für den Studiengang Allgemeiner Informatik, später Informations- und Kommunikationstechnik ( werde mich hier auf mein 2. 1. Semester beziehen, aber im Prinzip lief beides ähnlich ab)

***Die Bewerbung***
Bei diesem Studiengang musste ich mich direkt an der Fachhochschule bewerben, bei einigen Studiengängen, welche sehr begehrt sind, muss man sich über die ZVS bewerben, welche für die Verteilung der Bewerber auf die einzelnen Studiengänge zuständig ist.
Der Bewerbungsschluss ist der 15.7. jedes Jahr fürs Wintersemester und der 15.1 jedes Jahres zum Sommersemester.
Je nach Fachhochschule und Universität muss man zur Bewerbung verschiedene Unterlagen mitschicken. An der Fachhochschule Südwestfalen, Abt. Meschede wird der Bewerbungsbogen, den man sich aus dem Internet herunterladen kann oder den man sich direkt von der Fachhochschule zuschicken lassen kann. Dann benötigten die noch 1 Passbild, welches später für den Studentenausweis verwendet wird und die beglaubigten Zeugniskopien vom Abschlusszeugnis der Fachoberschule. Im Anschluss bekam ich eine Bestätigung von der FH, dass alles angekommen ist. Dieses macht aber nicht jede FH oder man zahlt 0,55 € damit man eine Bestätigungskarte bekommt.
Nun beginnt die Wartezeit. Sollte man nach 6 Wochen immer noch nichts gehört haben, so sollte man nachfragen. In der Regel bekommt man spätestens nach 4 Wochen Bescheid von der Fachhochschule bzw. Universität. Da es bei meinem Studiengang um einen zulassungsfreien handelt bekam ich meine Zulassung sofort. Mit der Zulassung habe ich auch einen Überweisungsträger bekommen, wo ich den Semesterbeitrag bezahlen konnte.

***Die Immatrikulation***
Für die Immatrikulation (Einschreibung) benötigt man folgend Dinge:
1) Passbilder
2) Bescheinigung über bestehende Krankenversicherung
3) Semesterbeitrag bezahlt
4) Beglaubigte Kopie des Personalausweises

Falls die Passbilder noch nicht mitgeschickt würden, so sollte man dieser mit der Einschreibung abgeben bzw. abschicken. Je nachdem in welcher Weise die Immatrikulation erfolgt ( per Post oder persönlich). Die Bescheinigung von eurer Krankenversicherung benötigt die Fachhochschule, damit die wissen, dass ihr auch noch bei euren Eltern bzw. schon alleine versichert seid. Den Semesterbetrag müsst ihr in der Regel vor der Einschreibung an der Fachhochschule bezahlen. In diesem Semesterbeitrag sind je nach FH Astabeitrag und ein Zuschuss fürs Studentenwerk enthalten, damit ich in der Mensa billig essen könnt. In großen Städten zahlt ihr etwas mehr Geld und bekommt dann eurer Semesterticket dazu, womit ich dann mit Bus und Bahn den ganzen Tag fahren könnt. Bei mir an der Fachhochschule liegt dieser Semesterbeitrag, welchen ihr jedes Semester erneut zahlen müsst, damit ihr weiter an der Fachhochschule studieren könnt, bei 72 Euro.
Die Kopie des Personalausweises braucht die FH damit sie auch eindeutig identifizieren könnt und kein anderer auf eurem Namen studiert.
Nachdem die Immatrikulation erfolgreich war, seid ihr offiziell an der Fachhochschule als Student eingeschrieben. Nach ca. 1-3 Wochen bekommt ihr euren Studentenausweis nach Hause geschickt, womit ihr nun auch die ganzen Vergünstigungen bekommt.

***Die Wohnungssuche***
Da die meisten Studenten und Studentinnen nicht in ihrem Heimatort studieren, beginnt nun die Suchphase um ein eigenes Appartement, Zimmer oder kleine Wohnung. An meiner Fachhochschule bietet die Asta ( Allgemeiner Studierenden Ausschuss) die Möglichkeit an sich Wohnungsangebote im Internet anzuschauen. Dieses ist die optimale Lösung für alle diejenige, die ziemlich weit fahren müssen. Bei mir sind es knapp 200km und die kann mich nicht soeben runter fahren, um die Asta zu fragen, ob die evtl. passende Wohnungsangebote für einen haben.
Ich habe mir passende Wohnungsangebote von deren Homepage abgeschrieben und bei denjenigen Vermietern angerufen und nachgefragt, ob das Zimmer noch frei ist. Habe mir alle interessanten Wohnungen raus geschrieben und mit den Vermietern einen Termin ausgemacht. Ich habe zugesehen das ich alle Termine am gleichen Tag gelegt habe. Bei mir war es ein Samstag, so das ich meine Eltern auch mitnehmen konnte. Schließlich wissen die worauf man achten sollte.
Der Tag verging und ich schaute mir alle Wohnungen an. Ca. 2 Tage später entschied ich mich für ein Zimmer bei einer etwas älteren Dame, wo ich 130 Euro für 18m² zahle.
Bei eurer Wohnungssuche müsst ihr euch Gedanken machen, wo ihr lieber wohnen wollt (Studentenwohnheim, Privat oder in einer WG). Jedes dieser Wohnsysteme hat seine Vor und Nachteile. Im Studentenwohnheim ist immer was los und man lernt direkt neue Leute kennen in der neuen Stadt, aber meistens ist es auch in der Prüfungszeit nicht gerade leise. Meistens sind dort aber die Bewerbungszeiten sehr lange vor Studienbeginn. Wenn man privat wohnt kann man keinen fragen, wenn man mal eine Frage zum Stoff hat und abends sitzt man oft alleine in seinem Zimmer, aber dafür hat man immer seine Ruhe, wenn man sie braucht. Wenn man in der WG einzieht stellt sich oft die Frage, ob man sich mit den Leuten versteht? Bevor ihr ein Zimmer nimmt lest auch gründlich den Mietvertrag durch ( auch das kleingedruckte).

***Die Einführungstage***
Jede Fachhochschule und Universität bietet vor Studienbeginn einen 1- oder 2-wöchigen Mathekurs an, wo nochmals die Mathekenntnisse aufgefrischt werden. In den meisten Studiengängen ist nämlich Mathe eines der Problemfächer.
Nun kann dann endlich das Studium beginnen. Der erste Tag an der FH ist Informationstag, wo sich der Bürgermeister, der Rektor der FH, die Asta, die Hochschulgemeinde und einige der wichtigen Professoren kurz vorstellen. Außerdem wird an diesem Tag noch allgemeine Fragen geklärt wie z.B. wie das mit den Klausuren aussieht?, welche Vorlesungen man hat oder wo die verschiedene Vorlesungsräume sind.
Außerdem werden noch verschiedene Angebote für uns Erstsemester angeboten, um seine Mitstudenten besser kennenzulernen. Bei mir an der Fachhochschule Südwestfalen (Meschede) waren das ein gemeinsames Frühstück, eine Stadtrundfahrt mit Führung, um seine neue Stadt besser kennenzulernen sowie eine Kneipentour.
***Das Studium***
Nun kann das Studium beginnen. Den Stundenplan haben wir am ersten Tag bekommen und ab jeden folgenden Semester kann man sich den online abfragen. Nun beginnt die große Suche nach den passenden Vorlesungsräumen. Die ersten Tagen waren wir mich sehr schwer, weil man die ganzen Räume in dem großen Gebäude suchen musste und die Leute noch nicht so gut kannte.
In der ersten Woche haben sich die Professoren nochmals in den einzelnen Vorlesungen vorgestellt und die Lerninhalte des 1. Semesters vorgestellt.
Das Studium ist schone ein große Umstellung zur Schule. Die Vorlesungen, welche mit einer Schulstunde in der Schule vergleichbar sind dauern 90 Minuten. An der Fachhochschule werden nehmen Vorlesungen auch noch Übungen und Praktika angeboten. Praktika sind Laborversuche. I den meisten Fällen pro Semester 6 Stück. Bei mir an der FH müssen alle Laborversuche anerkannt sein, damit man die Klausur in dem jenigen Fach schreiben darf. Man geht 14 Wochen (1 Semester) zu den Vorlesungen und schreibt im Anschluss in 2 oder 3 Wochen die kompletten Klausuren des Semesters. Sollte man dann einen schlechten Tag haben fällt man durch und muss die Klausur nochmals im nächsten Semester schreiben. Zu den Klausuren muss man sich ca. zu Mitte des Semesters anmelden. Das genaue Datum wird auf der Homepage und in der Fachhochschule bekannt gegeben. Sollte man diesen Anmeldezeitraum verpassen, so hat man Pech gehabt uns kann in dem Semester keine einzige Klausur mitschreiben. Sollte man kurz vor der Klausur merken, dass man den Stoff nicht beherrscht, so besteht die Möglichkeit sich eine Woche vor Klausurtermin abzumelden. Sollte man krank sein so kann man ein Attest bis 3 Tage nach dem Klausurtermin abgeben. Pro Klausur hat man 3 Versuche und während des kompletten Studiums 3 Versuche um die Klausur zu bestehen. Sollte man dann immer noch nicht den Stoff können so wird man exmatrikuliert und darf an keiner FH oder Uni mehr das Fach indem man exmatrikuliert wurde studieren.

***Das Lehrmaterial***
Damit man gut den Stoff lernen kann gibt es von den Professoren verschiedene Möglichkeiten. Einige Professoren bieten Scripte an, die man in deren Downloadbereich herunterladen kann. Das entsprechende Passwort bekommt man in deren Vorlesungen. Einige Professoren lassen ihre Skripte von der Asta (Allgemeiner Studierenden Ausschuss) kopieren und die Asta verkauft es für den Kopierpreis an die Studenten. Eine andere Möglichkeit wird an der FH Meschede durch Lernbriefe abgeboten. Diese Lernbriefe werden von den Professoren geschrieben und beinhaltet den kompletten Lernstoff des Semesters. Dieses hat den Vorteil, dass man nicht mehr die Vorlesung besuchen muss und den kompletten Lernbrief lernen kann. Leider werden diese Lernbriefe hauptsächlich für wirtschaftliche Fächer angeboten und sind im Moment noch sehr teuer.
Meistens versteht man trotz Vorlesung immer noch nicht alles und muss sich zusätzlich den Stoff beibringen. Damit man sich nicht jedes Buch kaufen muss gibt es in jeder FH und Uni Büchereien, die viele Bücher zu den verschiedenen Fächern hat.

***Fazit***
Nun bin ich im 3. Semester und bereue es nicht ein Studium zu beginnen. Anfangs war es für mich schwer. Es war eine komplett neue Stadt, man musste sich in der FH zu Recht finden, das komplette Hochschulsystem mit Prüfungen und Prüfungsordnungen verstehen. Dieses sind nur einige der Dinge, die für einen Erstsemester auf einem zukommen.
Man sollte als Student schnell die Umstellung von Schule auf Studium hinbekommen. Denn jedem von uns ist bewusst das ein Studium sehr viel Selbstdisziplin von einem verlangt. Bei mir ging dieser Prozess schnell von Hande und schon nach einigen Wochen hatte ich das Studiumsprinzip in einem Kopfe. Man hat nicht immer Lust in die Vorlesung zu gehen und teilweise gibt es auch Sachen, die einem nicht wirklich interessieren, aber wenn man was lernen will und auch voran kommen will sollte man jede Vorlesung besuchen. Ich gehe in jede Vorlesung und ich sehe es an den neuen Erstsemesters wie schnelle sie einige Fächer auf die leichte Schulter nehmen.
Das Klausurensystem ist auch eine große Umstellung, denn in der Schule werden pro Halbjahr ca. 2-3 Klausuren in den Hauptfächern und einige Tests in den Nebenfächern geschrieben. An der Fachhochschule gibt es nur eine Klausur, aber auf diese Klausur komm t es an. Außerdem hat man nur seine 3 Versuche pro Fach und man muss alle Klausuren bestanden haben, um seinen Abschluss zu bekommen.
So nun sollte ich mich auch wieder an meine Bücher setzen. Nur noch 12 Tage und ich schreibe meine erste Klausur...

@kleene83 7.1.06

10 Bewertungen, 2 Kommentare

  • morla

    17.01.2006, 21:09 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • zeberus

    17.01.2006, 21:06 Uhr von zeberus
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh Gruß Mirko