Tipps und Tricks zum Erstsemester Testbericht

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Erfahrungsbericht von mg1970

Bei mir ist das erst wenige Jahre her!

Pro:

Studentenzeit ist oft die schönste Zeit des Lebens, mehr Freizeit für ehemalige Arbeitnehmer

Kontra:

viel Lernen/neue Lerntechniken erforderlich, wenig Geld zur Verfügung, weniger Freizeit für ehemalige Schüler

Empfehlung:

Ja

Ein jeder Student fängt mal als Erstsemester an. Gerade der Studienbeginn ist für die meisten eine sehr aufregende Zeit, und man bekommt sehr viele neue Eindrücke auf einmal. Vieles ist den Studienanfängern noch sehr unbekannt, außerdem ist das neue Studium der Beginn eines ganz neuen Lebensabschnitts.

Bei mir ist es erst ca. 3 Jahre her, dass ich zu den Erstsemestern gehörte, somit ist das noch ziemlich frisch. Ich gehöre zu denjenigen, die vor Beginn des Studiums schon jahrelang gearbeitet haben, und das dürfte wohl die Minderheit sein. Sehr viele kommen gerade erst aus der Schule, viele (gerade an FHs) haben zumindest schon eine berufliche Ausbildung und/oder ein Praktikum hinter sich. Somit ist es je nach Ausbildungsstand/Lebenslauf sehr unterschiedlich, was die Umstellung auf den zukünftigen Tagesablauf angeht.

Bei mir war es so, dass ich in meinem alten Job mehr als unzufrieden war – und nach längerer Arbeitslosigkeit keinen besseren Job fand – angeboten bekam ich nur noch schlechtere, wenn überhaupt. So entschloss ich mich zu einem Studium, und ich war froh, als ich meinen Zulassungsbescheid in den Händen hielt.

In diesem stand u.a., wann und wo man sich einzuschreiben hat. Nur wenn man sich einschreibt, wird man offiziell Student. Am Tag der Einschreibung muss man in der FH oder Uni zu einer vorgegebenen Uhrzeit erscheinen und diverse Formulare ausfüllen. Anschließend bekommt man seinen Studentenausweis und seine Matrikelnummer. Erst dann ist man Student.
Wenn man zwar einen Zulassungsbescheid erhalten hat, aber den Termin zur Einschreibung versäumt, so erlischt der Zulassungsbescheid.
Tipp: Kommt möglichst frühzeitig zu diesem Termin, denn ansonsten kann es passieren, dass man stundenlang warten muss, bis man an der Reihe ist. Wenn es eben möglich ist, sollte man die Strecke zur FH/Uni vorher schon einmal abfahren (ganz in Ruhe), denn so vermeidet man große „Suchaktionen“, Verfahren und damit verbundene Verspätungen zum Einschreibungstermin.
Bestimmte Unterlagen müsst Ihr mitbringen, z.B. Zulassungsbescheid, Bescheinigung der Krankenkasse, beglaubigte Kopien der Zeugnisse (bitte frühzeitig darum kümmern, Stempel gibt’s bei der Stadtverwaltung), speziell vom Abiturzeugnis und ggf. den Praktikumszeugnissen.

Zwischen der Einschreibung und dem ersten Vorlesungstag vergehen normalerweise noch ein paar Wochen. In dieser Zeit kann man schon einiges erledigen, was nachher wichtig ist.

Wie sieht das mit dem Wohnen aus? Muss man wegen des Studiums umziehen? Wenn ja, dann kümmert Euch schon mal um eine Wohnung, ein Zimmer im Studentenheim oder eine WG. Mit Sicherheit gibt es hier auch Unterstützung bei der jeweiligen Hochschule.

Möchtet Ihr bei den Eltern oder in Eurer aktuellen Wohnung wohnen bleiben, da die Hochschule in der Nähe, so macht Euch schon mal Gedanken, wie Ihr am besten jeden Tag zur Hochschule kommt. Wer kein Auto hat, sollte schon mal die Fahrpläne für Bus und Bahn studieren. Hochschulen in Großstädten bieten auch oft ein Semesterticket, mit dem Ihr (nach Zahlung eines Fixbetrages, meist in Semesterbeitrag inbegriffen) dann kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen könnt.

Wer noch jünger als 30 ist, kann einen Antrag auf Bafög stellen. Der muss an eine bestimmte Adresse geschickt werden (ich selbst kenne mich da leider nicht so aus, da schon von Anfang an über 30 gewesen, siehe bisherige Berufspraxis), aber hier helfen bestimmt auch die Hochschulen weiter. So gibt es auch schon mal spezielle Bafög-Beratungstage. Wer noch unter 30 ist, sollte es ruhig mal versuchen, aber ob Ihr Bafög bekommt, hängt von Eurem Vermögen und dem Eurer Eltern ab.
Der Bafög-Antrag muss für jedes Semester neu gestellt werden. Mit dem 30. Geburtstag (falls Ihr dann noch studiert) läuft der Anspruch auf Bafög ab, gleiches gilt, wenn Ihr nach einer bestimmten Anzahl von Semestern noch im Prüfungsrückstand seid (und so etwas kommt bei uns bei mehr als jedem zweiten Studenten früher oder später vor).
Studenten über 30 müssen auch die Krankenkassenbeiträge aus der eigenen Tasche bezahlen (ca. 125 €/Monat, je nach Kasse variierend).

Nun beginnt auch schon bald der erste Studientag, an dem Ihr wahrscheinlich ziemlich nervös seid. Man kennt noch keinen, ist unter Umständen in einer fremden Stadt, und in der Regel findet man sich am 1. Tag mit besonders vielen Leuten in einem großen Hörsaal wieder. Hier werden allgemeine Einführungsveranstaltungen gehalten, z.B. Informationen über die Hochschule, über den Inhalt und die Ziele des Studiengangs, über Prüfungsabläufe und –voraussetzungen. Auch werden einige wichtige Professoren vorgestellt. Wenn die Hochschule ein Praxissemester vorsieht, gibt es auch diesbezüglich Informationen.

Danach ging es bei uns in Kleingruppen weiter. Jede Kleingruppe bekam einen oder zwei Tutoren zugeteilt, das sind Studenten aus höheren Semestern, die sich schon dementsprechend gut auskennen. Wir hatten zwei Tutoren aus dem damals 5. Semester, die haben uns die nächsten beiden Wochen, Orientierungswochen genannt, täglich begleitet. Bei uns lief das wie folgt ab (nur die wichtigsten Einführungsveranstaltungen, die nicht unbedingt nur auf unsere FH zugeschnitten sind):

Tag 1: Näheres Kennenlernen der Studenten
Ein jeder Student (in der Kleingruppe) erzählte etwas über sich: Alter, Wohnort und bisherigen Werdegang. Dadurch kann man sich ein besseres Bild über seine zukünftigen Kommilitonen machen – und nebenbei sieht man auch, wie weit gefächert die mitgebrachten Voraussetzungen sein können (Altersunterschiede, Berufsausbildung/-praxis oder nicht, ortskundig oder nicht…). Dann musste sich noch jeder mit seiner kompletten Adresse und Telefonnummer in eine Liste eintragen, dies war Grundlage für einen später erstellten E-Mail-Verteiler, welcher eine Art Newsletter für unseren Studiengang/Semester ist. Dadurch erfährt man einiges an relevanten Neuheiten, bekommt Vorlesungsmitschriften und ähnliches (Voraussetzung ist eine rege Beteiligung eines jeden, aber bitte keine Spam-Mails!).

Weitere Tage:

Besichtigung/Einführung PC-Pool(s)
Jeder Student bekommt ein Account, mit dem er die PCs in der Hochschule nutzen kann. Außerdem werden Instruktionen gegeben, wie man die PCs behandeln soll (z.B. keine Veränderungen an der Hard- und Software, keine MP3s downloaden, keine Privatausdrucke mit dem Drucker…).

Besichtigung/Einführung Bibliothek

Rundgang durch das Hochschulgebäude (mit Führung)
Wo ist die Mensa? Wo sind die Hörsäle und Seminarräume? Wo sind die PC-Pools? Und so weiter und so fort.

Hinweise rund ums Studieren
Es werden Auskünfte über Lerntechniken gegeben, über die Zeiteinteilung etc.

Hinweise zu den Prüfungsabläufen
Wann kann bzw. soll man sich zu Prüfungen an- und abmelden? Was ist bei Rücktritt von Prüfungen zu beachten? Wie oft kann man eine gescheiterte Klausur wiederholen? Zu welchen Prüfungen braucht man besondere Voraussetzungen (Leistungs- und/oder Teilnahmenachweise)? Wie läuft eine Prüfung überhaupt ab?

Hinweise zum Stundenplan
Es wird der Stundenplan des Studiengangs besprochen. Es gibt Pflicht- und freiwillige Veranstaltungen, wobei letztere aber auch unbedingt besucht werden sollten. Außerdem gibt es bei jedem Studenten noch Abweichungen im Stundenplan, z.B. freie Wahlveranstaltungen, Tutorien (freiwillige Übungen geleitet von Tutoren), außerdem werden manche Vorlesungen, die eine besonders hohe Zahl von Hörern haben, zweimal pro Woche angeboten, damit zwei kleinere Gruppen entstehen. Sollten beide Termine möglich sein für Euch und sich nicht mit anderen Vorlesungen/Terminen überschneiden, kann man hier auch wählen, was einem persönlich am günstigsten erscheint.

Erstsemesterpartys und –rallyes
Diese sind natürlich besonders beliebt. Sie dienen zum näheren Kennenlernen der neuen Studenten untereinander, außerdem geben sie schon mal einen Einblick ins spätere Partyleben. In großen Studentenstädten ist jede Woche ein „Event“, wie es so schön heißt, während es bei uns (kleiner Studienort) nur 3 – 4 Partys pro Semester gibt (davon mind. 2 in einer Disco und ebenso viele auf dem FH-Gelände), jetzt ohne die „internen“ Partys, die schon mal von kleineren Studiengängen veranstaltet werden (diese besuche ich aber eher selten, liegt auch daran, dass fast nur Männer in meinem kleinen Studiengang sind und ich kein Interesse daran habe, mich nur zu betrinken und dann den nächsten Tag den Vorlesungen fern zu bleiben).
Bei uns finden in der Regel zwei Erstsemesterpartys statt. Die erste ist in der Regel nach der ersten Orientierungswoche und findet in einer Studentenkneipe statt. Das ist regelrecht eine „Stehparty“ aus Platzgründen. Die zweite ist die offizielle Erstsemesterparty und findet in einer Disco statt, wodurch auch Tanz möglich ist. Diese ist meist in der zweiten oder dritten offiziellen Vorlesungswoche und bildet auch für die Studenten in höheren Semestern DAS Highlight des ganzen Studienjahres (bei uns kann das 1. Semester nur zum Wintersemester begonnen werden).
Ich selbst habe sehr schnell Freude an den Studentenpartys gefunden und freue mich immer schon wieder auf die nächste - nach 10 Jahren Abstinenz vom Partyleben (während meine Vorgänger ihre FH-Partys begannen, saß ich noch oft auf meinem Bürostuhl). Zumindest bei uns finden die Studentenpartys unter der Woche statt - und am folgenden Morgen sind wieder reguläre Vorlesungen (die dann entsprechend leer sind), also übertreibt es nicht!
Dann gibt es etwa vier Stunden vor der großen Erstsemesterparty eine Stadtrallye, die vor allem denen zu empfehlen ist, die den neuen Studienort noch nicht kennen. Neben den Kommilitonen lernt man auch die Stadt kennen. Es werden auf der Rallye viele Spiele in Gruppen gemacht – und es wird auch getestet, wie viel Alkohol man so vertragen kann (Trichtersaufen etc.)…

Brückenkurse
Je nach Hochschule und Studiengang werden in einigen Fächern wie Mathe und Englisch sog. Brückenkurse angeboten. Sie dienen dazu, dass alle Studenten möglichst auf dem etwa gleichen Wissensstand sind (Beispiel: ich habe 10 – 15 Jahre kein Mathe mehr gehabt, andere kommen frisch aus der Schule). Natürlich garantiert das nicht, dass die Kenntnisse wirklich angeglichen werden, aber ich empfehle, diese unbedingt zu besuchen, vor allem wenn zwischen Abi und Studienbeginn schon einige Zeit verstrichen ist oder man in diesem Fach allgemein noch Lücken hat.

Das war in etwa der Überblick über die Orientierungswochen. Danach geht es erst mal richtig los! Und dazu möchte ich Euch noch ein paar weitere Tipps geben:

Der Tag an der Hochschule
Für mich war die Umstellung ja leicht, da ich immer 40, oft sogar 45 – 50 Stunden pro Woche gearbeitet habe und nur zum Schlafen nach Hause kam. Aber sehr viele kommen gerade erst aus der Schule und sind ihre 6 Unterrichtsstunden gewohnt. An der Hochschule sieht es ganz anders aus. OK, es gibt auch kurze Tage, aber auch mehrere lange Tage in der Woche. Bei uns gab es bisher (z.Z. habe ich 3 Semester hinter mir) immer mindestens einen „Hammer-Tag“ in der Woche, der ging dann von 8 bis 16 oder sogar 18 Uhr. Der Rekord bisher in einem höheren Semester war zweimal die Woche von 8 bis 20 Uhr. Aber bei solchen Extremtagen kann es dann durchaus sein, dass man nur eine 4-Tage-Woche hat oder an einem bestimmten Wochentag nur 2 Stunden.

Lerntechniken
Es empfiehlt sich, so viele Vorlesungen wie möglich zu besuchen, jedoch ist eine Nachbereitung des Stoffes zu Hause unbedingt nötig, um die Prüfungen bestehen zu können. Mein Tipp: schreibt so viel wie möglich mit in den Vorlesungen! Ich persönlich schreibe zu Hause auch noch jede Vorlesung (bis auf Mathe, da Sonderzeichen) mit Word ab, denn a) habe ich eine Sauklaue, und einige Professoren diktieren so schnell, dass ich sehr unleserlich schreiben und/oder abkürzen muss – ich schreibe mit der Hand eher langsam, und kann ich das dann in einem halben Jahr noch entziffern? b) das erneute Abtippen bewirkt noch mal einen zusätzlichen Lerneffekt, und c) habe ich nachher für die Prüfungsvorbereitung eine saubere Unterlage. Meine Erfahrungen nach 3 Semestern sind: die beste Vorbereitungsunterlage ist immer noch die Vorlesungsmitschrift, denn meistens werden Themen abgefragt, die in den Vorlesungen behandelt wurden.
Das Lernen mit Kommilitonen zusammen ist auch oft sehr hilfreich. Man versteht den Stoff oft besser, und oft kann man sich auch gegenseitig ergänzen. Einige wiederum können aber am besten allein lernen.

Prüfungen
Zwar bei Studienbeginn noch nicht ganz aktuell, aber schon am Semesterende müsst Ihr die ersten Prüfungen ablegen.
Um einen schnellen Abschluss zu erzielen, ist es erstrebenswert, möglichst alle Prüfungen des jeweiligen Semesters auch in diesem zu bestehen.
Aber in der Praxis sieht es oft anders aus. Man kann die Prüfung in einem Erstsemester-Fach auch erst in einem späteren Semester ablegen (u.U. kann sich die Studiendauer verlängern). Aber das ist oft sinnvoller, je nach Vorbildung. Ich z.B. habe fast 15 Jahre kein Mathe mehr gehabt und war damals auch nicht gerade einer der Besten darin, und so habe ich mich erst mal auf andere Fächer konzentriert, die mir mehr liegen, und die mathe-orientierten Prüfungen habe ich erst mal verschoben, und manche Vorlesungen besuche ich in höheren Semestern erneut, manchmal werden sie dann auch besser erklärt – liegt oft am Dozenten!
Das Aufschieben von Prüfungen ist zwar nicht erstrebenswert, aber unbedingt dann empfehlenswert, wenn ansonsten das Ende des Studiums droht. Viele Hochschulen erlauben nämlich nur max. 3 Prüfungsversuche pro Fach. Ist man zum dritten Mal durchgefallen, ist das Studium automatisch beendet und die Karriere auch, denn man kann dann kein neues Studium in einem verwandten Fachbereich mehr beginnen.
Meldet Euch am besten nur dann zur Prüfung an, wenn Ihr auch gut vorbereitet seid. Vom Schreiben einer Klausur „auf gut Glück“ halte ich gar nichts, denn oft hat man nur 3 Versuche…
Semesterferien gibt es reichlich. Bei uns sind die Monate Februar/März und Juli/August/September vorlesungsfrei. Jeweils zum Anfang und zum Ende der Semesterferien sind bei uns Prüfungsphasen angesetzt, in denen jede Prüfung angeboten wird. Man kann sich aussuchen, zu welchem Termin man schreibt. Ich habe es bisher so gehalten, dass ich zu Ferienbeginn die Prüfungen schreibe, für die ich weniger lernen muss (denn bis Ende Januar/Juni hat man 8- bis 10-Stunden-Vorlesungstage), und die schwierigeren Prüfungen zum Ferienende. Denn so habe ich noch die ganzen Ferien zum Lernen – und ich persönlich lerne am besten an komplett freien Tagen. Nach einem 8-Stunden-Tag hat es bei mir nämlich keinen Sinn mehr!

Geldausgaben
Ein Studium ist sehr teuer, denn bestimmte Dinge sollte oder sogar MUSS jeder Student besitzen. Bei uns z.B. ist es Voraussetzung, einen modernen PC zu besitzen, und zwar mit MS Office und Internet-Zugang. Die Arbeitsunterlagen eines jeden Professors und auch die An-/Abmeldeformulare für die Prüfungen kann man nur per Internet bekommen, und lesbar sind sie nur mit Office-Programmen (dass man nicht mehr Office für Windows 3.1 benutzen kann, dürfte inzwischen einleuchtend sein). Auch wegen der Mailverteiler muss man schon Internet-Zugang haben. Für Referate sollten Powerpoint-Präsentationen schon obligatorisch sein.
Manche Skripte sind bis zu 250 Seiten stark. Auch die bekommt man nur per Internet. Man sollte schon einen Laserdrucker besitzen, um diese schnell und kostengünstig drucken zu können. Mit einem neueren Tintenstrahler geht’s unter Umständen auch, aber der Laser ist günstiger im Verbrauch.
Für Präsentationen sollte man bei uns einen Laptop/Notebook besitzen. Das ist das einzige, was ich mir derzeit nicht leisten kann, und so ein Gerät werde ich mit Sicherheit auch in fünf Jahren noch nicht besitzen. Ich bekomme kein Bafög, und meine Eltern sind auch nicht mehr berufstätig. Wer auch in meiner Situation ist: Wenn eine Präsentation in einem Fach stattfindet, das in einem PC-Pool oder Multimedia-Raum stattfindet, so reicht oft eine Diskette, da Rechner vorhanden. Ansonsten gibt es ja auch Overhead-Folien für Laserdrucker. Die erfüllen auch ihren Zweck! Auch wenn die Präsentation nicht mehr so „bunt“ ist.
Ich stöhne schon darüber, dass ich mir kein Notebook leisten kann. Anderen geht es vielleicht noch schlechter, und so würde es auch mir gehen, wenn ich nicht vorher schon gearbeitet hätte. Für viele Studenten kostet ein Laserdrucker ein Vermögen. Ich sage nur: eBay! Schaut mal bei eBay nach gebrauchten Hardware-Artikeln, und ein 6 Jahre alter Laserdrucker tut’s auch. Da kann man eine Menge Geld sparen. Ich brauche sicher jedes Semester eine neue Kartusche für den Drucker, auch die letzten habe ich von eBay zum halben Neupreis. Ein PC könnte, wenn man nicht gerade ein Informatikstudent ist, auch gebraucht sein. Eigentlich reicht ein Pentium mit 300 MHz, Windows 98, Office 2000 und Internet-Zugang aus, um sich die Unterlagen herunterzuladen und Arbeiten am PC erstellen zu können. Einen Brenner sollte der PC auch schon haben, denn ich habe mir einen Studiums-Ordner erstellt, den ich regelmäßig auf CD sichere.
Außerdem wird zu Semesterbeginn eine Reihe von Büchern vorgeschlagen. Mein Tipp: Kauft Euch nur die wichtigsten Bücher, AUF KEINEN FALL alle! Die kosten nämlich auch ein Vermögen, und ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Buch etwas taugt. Um nicht ganz arm zu werden, empfehle ich auch hier wieder eBay. Außerdem gibt es an vielen Hochschulen Pinnwände, an denen Angebote von Studenten aus höheren Semestern stehen, die ihre Bücher günstig abgeben wollen. Und wenn Ihr die Klausur eines bestimmten Faches bestanden habt, könnt Ihr manche Bücher auch bei eBay wieder verkaufen und somit Eure Kasse ein wenig aufbessern.
eBay lohnt sich natürlich auch, wenn Ihr noch eine alte Stereoanlage, einen ausgedienten PC, nicht mehr gehörte/gesehene CDs/DVDs, alte Software usw. habt – immer weg damit! Das Geld ist bei Studenten oft knapp, und wenn man irgendwelchen Kram veräußert, bekommt man dadurch ein zusätzliches „Taschengeld“.

Arbeiten während des Studiums, ja oder nein?
Das hängt davon ab, wie der Stundenplan ausfällt. Gerade an Fachhochschulen ist dieser oft proppenvoll. Und mal ehrlich, wenn Ihr einen Vorlesungstag bis 16 oder gar 18 Uhr habt, dann vielleicht noch eine Stunde Erholungspause, und dann noch 5 oder 6 Stunden arbeiten? Das ist eher ungünstig, wirkt sich negativ auf die Gesundheit und natürlich auch auf das Studium aus. Und wenn ich mich schon so lange auf die FH-Party freue und dann kurz vorher einen Anruf vom Arbeitgeber bekommen würde, ich sollte sofort zur Arbeit kommen, das wäre sehr hart. Gleiches gilt für unerwartete Wochenendarbeit. Bei uns arbeiten auch laut Umfragen nur um die 5%. Natürlich könnte man in den Semesterferien arbeiten, aber achtet dann darauf, dass noch Zeit für die Klausurvorbereitung (und Erholung, ich fahre z.B. gern mal im Sommer spontan für einen Tag weg) bleibt – und dass Ihr am Ferienende auch aus dem Arbeitsvertrag wieder „entlassen“ werdet. Viele Firmen suchen ja Arbeitskräfte auf Dauer. Ich als ehemals Berufstätiger kann auch noch den Tipp auf den Weg geben, dass die vereinbarten Arbeitsstunden immer nur „netto“ sind in der heutigen Zeit. Sollte also ein Student laut Vertrag 15 Stunden pro Woche arbeiten, können daraus schnell 20 oder mehr werden, denn viele Vorgesetzte entlassen einen erst dann in den Feierabend, wenn alle Arbeiten komplett erfüllt sind – oder sie haben noch spezielle Sonderaufgaben nach Dienstschluss. Merke: selbst wenn die Überstunden bezahlt werden sollten (was nicht selbstverständlich ist), so können diese sich doch negativ aufs Studium auswirken. Schließlich sollt Ihr Euch hauptsächlich aufs Studium konzentrieren, und die Arbeit soll Nebensache bleiben!

So, nun hoffe ich, Euch schon mal ein paar Tipps und Erfahrungen auf den Weg gegeben zu haben, wie Ihr die Anfangszeit des Studiums – und den weiteren Studienverlauf – am besten meistert.

Und denkt daran: die Studentenzeit ist oft die schönste Zeit! Genießt das Studentenleben!

Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen auch bei ciao.de in 09/2003

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