Tiramisu Testbericht

Tiramisu
ab 13,82
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
5 Sterne
(36)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Arbeits- und Zeitaufwand:  niedrig
  • Kosten:  niedrig

Erfahrungsbericht von Mausbaer1977

...die Kalorien sind meine Freunde

Pro:

es geht auch "light"

Kontra:

Im Original haut's rein

Empfehlung:

Ja

Tiramisu - in verschiedenen Variationen auch für die Figurbewussten unter uns...

Heute mal wieder Neues aus Silkchens Kochstudio.

Da mittlerweile Forderungen laut geworden sind, ich solle nach dem Hauptgang doch auch mal eine Nachspeise beschreiben, werde ich dem gerne nachkommen.

************
Vorgeschichte:
************

Im wahren Leben bin ich Tiramisu-Fanatiker. Und eigentlich gibt’s es auch bei (fast) jeder Gelegenheit, zu Geburtstagen, zum Mitnehmen in die Arbeit, einfach mal zwischendurch. Leider hat das Teufelszeug einen Nachteil: Kalorien! Aus diesem Grund möchte ich heute nicht nur die klassische Variante, wie sie mir am besten schmeckt, vorstellen, sondern auch noch eine „Abart“, wie sie meine Tante immer macht. Für den cholesterinbewussten Genießer sozusagen.

**********************
Tiramisu wie man es kennt
**********************

Zutaten für 4 Personen:
+++++++++++++++++

250 g Mascarpone (italienischer Frischkäse mit ziemlich brutal viel Fett, nämlich 80 (!) % i.Tr.)
4 Eigelb
2 Eiweiß
etwa 100 g Puderzucker
½ Becher sehr starken Kaffee oder Espresso (ich nehm immer Kaffee, weil sich für ½ Tasse Espresso die Anschaffung einer Espresso-Maschine nicht lohnen würde)
2 cl Amaretto
150 g Löffelbisquits
1-2 EL Kakaopulver

Zubereitung:
+++++++++

Löffelbisquits:
----------------
Als erstes müsst Ihr den Kaffee aufbrühen. Wenn der fertig ist, legt Ihr eine Schicht Löffelbisquits in einer rechteckigen Form von etwa 20 x 20 cm (mindestens 7-8 cm tief). Diese werden dann mit dem Kaffee beträufelt. Sie sollen zwar vollgesogen aber nicht schwammig sein. Am besten ist etwa ¾ EL pro Löffelbisquit. Und weil’s besser ist (Erklärung kommt später), legt Ihr die restlichen Löffelbisquits auf einen flachen Teller oder ein Brettchen oder so und beträufelt diese auch gleich.


Creme:
-------
Dafür werden zuerst mal die Eier getrennt. Die Eiweiß werden zu aller erst steif geschlagen, am besten mit dem Schneebesen vom Handrührer. Ich hab da so nen Super-Rührer, der schlägt mir die in 10 Sekunden fest. Jaja, richtig gelesen, die ganzen Eiweiß. Wir nehmen halt hinterher einfach die Hälfte davon. Wer aber die zwei übrigen Eiweiß noch für irgendwas brauchen kann, kann gleich zwei davon in ein Extra-Schüsselchen abtrennen.

Wichtig ist, dass auch wirklich die Eiweiß zuerst geschlagen werden, weil da noch keinerlei Fett am Rührbesen sein sollte. Ist da nämlich Fett dran, hat man verloren und die Eiweiß werden alles aber sicher nicht steif. Dafür braucht man hinterher den Schneebesen auch gar nicht groß abspülen... genau richtig für eine Faule wie mich.

Nun gut, genug der schlauen Worte. Als nächstes nehmen wir eine etwas größere Rührschüssel und geben die vier Eigelb hinein. Diese werden dann mit dem Schneebesen vom Handrührer schaumig geschlagen. Dann kommt der Amaretto dazu und der Puderzucker. Manche wollen den Puderzucker gesiebt haben, ist aber egal, wenn man die Creme nur lange genug rührt, kommt’s aufs Gleiche raus. Wiederum andere nehmen normalen weißen Zucker, den muss man aber schon wirklich sehr sehr lange rühren, damit es beim Essen später nicht zwischen den Zähnen knirscht.

Nun gut, die Eimasse müsst Ihr eine Minute etwa schlagen, bis sie so richtig schön schaumig und schon fast dickflüssig ist. Dann gebt Ihr einfach den Mascarpone dazu und rührt noch mal kräftig auf höchster Stufe mindestens 3 Minuten weiter, besser aber 5 Minuten! Wenn man nicht lange genug rührt, hat man hinterher eine unförmige klumpige Masse die sicher nicht schneidfest wird, es sei denn man friert das Tiramisu ein. Auch das hatt ich schon mal :-(

Okay. Ist die Mascarpone-Ei-Masse schön gerührt? Dann legt Ihr jetzt den Handrührer weg und greift zu einem GROßEN (!) Schneebesen. Nehmt die zwei steif geschlagenen Eiweiß und hebt sie langsam in leichten Schlagbewegungen mit dem Schneebesen unter die Masse. Beim Einrühren mit dem Handrührer oder beim zu schnellen Schlagen mit dem Schneebesen kann es passieren, dass die Creme wieder zu flüssig wird!

Herrichten:
------------
Jetzt haben wir also auch die Creme fertig. Von dieser nehmen wir ein paar Esslöffel und bedecken damit die beträufelten Löffelbisquitts in der Form. Und jetzt zur Erklärung, warum die Bisquitts schon vorher beträufelt werden sollten: Legt man nun eine Lage trockene Bisquitts auf die Creme und beträufelt sie dann, läuft einem oft der ganze Kaffee sonst wohin über die Creme und das schaut unschön aus!

Also gut, nehmen wir die schon beträufelten Löffelbisquits vom Teller und legen eine Lage auf die Creme. Dann kommen wieder ein paar Löffel Creme drauf und immer so weiter bis die gesamten Löffelbisquitts und die Creme alle sind.

Dann kommt das Ganze (abgedeckt, sonst trocknet’s aus) für mindestens 4 Stunden in den Kühlschrank, da erst wird die Creme so richtig fest.

Wenn man dann lange genug gekühlt hat, nimmt man den Kakao und bestäubt das Tiramisu damit. Am Besten durch ein Teesieb, dann wird’s gleichmäßig.

Dann kann man mit einem scharfen Messer Stücke runter schneiden und mit einem Pfannenwender aus der Form heben. Auf Teller geben und mit Schokoladenhobel, Erdbeere, Physalis oder Karambole-Scheiben garnieren. Schaut super aus und kommt bestimmt an!

Fertig!

*****
Tipp
*****
Nachdem die Tiramisu mit frischen, rohen Eiern gemacht ist, sollte man sie spätestens am nächsten Tag, allerspätestens am übernächsten Tag aufessen. Dazwischen muss sie unbedingt kühl lagern, am besten im Kühlschrank bei nicht mehr als 9 °C, sonst haben dich die Salmonellen so spitzenmäßig vermehrt, dass Ihr ganz sicher mit einer schönen Magen-Darm-Kolik rechnen könnt.

***********
Kostenpunkt:
***********

Löffelbisquits gibt’s auch beim Penny, da kosten sie im Monster 400 g-Pack so knapp 2 EUR. Brauchen tut man aber nicht mal die Hälfte und bevor man die andere Hälfte wegschmeißt, weil nicht jeder immer so viel Tiramisu macht wie ich, kauft man lieber 200 g beim Tengelmann für knapp über 1,50 EUR.

Nachdem es Mascarpone ja mittlerweile auch beim Lidl und beim Penny gibt, ist die Sache gar nicht mehr so kostspielig. Wenn man beim Tengelmann zum Beispiel den teuren von Galbani kauft, zahlt man für 250 g so an die 2,50 EUR, im Vergleich dazu kostet der von Exquisa „nur“ etwa 2 EUR und der vom Lidl und vom Penny liegt knapp unter 2 EUR für 250 g.

Dann kommen noch die Eier dazu, wiederum kommt es drauf an, welche Eier man kauft. Beim Lidl gibt es einen Sixpack schon für unter 1 EUR, kauft man aber die Eier frisch vom Eiermann, was ich für Tiramisu auf jeden Fall empfehlen würde, zahlt man pro Stück schon bis zu 25 Ct. Summa summarum für vier Eier also auch wieder 1 EUR.

Dann noch der Puderzucker. Auch hier könnt ihr wieder den billigen vom Penny oder Aldi oder Lidl nehmen, der kostet glaube knapp über 50 Ct.

Last but not Least müssen wir ja auch noch den Kakao mit einrechnen, auch wenn man nur a bisserl braucht, dann den Espresso und den Amaretto. Kauft man eine ganze Packung Kakao, zahlt man etwa 1 EUR, runtergerechnet kommt man auf wohl 5 Ct oder so. Selbiges mit dem Espresso, setzen wir auch mal 5 Ct an (genau ausrechnen bedürfte wohl hoch mathematische Formeln... und hab ich schon mal erzählt, dass ich in meiner Mathe-Abiprüfung nur 2 Punkte hatte?). Der Amaretto kostet pro Flasche beim Lidl (denn der Billige tut’s auch) so 3,50 EUR, runtergerechnet bleiben dann nicht mehr als 10 Ct übrig.

Alles in Allem bei den von mir bevorzugten Zutaten kommt man auf 4 – 4,50 EUR.


**********
Zeitaufwand
**********

Die Zubereitung selbst erfordert nicht mehr als etwa 15 Minuten. Dadurch, dass die Tiramisu aber 4 Stunden kühl stehen muss (hab ich in die Zeitangabe unten aber nicht einbezogen), ist der Zeitaufwand schon erheblich. Wenn man sie zum Beispiel als Nachspeise nach einem Festtagsbraten servieren will, sollte man sie eventuell schon am Vortag zubereiten. Im Kühlschrank kann auch über Nacht nix passieren in Richtung Salmonellen, vorausgesetzt, man hat wirklich frische Eier hergenommen.


*********
Variation:
*********

Jetzt fehlt also noch die versprochene light-Variante:
Man lässt die Eier ganz weg und nimmt statt dem Mascarpone die Hälfte Magerquark und die Hälfte Frischkäse (auch Magerstufe, wer mag). Beides zusammen geben und glatt rühren. Puderzucker unterrühren und mit ca. 2 TL Zitronensaft abschmecken. Wer mag kann auch etwas mehr oder weniger Zitronensaft verwenden. Den Amaretto lässt man weg, dafür kann man ein halbes Stamperl Willi oder Kirschlikör nach Geschmack unterrühren.

Wenn man will, kann man unter diese Masse eine Hand voll frische gewaschene und abgetropfte (! Sonst wird die Creme zu flüssig) Himbeeren rühren. Auch Erdbeer-Stückchen, eine Dose abgetropfte Mandarinen oder 2 klein geschnittene Äpfel machen sich recht gut in der Creme. Eigentlich kann man jedes beliebige Obst verwenden.

Für die Löffelbisquitts empfehle ich zum Beträufeln diesmal keinen starken Kaffee sondern entweder einen Cappuccino oder mal ganz anders einen aufgekochten mit Zucker und Zitronensaft abgeschmeckten Fruchtsaft, z.B. Erdbeere oder Kirsch. Nur zu viel sollte man davon nicht erwischen, da er sonst geschmacklich Überhand nimmt.

Einfach spitze für den Sommer und speziell für diejenigen, die auf ihren Cholesterin-Spiegel aufpassen sollten.


Das war’s auch schon wieder bei Silkchens Kochstudio. Viel Spaß beim Nachmachen und bis zum nächsten Mal!

23 Bewertungen