Traffic - Macht des Kartells (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2010
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Erfahrungsbericht von bohtho
Wohltuend nachdenklicher Film
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Richter Robert Wakefield (Michael Douglas) soll im Auftrag der US-Regierung den Feldzug gegen die Drogen leiten. Während er den Hightech-Krieg plant, bleibt es seiner Frau Barbara (Amy Irving) überlassen, mit der Drogensucht ihrer Tochter Caroline (Erika Christensen) fertig zu werden, bis schließlich nicht einmal er sich noch vor der Tatsache verschließen kann, dass nichts, was er in Washington tut, Caroline helfen kann.
Javier Rodriguez (Benicio Del Toro) und sein Partner Manolo (Jacob Vargas) sind unterbezahlte Polizisten im mexikanischen Tijuana, die sich damit abfinden müssen, dass sich ihre Welt nicht fein säuberlich in \"Gute\" und \"Böse\" einteilen lässt. Manolo scheitert bei dem Versuch, wenigstens für sich etwas herauszuschlagen, während Javier weiter auf verlorenem Posten kämpft und einen Sieg erringt, der einen bitteren Beigeschmack hat.
Montel Gordon (Don Cheadle) und Ray Castro (Luis Gúzman) von der Polizei San Diego schnappen den Dealer Eduardo Ruiz (Miguel Ferrer), der ihnen seinen Boss Carlos Ayala (Steven Bauer) liefert. Für dessen Frau Helena (Catherine Zeta-Jones), die von den illegalen Aktivitäten ihres Mannes keine Ahnung hatte, bricht eine Welt zusammen, aber als sie merkt, dass ihr niemand beisteht, führt sie ohne Skrupel seine Geschäfte weiter.
Es sind keine außergewöhnlichen Geschichten, die Steven Soderbergh in seinem Film TRAFFIC erzählt. Die mit ihren Karrieren beschäftigten Eltern, die die Drogensucht ihrer Kinder erst bemerken, wenn es schon fast zu spät ist, sind schon in unzähligen Fernsehfilmen der Woche verwurstet worden, und auch der einsame Streiter im Sumpf aus Drogen und Korruption ist nichts Neues. Die Geschichte von der verwöhnten Hausfrau, die sich so mühelos ins Drogengeschäft hineinfindet und selbst die gewieften Ermittler austrickst, fällt etwas aus dem Rahmen. Soderbergh hat diese Geschichten auf einzigartige Weise zu einem aussagekräftigen Film verknüpft, der ein ernstes Thema weder in Pathos versinken noch von wilder Action übertönen lässt. TRAFFIC ist ein Mammutwerk, und Soderbergh ist höchster Respekt allein dafür zu zollen, dass er nicht die Kontrolle über seinen komplexen Stoff verliert.
Neben der bis in die kleinsten Rollen ausgezeichnet besetzten Schauspielerriege besticht der Film durch seine Bildersprache. Die Szenen in Mexiko muten an wie ein Dokumentarfilm mit körnigen Bildern und wackeliger Kamera. Das diplomatische Parkett in Washington kommt in kühlem Blau daher. Politiker in maßgeschneiderten Anzügen verbergen ihre Hilflosigkeit hinter geschäftigem Tun und lauten Forderungen nach schärferem Vorgehen. Auf Parties diskutieren Lobbyisten, wie sie von dem Drogenkuchen etwas für ihre eigenen Zwecke abzweigen können, das Schnapsglas immer in der Hand. Die drogensüchtigen Teenager in diesem Film sind materiell gut versorgt und haben Eltern zum Vorbild, die in ihrer Jugend selbst mit Drogen experimentiert haben und sich nichts dabei denken, zur Entspannung auf die Drogen zurückzugreifen, die eben zufällig für legal erklärt wurden.
Soderbergh balanciert seine Geschichten sorgfältig aus, ohne eine davon zur Nebenhandlung zu degradieren. Er betont immer wieder, dass nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage den Drogenhandel am Leben erhält. Sein Augenmerk ist auf die Auswirkungen gerichtet, die Drogen auf Menschen haben, nicht nur auf die, die sie nehmen, sondern auch auf die, die sie verkaufen. Dabei hütet er sich davor, die einen nur als wehrlose Opfer und die anderen nur als skrupellose Täter darzustellen. Die einen wie die anderen haben die allzu menschliche Eigenschaft, das Leben eben so zu sehen, wie es für sie am bequemsten ist.
Superstar Michael Douglas fügt sich in das Ensemble ein, obwohl er natürlich eine herausragende Rolle spielt. Es war wohltuend, dass weder er noch sonst jemand wie der strahlende Held daherkam, der für alles eine Patentlösung parat hat. Es sitzt auch niemand auf dem moralischen hohen Ross. Es wurde oft gesagt, dass TRAFFIC keine Lösungen anbietet, aber ich bin da anderer Meinung. Richter Wakefield sagt es in der Therapiestunde seiner Tochter: Wir sind hier um zuzuhören.
Steven Soderbergh hat ein brisantes Thema zu einem wohltuend nachdenklichen Film verarbeitet, der zudem noch äußerst spannend ist.
Javier Rodriguez (Benicio Del Toro) und sein Partner Manolo (Jacob Vargas) sind unterbezahlte Polizisten im mexikanischen Tijuana, die sich damit abfinden müssen, dass sich ihre Welt nicht fein säuberlich in \"Gute\" und \"Böse\" einteilen lässt. Manolo scheitert bei dem Versuch, wenigstens für sich etwas herauszuschlagen, während Javier weiter auf verlorenem Posten kämpft und einen Sieg erringt, der einen bitteren Beigeschmack hat.
Montel Gordon (Don Cheadle) und Ray Castro (Luis Gúzman) von der Polizei San Diego schnappen den Dealer Eduardo Ruiz (Miguel Ferrer), der ihnen seinen Boss Carlos Ayala (Steven Bauer) liefert. Für dessen Frau Helena (Catherine Zeta-Jones), die von den illegalen Aktivitäten ihres Mannes keine Ahnung hatte, bricht eine Welt zusammen, aber als sie merkt, dass ihr niemand beisteht, führt sie ohne Skrupel seine Geschäfte weiter.
Es sind keine außergewöhnlichen Geschichten, die Steven Soderbergh in seinem Film TRAFFIC erzählt. Die mit ihren Karrieren beschäftigten Eltern, die die Drogensucht ihrer Kinder erst bemerken, wenn es schon fast zu spät ist, sind schon in unzähligen Fernsehfilmen der Woche verwurstet worden, und auch der einsame Streiter im Sumpf aus Drogen und Korruption ist nichts Neues. Die Geschichte von der verwöhnten Hausfrau, die sich so mühelos ins Drogengeschäft hineinfindet und selbst die gewieften Ermittler austrickst, fällt etwas aus dem Rahmen. Soderbergh hat diese Geschichten auf einzigartige Weise zu einem aussagekräftigen Film verknüpft, der ein ernstes Thema weder in Pathos versinken noch von wilder Action übertönen lässt. TRAFFIC ist ein Mammutwerk, und Soderbergh ist höchster Respekt allein dafür zu zollen, dass er nicht die Kontrolle über seinen komplexen Stoff verliert.
Neben der bis in die kleinsten Rollen ausgezeichnet besetzten Schauspielerriege besticht der Film durch seine Bildersprache. Die Szenen in Mexiko muten an wie ein Dokumentarfilm mit körnigen Bildern und wackeliger Kamera. Das diplomatische Parkett in Washington kommt in kühlem Blau daher. Politiker in maßgeschneiderten Anzügen verbergen ihre Hilflosigkeit hinter geschäftigem Tun und lauten Forderungen nach schärferem Vorgehen. Auf Parties diskutieren Lobbyisten, wie sie von dem Drogenkuchen etwas für ihre eigenen Zwecke abzweigen können, das Schnapsglas immer in der Hand. Die drogensüchtigen Teenager in diesem Film sind materiell gut versorgt und haben Eltern zum Vorbild, die in ihrer Jugend selbst mit Drogen experimentiert haben und sich nichts dabei denken, zur Entspannung auf die Drogen zurückzugreifen, die eben zufällig für legal erklärt wurden.
Soderbergh balanciert seine Geschichten sorgfältig aus, ohne eine davon zur Nebenhandlung zu degradieren. Er betont immer wieder, dass nicht nur das Angebot, sondern auch die Nachfrage den Drogenhandel am Leben erhält. Sein Augenmerk ist auf die Auswirkungen gerichtet, die Drogen auf Menschen haben, nicht nur auf die, die sie nehmen, sondern auch auf die, die sie verkaufen. Dabei hütet er sich davor, die einen nur als wehrlose Opfer und die anderen nur als skrupellose Täter darzustellen. Die einen wie die anderen haben die allzu menschliche Eigenschaft, das Leben eben so zu sehen, wie es für sie am bequemsten ist.
Superstar Michael Douglas fügt sich in das Ensemble ein, obwohl er natürlich eine herausragende Rolle spielt. Es war wohltuend, dass weder er noch sonst jemand wie der strahlende Held daherkam, der für alles eine Patentlösung parat hat. Es sitzt auch niemand auf dem moralischen hohen Ross. Es wurde oft gesagt, dass TRAFFIC keine Lösungen anbietet, aber ich bin da anderer Meinung. Richter Wakefield sagt es in der Therapiestunde seiner Tochter: Wir sind hier um zuzuhören.
Steven Soderbergh hat ein brisantes Thema zu einem wohltuend nachdenklichen Film verarbeitet, der zudem noch äußerst spannend ist.
8 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.03.2006, 17:07 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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