Traffic - Macht des Kartells (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Olli201

Handlung löchrig

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Der Film Traffic befaßt sich mit der Bekämpfung des Drogenhandels. Hierbei gibt es 4 Handlungsstränge, die in eine Story verpackt wurden.

Zunächst ist da der Drogenbeauftragte der USA, gespielt von Michael Douglas, der ein mexikanisches Drogenkartell zerschlagen will und sich den mexikanischen General Salasar zur Unterstützung holt. Pech für ihn ist nur, daß dieser General das Drogenkartell nur deshalb zerschlagen will, weil er selbst für das Konkurrenzkartell arbeitet. Darüber hinaus ist die Tochter des Drogenbeauftragten selbst drogenabhängig, was dazu führt, daß er seine arbeit nacher schleifen läßt und sich mehr um seine Tochter kümmert.

Als zweites ist da der Polizist Javier, gespielt von Benicio Del Toro, der für diese Rolle zurecht mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet wurde. Zusammen mit seinem Kollegen Manolo fangen sie einen Drogentransport ab. Dieser wird ihnen jedoch von General Salasar wieder abgenommen. Stattdessen arbeiten die beiden später für Salasar um das Tijuana-Kartell zu bekämpfen. Weitere Ausführungen zu diesem Handlungsstrang würden zuviel vom Film verraten.

Als drittes sind da die beiden Drogenfahnder Montel (Don Cheadle) und Ray (Luis Guzman), die gegen den amerikanischen Drogenbaron Carlos (Steven Bauer) vorgehen und aus diesem Grund einen Belastungszeugen zunächst unter Druck setzen und dann vor Anschlägen schützen sollen. Hierauf komme ich gleich zurück.

Zu guter letzt ist da noch die Frau des Drogenbarons Carlos (Catherine Zeta-Jones)und ihr Sohn, die von den illegalen Geschäften ihres Mannes keine Ahnung hat und daher von der Verhaftung vollkommen überrascht wird. Um aber ihren Lebensstandard zu halten, wird sie zum Kompliezen ihres Mannes und geht nachher selbst über Leichen.

Was mir nicht gefallen hat

Da wären zunächst die Untertitel, wenn der Film in Mexiko spielte. Das war so häufig der Fall, daß man vor lauter lesen, vom Film nichts mehr mitbekommen hat.

Dann waren da die häufigen Schnitte in Verbindung mit einem sehr unscharfen Bild. Dies war bewußt gemacht und sollte die eine bedrückende Stimmung schaffen, führte bei mir aber zu tränenden Augen, was mir natürlich nicht gefiel.

Richtig schlecht wurde mir bei so manchem Handlungsablauf. So zum Beispiel die Fahnder, die den Belastungszeugen schützen sollen. Hier ist eine der schwächsten Stellen im Film, denn daß der Belastungszeuge mittels vergifteten Essens aus dem Verkehr gezogen wird ist lächerlich. Das Essen wird von dritter Seite und nicht von der Polizei serviert. Schon vorher, als der Zeuge am ersten Verhandlungstag das Gerichtsgebäude verläßt, kann ein Profikiller problemlos einen Sprengsatz am Auto des Zeugen befestigen. Nachher kann er sich auf dem Parkplatz vor dem Gerichtgebäude frei bewegen und ein Killer der den Killer beseitigen soll, kann diesen ebenfalls problemlos von der anderen Straßenseite aus erschießen, hätte also genausogut den Zeugen erschießen können. So viel im übrigen auch zum Thema Realismus in diesem Film. Wenn jeder Belastungszeuge so geschützt würde, gäb es in Amerika wohl keine Verurteilungen mehr.

Auch die Frau des Drogenbarons hatte scheinbar keinerlei Probleme Kontakt zum Killer aufzunehmen. Wie dieser Kontakt zustande kam, blieb unerwähnt.

Javier der mexikanische Polizist hatte den Auftrag den Killer an General Serazar auszuliefern. Wie ihm das gelang, steht auch in den Sternen. Man sah nur, wie er dem Killer in den USA eine Zigarette anbot und dann wie er ihn gefesselt und geknebelt bei General Serazar abgeliefert hat. Wie hat er ihn überwältigt ? Wie ist er über die Grenze gekommen ? Viele ungeklärte Fragen.

Manolo der Partner von Javier, wollte General Serazar an die USA verraten, wurde aber kurz davor überwältigt von Serazars Leuten. Wie wurden diese auf den Verrat aufmerksam. Hat Javier ihn verraten ? Ich vermute es, aber zweifelsfrei kann ich das nicht behaupten.

Was mir gefallen hat

Trotz seiner 147 Minuten wurde der Film nie langweilig. Manko war eben nur, daß einige Sachen ungeklärt geblieben sind oder unrealistisch waren.

Es wurde sehr gut herausgearbeitet, daß man gegen die Drogenkartelle nicht gewinnen kann, daß der Kampf aber dennoch nötig ist.

Auch die Situation des Drogenbeauftragten Richter Wakefield, wurde sehr gut dargestellt. Für ihn steht nachher das Drogenproblem seiner Tochter im Vordergrund.

Zu guter letzt gefiel mir der Handlungsstrang des mexikanischen Polizisten Javier. Für diese Rolle hat Benicio Del Toro wahrlich zurecht einen Oscar bekommen. Ihm ist bewußt, daß er nicht viel gegen das Drogenkartell tun kann, doch er tut sein möglichstes. Als Belohnung fordert er kein Geld, sondern Flutlichtanlagen für Baseballplätze in Mexiko, damit die Kinder von der Straße kommen.

Fazit

Ein Fazit ist schwer zu fassen. Meiner Meinung halten sich Argumente für und gegen den Film nahezu die waage. Da einige Passagen des Films aber zu unklar geblieben sind, spreche ich mich gegen eine Empfehlung aus.

12 Bewertungen